Therapie Woche 7

Social Eating – Wenn der Alltag herausfordernd wird

Essen ist mehr als Ernährung. Es ist Gemeinschaft, Kultur, Familie – und manchmal leider auch ein echter Stressfaktor. Besonders dann, wenn man selbst auf dem Weg ist, alte Muster zu durchbrechen und neue Routinen zu etablieren.
In der siebten Woche meiner medikamentösen Abnehmtherapie wurde mir klar: Der größte Gegner ist nicht die Schokolade im Schrank – sondern das „soziale Essen“.

Anna auf einer Familienfeier mit social eating | tomullrichphotography

Zwischen Erwartung und Realität

Ein Thema, mit dem ich seit Beginn meiner Reise kämpfe, ist der Umgang mit Einladungen, Familienessen, Geburtstagsfeiern – eben allem, was mit Essen in Gesellschaft zu tun hat. Unsere Familie hat einen ziemlich routinierten Tagesablauf, was grundsätzlich gut ist – aber auch bedeutet, dass ich oft funktioniere, statt zu hinterfragen.

Doch in den letzten Wochen hat sich etwas verändert: Ich spüre zum ersten Mal, dass ich nicht mehr automatisch nach den Bedürfnissen anderer leben muss.

Ich habe viel darüber nachgedacht, wie oft ich mich selbst zurückstelle – zum Beispiel beim Kochen. Ich koche, was den Kindern oder meinem Partner schmeckt, und esse dann einfach mit – auch wenn es nicht das ist, was mir wirklich guttut. Manchmal fehlt mir schlicht die Energie, mir noch etwas Eigenes zuzubereiten.

Hier helfen mir mittlerweile Olivias Rezeptideen und ein paar schnelle, proteinreiche Favoriten, die ich immer im Haus habe. Ich habe auch damit begonnen, für die Kids vorzukochen – zwei Tage im Voraus – damit nicht jeder Abend in Stress ausartet.

Ein zweiter Punkt: die Uhrzeiten. Ich habe mich oft danach gerichtet, wann die anderen essen möchten – und so kam es nicht selten vor, dass ich um 18 Uhr eine Kleinigkeit aß und dann um 20 Uhr nochmal mit meinem Partner „richtig“. Das waren doppelte Mahlzeiten – und die zeigen sich nun mal auf der Waage.

Heute bin ich konsequenter: Mein Körper meldet sich gegen 18 Uhr – und dann esse ich auch. Punkt. Die zweite Runde lasse ich ausfallen. Das war natürlich auch für meinen Partner eine Umstellung, aber wir haben offen darüber gesprochen und stattdessen andere Zeiten für gemeinsame Momente geschaffen – ohne Essen.

„Es geht nicht darum, perfekt zu sein – sondern ehrlich mit sich selbst.“