Expertenbeitrag

Hungergefühl trotz der sogenannten "Abnehmspritze"

Sie nutzen die sogenannte "Abnehmspritze" und fragen sich, ob man überhaupt noch echtes Hungergefühl spürt?
Diese und weitere Fragen klären wir im Expertenbeitrag von Ernährungsberaterin Olivia Strauch. Sie erfahren hier, wie man echtes Hungergefühl erkennen kann und warum regelmäßiges Essen trotzdem wichtig ist.

Junge Frau macht eine Therapie mit der Abnehmspritze und isst einen Apfel

Warum habe ich weniger Hunger bei medikamentöser Therapie?

Zunächst einmal: weniger Hungergefühl bei einer GLP-1-Therapie ist ganz normal, denn die Medikamente dämpfen gezielt den Appetit.
Aber der Körper braucht trotzdem regelmäßig Nährstoffe!

Die sogenannte "Abnehmspritze" verzögert die Magenentleerung und beeinflusst Hormone im Gehirn, die für das Sättigungsgefühl zuständig sind. Das bedeutet, dass man sich länger satt fühlt und weniger Lust hat zu essen – genau das hilft dann natürlich beim Abnehmen. Doch diese Wirkung kann auch dazu führen, dass echte Hungersignale schwerer erkannt oder sogar vollkommen ignoriert werden.

Hungergefühl erkennen: Diese Signale sendet der Körper

Auch wenn der Appetit fehlt, sendet der Körper klare Zeichen, wenn er Energie braucht.
Zum Beispiel kann sich auch Durst anfühlen wie Hunger. Trinke regelmäßig Wasser – mindestens 1,5 bis 2 Liter am Tag!
So erkennt man Hungergefühl:

Körperliche Signale:

  • Magenknurren oder ein flaues Gefühl im Bauch
  • Zittern, leichte Schwindelgefühle oder Schwäche
  • Müdigkeit oder Antriebslosigkeit
  • Konzentrationsprobleme
  • Kopfschmerzen

Psychologische Signale:

  • Reizbarkeit, Frustration oder schlechte Laune
  • Häufige Gedanken ans Essen oder Cravings (Food Noise)
  • Entscheidungsprobleme oder Gedächtnisschwäche
  • Innerliche Unruhe oder leichte Angstgefühle
  • Veränderte Wahrnehmung bei Essensreizen