Gliederschmerzen ohne Fieber: Ursachen und Behandlung

Wenn die Arme und Beine schmerzen, aber kein Fieber auftritt, sorgt das häufig für Verwirrung. Denn nicht immer treten Gliederschmerzen zusammen mit typischen Krankheitssymptomen auf. Doch was sind mögliche Ursachen – und wann ist ein Arztbesuch notwendig? Dieser Artikel erklärt, welche Auslöser für Gliederschmerzen ohne Fieber in Frage kommen und welche Maßnahmen Linderung verschaffen können.

Frau mit Gliederschmerzen aber ohne Fieber fasst sich an die Schulter

Das Wichtigste in Kürze

  • Gliederschmerzen ohne Fieber (Spezialartikel: Fieber) können ziehend, dumpf oder drückend auftreten und sowohl in Ruhephasen als auch bei Belastung spürbar sein.
  • Die Ursachen reichen von muskulären Verspannungen und Stress bis hin zu Infektionen und chronischen Erkrankungen.
  • Zur Linderung helfen je nach Ursache unter anderem Ruhe, gezielte Bewegung sowie bei Bedarf Schmerzmittel, idealerweise abgestimmt mit einem Arzt.
  • Bleiben die Beschwerden länger bestehen, verschlimmern sich oder treten ungewöhnliche Begleitsymptome auf, ist eine ärztliche Abklärung wichtig.

Wie äußern sich Gliederschmerzen ohne Fieber?

Gliederschmerzen ohne Fieber machen sich oft durch ein ziehendes, dumpfes oder drückendes Gefühl bemerkbar. Sie treten typischerweise in den Armen oder den Beinen auf. Die Beschwerden können an mehreren Stellen gleichzeitig vorkommen oder sich auf einzelne Bereiche konzentrieren. Häufig kommen auch Begleitempfindungen wie ein allgemeines Schwächegefühl oder eine erhöhte Empfindlichkeit gegenüber Berührungen hinzu.

Der Verlauf kann dabei sehr unterschiedlich sein: Einige Betroffene spüren die Gliederschmerzen vor allem in Ruhephasen, andere wiederum bei Belastung oder Bewegung. Auch die Tageszeit und körperliche Verfassung spielen eine Rolle. So können die Beschwerden abends zunehmen oder sich nach bestimmten Aktivitäten verstärken. Obwohl das Fieber fehlt oder die Gliederschmerzen ohne Erkältung (Spezialartikel: Gliederschmerzen ohne Erkältung) auftreten, beeinträchtigen solche Beschwerden den Alltag oft spürbar.

Was ist der Unterschied zwischen erhöhter Temperatur und Fieber?

Eine erhöhte Temperatur liegt vor, wenn die Körpertemperatur zwischen 37,5 und 38,0 Grad liegt. Sie kann durch körperliche Anstrengung, Stress oder hormonelle Schwankungen entstehen und deutet nicht zwangsläufig auf eine Erkrankung hin. Erst ab einer Körpertemperatur von über 38,0 Grad handelt es sich aus medizinischer Sicht um Fieber. Es ist meist ein Zeichen dafür, dass das Immunsystem auf eine Infektion oder Entzündung reagiert und wird oftmals von Gliederschmerzen begleitet. Temperaturen über 39,0 Grad gelten als hohes Fieber und sollten ärztlich abgeklärt werden.

Was sind Ursachen für Gliederschmerzen ohne Fieber?

Treten Gliederschmerzen ohne begleitendes Fieber auf, kann das verschiedene Auslöser haben. Darunter fallen unter anderem körperliche oder mentale Belastungen. Mögliche Ursachen lassen sich in folgende Bereiche einteilen:

  • Mentale Belastungen: Dauerhafter Stress, innere Unruhe oder mentale Anspannung können sich körperlich bemerkbar machen. Auch ohne erkennbare körperliche Erkrankungen sind die Schmerzen real und beeinträchtigend.
  • Körperliche Überlastung und Muskelkater: Nach intensiver Bewegung oder körperlicher Arbeit können ziehende oder drückende Schmerzen in den Gliedmaßen auftreten (Spezialartikel: Muskelkater). Diese klingen in der Regel nach einigen Tagen von selbst ab.
  • Fehlhaltungen und muskuläre Verspannung: Wer im Alltag einseitige Bewegungsmuster ausführt oder lange in einer Position verharrt, kann muskuläre Beschwerden ohne weitere Symptome entwickeln.
  • Erkältung oder Grippe: Nicht jeder Körper reagiert neben Gliederschmerzen mit Fieber, wenn eine Virusinfektion vorliegt. Bei mildem Verlauf kann die Temperatur bei einer Erkältung oder einem grippalen Infekt unter 38,0 Grad bleiben.
  • Bakterielle Infektionen: Auch bakterielle Infektionen können ohne Fieber verlaufen, vor allem in frühen Stadien. Ein Beispiel dafür ist Borreliose, die Infektion kann mit Gliederschmerzen, Müdigkeit oder Kopfschmerzen beginnen, ohne dass Fieber auftritt.
  • Nebenwirkungen von Medikamenten: Einige Arzneimittel, zum Beispiel bestimmte Cholesterinsenker oder Krebsmedikamente, können Gliederschmerzen als Nebenwirkung verursachen.
  • Verletzungen und Nervenreizungen: Auch Zerrungen, Prellungen oder eingeklemmte Nerven können Gliederschmerzen auslösen. Selbst dann, wenn das eigentliche Ereignis schon länger zurückliegt.
  • Chronisch-entzündliche Erkrankungen: Krankheiten wie rheumatoide Arthritis (Spezialartikel: Rheuma), Gicht oder andere Autoimmunprozesse verursachen häufig Schmerzen in Muskeln, Gelenken oder Sehnen.
  • Stoffwechselerkrankungen und chronische Leiden: Erkrankungen wie Diabetes (Spezialartikel: Diabetes) oder eine Schilddrüsenunterfunktion (Spezialartikel: Schilddrüsenunterfunktion) können mit unspezifischen Gliederschmerzen einhergehen. Auch Nervenschäden sind möglich.
  • Durchblutungsstörungen: Wird die Blutzirkulation gestört, kann sich das durch Schmerzen in Armen oder Beinen bemerkbar machen.
  • Herz-Kreislauf-Erkrankungen: In seltenen Fällen kann ein Schmerz im Arm oder in der Schulter auf ein Herzproblem hindeuten, zum Beispiel bei einem Herzinfarkt. Dann kommen jedoch meistens weitere Beschwerden wie Atemnot oder Schwindel hinzu.

Da Gliederschmerzen ohne Fieber auf viele Ursachen hinweisen können, ist eine ärztliche Abklärung sinnvoll. Besonders wenn die Beschwerden länger anhalten, sich verstärken oder zusätzliche Symptome auftreten.