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                    ³ Dieser Preis gilt für die Auswahl Kassenrezept inkl. Zuzahlung.

                    *UVP = Unverbindliche Preisempfehlung des Herstellers; * AVP = Der für den Fall der Abgabe zu Lasten der gesetzlichen Krankenkasse (KK) vom pharmazeutischen Unternehmer zum Zwecke der Abrechnung der Apotheken mit den Krankenkassen gegenüber der Informationsstelle für Arzneispezialitäten GmbH (IFA) angegebene einheitliche Produkt-Abgabepreis im Sinne des § 78 Abs. 3 S. 1, 2. HS AMG, der von der KK im Ausnahmefall der Erstattung abzüglich 5 % an die Apotheke ausgezahlt wird.

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                    Zusammenfassung

                    Eine Epilepsie liegt dann vor, wenn epileptische Anfälle öfter vorkommen.
                    Die Epilepsie ist einer der häufigsten neurologischen Erkrankungen. Bei der Epilepsie unterscheidet man 2 Anfallsformen: generalisierte Anfälle und fokale Anfälle.

                    Bei einem epileptischen Anfall krampfen plötzlich einzelne Muskeln oder der ganze Körper und es kann auch zu Bewusstseinsverlust kommen. Üblicherweise werden keine bleibenden Schäden verursacht. Status epilepticus ist ein Anfall, der nicht von selbst aufhört. Er ist ein medizinischer Notfall.

                    Die Diagnose wird gestellt mit Hilfe von Gesprächen mit den Patienten bzw. Zeugen des Anfalls, Untersuchungen wie Elektrodenenzephalogramm, Magnetresonanztomographie und Laboruntersuchungen von Blut und Hirnwasser. Arzneimittel gegen Epilepsie (Antiepileptika) können die Anfälle vorbeugen und sie ermöglichen die Erhaltung einer guten Lebensqualität. In einigen Fällen kommen chirurgische Eingriffe in Frage.

                    Helfende sollten die Ruhe bewahren und die Patienten vor Verletzungen schützen. Wenn der Anfall länger als 5 Minuten dauert oder wenn mehrere Anfälle kurz hintereinander auftreten, muss der Rettungsdienst unter 112 gerufen werden.

                    Was ist ein epileptischer Anfall und was ist eine Epilepsie?

                    Ein epileptischer Anfall ist eine Störung des Gehirns, wobei das gesamte Gehirn oder einzelne Hirnbereiche übermäßig aktiv sind und zu viele Signale abgegeben werden. In Folge werden sogenannte epileptische Anfälle ausgelöst. Es kommt zu Zuckungen einzelner Muskeln, aber auch der gesamte Körper kann krampfen und man kann das Bewusstsein verlieren. Durch einen Anfall entstehen in der Regel keine bleibenden Schäden.

                    • Wenn die Störung zu Beginn auf eine Hirnregion beschränkt ist, spricht man von einem fokalen Anfall.
                    • Wenn zu Beginn Netzwerkstrukturen in beiden Hirnhälften betroffen sind, spricht man von einem generalisierten Anfall.

                    Außerdem gibt es auch epileptische Anfälle, sie sich nicht eindeutig klassifizieren lassen, die sogenannten unklassifizierten Anfälle.
                    Bei fokal beginnenden Anfällen spricht man von fokaler Epilepsie und bei generalisiert beginnenden Anfällen von generalisierter Epilepsie. Wenn es nicht unterschieden werden kann zwischen den beiden Anfällen, spricht man von unklassifizierter Epilepsie.

                    Je nach Ursprung und Ausbreitung im Gehirn, können sich die epileptischen Anfälle sehr unterschiedlich äußern. Es gibt motorische oder nicht-motorische Anfälle und Anfälle mit erhaltenem oder nicht-erhaltenem Bewusstsein.

                    Die Epilepsie ist eine der häufigsten neurologischen Krankheiten. Eine Epilepsie liegt dann vor, wenn mindestens 2 unprovozierte (d. h. ohne ersichtlichen Auslöser) epileptische Anfälle im Abstand von 24 Stunden aufgetreten sind oder wenn nach einem ersten unprovozierten Anfall das Risiko für das Auftreten eines weiteren Anfalls in den kommenden 10 Jahren erhöht ist.

                    • Man unterscheidet unprovozierte und akut-symptomatische epileptische Anfälle.

                    Akut-symptomatische epileptische Anfälle liegen dann vor, wenn es in einem engen zeitlichen und sehr wahrscheinlich in ursächlichem Zusammenhang zu einer akuten Reizung des Gehirns gekommen ist. Mögliche Reizungen können z. B. sein:

                    • Alkohol- oder Drogenentzug
                    • Eine akute Stoffwechselstörung (z. B. Unterzuckerung)
                    • Eine akute Hirnschädigung (z. B. Schlaganfall)

                    Die Epilepsie kann in jedem Lebensalter zum ersten Mal auftreten.
                    Zwischen den einzelnen Anfällen hat man meist keine körperlichen Beschwerden, dennoch haben viele Menschen mit Epilepsie Sorgen, dass es zu einem erneuten Anfall kommen kann.

                    Wie ist der Verlauf einer Epilepsie?

                    Oft hat man nur einmal im Leben einen epileptischen Anfall oder man erkrankt nur über wenige Monate oder Jahre an Epilepsie. In einigen Fällen hat man dauerhaft eine Epilepsie.

                    Durchschnittlich hat etwa die Hälfte der Patienten einen zweiten Anfall. Nach 2 Anfällen steigt das Risiko für einen weiteren Anfall weiter an. Etwa 7 von 10 Patienten haben nach dem 2. Anfall erneut einen weiteren innerhalb der nächsten Jahre.
                    Das Risiko für einen weiteren Anfall hängt auch von der Ursache ab. Bei einer bekannten Ursache wie z. B. einer Gehirnerkrankung ist das Risiko doppelt so hoch wie bei einer unbekannten Ursache oder einer erblichen Veranlagung.

                    Arzneimittel können in den meisten Fällen die Anfälle verhindern, sogar wenn man sie absetzt. Einige Patienten sind nur dann anfallsfrei, solange sie die Arzneimittel anwenden. Wenige Patienten haben trotz Behandlung regelmäßig Anfälle.

                    Welche Formen von Epilepsieanfällen gibt es?

                    Fokale Anfälle

                    Fokal beginnende Anfälle entstehen in einem bestimmten Bereich im Gehirn. Es kommt zu verschiedenen Symptomen, ja nachdem welche Aufgabe dieser Bereich hat, z. B.:

                    • Zuckungen im Arm (motorischer Anfall)
                    • Gefühlsstörungen (sensorischer Anfall)
                    • Sehstörungen (visueller Anfall)

                    Mögliche Beschwerden bei einem fokalen Anfall können z. B. sein:

                    • Ungewöhnliche Sinneswahrnehmungen: anders hören, sehen, riechen
                    • Geistig abwesend sein
                    • Schwindel
                    • Angstzustände
                    • Halluzinationen
                    • Schmatzen
                    • Grimassieren
                    • Stammeln
                    • Ziellos herumlaufen
                    • An Dingen herum nesteln
                    • Muskelzuckungen, Krämpfe
                    • Einschränkung des Bewusstseins oder der Aufmerksamkeit

                    Ein fokaler Anfall kann sich auf das ganze Gehirn ausbreiten und zu einem generalisierten Anfall führen.

                    Generalisierte Anfälle

                    Generalisiert beginnende Anfälle betreffen das gesamte Gehirn. Sie sind nicht zwangsläufig schwerer als fokale Anfälle, die nur einzelne Hirnbereiche betreffen, führen jedoch häufiger zu Bewusstlosigkeit und zu Krämpfen im gesamten Körper.

                    Ein generalisierter Anfall kann sich auf unterschiedliche Weise zeigen:

                    • Tonisch: Gliedmaßen verkrampfen und versteifen sich. Der Anfall dauert meist nur kurz und es kommt nicht immer zu einer Bewusstseinseintrübung.
                    • Atonisch: Die Muskelspannung in einem Teil des Körpers lässt abrupt nach. Dadurch kann z. B. das Kinn auf die Brust fallen oder die Beine geben nach. Es kann auch zu einem kurzen Bewusstseinsverlust kommen, wodurch Stürze möglich sind.
                    • Klonisch: Große Muskelgruppen (z. B. Arme, Beine) beginnen im langsamen Rhythmus zu zucken. Dabei verliert man meist das Bewusstsein.
                    • Myoklonisch: Einzelne Muskelgruppen zucken sehr schnell. Üblicherweise ist das Bewusstsein nicht beeinträchtigt.
                    • Tonisch-klonisch („Grand mal“): Der gesamte Körper wird erfasst. Dabei kommt es zu einem Sturz, generalisierten Muskelverkrampfungen und Bewusstseinsverlust. Unter Umständen können Verletzungen und Frakturen entstehen.
                    • Absencen: Dies ist eine milde Anfallsform, die durch plötzliche und kurze Bewusstseinspausen gekennzeichnet ist.
                    Grafik zu Epilepsie Schema
                    Grafik zu Epilepsie Schema

                    Folgen eines epileptischen Anfalls

                    Menschen reagieren unterschiedlich nach einem epileptischen Anfall, z. B.:

                    • Erschöpfung
                    • Depressive Beschwerden
                    • Vergesslichkeit
                    • Sprachstörungen
                    • Lähmungen

                    Diese Beschwerden gehen in der Regel wieder vorüber.

                    Andere Menschen sind kurz nach dem Anfall wieder vollständig hergestellt. Sie können wieder die Arbeit nachgehen oder am Schulunterricht teilnehmen.

                    Verletzungen können vor allem nach einem generalisierten Anfall auftreten, wenn der gesamte Körper krampft. Man kann stürzen, sich stoßen oder sich auf die Zunge beißen. Menschen, die häufig Anfälle haben, empfinden die Angst vor einem weiteren Anfall psychisch sehr belastend. Das Risiko für eine Depression ist bei Menschen mit Epilepsie erhöht.

                    ❗ Durch einen epileptischen Anfall entstehen weder bleibende Gehirnschäden noch eine geistliche Behinderung. Es kann sein, dass man durch jahrelange und schwere Anfälle vergesslichen und unkonzentrierter wird.

                    Je nach Ursache, kann eine Epilepsie die Lebenserwartung verkürzen:

                    • Menschen mit durch eine andere Erkrankung verursachte Epilepsie streben durchschnittlich früher als andere Menschen. Dies liegt meistens aber nicht an der Epilepsie, sondern an der Grunderkrankung.
                    • Menschen mit Epilepsie, die eine genetische Ursache hat, haben in der Regel eine Lebenserwartung wie Menschen ohne Epilepsie.

                    Eine Epilepsie kann dann zum Tod führen, wenn man durch einen Anfall einen lebensgefährlichen Unfall hat oder wenn durch einen schweren, anhaltenden Anfall (Status epilepticus) das Gehirn nicht mehr ausreichend mit Sauerstoff versorgt wird und das Herz und die Lunge versagen.

                    In seltenen Fällen sterben Menschen mit Epilepsie plötzlich und unerwartet. Man spricht dann von einem sudden unexpected death in epilepsy (SUDEP).

                    Welche Ursachen kann die Epilepsie haben?

                    Eine sogenannte symptomatische Epilepsie kann z. B. folgende Ursachen haben:

                    • Strukturelle Hirnschädigungen, z. B. nach einem Schädel-Hirn-Trauma, Verletzungen
                    • Entzündungen der Hirnhaut oder des Gehirns
                    • angeborene Anlagestörungen
                    • Schlaganfälle
                    • Tumore

                    Auch eine genetische Veranlagung für eine Epilepsie ist möglich. Dies ist der Fall, wenn in einer Familie Epilepsien über mehrere Generationen hinweg auftreten.
                    Äußere Reize wie z. B. Flackerlicht in einer Diskothek, können ebenfalls einen Anfall auslösen.

                    Bestimmte Umstände können ebenfalls zu Anfällen führen, z. B.:

                    • Schlafmangel
                    • Sauerstoffmangel
                    • Vergiftungen
                    • Chronischer Alkohol- oder Drogenkonsum
                    • Hohes Fieber, vor allem bei Kindern

                    Diese Umstände können auch ohne Epilepsie einen Krampfanfall auslösen. Man spricht dann von einem sogenannten Gelegenheitsanfall. Kinder, die zu einem Fieberkrampf neigen, haben nur sehr selten Epilepsie.

                    In einigen Fällen kann man keine eindeutige Ursache feststellen.

                    Grafik zu Epilepsie Symptomen
                    Grafik zu Epilepsie Symptomen

                    Wie zeigen sich epileptische Anfälle?

                    Epileptische Anfälle können sich unterschiedlich äußern. Es kann sein, dass nur einzelne Körperbereiche wie ein Arm oder ein Bein zucken, oder der Anfall umfasst den gesamten Körper. Manche Anfälle dauern nur wenige Sekunden oder bleiben sogar völlig unbemerkt. Einige Menschen verlieren dabei das Bewusstsein, während andere nur kurz abwesend sind oder das Bewusstsein vollständig behalten.

                    Ein epileptischer Anfall ist üblicherweise von kurzer Dauer (1 bis 2 Minuten) und endet spontan von selbst. Wenn ein Anfall länger als 5 Minuten andauert, dann spricht man von einem sogenannten Status epilepticus. Dieser Zustand stellt einen medizinischen Notfall dar und muss schnell ärztlich behandelt werden. Auch wenn mehrere Anfälle kurz hintereinander auftreten, ist es ein Notfall.

                    INFO

                    Was passiert im Gehirn bei einem epileptischen Anfall?

                    Das Gehirn besteht aus Milliarden von Nervenzellen. Die verschiedenen Bereiche des Gehirns steuern jeweils die Bewegung, die Sprache, die Wahrnehmung oder die Gefühle. Elektrische und chemische Signale verbinden die einzelnen Nervenzellen miteinander. Im Falle eines epileptischen Anfalls ist das Zusammenspiel zwischen den Nervenzellen zeitweise gestört. In Folge sind einzelne Bereiche des Gehirns oder das gesamte Gehirn übermäßig aktiv und geben die Nervenzellen zu viele Signale ab. Daher kommt auch die Bezeichnung „Gewitter im Gehirn“. Im übrigen Körper macht sich dies bemerkbar durch z. B. einen Krampfanfall.

                    Wie wird eine Epilepsie diagnostiziert?

                    Üblicherweise wird die Diagnose Epilepsie dann gestellt, wenn:

                    • Mindestens 2 Anfälle vorgekommen sind
                    • Mindestens 24 Stunden zwischen den Anfällen vergangen sind und
                    • Kein Hinweis auf einen Gelegenheitsanfall besteht
                    • Nach einem ersten Anfall das Risiko für einen zweiten Anfall deutlich erhöht ist, z. B. bei einer Gehirnerkrankung

                    Für die Diagnose ist besonders die Vorgeschichte des Patienten wichtig. In einem sogenannten Anamnesegespräch werden Fragen zum genauen Ablauf des Anfalls gestellt:

                    • Wann und in welcher Situation ist der Anfall aufgetreten?
                    • Wie ist der Anfall verlaufen?

                    Da man sich häufig nicht mehr gut an den Anfall erinnern kann, ist es hilfreich eine Person zum Arztgespräch mit zu nehmen, die den Anfall miterlebt hat und ihn genau beschreiben kann.

                    Es folgen eine körperliche und neurologische Untersuchung und es wird eine Blutprobe genommen.

                    Mit Hilfe eines sogenannten Elektroenzephalogramms (EEG) werden die Hirnströme gemessen. Wenn bestimmte Muster im EEG sichtbar sind, dann geht man von einer erhöhten Anfallsneigung aus.

                    Eine EEG allein reicht nicht aus, um Epilepsie zu diagnostizieren. Üblicherweise folgt eine Magnetresonanztomographie (MRT).

                    Eine Magnetresonanztomographie kann Veränderungen im Gehirn zeigen, die die Anfälle auslösen könnten.

                    In einigen Fällen, z. B. bei Verdacht auf eine Hirn- oder Hirnhautentzündung, wird auch das Hirnwasser (Liquor) untersucht. Das Hirnwasser wird mit Hilfe einer Spritze aus dem Bereich der Lendenwirbelsäule entnommen und untersucht (Lumbalpunktion).

                    Ebenfalls können bei einigen Patienten auch genetische Untersuchungen durchgeführt werden.

                    Wie wird die Epilepsie behandelt?

                    Die Therapie ist abhängig von der Form der Epilepsie. In den meisten Fällen werden Arzneimittel gegen Epilepsie (Antiepileptika) eingesetzt.

                    Arzneimittel bei Epilepsie

                    Die medikamentöse Therapie ist die wichtigste Form der Behandlung einer Epilepsie. Medikamente gegen Epilepsie werden Antiepileptika genannt. Auch die Begriffe Antikonvulsiva oder Anfallssuppressiva werden genutzt. Es gibt Arzneimittel aus verschiedenen Wirkstoffgruppen, die eingesetzt werden können. Wenn eine niedrige Startdosis nicht (ausreichend) hilft, dann wird zunächst die Dosis erhöht. Wenn auch dann keine ausreichende Wirkung eintritt, dann wird gewechselt auf ein Arzneimittel aus einer anderen Wirkstoffgruppe oder es werden Arzneimittel aus verschiedenen Wirkstoffgruppen kombiniert.

                    Die Therapie sollte dann begonnen werden, wenn nach einem ersten unprovozierten Anfall die Diagnosekriterien für Epilepsie erfüllt sind.

                    Ziel der Therapie ist es, ein möglichst unabhängiges und selbstständiges Leben zu führen. Die Anfallsfreiheit bzw. eine bestmögliche Anfallskontrolle und keine oder wenige Nebenwirkungen der eingesetzten Arzneimittel sind dabei besonders wichtig. Die medikamentöse Therapie dauert oft mehrere Jahre. Einige Patienten müssen die Medikamente lebenslang einnehmen.

                    INFO

                    Beispiele von Antiepileptika

                    Es können verschiedene Wirkstoffe eingesetzt werden. Ausgewählt wird anhand der Art der Epilepsie (fokal, generalisiert oder unklassifiziert), des Alters und des Geschlechts des Patienten, der eventuellen Begleiterkrankungen und anderen angewendeten Medikamenten.

                    Beispiele von Wirkstoffen, die eingesetzt werden können, sind: Lamotrigin, Levetiracetam, Lacosamid, Valproinsäure.

                    Bei fokalen, neu aufgetretenen Epilepsien sollte üblicherweise als erstes Lamotrigin gegeben werden. Wenn dieser Wirkstoff nicht in Frage kommt, sollten Levetiracetam oder Lacosamid angewendet werden.

                    Mittel der Wahl bei genetischen generalisierten Epilepsien ist Valproinsäure. Wenn Valproinsäure nicht in Frage kommt – z. B. in der Schwangerschaft oder bei Frauen, die schwanger werden können, dann sollten Lamotrigin oder Levetiracetam angewendet werden.

                    Bei einer unklassifizierter Epilepsie sollten als Mittel der ersten Wahl Lamotrigin, Levetiracetam oder Valproinsäure eingesetzt werden.

                    Mögliche Nebenwirkungen können z. B. sein:

                    • Bei Lamotrigin: allergische Hautreaktionen
                    • Bei Levetiracetam: Müdigkeit, Kopfschmerzen
                    • Bei Lacosamid: Schwindelgefühl, Übelkeit, Doppelsehen
                    • Bei Valproinsäure: Zittern der Hände, Übelkeit

                    Wenn man eine Nebenwirkung bei sich spürt, ist es wichtig, dies mit dem Arzt zu besprechen. Keinesfalls soll die Dosierung eigenständig reduziert oder die Arzneimittel ohne Rücksprache mit dem Arzt abgesetzt werden. Dies kann zu Anfallsrezidiven mit entsprechenden Folgen führen.

                    Nicht-medikamentöse Therapien: Operationen und neurostimulative Verfahren

                    Wenn durch die Einnahme von Antiepileptika über einen Zeitraum von einem Jahr die Anfälle nicht verhindert werden konnten, kommen andere Möglichkeiten in Frage:

                    • Eine Operation (Epilepsiechirurgie) ist dann eine Option, wenn man bei einem fokalen Anfall feststellen kann, welcher Gehirnbereich die Anfälle auslöst. In einigen Fällen lässt sich dieser entfernen.

                    • Neurostimulationsverfahren: Bei einer sogenannter Vagusnerv-Stimulation wird im Brustbereich ein Schrittmacher unter der Haut eingesetzt. Dieser ist über Kontakte am Halsbereich mit dem Vagusnerv verbunden und hemmt mit Hilfe von elektrischen Impulsen die Überaktivität der Nervenzellen. Ein weitere Option ist die Tiefe Hirnstimulation des Thalamus.

                    Ergänzende Methoden

                    Ketogene Ernährungstherapien sind fettreiche, kohlenhydratarme Diäten. Sie werden vor allem bei Kindern und Jugendlichen eingesetzt und führen zu einer Reduktion der Anfallshäufigkeit.

                    Entspannungsverfahren, Yoga, Biofeedback, Musiktherapie, Anthroposophische Medizin. Stress wird häufig als Anfallsauslöser genannt, deswegen werden diese Methoden als ergänzende Therapiemöglichkeit erwogen.

                    Eine neuropsychologische Psychotherapie wird eingesetzt bei Menschen mit Epilepsie mit kognitiven Einschränkungen, die z. B. das Gedächtnis, Aufmerksamkeit oder Sprache betreffen.

                    🚨 ERSTE HILFE

                    Behandlung eines epileptologischen Notfalls

                    Bei einem ersten epileptischen Anfall sollte man eine Notaufnahme aufsuchen.

                    Auch bei einer Anfallsserie – d. h. wenn innerhalb von 24 Stunden mindestens 3 Anfälle auftreten – oder einem Status epilepticus – d. h. wenn ein epileptischer Anfall länger als 5 Minuten dauert – handelt es sich um einen Notfall.

                    Als anfallssuppressives Notfallmedikament kann ein Arzneimittel aus der Wirkstoffklasse der Benzodiazepine verabreicht werden, z. B. Lorazepam, Midazolam, Diazepam.

                    Erste Hilfe bei epileptischen Anfällen

                    👪 Was Angehörige und Beobachter tun sollten, wenn jemand einen epileptischen Anfall hat?

                    Am wichtigsten bei einem epileptischen Anfall ist es, dass Helfer die Ruhe bewahren und die Patienten vor Verletzungen schützen. Ein einzelner epileptischer Anfall stellt kein Notfall dar, er schädigt nicht das Gehirn und hört von selbst auf.

                    🚑 Wenn der Anfall länger als 5 Minuten dauert oder wenn mehrere Anfälle kurz hintereinander auftreten, dann soll der Rettungsdienst unter 112 gerufen werden.

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                    Mehr über die Autorin Cristina Offermans

                    Diesen Artikel verfasste unsere Apothekerin Cristina Offermans.

                    Cristina Offermans ist Apothekerin und arbeitet als Senior Pharmacist bei DocMorris. Sie ist spezialisiert auf die Durchführung pharmazeutischer Dienstleistungen und setzt sich für eine moderne, patientenorientierte Arzneimittelversorgung ein. Mit ihrer Erfahrung stärkt sie die Beratungskompetenz im Apothekenteam und trägt zur Weiterentwicklung innovativer Services bei.

                    Stand: 12.02.2026

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                      Symptome einer Herzschwäche und die anschließende Diagnose und Behandlung einfach erklärt.

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                    • Arzt hält ein rotes Herz in seinen Händen

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                      Herzkatheter

                      Erfahren Sie mehr über die Herzkatheteruntersuchung.

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                    • Junger Arzt behandelt älteren Mann im Behandlungsraum

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                      Herzrhythmusstörung

                      Erfahren Sie hier alles über Herzrhythmusstörungen: Symptome, Ursachen und aktuelle Behandlungsmöglichkeiten.

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                    • Älterer Mann hält sich mit beiden Händen ans Herz

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                      Koronare Herzkrankheit

                      Die koronare Herzkrankheit (KHK) entsteht durch eine Verengung der Herzkranzgefäße. Eine frühe Diagnose ist wichtig!

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                    • Junge Frau hält ein Herzschrittmacher in den Händen und formt ein Herz

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                      Herzschrittmacher

                      Wann der Herzschrittmacher zum Einsatz kommt und wie das ganze funktioniert, erfahren Sie in diesem Artikel.

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                    • Älterer Mann hält sich ans Herz und leidet Schmerzen

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                      Herzinfarkt

                      Ein Herzinfarkt ist ein lebensbedrohliches Ereignis. Wir informieren Sie über Diagnosen Behandlung und Prävention.

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                    • Junge Frau mit Herzmuskelentzündung Schmerzen

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                      Herzmuskelentzündung

                      Nach einem Infekt kann Sport eine Herzmuskelentzündung auslösen – bei Beschwerden ist es besser sich ärztlich abklären zu lassen.

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                    • Herzgesundheit - Arzt mit einem Arteriosklerosemodell

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                      Arteriosklerose

                      Informieren Sie sich über Arteriosklerose und Atherosklerose. Ursachen und Therapien im Überblick.

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                    Häufig gestellte Fragen zu Epilepsie

                    Eine schwere Form der Epilepsie ist das Lennox-Gastaut-Syndrom, die verschiedene Arten von Anfällen verursacht.

                    Das Dravet-Syndrom ist eine schwere myoklonische Epilepsie im Kindesalter.

                    Status epilepticus ist eine kontinuierliche Anfallsaktivität und stellt einen Notfall dar.

                    Eine sogenannte Aura kann einem epileptischen Anfall vorausgehen. Eine Aura beschreibt, wie sich die Pateinten fühlen, wenn ein Anfall beginnt. Folgendes kann z. B. auftreten: unangenehme Empfindungen wie Kribbeln, Taubheitsgefühl, Brennen (Parästhesien), ein aufsteigendes Gefühl aus der Magengegend, ungewöhnliche Gerüche, Angstgefühl, Déjà-vu- oder Jamais-vu-Erlebnis.

                    Es gibt kein Arzneimittel, das alle Anfallstypen kontrolliert. Es gibt verschiedene Wirkstoffe, die bei den verschiedenen Anfallsarten eingesetzt werden.

                    Störungen des Gehirns wie z. B. Fehlbildungen, Schlaganfälle oder Tumoren können eine symptomatische Epilepsie verursachen. Auch eine vorübergehende Störung kein einen Anfall verursachen, wie z. B. eine Stoffwechselstörung, Infektionen des Zentralnervensystems, Herz-Kreislauf-Störungen, Drogenkonsum oder -entzug oder Fieber bei Kindern.

                    Bei einigen Menschen mit Epilepsie kann ein Mangel an Vitamin D festgestellt werden. Besonders relevant wird dieser Zusammenhang bei der langfristigen Einnahme von bestimmten Antiepileptika (z. B. Phenytoin, Carbamazepin oder Phenobarbital), da diese Medikamente den Vitamin-D-Stoffwechsel beeinflussen und so die Aufnahme hemmen können. Ein chronischer Vitamin-D-Mangel kann das Risiko für Knochenerkrankungen wie Osteoporose erhöhen – ein bekanntes Risiko bei einigen Epilepsiepatientinnen unter medikamentöser Langzeittherapie. Zusätzlich können auch die Spiegel von Folsäure (Vitamin B 9) und Vitamin B 12 durch die Einnahme von einigen Medikamenten gegen Epilepsie beeinflusst werden. Langfristig kann dies neurologische oder hämatologische Komplikationen verursachen.

                    Wichtig: Nahrungsergänzungsmittel sollten nicht ohne Rücksprache mit dem behandelnden Arzt eingenommen werden, da manche Vitamine in hohen Dosen sogar das Auftreten von epileptischen Anfällen begünstigen können.

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                    Quellen und weiterführende Informationen:

                    Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften (AWMF) e. V. https://www.awmf.org/

                    Stiftung für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen https://www.gesundheitsinformation.de

                    Deutsche Hirnstiftung e. V. https://hirnstiftung.org

                    Bundesministerium für Gesundheit https://gesund.bund.de/

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