Wirkung und Folgen

Antibiotika und Alkohol

Manche Menschen gehen zu sorglos mit Alkohol um und verzichten auch bei Erkrankungen nicht darauf. Das kann zu Problemen führen, zum Beispiel bei der Einnahme von Antibiotika. Wir erklären, wie Antibiotika und Alkohol auf den Körper wirken und was bei gleichzeitigem Gebrauch passieren kann.

Ein Alkoholisches Getränk mit Antibiotika auf einem Tisch

Das Wichtigste in Kürze

  • Antibiotika helfen nur bei Infektionen, die durch Bakterien verursacht werden, nicht bei Viren wie zum Beispiel einer Erkältung oder Grippe.
  • Die gleichzeitige Einnahme mit Alkohol kann die Wirkung bestimmter Antibiotika beeinträchtigen und die Wahrscheinlichkeit von Nebenwirkungen wie Übelkeit, Schwindel oder Durchfall erhöhen.
  • Während der Einnahme von Antibiotika sollte grundsätzlich kein Alkohol getrunken werden.
  • Bei Unsicherheiten oder Rückfragen zu Wechselwirkungen ist es ratsam, einen Arzt zu kontaktieren.

Was sind Antibiotika?

Antibiotika sind Medikamente, die gezielt gegen Bakterien wirken. Sie greifen lebenswichtige Prozesse in Bakterienzellen an, zum Beispiel den Aufbau der Zellwand, die Eiweißproduktion (Proteinsynthese) oder die Vermehrung der Erbsubstanz (DNA-Replikation). Dadurch können sich die Bakterien nicht mehr vermehren oder sterben ab. Wichtig is: Gegen virale Infektionen wie Erkältungen oder Grippe sowie gegen Pilzinfektionen sind Antibiotika wirkungslos, da diese Erreger ganz andere Strukturen und Vermehrungsmechanismen besitzen.

In diesen Bereichen lassen sich Antibiotika gegen Erkrankungen einsetzen:

  • Atemwege: Lungenentzündung, Mandelentzündung durch Streptokokken, Keuchhusten
  • Hals, Nase, Ohren: Mittelohrentzündung, Scharlach
  • Harnwege: Blasenentzündung, Nierenbeckenentzündung
  • Haut & Weichteile: Abszesse mit systemischer Beteiligung (es treten Symptome wie Fieber auf, die Entzündung betrifft weitere Bereiche des Körpers), eiternde Wunden bei bakterieller Infektion
  • Magen-Darm-Trakt: Gezielte Therapie zur Beseitigung des Magenbakteriums Helicobacter pylori (sog. Eradikationstherapie)
  • Geschlechtskrankheiten: Syphilis, Gonorrhö/Tripper, Chlamydien-Infektionen
  • Schwere Infektionen: Blutvergiftung (Sepsis), bakterielle Hirnhautentzündung (Meningitis), Entzündung der Herzklappen durch Bakterien (Endokarditis)

Bei der Einnahme von Antibiotika kommen häufig Nebenwirkungen wie Übelkeit, Durchfall, Magen-Darm-Beschwerden oder Müdigkeit vor. Außerdem können Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten oder Alkohol auftreten. Bei Unsicherheiten oder auftretenden Beschwerden sollte daher immer ein Arzt kontaktiert werden.

Die Einnahme von Antibiotika

Die richtige Einnahme von Antibiotika ist entscheidend für ihre Wirksamkeit und hilft, sogenannte Resistenzen zu verhindern. Das bedeutet, dass Bakterien unempfindlich gegenüber einem Medikament werden und es nicht mehr wirkt. Solche Resistenzen entstehen oft, wenn die Behandlung zu früh abgebrochen oder nicht genau nach ärztlicher Anweisung durchgeführt wird. Deshalb ist es wichtig, Antibiotika immer in der richtigen Dosis und über die gesamte Behandlungsdauer einzunehmen.

Darüber hinaus sollte die Therapie regelmäßig zu den vorgegebenen Zeiten erfolgen. Entscheidend für die Wirkung ist auch die Einnahme von weiteren Medikamenten oder ob eine Kombination von Antibiotika und Alkohol erfolgt.

Wie wirkt Alkohol auf den Körper?

Alkohol beeinflusst den menschlichen Körper auf vielfältige Weise, sowohl kurzfristig als auch langfristig. Bereits geringe Mengen wirken sich auf verschiedene Organe und Körpersysteme aus. Ein regelmäßiger oder übermäßiger Konsum kann die Gesundheit erheblich beeinträchtigen und langfristige Schäden verursachen.

Auf die folgenden Bereiche kann sich Alkohol auswirken:

  • Reaktionsfähigkeit, Urteilsvermögen und Koordination: Alkohol kann diese Fähigkeiten deutlich einschränken, wodurch das Risiko für Unfälle und Fehlentscheidungen steigt.
  • Verdauung und Nährstoffaufnahme: Der Konsum von alkoholischen Getränken kann die Verdauung reizen, den Flüssigkeitshaushalt stören und die Aufnahme wichtiger Nährstoffe vermindern.
  • Zentrales Nervensystem: Alkohol wirkt beruhigend und dämpfend, was möglicherweise zu Müdigkeit und Konzentrationsschwierigkeiten führt.
  • Immunsystem: Durch eine Schwächung des Immunsystems steigt die Anfälligkeit für Infektionen und die Fähigkeit zur Regeneration wird vermindert.
  • Langfristige Folgeschäden: Regelmäßiger Konsum kann Lebererkrankungen, Herz-Kreislauf-Probleme, Nervenschäden und eine Beeinträchtigung des Gedächtnisses verursachen.

Darüber hinaus kann Alkohol in Kombination mit Medikamenten wie Antibiotika erhebliche Wechselwirkungen auslösen.

Wann darf ich nach der Einnahme von Antibiotika wieder Alkohol trinken?

In der Regel ist Alkoholkonsum wieder möglich, wenn die Antibiotika vollständig abgebaut sind. Das bedeutet, meist 24 bis 72 Stunden nach der letzten Dosis, abhängig vom Wirkstoff und dem individuellen Stoffwechsel. Bei bestimmten Antibiotika wie Metronidazol sollte auf Alkohol mindestens 48 Stunden nach Therapieende verzichtet werden. Grundsätzlich ist dabei immer die Rücksprache mit einem Arzt zu empfehlen. Außerdem gilt: Je länger Sie Ihrem Körper Zeit geben, sich nach der Erkrankung zu erholen und keinen Alkohol trinken, desto besser ist das für Ihre Gesundheit.

Sind Antibiotika zusammen mit Alkohol erlaubt?

Grundsätzlich wird empfohlen, während einer Einnahme von Antibiotika keinen Alkohol zu trinken. Alkohol kann die Wirkung bestimmter Antibiotika beeinflussen und in Einzelfällen sogar abschwächen (z. B. bei Doxycyclin). Auch wenn nicht jedes Antibiotikum gleich stark reagiert, besteht immer das Risiko, dass die Behandlung weniger effektiv ist oder sich die Genesung verzögert.

Darüber hinaus bedeutet der gleichzeitige Konsum von Antibiotika und Alkohol eine zusätzliche Belastung für den Körper. Vor allem die Leber, die beide Substanzen abbaut, wird stärker beansprucht. Bei manchen Wirkstoffen kann es zudem zu gefährlichen Wechselwirkungen kommen (z. B. Antabus-Effekt bei Metronidazol).

Um die Wirksamkeit der Therapie sicherzustellen und Komplikationen zu vermeiden, sollte während der gesamten Behandlung auf Alkohol verzichtet werden. Nach Abschluss der Therapie ist in der Regel wieder maßvoller Alkoholkonsum möglich, sofern keine weiteren gesundheitlichen Einschränkungen bestehen.

Welcher Alkohol ist in Kombination mit Antibiotika besonders schädlich?

Es gibt keine Art von Alkohol, die für den Körper mehr oder weniger schädlich ist. Die Schädlichkeit hängt dabei von der Menge an Ethanol ab, die aufgenommen wird. Besonders Spirituosen wie Wodka, Rum und Gin enthalten deutlich mehr Ethanol pro Portion, was die Organe stärker beansprucht. Unabhängig von der Art des Alkohols wirkt allerdings jede Form zusätzlich belastend, da sie die Wirksamkeit der Antibiotika beeinträchtigen und Nebenwirkungen verstärken kann. Deshalb sollten Antibiotika in der Kombination mit Alkohol vermieden werden.