Gliederschmerzen: Ursachen und Warnsignale
Ein Ziehen in den Beinen oder ein allgemeines Gefühl von Schwere – Gliederschmerzen gehören zu den häufigsten Beschwerden, die viele Menschen im Alltag erleben. Oft treten sie plötzlich auf, manchmal schleichen sie sich über Tage ein. Aber woher kommen diese Schmerzen? Und wie lassen sie sich behandeln? Der folgende Artikel erklärt, was Gliederschmerzen bedeuten, welche Maßnahmen zur Linderung beitragen können und wann ärztlicher Rat sinnvoll ist.


Das Wichtigste in Kürze
- Gliederschmerzen sind weit verbreitet und treten häufig bei Erkältungen oder Grippe auf.
- Die Ursachen reichen von Überlastung und Verletzungen bis hin zu Infektionen und chronischen Erkrankungen.
- Zur Linderung helfen je nach Ursache Ruhe und sanfte Bewegung, in vielen Fällen ist ärztlicher Rat sinnvoll.
- Ein Arzt sollte aufgesucht werden, wenn die Schmerzen länger als drei Tage andauern, sich verschlimmern oder mit weiteren Beschwerden auftreten.
Was sind Gliederschmerzen?
Gliederschmerzen bezeichnen Beschwerden, die hauptsächlich in den Armen und Beinen auftreten. Betroffene empfinden sie oft als drückend, reißend oder ziehend. Die Schmerzen können plötzlich einsetzen oder sich schleichend entwickeln. In manchen Fällen betreffen sie nur bestimmte Körperregionen, zum Beispiel die Oberschenkel oder Unterarme. In anderen Situationen erfassen sie mehrere Gliedmaßen gleichzeitig.
Dabei treten die Schmerzen teilweise nur unter Belastung auf oder lassen nach ein wenig Bewegung auch nach. Medizinisch zählen Gliederschmerzen zu den unspezifischen Symptomen. Das bedeutet: Sie lassen sich oft nicht eindeutig einer einzelnen Ursache zuordnen. Daher können sie mit verschiedenen Erkrankungen in Zusammenhang stehen, aber auch zum Beispiel als Gliederschmerzen ohne Erkältung oder Gliederschmerzen ohne Fieber (Spezialartikel: Gliederschmerzen ohne Fieber) vorkommen.
Welche Ursachen haben Gliederschmerzen?
Gliederschmerzen entstehen aus unterschiedlichen Gründen. Oftmals treten sie als Begleiterscheinung anderer Erkrankungen auf, können aber auch eigenständig oder chronisch vorkommen. Die häufigsten Ursachen lassen sich in folgende Gruppen einteilen:
- Mentale Ursachen: Mentale Belastungen wie Stress, Angst oder Depressionen können körperliche Beschwerden hervorrufen. In solchen Fällen bestehen meist keine organischen Ursachen, die Schmerzen sind dennoch real und belastend.
- Überlastung: Intensive körperliche Belastung, insbesondere bei ungewohnter Aktivität oder Sport, kann zu Muskelkater (Spezialartikel: Muskelkater: Was wirklich gegen die Schmerzen hilft) führen. Dieser äußert sich oft als schmerzhafte Empfindung in Armen und Beinen.
- Körperliche Fehlstellungen: Auch Fehlhaltungen, Haltungsfehler oder wiederholte Fehlbelastungen können langfristig Schmerzen in den Gliedmaßen verursachen.
- Nebenwirkung von Medikamenten: Einige Medikamente, zum Beispiel bestimmte Cholesterinsenker oder Chemotherapeutika, können Muskel- oder Gliederschmerzen als Nebenwirkung auslösen. Hier hilft ein ärztlicher Blick auf die Dosierung.
- Verletzungen und Traumata: Prellungen, Zerrungen oder Knochenbrüche betreffen meist bestimmte Körperabschnitte, können aber als ausstrahlende Gliederschmerzen wahrgenommen werden. Auch Nervenreizungen oder -verletzungen führen gelegentlich zu Schmerzen in den Gliedmaßen.
- Entzündliche Erkrankungen: Rheumatische Erkrankungen (Spezialartikel: Rheuma: Symptome, Ursachen und Behandlung) wie Rheumatoide Arthritis verursachen chronische Entzündungen in Gelenken, Muskeln und im Bindegewebe. Die Prozesse können anhaltende Gliederschmerzen auslösen. Ebenso kann eine Gichterkrankung zu schmerzhaften Entzündungen in den Gelenken führen.
- Chronische Erkrankungen und Stoffwechselstörungen: Krankheiten wie Diabetes mellitus (Spezialartikel: Diabetes: Ursachen, Symptome und Behandlung) oder Schilddrüsenerkrankungen (Spezialartikel: Schilddrüsenerkrankungen: Ein Überblick) können langanhaltende Gliederschmerzen verursachen. Zu den möglichen Folgeerkrankungen von Diabetes gehört auch die sogenannte Polyneuropathie, eine Nervenschädigung, die Schmerzen oder Missempfindungen in Armen und Beinen auslösen kann.
- Durchblutungsstörungen: Eine gestörte Durchblutung, zum Beispiel durch ein Blutgerinnsel, kann die Sauerstoffversorgung in Armen oder Beinen einschränken und Schmerzen hervorrufen.
- Herz-Kreislauf-Erkrankungen: In seltenen Fällen können Schmerzen in Arm oder der Schulter Anzeichen eines Herzinfarkts sein. Diese treten allerdings meist gemeinsam mit weiteren Symptomen auf, zum Beispiel Brustschmerzen, Engegefühl, Atemnot, Schwindel oder Übelkeit.
Neben diesen möglichen Ursachen kommen Gliederschmerzen besonders häufig in Verbindung mit einer Erkältung oder Grippe vor. Welche Ursache konkret vorliegt, kann nur ein Arzt sicher feststellen.
Gliederschmerzen bei Erkältung und Grippe
Die wohl bekannteste Ursache für Gliederschmerzen sind virale Infekte wie eine Erkältung oder eine echte Grippe (Influenza). Die Schmerzen entstehen durch Botenstoffe des Immunsystems, sogenannte Prostaglandine. Sie werden freigesetzt, um die Entzündungsreaktion im Körper zu steuern und Krankheitserreger zu bekämpfen. Gleichzeitig erhöhen sie die Empfindlichkeit der Schmerzrezeptoren in den Muskeln und Gelenken, was zu den typischen Gliederschmerzen führt.
Welcher Mangel kann Gliederschmerzen verursachen?
Ein Nährstoffmangel kann in der Regel keine Gliederschmerzen auslösen, aber die Schmerzen verstärken. Zu den häufigsten Nährstoffen in diesem Zusammenhang zählen:
- Vitamin D
- Magnesium
- Vitamin B12
- Eisen
- Kalium und Calcium
Wichtig ist, dass nur eine Blutuntersuchung beim Arzt einen Mangel sicher feststellen kann. Vor der Einnahme von Nahrungsergänzungsmitteln und Vitaminpräparaten sollte immer eine Rücksprache mit einem Arzt erfolgen.












