Aphthen - schmerzhafte Mundgeschwüre
Sie sind klein, milchig-weiß und treten oft plötzlich im Mundraum auf: Aphthen. Wer schon einmal unter den hartnäckigen Bläschen gelitten hat, weiß, wie unangenehm sie im Alltag werden können. Sie entwickeln sich zum Beispiel an den Innenseiten der Wangen und Lippen oder auf der Unterseite der Zunge. Aphthen machen sich in den meisten Fällen durch einen brennenden Schmerz bemerkbar und können je nach Person sogar immer wieder aufs Neue entstehen.
Jedoch sind sie nicht ansteckend und heilen in der Regel von selbst ab.


Das Wichtigste in Kürze
- Aphthen sind schmerzhafte, milchig-weiße Geschwüre mit rötlichem Rand. Sie treten meist im Mundraum auf, seltener im Genitalbereich.
- Obwohl sie harmlos sind, werden sie meist von einem brennenden Schmerz begleitet, der das Wohlbefinden maßgeblich beeinträchtigen kann.
- Auslöser für die Entstehung können unter anderem ein geschwächtes Immunsystem, Stress, Vitaminmangel oder auch mechanische Reize wie zum Beispiel Zahnspangen sein.
- Aphthen heilen in der Regel von selbst, lassen sich jedoch unterstützend behandeln, beispielsweise durch einfache Hausmittel.
Was ist die Ursache für Aphten im Mund?
Aphthen im Mund treten schätzungsweise bei zwei bis zehn Prozent der Bevölkerung auf. Dabei sind Frauen oft häufiger betroffen als Männer. Vor allem bei Kindern und Jugendlichen zwischen zehn und 19 Jahren sind Aphthen im Mund weit verbreitet. Die Mundgeschwüre sind zwar nicht ansteckend, in vielen Fällen jedoch wiederkehrend.
Die genauen Ursachen sind bislang nicht abschließend geklärt, doch es gibt mehrere bekannte Risikofaktoren:
- Mechanische Reize, zum Beispiel verursacht durch Zahnspangen, harte Zahnbürsten oder Bissverletzungen
- Ein geschwächtes Immunsystem durch Infekte oder chronische Erkrankungen
- Hormonelle Schwankungen, etwa im Rahmen einer Schwangerschaft
- Nahrungsmittelunverträglichkeiten oder allergische Reaktionen auf bestimmte Inhaltsstoffe
- Vitamin- und Mineralmangel wie Zink, Vitamin B12, Eisen oder Folsäure
- Emotionaler Stress und Schlafmangel
- Erbliche Veranlagung
Welche Formen von Aphthen gibt es?
Es wird zwischen drei Hauptformen von Aphthen unterschieden:
Die Aphthen-Formen im Detail
Minor-Aphthen
Minor-Aphthen sind meist zwei bis fünf Millimeter groß (<10 mm Durchmesser) und treten bei rund 85 Prozent der Fälle einzeln oder auch als Cluster auf. Sie heilen im Regelfall nach sieben bis zehn Tagen narbenfrei und von alleine ab.
Major-Aphthen
Mit einem Durchmesser von zehn bis 30 Millimetern sind Major-Aphthen deutlich hartnäckiger und schmerzhafter als der Minor-Typus. Sie liegen meist tiefer im Mund und sind zwei bis vier Wochen lang präsent. Bei der Abheilung kommt es öfter zur Narbenbildung.
Herpetiforme Aphthen
Eine selten, meist nur einmal auftretende Form sind herpetiforme Aphthen. Es handelt sich dabei um oft nur stecknadelgroße (1-2 mm) Geschwüre, die gleichzeitig auftreten und sich zu einer größeren Fläche verbinden können. Auch sie können Narben hinterlassen.
Wie werden Aphthen diagnostiziert?
In der Regel ist ein ärztlicher Blick zur Diagnose ausreichend. Bei auffälligem Verlauf, sehr großen oder oft wiederkehrenden Aphthen sollte jedoch genauer hingesehen werden: Handelt es sich womöglich um andere Krankheiten wie Herpes oder Morbus Behçet? Besteht ein Vitaminmangel?
Grundsätzlich ist wichtig: Nicht alle Veränderungen der Mundschleimhaut sind Aphthen. Es gibt Erkrankungen, die zwar ähnliche Symptome aufweisen, jedoch andere Behandlungsstrategien erfordern. Auch die persönliche Krankengeschichte der betroffenen Person spielt eine wichtige Rolle beim diagnostischen Prozess.
Wie bekommt man Aphten im Mund schnell weg?
Auch, wenn sie sehr unangenehm sein können, sind Aphthen erst einmal kein Grund zur Sorge – viel eher ein Geduldstest. Meist verschwinden die Mundgeschwüre innerhalb eines Zeitraums von ein bis zwei Wochen von alleine. Es kann jedoch vorkommen, dass sich die angegriffenen Stellen im Mund mit Bakterien infizieren. Dies ist seltener der Fall, sollte aber erwähnt werden. Bei einer sogenannten sekundären bakteriellen Infektion können dann Schmerzmittel oder antibiotische Spülungen eingesetzt werden. Oftmals wird auch die Einnahme von Antibiotika in Tablettenform angeordnet.













