Kehlkopfentzündung (Laryngitis)
Eine Kehlkopfentzündung (Laryngitis) ist eine Entzündung der Kehlkopfschleimhaut, die meist mit Heiserkeit oder gar Stimmverlust einhergeht.


Eine Kehlkopfentzündung (Laryngitis) ist eine Entzündung der Kehlkopfschleimhaut.
Akute Laryngitis: Tritt meist infolge einer Virusinfektion bzw. Erkältung auf und heilt meistens von selbst innerhalb von einigen Tagen folgenlos aus. Typische Beschwerden sind Halsschmerzen, Husten, Heiserkeit und manchmal auch der Verlust der Stimme. Vor allem bei Babys und Kleinkindern kann aus einer akuten Kehlkopfentzündung ein sogenannter Pseudokrupp entstehen. Dieser ist gekennzeichnet durch gefährliche Hustenanfälle mit bellendem Husten und pfeifenden Atemgeräuschen. Außerdem kann sich bei Kindern in Folge einer Laryngitis auch die Luftröhre entzünden. Diese kann starke Luftnot, Atempfeifen und Erstickungsanfälle verursachen. Der Notarzt sollte umgehend verständigt werden. Auch Bakterien können eine akute Kehlkopfentzündung auslösen, wie z. B. einen echten Krupp (Diphterie) oder die akute Kehlkopfdeckelentzündung (Epiglottitis).
Chronische Laryngitis: wird verursacht durch eine dauerhafte Belastung des Kehlkopfes und der Stimmbänder durch z. B. Umwelteinflüsse, Nikotin- oder Alkoholkonsum. Auch eine nicht geheilte akute Kehlkopfentzündung kann eine chronische Laryngitis verursachen.
Das Leitsymptom ist die Heiserkeit. Die Stimme klingt rau oder fällt völlig aus. Weitere Anzeichen sind z.B.:
Die Beschwerden verstärken sich, wenn man die Stimme nutzt.
Die Schleimhäute des Kehlkopfs reagieren empfindlich auf verschiedene Reize:
Halten die Beschwerden über einen längeren Zeitraum, bessern sie sich nicht oder werden schlimmer, sollte ein Arzt aufgesucht werden.
Anamnesegespräch: Der Arzt fragt währenddessen nach Symptomen wie z. B. Halsschmerzen, Husten oder Heiserkeit, Stimmverlust, Vorerkrankungen und Rauchgewohnheiten.
Kehlkopfschau (Laryngoskopie): Mit einem sogenannten Laryngoskop und einem kleinen Spiegel oder einem Endoskop (einem dünnen Schlauch mit Kamera) betrachtet der Arzt den Kehlkopf und die Stimmbänder. Er achtet dabei auf Rötungen und Schwellungen der Kehlkopfschleimhaut und der Stimmbänder. Die Stimmbänder können bei einer akuten Kehlkopfentzündung mit zähem Schleim und weißlichen oder eitrigen Belägen überzogen sein.
Der Arzt kann auch einen Abstrich machen, um den genauen Erreger festzustellen. Diese Untersuchung dient außerdem dazu, andere Erkrankungen wie z. B. Tuberkulose oder einen Tumor, auszuschließen. Wenn der Befund nicht eindeutig ist, wird eine Gewebeprobe der Kehlkopfschleimhaut (Biopsie) entnommen und im Labor auf Zellveränderungen untersucht.
Die wichtigste Therapie ist die Schonung der Stimme (Stimmruhe), ergänzt durch Inhalationen, um die Schleimhäute zu pflegen. Bei Bedarf können auch Arzneimittel eingesetzt werden. Wenn die Beschwerden sich schnell verschlechtern, Fieber oder Atembeschwerden auftreten, sollte man einen Arzt aufsuchen.
Wenn die Beschwerden über einen längeren Zeitraum anhalten, sich verschlimmern, hohes Fieber oder Atembeschwerden auftreten, ist ärztlicher Rat zwingend erforderlich. Bei schwerer Atemnot oder Erstickungsanfällen (insbesondere bei Kindern) rufen Sie sofort den Notarzt.
In der Regel verläuft eine akute Kehlkopfentzündung harmlos und heilt von selbst folgenlos aus innerhalb weniger Tage bis 2 Wochen. Wenn sie über mehrere Wochen anhält, spricht man von einer chronischen Laryngitis. Mit einer entsprechenden Therapie kann diese ebenfalls folgenlos abheilen. Wenn die chronische Kehlkopfentzündung über einen längeren Zeitraum besteht, kann die Kehlkopfschleimhaut sich dauerhaft verändern, Schleimhautwucherungen (Polypen) entstehen oder das Risiko für Kehlkopfkrebs steigen.
Eine spezifische Maßnahme zur Vorbeugung einer Kehlkopfentzündung gibt es nicht. Da akute Kehlkopfentzündungen häufig im Zusammenhang mit Erkältungskrankheiten auftreten, spielt die Vermeidung einer Ansteckung eine wichtige Rolle. Eine sorgfältige Hygiene ist dabei besonders wichtig.
Darüber hinaus unterstützen regelmäßige körperliche Aktivität sowie eine ausgewogene und gesunde Ernährung das Immunsystem und stärken die körpereigene Abwehr gegen Krankheitserreger.
Um einer chronischen Kehlkopfentzündung vorzubeugen, sollten bekannte Risikofaktoren wie Rauchen, Alkoholkonsum, trockene Raumluft oder der Kontakt mit reizenden Dämpfen möglichst vermieden werden. Personen, die ihre Stimme beruflich stark beanspruchen, können durch eine geeignete Stimmtechnik den Kehlkopf entlasten. Unterstützung bietet die logopädische Therapie.
Eine Kehlkopfentzündung (Laryngitis) ist eine akute oder chronische Entzündung der Kehlkopfschleimhaut, die z. B. durch Erkältungsviren oder eine Überlastung der Stimme ausgelöst wird. Typische Symptome sind Heiserkeit und Halsschmerzen. In den meisten Fällen heilt die Entzündung bei konsequenter Stimmruhe und Verzicht auf Reizstoffe innerhalb weniger Tage von selbst aus. Flüstern sollte unbedingt vermieden werden. Bei Kindern ist jedoch Vorsicht geboten, da Schwellungen zu lebensgefährlicher Atemnot führen können.

Dieser Artikel dient der allgemeinen Information und ist kein Ersatz für eine ärztliche Diagnose und Therapieempfehlung. Konkrete Gesundheitsfragen erfordern immer eine individuelle Beratung durch Fachpersonal. Bei Fragen zu Medikamenten wenden Sie sich gern an unser Apothekerteam.

Diesen Artikel verfasste unsere Apothekerin Cristina Offermans.
Cristina Offermans ist Apothekerin und arbeitet als Senior Pharmacist bei DocMorris. Sie ist spezialisiert auf die Durchführung pharmazeutischer Dienstleistungen und setzt sich für eine moderne, patientenorientierte Arzneimittelversorgung ein. Mit ihrer Erfahrung stärkt sie die Beratungskompetenz im Apothekenteam und trägt zur Weiterentwicklung innovativer Services bei.
Stand April 2026