Ursachen, Symptome, Diagnose und Behandlung

Endometriose verstehen

Endometriose ist eine häufige Erkrankung, bei der gebärmutterschleimhautähnliches Gewebe außerhalb der Gebärmutter wächst.

Die Herde reagieren auf den Menstruationszyklus, können den Körper jedoch nicht verlassen, was zu Zysten, Schmerzen, Entzündungen und Verwachsungen führt. Unbehandelt kann die Krankheit bis zu den Wechseljahren anhalten.

Frau die die mit schmerzen auf dem sofa liegt, wegen ihrer Endometriose

Was ist die Endometriose? Definition und allgemeine Informationen

Die Endometriose ist eine der häufigsten gynäkologischen Erkrankungen. Mädchen und Frauen, die davon betroffen sind, haben gutartige, meist schmerzhafte Wucherungen aus einem der Gebärmutterschleimhaut ähnlichem (endometriumartigen) Gewebe, das außerhalb der Gebärmutterhöhle wächst.

Häufig befinden sich diese Wucherungen (Endometrium-Herde) im unteren Bauch- bzw. Beckenraum, an den Eierstöcken, in den Eileitern und in der Gebärmutter und am bzw. im Darm. Theoretisch kann das Endometrium-artige Gewebe überall im Körper wachsen, auch an Stellen außerhalb des Bauchraumes, z.B. in der Lunge.

Genauso wie die Gebärmutterschleimhaut wachsen auch die Endometrium-Herde außerhalb der Gebärmutter während des Monatszyklus. Unter Einfluss von bestimmten Hormonen kann sie sich mit dem Menstruationszyklus regelmäßig auf- und wieder abbauen und bluten. Das mit der Blutung abgestoßene Gewebe kann den Körper allerdings nicht verlassen. Es sammelt sich daher im Körper, z. B. an den Eierstöcken, wo sich Zysten bilden. Diese werden auch „Schokoladenzysten“ genannt.

Es kommt zu krampfartigen Schmerzen und chronischen Bauch- und Rückenschmerzen. Außerdem führen sie zu chronischen Entzündungen, Vernarbungen und Verwachsungen der betroffenen Gewebe.

Wird die Erkrankung nicht erkannt und bleibt diese deswegen unbehandelt, kann sie sich bis zum Anfang der Wechseljahre fortsetzen.

Wie oft kommt Endometriose vor und wer kann betroffen sein?

Ungefähr 7-15 % aller Frauen im geschlechtsreifen Alter sind von Endometriose betroffen.

Die Anzeichen (Symptome) können bereits in der Pubertät mit der ersten Regelblutung auftreten und bleiben bin zu den Wechseljahren oder sogar darüber hinaus bestehen. Frauen im Alter von 35 bis 45 Jahren haben die höchste Wahrscheinlichkeit an Endometriose zu erkranken.

Da viele Patientinnen beschwerdefrei sind, wird die Endometriose nur zufällig oder gar nicht entdeckt. Daher ist es nicht einfach, um die Zahl der erkrankten Personen zu schätzen.

Welche Ursachen kann Endometriose haben?

Die genauen Ursachen für Endometriose sind noch nicht geklärt. Es gibt verschiedene Theorien, die aber noch nicht endgültig bestätigt worden sind. Deswegen gibt es auch keine Therapie, die Endometriose ursächlich heilen kann.

Auch die Vorgänge, die zu der Entstehung und Aufrechterhaltung der Endometrium-Herde führen können, sind noch nicht abschließend belegt.

Beispiele sind:

  • die sogenannte angeborene Endometriose. Während der Entwicklung der Geschlechtsorgane nisten sich „versprengte Endometrium-Zellen“ an anderen Orten im Körper ein.
  • Üblicherweise werden während der Monatsblutung (Menstruation) die Endometrium-Zellen in die Scheide abgestoßen. Diese können aber auch durch die Eileiter in das kleine Becken geraten und dort anwachsen.
  • Über die Lymph- und Blutbahn können Endometrium-Zellen sogar viel weiter in andere Organe gelangen, wie z.B. in die Lunge.

Symptome von Endometriose

Was spürt man, wenn man Endometriose hat? Was sind die Anzeichen und Beschwerden der Endometriose? Durch die unterschiedlichen Orte, an denen die Endometrium-Herde sich befinden können, gibt es auch unterschiedliche Anzeichen (Symptome) und Beschwerden. Endometriose wird deswegen auch als „Chamäleon der Gynäkologie“ bezeichnet.

Einige Patientinnen haben gar keine Beschwerden und damit auch keinen Behandlungsbedarf. Viele andere Patientinnen haben chronische Schmerzen oder andere Beschwerden. Häufig haben die Patientinnen starke Menstruationsschmerzen. Schmerzen können sowohl zyklusabhängig als auch zyklusunabhängig im ganzen Körper auftreten. Ungefähr die Hälfte der Patientinnen braucht eine dauerhafte Therapie.

Beispiele von Symptomen und Beschwerden sind:

Im Ganzkörper:

  • PMS
  • Schmerzen in den Brüsten
  • Migräne
  • Verwirrungsgefühl
  • Stimmungsschwankungen
  • Müdigkeit, Erschöpfung, Fatigue
  • Schlafstörungen
  • Nachtschweiß
  • Frieren

Im Brustkorb:

  • Schmerzen
  • Atemnot
  • Erhöhter Herzschlag
  • Schmerzen in den Schultern
  • Schmerzen im Unterbauch, oft in der 2. Hälfte des Monatszyklus, aber auch periodenunabhängig
  • Schmerzen im Liegen
  • Schwindelgefühl
  • Bluthusten

Im Rücken:

  • Schmerzen im unteren Rücken
  • Schmerzen, die in die Beine/ Knie ausstrahlen

An den Geschlechtsorganen:

  • Starke, krampfartige Schmerzen vor und während der Monatsblutung
  • Schmerzen während des Eisprungs
  • Unregelmäßiger Zyklus
  • Starke, langanhaltende Blutungen
  • Zwischenblutungen
  • Blutgerinnsel
  • Schmerzen beim Geschlechtsverkehr
  • Schmerzen bei frauenärztlichen Untersuchungen
  • Unerfüllter Kinderwunsch

Im Verdauungstrakt:

  • Schmerzen beim Stuhlgang
  • Blähungen
  • Durchfall, Verstopfung
  • Übelkeit, Erbrechen
  • Regelmäßige Blutungen aus dem Darm

Im Harntrakt:

  • Harndrang
  • Schmerzen beim Wasserlassen
  • Regelmäßige Blutungen aus der Blase

Nährstoffmangel:

  • Niedriger Blutzucker
  • Niedrige Magnesiumwerte
  • Niedrige Eisenwerte

Immunsystem:

  • Allergien
  • Lebensmittelunverträglichkeiten
  • Erhöhte Infektanfälligkeit während der Menstruation