Erektions- probleme




Erektionsstörungen sind ein weit verbreitetes Problem. Sie können Männer jeden Alters betreffen, nehmen aber im Alter zu. Häufig findet man auch den Begriff erektile Dysfunktion (ED) für Erektionsstörungen.
Grundsätzlich geht es bei Erektionsproblemen darum, dass eine Erektion nicht mehr erreicht oder aufrechterhalten werden kann. Sowohl psychologische als auch physiologische Faktoren beeinflussen Erektionsstörungen.
In den letzten Jahren hat sich zum Glück einiges in der gesellschaftlichen Wahrnehmung verändert. Insgesamt wir offener über Sexualität gesprochen und wie diese verbessert werden kann. Daher wird auch zunehmend offen über Erektionsstörungen gesprochen und es sollte kein Tabu sein, sich Hilfe zu holen!
Eine Erektionsstörungen ist durch folgende Merkmale gekennzeichnet:
Wichtig ist hier das Wort “dauerhaft”. Falls es einmal nach einer langen Arbeitswoche oder bei privatem Stress nicht funktioniert, muss noch keine Erektionsstörung vorliegen. Meist wird in der Diagnostik ein Zeitraum von 6 Monaten betrachtet.
Einschub
Um Erektionsstörungen verstehe zu können, ist es auch wichtig, zu verstehen was bei einer Erektion überhaupt passiert.
Eine Erektion ist ein komplexer physiologischer Vorgang. Es ist ein Zusammenspiel von Nerven, Blutgefäßen, Muskeln und Hormonen.
Sie beginnt meist mit einer sexuellen Stimulation – entweder körperlich oder psychisch –, die über das zentrale Nervensystem ein Signal an das Rückenmark sendet. Von dort aus werden Nervenimpulse an die Blutgefäße im Penis weitergeleitet.
Diese Signale bewirken die Freisetzung von Botenstoffen, insbesondere Stickstoffmonoxid (NO), der eine Erweiterung der Gefäße im Schwellkörpergewebe (Corpus cavernosum) auslöst. Durch die Gefäßerweiterung strömt vermehrt Blut in den Penis, während gleichzeitig die abführenden Venen komprimiert werden. So wird der Blutabfluss reduziert, und das Gewebe füllt sich mit Blut – der Penis versteift sich und wird hart.
Dieser Zustand kann so lange aufrechterhalten werden, wie die sexuelle Erregung besteht und die Nervenimpulse aktiv sind. Lässt die Erregung nach oder kommt es zur Ejakulation, entspannen sich die Gefäßmuskeln wieder, der Blutfluss normalisiert sich, und der Penis erschlafft.
Verschiedene Umstände können aber zu Erektionsstörungen führen. Dazu zählen sowohl physiologische Ursachen, wie zum Beispiel Herz-Kreislauf-Erkrankungen oder ein hormonelles Ungleichgewicht, als auch psychologische Faktoren wie Stress, Angst oder Depressionen.
Der medizinische Begriff „erektile Dysfunktion“ beschreibt genau diese spezifische Problematik und ist zu unterscheiden von der allgemeinen Bezeichnung „Impotenz“, die Begriffe werden jedoch häufig als Synonyme verwendet.
Die Begriffe Erektionsstörung und Impotenz werden umgangssprachlich oft synonym verwendet, was aber nicht ganz richtig ist.
Erektionsstörung / Erektile Dysfunktion
Mit Erektionsstörung, erektile Dysfunktion oder Impotentia coeundi bezeichnet man die Unfähigkeit, eine Erektion zu erreichen oder aufrechtzuerhalten, die für den Geschlechtsverkehr oder die Selbstbefriedigung erforderlich ist.
Impotenz
Impotenz hingegen ist ein umfassenderer Begriff, der auch andere Sexualstörungen umfassen kann, wie etwa einen mangelnden Sexualtrieb oder Schwierigkeiten bei der Ejakulation und Unfruchtbarkeit (Impotentia generandi). Diese Unterscheidung ist wichtig, weil verschiedene Diagnose- und Behandlungswege erforderlich und die Behandlungsoptionen unterschiedlich sind.
Erektionsstörungen können Männer jedes Alters betreffen. Die Häufigkeit von Erektionsstörungen nimmt jedoch mit zunehmendem Alter zu.
Schätzungen zufolge leiden etwa 20 % der Männer über 60 Jahre an einer erektilen Dysfunktion. Die Zahlen gehen hier jedoch je nach Quelle weit auseinander, manche Quellen geben auch eine deutlich höhere Zahl von Betroffenen an.
Trotz ihrer Häufigkeit hält das Stigma rund um das Thema viele Betroffene davon ab, offen über Erektionsprobleme zu sprechen und Behandlungsmöglichkeiten zu suchen.
Die gesellschaftliche Wahrnehmung von Erektionsstörungen hat sich jedoch in den letzten Jahren verbessert, was auch darauf zurückzuführen ist, dass öffentliche Persönlichkeiten und medizinische Fachgemeinschaften das Thema verstärkt thematisieren. Diese Offenheit in der Diskussion trägt dazu bei, das Verständnis und die Akzeptanz zu fördern und ermutigt Männer, proaktiv Hilfe zu suchen, anstatt still an den Symptomen zu leiden.
Erektionsstörungen können durch eine Vielzahl von Ursachen und Risikofaktoren beeinflusst werden, die sowohl physische als auch psychologische Gründe haben können.
Häufige physische Ursachen sind Durchblutungsstörungen im Penis. Wenn die Arterien, die den Penis mit Blut versorgen, zum Beispiel durch Arteriosklerose verengt sind, oder das Blut zu schnell über die Venen wieder abfließt, reicht die Blutmenge in den Schwellkörpern des Penis nicht aus, um eine zufriedenstellende Erektion zu erreichen.
Krankheiten wie Bluthochdruck, Diabetes oder auch Fettstoffwechselstörungen können diese Durchblutungsstörungen begünstigen.
Natürlich ist auch ein ausreichend hoher Spiegel an Testosteron, dem männlichen Geschlechtshormon eine wichtige Voraussetzung. Mit zunehmendem Alter sinken gewöhnlich die Werte. Allerdings muss ein niedriger Testosteronspiegel nicht zwangsweise zu Erektionsschwierigkeiten führen. Nicht zuletzt können auch Medikamente wie beispielsweise bestimmte Blutdrucksenker sexuelle Funktionsstörungen als Nebenwirkung mit sich ziehen. Wenn Sie die Vermutung haben, dass die Probleme mit einem Arzneimittel zusammenhängen, dann setzen Sie dieses nicht eigenmächtig ab, sondern sprechen Ihren Arzt darauf an.
Darüber hinaus kann auch der Lebensstil erheblich zu diesen Störungen beitragen; etwa Rauchen, übermäßiger Alkoholkonsum und eine schlechte Ernährung können das Risiko erhöhen.
Psychologische Faktoren können z.B. sein:
Chronischer Stress
Angstzustände
Depressionen
In manchen Fällen kann eine Erektionsstörung auch das Frühwarnsignal für andere ernsthafte Erkrankungen sein. Ein offenes Gespräch mit einem Urologen hilft daher nicht nur eine Lösung zu finden, sondern auch solche ernsthaften Gesundheitsprobleme auszuschließen.
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Sie haben folgende Möglichkeiten, um einfach einen Arzttermin auszumachen:


Zu den Hauptsymptomen einer erektilen Dysfunktion gehört die wiederkehrende Unfähigkeit, eine Erektion zu erlangen oder aufrechtzuerhalten, die ausreichend für den Geschlechtsverkehr oder die Selbstbefriedigung ist.
Diese Probleme können gelegentlich oder regelmäßig auftreten und gehen oft mit einem verminderten sexuellen Verlangen einher. Betroffene könnten auch feststellen, dass die Erektion nicht steif genug ist oder dass sie Schwierigkeiten haben, sie über einen längeren Zeitraum aufrechtzuerhalten. Diese Symptome können selbst bei jüngeren Männern in Zeiten erhöhten stressbedingten Drucks vorkommen.
Ein wichtiges Frühwarnzeichen, das häufig übersehen wird, ist das weniger häufige Auftreten spontaner Morgenerektionen, das ebenfalls auf Probleme mit der Durchblutung hinweisen kann.
Ein Selbsttest bei Erektionsstörungen kann eine gute Methode sein, um erste Hinweise auf das Vorhandensein und die Schwere einer erektilen Dysfunktion zu erhalten, bevor Sie einen Arzttermin ausmachen. Zusätzlich kann ein solcher Test einem offenen Gespräch mit dem Partner oder der Partnerin helfen.
Solche Tests, die oft in Form von Fragebögen oder Online-Assessments angeboten werden, ermutigen den Nutzer dazu, verschiedene Aspekte seiner sexuellen Funktionalität zu bewerten. Dabei werden beispielsweise das Erreichen und die Aufrechterhaltung einer Erektion sowie der allgemeine Grad des sexuellen Verlangens unter alltäglichen Bedingungen abgefragt. Diese Selbsttests können helfen, sich selbst über mögliche Symptome und deren Häufigkeit bewusst zu werden, was für eine gezielte Vorbereitung auf ein Gespräch mit einem Arzt nützlich sein kann.
Solche Online-Tests sind stellen allerdings keine zuverlässige Diagnose. Sie sollen vielmehr ein Hilfsmittel zur Selbstbeobachtung und Früherkennung sein.
Zu den häufigsten Behandlungsmethoden gehören medikamentöse Therapien, insbesondere Phosphodiesterase-5-Hemmer, die helfen, die Blutzufuhr zum Penis zu erhöhen. Diese Medikamente sind weit verbreitet und haben sich über Jahrzehnte bei vielen Patienten bewährt. Außerdem stehen Testosteron-Gel/Spritzen, Schwellkörper-Autoinjektions-Therapie (SKAT) und medikamentöse urethrale System zur Erektion (MUSE) zur Verfügung. Medikamente können jedoch immer Nebenwirkungen haben. Außerdem sind diese Medikamente verschreibungspflichtig, sie werden also erst nach einem Arztgespräch verschrieben.
Da häufig psychische Ursachen hinter Erektionsstörungen stecken können, sollte auch ein Gespräch mit einem Sexualtherapeuten in Betracht gezogen werden.
Darüber hinaus stehen nicht-invasive Therapien zur Verfügung, wie Vakuum-Erektionshilfen, die mechanisch funktionieren, indem sie gezielt einen Unterdruck erzeugen, der den Zufluss von Blut in die Penisregion fördert. In Fällen, in denen konservative Ansätze keine zufriedenstellenden Ergebnisse liefern, können operative Verfahren wie Penisprothesen in Betracht gezogen werden.

Diesen Artikel verfasste unsere Redakteurin Anna Kneier gemeinsam mit Apothekerin Birgit Hartel.
Anna Kneier hat einen Bachelorabschluss im Gesundheitsmanagement und arbeitet als Digital Health Journey Managerin bei DocMorris. Ihr besonderes Interesse gilt digitalen Lösungen zur Prävention und Gesundheitsförderung – insbesondere im Umgang mit chronischen Erkrankungen. Sie setzt sich dafür ein, innovative Versorgungskonzepte nutzerfreundlich und alltagsnah für Patientinnen und Patienten erlebbar zu machen.
Stand: 05.08.2025
https://www.aok.de/pk/magazin/familie/liebe-sexualitaet/erektionsstoerung-was-ihnen-jetzt-hilft/
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