Medikamenten- und Wirkstofflexikon

Pantoprazol

Steckbrief

  • Wirkstoffname: Pantoprazol
  • Wirkstoff unter anderem enthalten in: Pantozol, Rifun, Pantoprazol 1A Pharma
  • Arzneimittelgruppe: Protonenpumpenhemmer
  • Verfügbare Stärken: 20 mg, 40 mg
  • Je nach Dosis, Packungsgröße und Anwendungsgebiet verschreibungspflichtig oder freiverkäuflich
Pantoprazol-Artikel

Was ist Pantoprazol und wofür wird es angewendet?

Pantoprazol ist ein Wirkstoff, der die Bildung der Magensäure hemmt. Er gehört zur Arzneistoffgruppe der Protonenpumpenhemmer. Früher war Pantoprazol uneingeschränkt verschreibungspflichtig, seit 2009 ist er in Dosierungen bis 20 mg und Packungsgrößen bis 14 Tabletten apothekenpflichtig, er kann also frei in der Apotheke gekauft werden. Doch was ist der Hintergrund für dieses Doppelleben? Ganz einfach, wie stark Pantoprazol wirkt, hängt nicht nur von der Dosierung, sondern auch von der Dauer der Einnahme ab. Refluxsymptome wie Sodbrennen oder saures Aufstoßen können oft in wenigen Tagen behandelt werden, daher ist Pantoprazol nur für dieses Anwendungsgebiet frei verkäuflich. Eine Selbstmedikation darf nur bei Erwachsenen stattfinden, Kinder und Jugendliche sollten bei entsprechenden Symptomen dem Arzt vorgestellt werden oder mit anderen Antazida behandelt werden.

Pantoprazol hat verschiedene Anwendungsgebiete:
Zur kurzfristigen Behandlung bei Refluxsymptomen bei Erwachsenen wird Pantoprazol in einer Dosierung von 20mg am Tag eingesetzt. Von Reflux spricht man, wenn Magensäure in die Speiseröhre zurückfließt, was zu Sodbrennen, saurem Aufstoßen oder einem sauren Geschmack im Mund führen kann. Nicht immer bringt das Arzneimittel eine sofortige Linderung der Beschwerden. Es kann nötig sein, das Mittel über zwei bis drei Tage einzunehmen, bis sich die Symptome bessern. Für die kurzzeitige Behandlung kann das Arzneimittel ohne Rezept in der Apotheke gekauft werden. Wird Pantoprazol länger als zwei Wochen angewendet, darf das nur in Absprache mit dem Arzt geschehen.

Der Arzt kann Pantoprazol auch zur Behandlung einer Refluxösophagitis verordnen. Das ist eine Entzündung in der Speiseröhre, die durch den Rückfluss von Magensäure bedingt ist. Hier ist oft eine Einnahme über einen längeren Zeitraum notwendig. Zur Behandlung von Geschwüren im Magen oder Zwölffingerdarm kann Pantoprazol ebenfalls eingesetzt werden.

Manchmal wird Pantoprazol auch als eine Art „Magenschutz“ vom Arzt verschrieben, wenn bestimmte Schmerzmittel wie Diclofenac, Ibuprofen oder Naproxen über einen längeren Zeitraum eingenommen werden müssen.

Ein weiterer Anwendungsbereich stellt die Behandlung einer Infektion mit Helicobacter pylori, einem Keim, der eine Magenschleimhautentzündung auslösen kann, dar. Hier wird Pantoprazol in der Regel mit zwei Antibiotika wie z.B. Amoxicillin und Clarithromycin kombiniert. Ziel der Behandlung ist es, die Bakterien zu vernichten und damit zu verhindern, dass Geschwüre im Magen oder Zwölffingerdarm erneut auftreten. Man spricht dabei von einer „Eradikationstherapie“.

Auch Erkrankungen, bei denen zu viel Magensäure produziert wird, wie zum Beispiel das Zollinger-Ellison-Syndrom, können mit Pantoprazol behandelt werden.