Melatonin
Steckbrief
- Wirkstoffname: Melatonin
- Wirkstoff unter anderem enthalten in: Circadin, Slenyto, Mellozzan
- Anwendungsgebiete: Zur Behandlung von Schlafstörungen
- Verfügbare Stärken: 0,5-5 mg als Arzneimittel; 0,5mg und 1mg als Nahrungsergänzungsmittel
- Verfügbare Darreichungsformen: Retardtabletten und Tabletten (Arzneimittel), Tabletten, Kapseln, Spray, Weichgummis etc. (Nahrungsergänzungsmittel)
- Zugelassen in Deutschland als verschreibungspflichtiges Arzneimittel; apothekenpflichtig mit einer Tagesmaximaldosis von 3 mg; freiverkäuflich als Nahrungsergänzungsmittel


Melatonin: Das Schlafhormon im Fokus
Zusammenfassung
Melatonin, ein körpereigenes Hormon, das in der Zirbeldrüse produziert wird, spielt eine entscheidende Rolle im Schlaf-Wach-Rhythmus des Körpers. Es wird hauptsächlich in Reaktion auf Dunkelheit freigesetzt und signalisiert, dass es Zeit zum Schlafen ist. Während es als Arzneimittel verschreibungspflichtig ist, sind niedrig dosierte Formen als Nahrungsergänzungsmittel frei erhältlich und werden als Nahrungsergänzungsmittel gegen Schlafstörungen und Jetlag angeboten. Es ist Vorsicht geboten, da insbesondere hohe Dosierungen unerwünschte Nebenwirkungen hervorrufen könnten. Es gibt auch mögliche Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten, weshalb die Anwendung unter ärztlicher Aufsicht empfohlen wird. Diese Aspekte unterstreichen, dass Melatonin nicht nur eine einfache Einschlafhilfe ist, sondern ein komplexes Hormon mit vielfältigen Wirkungen und Wechselwirkungen, dessen Einnahme gut überlegt sein sollte.
Was ist Melatonin?
Melatonin ist ein körpereigenes Hormon, das im Gehirn produziert wird. Es spielt eine zentrale Rolle im Schlaf-Wach-Rhythmus des Körpers und wird daher auch als „Schlafhormon“ bezeichnet.
Dieses Hormon wird in Reaktion auf Dunkelheit in den Abendstunden ausgeschüttet und signalisiert dem Körper, dass es Zeit zum Schlafen ist. Fehlt Melatonin, was häufiger bei älteren Menschen vorkommt, da mit dem Alter die körpereigene Produktion nachlässt, kann es zu Einschlafstörungen kommen. Aber auch Jüngere können davon betroffen sein. Melatonin wird in der Zirbeldrüse (Epiphyse), einem Teil des Zwischenhirns, aus dem Glückshormon Serotonin gebildet. Für die Bildung von Serotonin ist der Körper wiederum auf die Aminosäure L-Tryptophan angewiesen. Melatonin kann nicht nur vom Körper selbst, sondern auch synthetisch hergestellt werden und ist als Arzneimittel oder Nahrungsergänzungsmittel im Handel.
Wie wirkt Melatonin?
Als Arzneimittel oder Nahrungsergänzungsmittel eingenommenes Melatonin hat im Prinzip dieselbe Wirkung wie Melatonin, das vom Körper selbst produziert wird. Das heißt, der Körper bekommt ein Signal, die Schlafphase einzuleiten. Man wird müde und schläfrig. Um zu verstehen, wie das funktioniert, schauen wir uns an, die der Schlaf-Wach-Rhythmus im menschlichen Körper geregelt ist.









