Forxiga®
Steckbrief
- Wirkstoffname: Dapagliflozin
- Arzneimittelgruppe: SGLT-2-Inhibitor
- Verfügbare Stärken/Darreichungsformen: Filmtabletten mit 5 oder 10 mg
- Verschreibungspflichtig


Forxiga® ist ein verschreibungspflichtiges Arzneimittel mit dem Wirkstoff Dapagliflozin, das zur Behandlung von Typ-2-Diabetes, Herzinsuffizienz und chronischer Nierenerkrankung eingesetzt wird. Der Wirkstoff gehört zur Gruppe der SGLT2-Hemmer und senkt den Blutzucker, indem er die Ausscheidung von Glukose über die Nieren erhöht. Dadurch kann Forxiga nicht nur die Blutzuckerkontrolle verbessern, sondern auch das Risiko für Herz- und Nierenkomplikationen verringern.
Forxiga® wird zur Behandlung verschiedener chronischer Erkrankungen eingesetzt.
Bei Typ-2-Diabetes mellitus kann Forxiga bei Erwachsenen sowie bei Kindern und Jugendlichen ab 10 Jahren angewendet werden, wenn der Blutzucker trotz Ernährungsumstellung und Bewegung nicht ausreichend kontrolliert werden kann. Das Medikament kann allein (Monotherapie) eingesetzt werden, wenn der Wirkstoff Metformin nicht vertragen wird oder nicht geeignet ist. Häufig wird Forxiga auch zusätzlich zu anderen blutzuckersenkenden Arzneimitteln angewendet.
Darüber hinaus wird Forxiga bei Erwachsenen zur Behandlung der symptomatischen chronischen Herzinsuffizienz eingesetzt. In diesem Zusammenhang kann der Wirkstoff dazu beitragen, das Risiko für Krankenhausaufenthalte und kardiovaskuläre Komplikationen zu verringern.
Ein weiteres Anwendungsgebiet ist die chronische Nierenerkrankung bei Erwachsenen. Forxiga kann hier helfen, das Fortschreiten der Nierenschädigung zu verlangsamen und das Risiko für Komplikationen zu reduzieren.
Forxiga® ist ein hochpotenter, selektiver und reversibler Hemmer des Natrium-Glukose-Kotransporters 2 (SGLT-2). Dieses Transportprotein kommt hauptsächlich in der Niere vor und ist dort für die Rückaufnahme von Glukose aus dem Primärharn verantwortlich. Forxiga wirkt sehr selektiv auf SGLT-2 und beeinflusst das verwandte Transportprotein SGLT-1, das vor allem im Darm für die Aufnahme von Glukose zuständig ist, nur in geringem Maße.
Durch die Hemmung von SGLT-2 wird die Rückresorption von Glukose im proximalen Tubulus der Niere vermindert. Dadurch wird mehr Zucker über den Urin ausgeschieden, was zu einer Senkung des Blutzuckerspiegels führt. Gleichzeitig wird auch weniger Natrium zurückresorbiert. Dies kann eine leichte harntreibende Wirkung (osmotische Diurese) verursachen.
Die vermehrte Natriumausscheidung kann außerdem zu Veränderungen in der Nierendurchblutung führen und den Druck in den Nierenkörperchen
(glomerulärer Druck) senken. Dadurch kann Forxiga dazu beitragen, die Nierenfunktion zu schützen.
Durch diese Effekte kann es zu einer Abnahme von Flüssigkeitsüberladung, einer Senkung des Blutdrucks sowie einer Entlastung des Herzens kommen. Zusätzlich wird häufig eine leichte Gewichtsabnahme beobachtet. Forxiga verbessert sowohl den Nüchternblutzucker als auch die Blutzuckerwerte nach dem Essen.
Die Wirkung von Forxiga ist unabhängig von Insulin. Daher kommt es bei normalen Blutzuckerwerten vergleichsweise selten zu Unterzuckerungen (Hypoglykämien). Die positiven Effekte auf Herz und Nieren hängen zudem nicht ausschließlich mit der Blutzuckersenkung zusammen und können auch bei Patienten ohne Diabetes von Bedeutung sein.
Die Dosierung von Forxiga® richtet sich nach dem jeweiligen Anwendungsgebiet und danach, ob das Arzneimittel allein oder in Kombination mit anderen Medikamenten angewendet wird.
Bei Typ-2-Diabetes mellitus beträgt die empfohlene Dosis in der Regel 10 mg einmal täglich. Wird Forxiga zusammen mit insulinotropen Arzneimitteln wie Sulfonylharnstoffen oder Insulin eingesetzt, kann eine Anpassung der Dosis dieser Medikamente erforderlich sein, um das Risiko für Unterzuckerungen (Hypoglykämien) zu verringern.
Auch bei der Behandlung der chronischen Herzinsuffizienz beträgt die empfohlene Dosierung 10 mg einmal täglich. In klinischen Studien wurde Forxiga in der Regel zusätzlich zu anderen Standardtherapien der Herzinsuffizienz angewendet.
Bei chronischer Nierenerkrankung wird ebenfalls eine Tagesdosis von 10 mg einmal täglich empfohlen.
Bei Patienten mit schweren Leberfunktionsstörungen kann eine niedrigere Anfangsdosis von 5 mg einmal täglich sinnvoll sein. Wenn das Medikament gut vertragen wird, kann die Dosis bei Bedarf auf 10 mg täglich erhöht werden. Bei leichten oder moderaten Leberfunktionsstörungen ist in der Regel keine Dosisanpassung erforderlich.
Wie alle Arzneimittel kann auch Forxiga® Nebenwirkungen verursachen, die jedoch nicht bei allen Patienten auftreten müssen. Zu den häufigsten Nebenwirkungen gehören Infektionen im Genitalbereich wie Vulvovaginitis, Balanitis oder andere Genitalinfektionen sowie Harnwegsinfektionen. Diese treten unter der Behandlung mit Forxiga häufiger auf, da durch die vermehrte Ausscheidung von Glukose über den Urin ein günstiges Milieu für Mikroorganismen entstehen kann.
Wenn Forxiga zusammen mit Insulin oder Sulfonylharnstoffen angewendet wird, kann es häufiger zu Unterzuckerungen (Hypoglykämien) kommen. Weitere häufig berichtete Nebenwirkungen sind Schwindel, Rückenschmerzen, vermehrtes Wasserlassen (Polyurie) sowie Schmerzen oder Brennen beim Wasserlassen (Dysurie).
Gelegentlich können Beschwerden wie Verstopfung, Mundtrockenheit, nächtlicher Harndrang (Nykturie) oder Juckreiz im Genitalbereich auftreten. Auch ein Flüssigkeitsmangel (Volumenmangel) mit vermehrtem Durst ist möglich, da der Wirkstoff eine leicht harntreibende Wirkung hat. In Laboruntersuchungen können zudem erhöhte Kreatinin- oder Harnstoffwerte im Blut, ein erhöhter Hämatokrit sowie Veränderungen der Blutfettwerte beobachtet werden. Außerdem wird unter der Behandlung häufig eine Gewichtsabnahme festgestellt.
Selten kann es zu schwerwiegenderen Nebenwirkungen kommen, darunter diabetische Ketoazidose. Sehr selten wurden schwerwiegende Infektionen im Genitalbereich wie die nekrotisierende Fasziitis des Perineums (Fournier-Gangrän) oder allergische Reaktionen wie Angioödeme berichtet. Ebenfalls sehr selten können entzündliche Erkrankungen der Niere (tubulo-interstitielle Nephritis) auftreten.
Bei ungewöhnlichen Symptomen oder Anzeichen einer Infektion sollte frühzeitig ärztlicher Rat eingeholt werden.
Unter der Behandlung mit Forxiga® (SGLT-2-Hemmer) wurden selten Fälle der Fournier-Gangrän (nekrotisierende Fasziitis des Perineums) berichtet. Dabei handelt es sich um eine schwere bakterielle Infektion im Genital- und Dammbereich, die lebensbedrohlich verlaufen kann.
Suchen Sie sofort ärztliche Hilfe, wenn folgende Symptome auftreten:
Oft gehen der Erkrankung Infektionen der Harnwege oder des Genitalbereichs voraus. Bei Verdacht muss Forxiga® sofort abgesetzt und unverzüglich eine medizinische Behandlung (z. B. Antibiotika und chirurgische Therapie) eingeleitet werden.
Bei der Einnahme von Forxiga® können Wechselwirkungen mit bestimmten Arzneimitteln auftreten.
Forxiga® kann die Wirkung von Thiazid- und Schleifendiuretika verstärken. Dadurch steigt das Risiko für Flüssigkeitsverlust (Dehydration) und niedrigen Blutdruck (Hypotonie). Patienten sollten deshalb auf Anzeichen wie Schwindel, Schwäche oder starken Durst achten.
Wird Forxiga® zusammen mit Insulin oder sogenannten insulinotropen Wirkstoffen (z. B. Sulfonylharnstoffen) angewendet, kann das Risiko für Unterzuckerungen (Hypoglykämien) steigen. In solchen Fällen kann eine Anpassung der Insulin- oder Medikamentendosis notwendig sein.
Forxiga® wird im Körper hauptsächlich über einen Stoffwechselweg verarbeitet, der als Glukuronidierung über das Enzym UGT1A9 bezeichnet wird. Studien zeigen, dass Forxiga wichtige Cytochrom-P450-Enzyme (CYP-Enzyme) weder hemmt noch aktiviert. Daher ist es unwahrscheinlich, dass Forxiga den Abbau anderer Medikamente beeinflusst, die über diese Enzyme verstoffwechselt werden.
Forxiga® darf nicht angewendet werden, wenn eine Überempfindlichkeit (Allergie) gegen den Wirkstoff oder einen der sonstigen Bestandteile des Arzneimittels besteht.
Bei der Behandlung mit Forxiga® sollten bestimmte Vorsichtsmaßnahmen beachtet werden.
Vor Beginn der Therapie sollte ein bestehender Flüssigkeitsmangel ausgeglichen werden. Patienten mit Erkrankungen, die zu Flüssigkeitsverlust führen können (z. B. Durchfall, Erbrechen oder Diuretika-Therapie), sollten während der Behandlung engmaschig überwacht werden.
Unter Forxiga® kann selten eine diabetische Ketoazidose auftreten. Ein erhöhtes Risiko besteht insbesondere bei Patienten mit unzureichender Insulindosis, ketogener Ernährung, vorangegangener Ketoazidose, erhöhten Ketonkörperwerten oder hohem Alkoholkonsum. Vor Beginn der Therapie sollten Risikofaktoren abgeklärt werden. Besonders zu Beginn der Behandlung kann eine regelmäßige Kontrolle der Ketonkörper sinnvoll sein. Bei Verdacht auf eine Ketoazidose muss Forxiga® sofort abgesetzt werden.
Die blutzuckersenkende Wirkung von Forxiga® hängt von der Nierenfunktion ab. Bei eingeschränkter Nierenfunktion kann die Wirkung vermindert sein oder ausbleiben.
Da Forxiga® die Glukoseausscheidung über den Urin erhöht, kann das Risiko für Harnwegsinfektionen steigen. Bei schweren Infektionen, etwa einer Nierenbeckenentzündung oder Urosepsis, kann ein vorübergehendes Absetzen des Arzneimittels erforderlich sein.
Während der Behandlung mit Forxiga® kann ein Urintest auf Glucose positiv ausfallen. Außerdem sind bestimmte Tests zur Blutzuckerkontrolle (z. B. 1,5-Anhydroglucitol-Tests) unter Therapie mit SGLT-2-Hemmern weniger zuverlässig.
Zur Anwendung von Forxiga® während der Schwangerschaft liegen bislang keine ausreichenden Daten beim Menschen vor. In Tierstudien wurden Hinweise auf mögliche Schädigungen der Nierenentwicklung beim ungeborenen Kind beobachtet, insbesondere in einem Zeitraum, der dem zweiten und dritten Schwangerschaftsdrittel beim Menschen entspricht.
Aus diesem Grund wird die Anwendung von Forxiga® in der Schwangerschaft nicht empfohlen. Wird während der Behandlung eine Schwangerschaft festgestellt, sollte die Therapie in Absprache mit dem Arzt beendet werden.
Es ist nicht bekannt, ob Forxiga® oder seine Abbauprodukte in die Muttermilch übergehen. Tierstudien deuten darauf hin, dass der Wirkstoff in die Muttermilch ausgeschieden werden kann und beim Nachwuchs pharmakologische Effekte auftreten können.
Da ein Risiko für den gestillten Säugling nicht ausgeschlossen werden kann, sollte Forxiga® während der Stillzeit nicht angewendet werden.

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Filip Blazevic ist Pharmazeut mit Schwerpunkt auf Pharmakokinetik und Cancer Biology. Mit einem analytischen Blick, viel Neugier und einem hohen Anspruch an wissenschaftliche Genauigkeit bereitet er komplexe Gesundheitsthemen verständlich und fundiert auf.
Stand: 16.02.2026

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Quellen:
Gelbe Liste: https://www.gelbe-liste.de/wirkstoffe/Dapagliflozin_51711
Fachinformation: https://www.fachinfo.de/fi/detail/23536/Forxiga-R-5-mg-10-mg-Filmtabletten#spc-subchapter-4-2-content
EMA: https://www.ema.europa.eu/de/documents/overview/dapagliflozin-viatris-epar-medicine-overview_de.pdf
DocCheck: https://flexikon.doccheck.com/de/Dapagliflozin

Dieser Artikel dient der Erstinformation und ist kein Ersatz für eine ärztliche Diagnose und Therapieempfehlung. Konkrete Gesundheitsfragen erfordern immer eine individuelle Beratung durch Fachpersonal. Bei Fragen zu Medikamenten wenden Sie sich gerne an unser Apothekerteam.