Das hilft wirklich

Trockene Augen – die besten Tipps

Etwa jeder sechste Deutsche leidet unter trockenen Augen. Brennen, Rötungen, Schwellungen – oft helfen schon ein paar einfache Maßnahmen, die Beschwerden bei trockenen Augen (auch Sicca-Syndrom genannt) zu lindern. Was die Ursachen von trockenen Augen und die besten Tipps und Hausmitteln sind, das alles und vieles mehr verraten wir Ihnen hier.

Eine Frau nutzt eine Pipette mit Augentropfen gegen ihre trockenen Augen

Das Wichtigste in Kürze

  • Trockene Augen entstehen häufig durch eine Störung des Tränenfilms (z. B. Meibomdrüsen-Dysfunktion), Bildschirmarbeit oder trockene Raumluft.
  • Schnelle Hilfe: künstliche Tränen (möglichst konservierungsmittelfrei); bei stärkeren Beschwerden helfen Gele/Salben – ideal für die Nacht.
  • Basismaßnahme: konsequente Lidrandpflege (wärmen, sanft massieren, reinigen) stabilisiert die Lipidschicht des Tränenfilms.
  • Entlastung im Alltag: 20-20-20-Regel, häufiger blinzeln, Luft befeuchten und ausreichend trinken.
  • Bei anhaltenden oder starken Beschwerden augenärztlich abklären, um Schäden an Horn- und Bindehaut zu vermeiden.

Was sind trockene Augen?

Das Auge zählt zu den empfindlichsten Organen unseres Körpers und ist äußeren Einflüssen nahezu ungeschützt ausgesetzt. Damit es gesund bleibt, sorgt die Tränenflüssigkeit für eine stetige Befeuchtung und legt sich wie ein schützender Film über die Augenoberfläche. Sie versorgt die Hornhaut mit wichtigen Nährstoffen, beugt dank ihrer keimtötenden Bestandteile Infektionen vor und hilft dabei, Fremdkörper wie Staub oder Pollen auszuspülen. Wird die Zusammensetzung des Tränenfilms gestört oder die Tränenproduktion verringert, verliert er seine Stabilität und kann sogar reißen. In der Folge ist die Augenoberfläche nicht mehr ausreichend geschützt und trocknet aus. Typische Beschwerden bei trockenen Augen können dann Brennen, Kratzen oder ein störendes Fremdkörpergefühl sein. Wichtig zu wissen: Bleiben diese Symptome unbehandelt, können langfristig sogar Schäden an Horn- und Bindehaut entstehen.

Trockene Augen – das können die Ursachen sein

Trockene Augen können durch eine Vielzahl von Faktoren verursacht werden. Welches die Ursachen für trockene Augen sein können, erklären wir im Folgenden:

  • Häufig ist die Veränderung oder Zusammensetzung der Tränenflüssigkeit die Ursache für trockene Augen. Oder, wenn der Tränenfilm nicht lange genug auf der Augenoberfläche bleibt. Dieser besteht aus drei Schichten: der Lipid-Schicht, die vor Verdunstung schützt, der wässrigen Schicht, die die Hornhaut mit Nährstoffen versorgt und der Muzin-Schicht, die dafür sorgt, dass der Tränenfilm gleichmäßig auf der Hornhaut haftet. Wenn eine dieser Schichten nicht mehr richtig funktioniert, trocknet die Augenoberfläche aus. Häufig ist die Meibomdrüsen-Dysfunktion die Ursache, bei der die fettige Schutzschicht nicht ausreichend gebildet wird.
  • Trockene Augen können ebenfalls in Zusammenhang mit Erkrankungen auftreten, beispielsweise bei Lidrandentzündungen, Diabetes, Problemen mit der Schilddrüse, Hauterkrankungen wie Psoriasis, Neurodermitis, Rosazea oder Autoimmunerkrankungen wie dem Sjögren-Syndrom oder rheumatoider Arthritis.
  • Auch Medikamente wie zum Beispiel Betablocker, Psychopharmaka oder Schlafmittel können trockene Augen verursachen.
  • Die zunehmende Umweltbelastung wird ebenfalls als Grund betrachtet, der an der Entwicklung der Beschwerden beteiligt sein könnte. UV-Strahlung, Ozon, Schwefeldioxid und Feinstaub gelten als erhebliche Risikofaktoren für trockene Augen. Auch trockene Heizungsluft und Klimaanlagen können die erhöhte Verdunstung des Tränenfilms begünstigen.
  • Langes Arbeiten am Computer, Laptop oder Smartphone sowie auch langes Lesen ohne Pause führt zu einer reduzierten Frequenz des Blinzelns und damit zu trockenen Augen und kann bereits vorhandene Beschwerden verstärken.
  • Längeres Tragen von Kontaktlinsen kann ebenfalls ein Grund für trockene Augen sein. Werden Kontaktlinsen viele Stunden am Stück getragen, können sie den Austausch von Sauerstoff und Nährstoffen mit der Hornhaut beeinträchtigen, wodurch der Tränenfilm schneller verdunstet. Auch manche Pflegelösungen oder Materialien können Reizungen verursachen und so die Stabilität des Tränenfilms stören.
  • Hormonelle Veränderungen wie etwa die Wechseljahre (Östrogenmangel) können ebenfalls trockene Augen verursachen. Ein sinkender Östrogenspiegel kann die Aktivität der Tränendrüsen verringern, was zu einer verminderten Tränenproduktion führt. Aber auch hormonelle Veränderungen in der Schwangerschaft und Stillzeit können die Zusammensetzung der Tränenflüssigkeit verändern und so die Befeuchtung der Augen beeinträchtigen.
  • Aber auch der Alterungsprozess kann ein Faktor sein: Mit zunehmendem Alter nimmt sowohl die Menge als auch die Qualität der Tränenflüssigkeit ab, da die Tränendrüsen weniger aktiv werden und die Zusammensetzung des Tränenfilms sich verändert.
  • Reizungen durch Kosmetikartikel können ebenfalls eine Rolle spielen. Beim Schminken können Make-up-Partikel leicht in die Augen gelangen und sie reizen. Gesichtscremes können ebenfalls im Laufe des Tages in die Augen gelangen – mit demselben Effekt.
  • Fehlsichtigkeit, die nicht durch eine Brille oder Kontaktlinsen behoben wird, erhöht ebenfalls das Risiko trockener Augen. Der Grund: Fehlsichtige müssen sich ohne Sehhilfe sehr konzentrieren und blinzeln daher seltener.

Trockene Augen – Symptome erkennen

Trockene Augen können sich auf unterschiedliche Weise bemerkbar machen – manchmal sogar nachts oder direkt nach dem Aufwachen. Trockene Augen können paradoxerweise auch zu tränenden Augen führen. Wenn die Augenoberfläche durch einen unzureichenden Tränenfilm nicht ausreichend befeuchtet wird, reagiert das Auge mit einer vermehrten Tränenproduktion, um den Feuchtigkeitsmangel auszugleichen. Diese Reflextränen können dann über die Lidkante abfließen und den Eindruck erwecken, die Augen würden übermäßig tränen. (Spezialartikel: Augen tränen: Ursachen, Behandlung & Arztbesuch)

Weitere typische Anzeichen, die einzeln oder in Kombination auftreten können, sind:

  • Gerötete oder gereizte Bindehaut
  • Fremdkörper- oder „Sandkorn“-Gefühl
  • Lichtempfindlichkeit
  • Brennen, Kratzen, Juckreiz oder Schmerzen
  • Verschwommenes Sehen und andere Sehstörungen
  • Müde oder schwere Augen
  • Geschwollene Augenlider
  • Verklebte Lider, besonders morgens
  • Druckgefühl im Auge
  • Unverträglichkeit von Kontaktlinsen

Da diese Beschwerden auch bei anderen Augenerkrankungen auftreten können, ist es empfehlenswert, bei anhaltenden Symptomen einen Augenarzt aufzusuchen. So lässt sich die Ursache abklären und gezielt behandeln.

Was hilft wirklich gegen trockene Augen?

Trockene Augen sind zwar unangenehm, die gute Nachricht aber ist: Mit gezielten Ansätzen lassen sich die Symptome in vielen Fällen deutlich lindern. Am wirksamsten ist übrigens oft eine Kombination aus verschiedenen Maßnahmen wie beispielsweise:

1. Künstliche Tränen – liefern schnelle Hilfe bei Trockenheit

Künstliche Tränen – auch bekannt als Tränenersatzmittel – werden häufig zur Behandlung gegen trockene Augen eingesetzt, da sie die Augenoberfläche befeuchten und schützen. Sie wirken, indem sie einen Schutz- und Gleitfilm auf dem Auge bilden können, der die Reibung beim Blinzeln reduzieren und die natürliche Tränenflüssigkeit ergänzen kann. Besonders empfehlenswert sind Augentropfen ohne Konservierungsstoffe, da diese die empfindliche Horn- und Bindehaut nicht zusätzlich reizen. Bei stärkeren Beschwerden eignen sich Augengele oder -salben, da sie länger auf dem Auge verbleiben können – ideal also für die Nacht. Wirkstoffe wie Hyaluronsäure, Dexpanthenol (Spezialartikel: Panthenol – der Multitalent-Wirkstoff für die Hautpflege) oder Lipidkomponenten können die langanhaltende Befeuchtung unterstützen und sogar kleine Schäden der Augenoberfläche regenerieren.

2. Lidrandpflege – die Basis für einen stabilen Tränenfilm

Die Ursache trockener Augen kann häufig auch in einer Störung der Meibomdrüsen liegen. Diese winzigen Drüsen am Lidrand produzieren die schützende Fettschicht des Tränenfilms, die ein zu schnelles Verdunsten der Tränenflüssigkeit verhindert. Werden die Drüsen verstopft, kann der Tränenfilm instabil werden – die Augen fühlen sich trocken und gereizt an. Abhilfe kann eine regelmäßige Lidrandpflege schaffen: Warme Kompressen für 5–10 Minuten lösen die Verstopfungen, eine sanfte Massage unterstützt das Abfließen des Drüsensekrets. Im Anschluss sorgt eine gründliche Reinigung der Lidkanten – etwa mit speziellen Reinigungspads oder verdünntem Babyshampoo – dafür, dass sich die Drüsen nicht erneut verschließen. Mit etwas Geduld und Konsequenz kann diese Routine entscheidend dazu beitragen, die Beschwerden spürbar zu lindern.

3. Luftfeuchtigkeit erhöhen – trockene Luft vermeiden

Trockene Raumluft, Klimaanlagen oder Zugluft beschleunigen die Verdunstung des Tränenfilms. Luftbefeuchter, Zimmerpflanzen und regelmäßiges Stoßlüften helfen, ein angenehmes Raumklima zu schaffen. Besonders im Winter, wenn Heizungen laufen, ist eine zusätzliche Befeuchtung der Luft wichtig. Achten Sie außerdem darauf, Ventilatoren oder Klimaanlagen nicht direkt auf Gesicht oder Augen auszurichten.

4. Bildschirmpausen einlegen – Entlastung für die Augen

Bei konzentrierter Bildschirmarbeit sinkt die Blinzelfrequenz deutlich. Die Folge: Der Tränenfilm erneuert sich seltener und reißt leichter auf. Die 20-20-20-Regel kann hier helfen: Alle 20 Minuten für 20 Sekunden auf einen Punkt in etwa 6 Metern Entfernung schauen. So können sich nicht nur die Augenmuskeln entspannen, auch die Befeuchtung der Augen wird unterstützt.

5. Häufiger blinzeln – kleine Übung, große Wirkung

Was sich einfach anhört, wird im Arbeitsalltag und insbesondere bei der Arbeit vor dem Computer häufig ganz unbewusst vergessen: das Blinzeln. Dabei wird mit jedem Wimpernschlag der Tränenfilm im Auge gleichmäßig verteilt und verhindert das Austrocknen der Hornhaut. Tipp: Führen Sie die Blinzel-Übungen regelmäßig in kurzen Intervallen durch. Blinzeln Sie dreimal hintereinander für mindestens 15 Sekunden lang ganz intensiv. Wiederholen Sie diese kurzen Übungen mehrmals am Tag. Das ist besonders hilfreich, wenn Sie lange am Computer arbeiten oder lesen.

6. Viel trinken

Wer unter trockenen Augen leidet, sollte darauf achten, regelmäßig und viel zu trinken. Empfohlen sind täglich mindestens 1,5 Liter Wasser oder ungesüßter Tee.

7. Auf eine ausgewogene Ernährung achten

Auch die Ernährung spielt eine wichtige Rolle für die Gesundheit der Augen. Gerade bei trockenen Augen lohnt es sich, bewusst auf eine ausgewogene Zufuhr bestimmter Nährstoffe zu achten. Omega-3-Fettsäuren, die unter anderem in Lachs, Makrele, Leinsamen, Chiasamen oder Walnüssen enthalten sind, können die schützende Lipidschicht des Tränenfilms stärken und so das Austrocknen der Augen verlangsamen. Ebenso unverzichtbar ist Vitamin A (Spezialartikel: Vitamin A – ein Multitalent in unserem Körper): Es kann die Produktion der Tränenflüssigkeit unterstützen, die Hornhaut widerstandsfähig halten und die Regeneration der Schleimhäute fördern. Reichlich Vitamin A steckt in Lebensmitteln wie Karotten, Süßkartoffeln, Spinat oder Grünkohl. Ein Mangel hingegen kann die Tränenproduktion einschränken und zu einer Austrocknung der Augenoberfläche führen – eine Erkrankung, die als Xerophthalmie bekannt ist.

8. Augentropfen gegen trockene Augen

Um die Symptome trockener Augen zu lindern, können auch feuchtigkeitsspendende Augentropfen Abhilfe schaffen. Als Therapie bei trockenen Augen können sogenannte Tränenersatzmittel dazu beitragen, gereizte und beanspruchte Augen zu beruhigen, ihren Tränenfilm zu stabilisieren und Feuchtigkeit zu spenden.

Feuchtigkeitsspendende Augentropfen mit Hyaluronsäure oder Dexpanthenol etwa eignen sich ideal bei leichter bis mäßiger Augentrockenheit. Sie können die Augenoberfläche intensiv mit Feuchtigkeit versorgen und die Regeneration des Tränenfilms unterstützen.

Lipid-Augensprays sind deal bei Verdunstungstrockenheit oder zur Anwendung unterwegs. Die Augensprays werden auf das geschlossene Augenlid aufgetragen und helfen dabei, die lipidhaltige Schicht des Tränenfilms zu stabilisieren.

Augensalben mit pflegenden oder entzündungshemmenden Wirkstoffen sind ideal bei chronischer Trockenheit. Wirkstoffe wie etwa Bibrocathol können antibakteriell und reizlindernd wirken und die Heilung unterstützen. Ob Hylo Augentropfen, Artelac Augentropfen, Bepanthen Augensalben oder Präparate von Thaloz – bei trockenen Augen können diese Produkte sanft und effektiv gegen Beschwerden helfen.