Ursachen und Behandlung

Augen tränen

Ob an einem windigen Tag, beim Gähnen oder scheinbar ganz ohne Grund - tränende Augen kennen viele aus dem Alltag. Häufig verflüchtigen sich die Tränen schnell wieder, manchmal halten sie länger an und stören im Alltag. Doch wie entstehen tränende Augen überhaupt? Und wann könnte eine Erkrankung dahinterstecken? Dieser Artikel erklärt, warum Augen tränen und wann eine ärztliche Abklärung sinnvoll sein kann.

Frau sitzt mit tränenden Augen auf dem Sofa

Das Wichtigste in Kürze

  • Tränende Augen sind oftmals kein Hinweis auf eine Erkrankung, wenn sie nur vereinzelt auftreten oder in Verbindung mit Wettereinflüssen, Lichtempfindlichkeit, Bildschirmarbeit oder Müdigkeit.
  • Linderung bringen Maßnahmen wie das Meiden von Reizen, regelmäßige Pausen oder befeuchtende Augentropfen.
  • Ein Arztbesuch ist sinnvoll, wenn das Tränen länger anhält, einseitig auftritt oder mit Schmerzen, Rötungen, Sehstörungen oder anderen Beschwerden verbunden ist.

Warum tränen die Augen?

Von tränenden Augen, medizinisch Epiphora, ist die Rede, wenn Tränenflüssigkeit aus den Augen läuft. Sind die Tränenwege blockiert oder durch Reize gestört, sammelt sich Tränenflüssigkeit auf der Augenoberfläche. Es kommt zum sogenannten Triefauge und die Tränen laufen aus den Augen über die Wangen. Ein wässriger Tränenfilm auf den Augen ist wichtig für verschiedene Funktionen. Er versorgt das Auge mit Sauerstoff und dient als „Schmiermittel“ für die Augenlider.

Weiterhin bietet Tränenflüssigkeit Schutz vor Bakterien und anderen Fremdkörpern und ermöglicht scharfes Sehen. Daher sind plötzlich tränende Augen meist kein Grund zur Sorge. Allerdings sollte ein Arzt kontaktiert werden, wenn über einen längeren Zeitraum die Augen tränen oder zusätzliche Symptome auftreten.

Warum tränen die Augen bei Babys häufiger?

Tränende Augen sind bei Babys in den ersten Lebensmonaten keine Seltenheit, meist liegt das an noch nicht vollständig geöffneten oder verengten Tränenkanälen. Diese können das Tränensekret nicht richtig ableiten, sodass es über das Unterlid abfließt. In der Regel wächst sich das Problem mit der Zeit aus. Wenn die Augen jedoch dauerhaft tränen oder verklebt, gerötet oder geschwollen sind, sollte ein Kinderarzt kontaktiert werden.

Weitere Informationen und Tipps finden Sie in unserem Ratgeber Baby & Kind.

Augen tränen – welche Ursachen gibt es?

Häufig stecken alltägliche Reize oder Umstände hinter dem vermehrten Tränenfluss. Die folgenden Ursachen kommen besonders häufig vor, wenn Augen tränen:

  • Witterungseinflüsse: Kälte, Wind oder trockene Luft reizen die Augenoberfläche und können die natürliche Tränenproduktion anregen. Der Körper versucht, das Auge zu schützen, indem vermehrt Tränenflüssigkeit gebildet wird.
  • Fremdkörper oder Staub: Gelangen winzige Partikel wie Staubkörner, Sand oder Pollen ins Auge, reagiert dieses reflexartig mit verstärktem Tränenfluss, um die Reizstoffe auszuspülen.
  • Lichtempfindlichkeit: Helles Sonnenlicht oder grelles künstliches Licht kann die Augen überreizen. Dadurch arbeiten die Tränendrüsen verstärkt, um diese zu schützen und die Augen tränen.
  • Emotionale Reaktionen: Auch Gefühle wie Trauer, Freude oder Stress können die Tränenproduktion auslösen. Der Körper reagiert auf emotionale Impulse über das Nervensystem, was zu spontanem Tränenfluss führen kann.
  • Anstrengung der Augen: Längeres Arbeiten am Bildschirm, konzentriertes Lesen oder das Tragen ungeeigneter Sehhilfen kann zu trockenen Augen führen. ((Spezialartikel: Trockene Augen) Das führt paradoxerweise als Ausgleich zu tränenden Augen, weil die Augenoberfläche durch vermehrte Tränen befeuchtet werden soll.
  • Müdigkeit: Erschöpfte Augen neigen dazu, vermehrt zu tränen. Das Auge signalisiert so, dass eine Pause notwendig ist, und versucht durch Tränenflüssigkeit, sich zu regenerieren und zu beruhigen.

Wenn weitere Symptome beim Augen tränen dazukommen oder Unsicherheiten bezüglich der Ursache bestehen, sollte ein Arzt kontaktiert werden.

Tränende Augen im Alter

Im höheren Lebensalter neigen viele Menschen verstärkt zu tränenden Augen. Grund dafür ist oft eine veränderte Zusammensetzung der Tränenflüssigkeit oder eine nachlassende Funktion der Tränendrüsen. Auch die Lider können sich altersbedingt verändern und den Abfluss der Tränenflüssigkeit beeinträchtigen. In vielen Fällen handelt es sich um altersbedingte Veränderungen, die jedoch individuell beobachtet werden sollten.

Was hilft, wenn die Augen tränen?

Tränende Augen können durch äußere Reize oder Überlastung entstehen. Um die Beschwerden zu lindern, ist es hilfreich, die Augen gezielt zu entlasten und mögliche Auslöser zu vermeiden. Dazu gehören folgende mögliche Maßnahmen, wenn die Augen tränen:

  • Äußere Reize reduzieren: Wind, Kälte, Rauch oder Zugluft können die Augen reizen und dafür sorgen, dass die Augen tränen. Eine Schutzbrille bei starkem Wind oder das Meiden von rauchiger Umgebung können hier Abhilfe schaffen.
  • Sanfte Reinigung der Augen: Verschmutzungen oder Reizstoffe lassen sich durch vorsichtiges Spülen mit klarem Wasser entfernen. Das Reiben der Augen sollte vermieden werden, da es die Schleimhäute zusätzlich reizen oder sogar verletzen kann.
  • Geeignetes Raumklima schaffen: Trockene Heizungsluft oder klimatisierte Räume begünstigen trockene und anschließend tränende Augen. Regelmäßiges Lüften, Luftbefeuchter und ausreichend Flüssigkeitszufuhr unterstützen die natürliche Befeuchtung der Augen.
  • Pflege bei Make-up und Kosmetik: Reizende Kosmetika rund ums Auge können die Schleimhäute belasten. Rückstände sollten gründlich entfernt und reizfreie Produkte bevorzugt werden, um Augentränen zu verhindern.
  • Augen am Bildschirm entlasten: Eine Überanstrengung durch lange Bildschirmzeiten ist ein häufiger Auslöser für trockene Augen. Ausreichende Pausen und regelmäßiges Blinzeln helfen, die Augen feucht zu halten.
  • Geeignete Sehhilfen bei tränenden Augen verwenden: Bei Beschwerden durch Kontaktlinsen empfiehlt sich ein Gespräch mit dem Augenarzt oder Optiker. Manchmal helfen andere Linsenmodelle oder der Wechsel zur Brille, um Reizungen zu vermeiden.
  • Zusätzliche Hilfe durch Augentropfen: Feuchtigkeitsspendende Augentropfen oder -gele können die Beschwerden bei trockenen und dadurch tränenden Augen spürbar lindern. Vor allem im Winter oder bei langer Bildschirmarbeit kann dies sinnvoll sein, wenn die Augen tränen.

Ein gesunder Lebensstil mit ausgewogener Ernährung, Bewegung und gezielter Augenpflege trägt entscheidend dazu bei, tränende Augen zu vermeiden oder langfristig zu reduzieren. Wenn die Augen jedoch regelmäßig tränen oder Beschwerden hinzukommen, sollte zur Abklärung ein Arzt aufgesucht werden.

Wann sind Augentropfen sinnvoll, wenn die Augen tränen?

Augentropfen können helfen, wenn die Augen tränen oder trocken sind. Befeuchtende Augentropfen gleichen einen Flüssigkeitsmangel aus und sorgen für ein angenehmes Gefühl. Bei Allergien oder Entzündungen gibt es spezielle Tropfen, die Symptome lindern. Wichtig ist, die Tropfen nur nach Bedarf oder ärztlicher Empfehlung zu verwenden, da manche Präparate bei falscher Anwendung die Beschwerden verschlimmern können.

Augen tränen – wann zum Arzt?

Tränende Augen verschwinden meistens nach kurzer Zeit wieder. In manchen Fällen steckt jedoch mehr dahinter, insbesondere dann, wenn die Beschwerden länger anhalten oder von weiteren Symptomen begleitet werden.

Warnzeichen – diese Anzeichen sprechen für einen Arztbesuch

  • Anhaltendes oder starkes Tränen der Augen: Wenn die Augen über Tage oder Wochen ständig tränen, ohne dass ein klarer Auslöser erkennbar ist.
  • Zusätzliche Beschwerden: Rötungen, Schmerzen, Jucken, Sehstörungen oder Schwellungen deuten auf eine Reizung oder Entzündung hin.
  • Vermehrter Tränenfluss bei Licht oder Kälte: Kann auf eine Überempfindlichkeit oder eine Störung im Tränenabfluss hindeuten.
  • Eingeschränktes Sehvermögen: Wenn das Augen tränen mit einer Verschlechterung der Sicht einhergeht.
  • Einseitiges Tränen: Besonders wenn nur ein Auge betroffen ist, sollte eine Blockade der Tränenwege ausgeschlossen werden.

Je früher ein Arzt kontaktiert wird, desto besser lassen sich körperliche Erkrankungen erkennen oder Folgeprobleme beim Augen tränen vermeiden.

Augen tränen bei körperlichen Erkrankungen

Tränende Augen können nicht nur durch äußere Reize oder Umweltfaktoren entstehen, sondern auch als Begleiterscheinung körperlicher Erkrankungen auftreten. Mögliche Zusammenhänge sind:

  • Allergien (z. B. Pollenallergie, Hausstaubmilben, Tierhaare): Der Körper reagiert mit einer übermäßigen Abwehrreaktion auf eigentlich harmlose Stoffe. Typisch sind stark tränende Augen, Juckreiz, Niesen und eine laufende Nase.
  • Erkältungen und Infektionen der Atemwege: Entzündungen im Nasen-Rachen-Raum können die Tränenkanäle beeinträchtigen. Der Abfluss der Tränenflüssigkeit ist dann gestört, sodass es zu einem Rückstau und verstärktem Tränen kommt.
  • Nasennebenhöhlenentzündung: Eine Schwellung oder Verstopfung der Nebenhöhlen kann Druck auf die Tränenwege ausüben. Die Folge: Die Augen tränen verstärkt, oft begleitet von Kopfschmerzen und einem Druckgefühl im Gesicht.
  • Diabetes mellitus: Bei schlecht eingestelltem Blutzucker kann es zu Nervenschäden kommen, die auch die Steuerung der Tränendrüsen beeinflussen. Das kann sowohl trockene als auch übermäßig tränende Augen zur Folge haben. Mehr zum Thema im Ratgeber Diabetes.
  • Schilddrüsenerkrankungen: Hormonelle Veränderungen können die Augen in Mitleidenschaft ziehen. Bei einer Überfunktion der Schilddrüse kann es beispielsweise zu Hervortreten der Augäpfel und damit zu Reizungen sowie Tränenfluss kommen. Mehr zum Thema im Ratgeber Schilddrüse.
  • Neurologische Erkrankungen: Störungen im Nervensystem, zum Beispiel durch Gesichtsnervlähmungen, können die Funktion der Tränendrüsen oder der Lidmuskulatur beeinträchtigen. Die Augen trocknen entweder aus oder tränen vermehrt, weil der natürliche Lidschlag nicht mehr richtig funktioniert.