Streptokokken: Klein aber gefährlich!

Streptokokken sind Bakterien, die bei den meisten Menschen natürlicherweise bestimmte Körperregionen besiedeln, zum Beispiel den Darm oder Rachenraum. Erst wenn sie sich vermehren, können sie eine Infektion auslösen. Die Krankheiten, die dadurch hervorgerufen werden, sind sehr vielfältig, da es eine große Bandbreite von Streptokokken-Arten gibt. Demnach sind auch die Symptome nicht einheitlich.

Im Labor werden Symptome von Streptokokken untersucht

Da die Bakterien als sehr ansteckend gelten, sollten sie dringend behandelt werden. Der Haus- oder Kinderarzt findet die passende Therapie, die in der Regel unkompliziert ist. In einigen Fällen können Streptokokken aber auch schwerwiegende Erkrankungen auslösen. Wir klären auf und geben einen Überblick.

Alles auf einen Blick:

Was sind Streptokokken?

Bei Streptokokken handelt es sich um eine Gruppe kugelförmiger Bakterien, die sich zu Paaren oder einer Kette zusammenschließen kann. Es gibt zahlreiche unterschiedliche Varianten von Streptokokken. Einige Arten besiedeln natürlicherweise die Haut sowie die Schleimhäute von Darm, Vagina oder Mund- und Rachenraum. Ein geschwächtes Immunsystem kann die Bakterien jedoch beispielsweise nicht ausreichend in Schach halten, wodurch es zu einer Erkrankung kommen kann.

Für Streptokokken gibt es Klassifizierungen, die wichtig sind, um herauszufinden, welche Behandlung infrage kommt. Eine dieser Klassifizierungen richtet sich nach der Fähigkeit, rote Blutkörperchen zu zersetzen (Hämolyse). Einige Streptokokken sind in der Lage, die Membran der roten Blutkörperchen aufzulösen und damit den roten Blutfarbstoff Hämoglobin freizusetzen. Hierbei lassen sich drei Typen unterscheiden:

  • Alpha-hämolysierende Streptokokken: Das Hämoglobin wird teilweise abgebaut. Weil dabei grünliche Abbauprodukte entstehen, wird diese Art auch „vergrünende Streptokokken“ genannt. Sie befinden sich beispielsweise oft in der Mundhöhle.

  • Beta-hämolytische Streptokokken: Sie bauen das Hämoglobin vollständig ab. Für die Gesundheit des Menschen ist diese die gefährlichste Streptokokken-Gruppe.

  • Gamma-hämolytische Streptokokken: Bei dieser Art findet keine Hämolyse statt.

Um herauszufinden, um welche Streptokokken es sich handelt, werden im Labor Blutproben auf Nährplatten (Blutagar) aufgetragen und angezüchtet. Dieses Verfahren ist nötig, um die richtige Behandlung für den Patienten zu finden.

Streptokokken-Symptome: Wie merkt man, ob man Streptokokken hat?

Die Symptome hängen davon ab, welche Streptokokken-Art welche Körperregion infiziert. Am häufigsten kommt es zu Rachenentzündungen mit den Symptomen Halsschmerzen, Schluckbeschwerden und Fieber. Durch die Symptome allein ist es meist schwer, Streptokokken genau zu identifizieren. Oft ist dazu eine Laboruntersuchung erforderlich, für die der Arzt einen Abstrich vornimmt.