Schuppenflechte
Schuppenflechte oder Psoriasis, wie Mediziner sie nennen, ist mehr als nur ein Ausschlag mit roten, juckenden Flächen. Psoriasis ist eine chronische Krankheit, eine sogenannte Autoimmunerkrankung, bei der das Immunsystem überaktiv ist. Psoriasis kann verschiedene Formen annehmen, die unterschiedliche Körperbereiche betreffen und von milden bis hin zu schweren Symptomen reichen.


Inhalt
- Was ist Schuppenflechte?
- Wie verbreitet ist Schuppenflechte?
- Psoriasis Typen
- Ursachen und Auslöser der Schuppenflechte
- Symptome der Schuppenflechte
- Diagnose der Schuppenflechte
- Behandlungsmöglichkeiten
Was ist Schuppenflechte (Psoriasis)?
Schuppenflechte oder Psoriasis ist eine chronisch-entzündliche Hauterkrankung, die nicht ansteckend ist. Meist tritt sie in Schüben auf. Typisches Merkmal sind rötlich schuppende Hautareale, die jucken können und die von silbrigen Schuppen übersät sind.
Verursacht wird die Schuppenflechte durch Entzündungen, die durch eine überschießende Reaktion des Immunsystems hervorgerufen werden. Es handelt sich dabei um eine Autoimmunreaktion. Nicht nur die Haut entzündet sich, auch andere Teile des Körpers können betroffen sein.
Zu den auffälligen Hautsymptomen können auch Gelenkbeschwerden hinzukommen, es kann sich eine sogenannten Psoriasis-Arthritis entwickeln. Selbst wenn nur ein begrenzter Teil der Körperoberfläche betroffen ist, kann Schuppenflechte die Lebensqualität erheblich beeinträchtigen.
Studien zeigen, dass Menschen mit einer Psoriasis-Erkrankung wahrscheinlich ein erhöhtes Risiko für weitere Autoimmunerkrankungen wie beispielsweise Morbus Crohn, Colitis ulcerosa, systemischem Lupus erythematodes, Diabetes Typ 1 oder rheumatoider Arthritis haben.
Häufigkeit - Wie verbreitet ist Schuppenflechte?
In Deutschland haben nach Schätzungen etwa zwei Millionen Menschen eine Schuppenflechte, das sind zwischen zwei und drei Prozent der Bevölkerung. Männer und Frauen sind etwa gleich häufig betroffen.
Psoriasis verteilt sich anscheinend nicht gleichmäßig über den Globus, am häufigsten wird sie in Nordeuropa (Norwegen) und am seltensten in Ostasien gemeldet. Es gibt Hinweise, dass hellhäutige Menschen häufiger betroffen sind als Dunkelhäutige. Dies kann aber auch daran liegen, dass die Erkrankung nicht überall ausreichend gemeldet wird.
Psoriasis Typen
Eine Schuppenflechte kann sich in jedem Alter entwickeln, tritt aber am häufigsten zum ersten Mal bei Jugendlichen oder im jungen Erwachsenenalter auf. Manchmal entwickelt sie sich auch erst zwischen dem 50. Und 70. Lebensjahr. Je nach Zeit des erstmaligen Auftretens unterscheidet man zwischen:
- Psoriasis Typ 1 (Frühtyp): Erkrankung tritt vor dem 40. Lebensjahr auf
- Psoriasis Typ 2 (Spättyp): Erkrankung tritt nach dem 40. Lebensjahr auf
Ursachen und Auslöser der Schuppenflechte
Die typischen Hautreaktionen bei Schuppenflechte entstehen durch eine gestörte Immunantwort im Körper. Besonders betroffen sind die hornbildenden Hautzellen, die man als Keratinozyten bezeichnet. Diese Zellen werden in den unteren Hautschichten kontinuierlich neu gebildet, wandern in die Oberhaut und werden dort schließlich abgestoßen. Normalerweise dauert dieser gesamte Prozess bis zu einem Monat.
Bei Schuppenflechte führt die fehlerhafte Immunreaktion zu einer Entzündung, wodurch sich die Keratinozyten viel schneller als üblich vermehren, sie wandern meist in nur vier Tagen an die Oberfläche. Die toten Zellen können von der obersten Hautschicht nicht schnell genug abgestoßen werden, was zu dicken, schuppenden Stellen, sogenannten Plaques, auf der Haut führt.
Das Immunsystem ist überaktiv und setzt vermehrt Botenstoffe (Zytokine) frei, die einerseits Entzündungen auslösen, wodurch die Haut gerötet ist und von denen andererseits auch einige für das zu schnelle Wachstum der Keratinozyten verantwortlich sind.
Wie kommt es zu dieser Fehlfunktion des Immunsystems?
Bis heute konnten Wissenschaftler diese Frage noch nicht komplett klären. Genetische Faktoren spielen dabei eine große Rolle. Wenn Eltern an Schuppenflechte leiden, erkranken deren Kinder viel häufiger an der Hauterkrankung als Kinder von gesunden Eltern. Wenn ein Elternteil betroffen ist, beträgt die Wahrscheinlichkeit, dass ein Kind an Schuppenflechte erkrankt, etwa 15 Prozent, sind beide Elternteile betroffen, sogar 30 Prozent.
Im Prinzip kann jeder, der die Veranlagung in sich trägt, eine Psoriasis entwickeln. Um sie aber tatsächlich auszulösen, sind meist noch weitere Faktoren wie zum Beispiel Adipositas (Fettleibigkeit) notwendig.
Psoriasis-Schübe können durch bestimmt Reize ausgelöst werden. Dazu gehören zum Beispiel:
- Reizungen der Haut (zum Beispiel durch zu heißes Duschen, Sonnenbrand, Verbrennungen, Verletzungen, Tätowierungen, Piercings etc.),
- Psyche und Stress (zum Beispiel durch den Tod eines Angehörigen, Scheidung, Prüfungsangst, Arbeitslosigkeit oder ähnliches),
- Nikotin und Alkohol,
- Vermutlich auch bestimmte Medikamente (Blutdruckmittel wie Betablocker oder ACE-Hemmer, bestimmte Malariamittel wie Chloroquin, Terbinafin, Lithium, etc.),
- Streptokokken-Infektionen (kann vor allem vor allem Psoriasis guttata auslösen).













