Migräne
Betroffene wissen, wie unerträglich Migräne sein kann. Migräne ist anders als „normale“ Kopfschmerzen. Man wird manchmal völlig außer Gefecht gesetzt, der Kopf tut weh und pocht, es wird einem übel, helles Licht kann man nicht vertragen und man möchte sich am liebsten im Bett verkriechen. Das Schlimme ist, dass Migräneanfälle immer wieder kommen. Heilbar ist die Krankheit derzeit nicht. Wie man besser damit zurecht kommen kann, lesen Sie hier.


Inhalt
- Was ist Migräne?
- Was versteht man unter Aura?
- Habe ich wirklich Migräne?
- Was passiert vor und nach der Migräneattacke?
- Welche Faktoren können Migräne auslösen?
- Migräne und Wetter
- Lebensmittel als Auslöser für Migräne
- Kopfschmerzen durch Medikamente
- Wie stellt der Arzt Migräne fest?
- Was hilft bei einer Migräneattacke?
- Wie kann ich Migräneanfällen vorbeugen?
Was ist Migräne?
Wenn von Migräne gesprochen wird, denken viele zuerst an Kopfschmerzen. Migräne ist aber eine Erkrankung, bei der es um weit mehr geht. Kopfschmerzen sind lediglich ein Symptom.
Migräne ist die häufigste neurologische Erkrankung in Deutschland. Sie kommt häufiger vor als Diabetes, Asthma und Epilepsie zusammen. Frauen sind dabei häufiger betroffen als Männer, vor allem vor oder während der Periode haben sie damit zu tun.
Migräne kann sehr belastend sein und den Alltag erheblich einschränken. Trotzdem halten sich hartnäckig unsinnige Vorurteile „Herr Müller kommt heute nicht, er macht mal wieder migränefrei“, während Betroffene Kopfschmerzen haben, die kaum auszuhalten sind und den Kopf zum Bersten bringen. An Arbeit ist dabei sicherlich nicht zu denken.
Bis heute kennt man den Mechanismus, der eine Migräne auslöst, nicht genau. Vermutlich liegt eine genetische Veranlagung zugrunde. Wissenschaftler gehen davon aus, dass es zu einer veränderten Hirnaktivität, ausgehend vom Hirnstamm kommt. Die Folgen davon sind Funktionsstörungen der Nervenzellen und die Blutgefäße im Gehirn erweitern und entzünden sich. Man vermutet, dass sogenannte „Trigger“ Migräneattacken auslösen. Diese können ganz verschieden sein, dazu zählen zum Beispiel Alkohol, Stress oder auch hormonelle Schwankungen.
Symptome – Wie äußert sich Migräne?
Typisch für eine Migräne sind mittlere bis starke Kopfschmerzen, von denen oft nur eine Kopfseite betroffen ist. Betroffene beschreiben sie als pulsierend, pochend oder hämmernd. Manchmal reichen kleine Bewegungen schon aus, um den Schmerz zu verschlimmern. Alles, was man sich vorgenommen hat, alle Pläne und Termine müssen gestrichen werden. Man hat nur noch den Wunsch, sich in ein dunkles stilles Zimmer zurückzuziehen und sich nicht mehr zu bewegen.
Bei Migräne geht es aber um weit mehr als reine Kopfschmerzen. Oft sind die Schmerzen mit permanenter Übelkeit verbunden, manche müssen sich übergeben oder ihnen wird schwindelig. Laute Geräusche und helles Licht werden oft nur schwer ertragen, alleine das Öffnen der Augen bedeutet manchmal Qualen. Die Einschränkung, die Betroffene durch eine Migräne erfahren, ist für Außenstehende oft nur schwer zu begreifen. Dadurch, dass Untersuchungsbefunde, Blutwerte und Röntgenaufnahmen keine Auffälligkeiten zeigen, hat man nichts in der Hand, womit man anderen die Krankheit „beweisen“ könnte, sie ist nicht „sichtbar“, anders als zum Beispiel ein Gips am Arm.
Eine Migräneattacke wird bei manchen Menschen durch eine sogenannte „Aura“ eingeleitet. Man sieht Blitze, Muster, verspürt ein Kribbeln oder man vernimmt Geräusche, die gar nicht da sind. Die Aura dauert zwischen fünf Minuten und einer Stunde, danach klingt sie wieder ab und die typischen Migränekopfschmerzen treten auf. Man geht davon aus, dass etwa 20 bis 30 Prozent der Migränepatienten davon betroffen sind.
Was versteht man unter Aura?
Unter einer Aura versteht man neurologische Störungen, die zu Beginn eines Migräneanfalls auftreten können. Sie können alle Sinne betreffen, das Sehen, das Riechen, das Fühlen und so weiter.
Das Sehvermögen ist am häufigsten beeinträchtigt. Menschen sehen blendende Kreise, Zickzackmuster oder Blitzlichter. Man sieht etwas, was gar nicht da ist oder es fehlt ein Teil im Gesichtsfeld. Betroffene sind sich dessen genau bewusst.
Gerüche sind manchmal unerträglich und widerlich, es kommt auch vor, dass man plötzlich gar nichts mehr riecht. Andere verspüren ein Kribbeln auf der Haut, das sich anfühlt, als würde eine Armee Ameisen über die Arme laufen. Danach kann sich der ganze Arm plötzlich taub anfühlen. Auch Sprachstörungen können im Rahmen einer Aura auftreten. Eine Migräneaura kann auch ohne nachfolgenden Kopfschmerz auftreten. Bei einigen Betroffenen nehmen die Kopfschmerzphasen mit steigendem Alter ab, die Aura bleibt jedoch erhalten.












