Blähungen bei Babys
Blähungen und Bauchschmerzen kommen bei Neugeborenen oft vor. Was tun, wenn das Baby zu viel Luft im Bauch hat, viel pupst oder sich nachts mit Blähungen quält? Hier finden verunsicherte Eltern hilfreiche Tipps.


Blähungen (Meteorismus, Blähbauch) entstehen durch zu viel Luft im Darm. Blähungen kommen bei Menschen jeden Alters vor. (Spezialartikel: Blähungen) Bei Babys in den ersten Lebensmonaten treten Blähungen häufig auf, meistens kurz nach dem Füttern.
Durch Ab- und Umbauprozesse der Nahrung im Magen-Darm-Trakt können sich Gase in zu großer Menge bilden, die die Blähungen verursachen.
Üblicherweise kann der Körper die Luftansammlung abbauen oder durch ein Bäuerchen oder als Darmwind entweichen lassen. Passiert dies nicht schnell genug, staut sich die Luft im Bauch. Die überschüssige Luft im Bauch führt in Folge zu krampfartigen Schmerzen. Das Baby fängt dadurch an zu schreien.
Durch die Blähungen kann sich das Zwerchfell des Babys nach oben schieben (Zwerchfellhochstand) was zu einer Beeinträchtigung der Atmung führen kann.
Wenn bei Blähungen übermäßig viele Gase abgehen, sprich man von Flatulenz.
Blähungen bei Babys und die Dreimonatskoliken sind voneinander zu unterscheiden. Heutzutage spricht man statt von den Dreimonatskoliken von einer sogenannten Regulationsstörung. Sie tritt vor allem in den ersten 6 bis 12 Lebenswochen vor. Babys mit einer Regulationsstörung schreien überdurchschnittlich häufig und lange. Die Schreianfälle sind nicht – so wie früher gedacht – durch Bauchschmerzen und Blähungen ausgelöst. Im Gegenteil: die Babys schlucken beim Weinen übermäßig Luft und bekommen dadurch einen Blähbauch. Man spricht dann von einer Regulationsstörung, wenn ein Baby mehr als 3 Stunden pro Tag, an mindestens 3 Tagen pro Woche und über einen Zeitraum von mehr als 3 Wochen hinweg schreit („Schreibaby“).
Mythos: Die Ernährung der Mutter bei Stillkindern hat keinen maßgeblichen Einfluss, ob das Baby Blähungen bekommt oder nicht. Es gibt keine wissenschaftlichen Belege dafür, dass der Verzehr von blähenden Speisen wie z. B. Kohl durch die Mutter zu Blähungen beim Baby führt.
In einigen Fällen entstehen die Blähungen bei Babys durch Ursachen, die ärztlich abgeklärt werden sollten.
Warnzeichen sind z. B:
Kurz gesagt: Wärme, eine sanfte Bauchmassage und eine ruhige Umgebung können helfen. Ebenfalls hilfreich sind die Hockstellung und der Fliegergriff.

Präparate aus der Apotheke können ebenfalls helfen, wenn Hausmittel nicht ausreichend die Beschwerden gebessert haben:
Spezialnahrungen werden Formula ernährten Säuglingen gegeben – nach Rücksprache mit dem Arzt – wenn sie unter verschiedenen Beschwerden leiden, wie z. B. Spucken, Blähungen, Verstopfung, Kuhmilchweißallergie, Gedeihstörungen oder Galactosämie. Bei Babys mit Blähungen werden die sogenannten Komfortnahrungen eingesetzt. Diese enthalten wenig oder gar kein Lactose. Stattdessen enthalten sie leicht verdauliche und resorbierbare Glucose-Bestandteile und leicht verdauliche Proteine.
Die richtige Halteposition beim Stillen oder Füttern mit der Flasche ist wichtig, so dass das Baby nicht unnötig viel Luft schluckt.
Einige Tipps, damit das Baby überhaupt keine Blähungen bekommt sind z. B.:
Wählen Sie lockere Kleidung, die den Bauch des Babys nicht einschnürt.
Um das Aufstoßen zu erleichtern, helfen eine aufrechte Position, leichtes Klopfen auf den Rücken, Herumlaufen, sanftes Schaukeln oder Wiegen.
Sorgen Sie für eine ruhige Atmosphäre beim Füttern und Stillen.
Achten Sie darauf, dass sich nicht übermäßig viele Luftblasen in der Flasche bilden. Wählen Sie die richtige Saugergröße (kleine Öffnung) und sorgen Sie dafür, dass die Spitze des Saugers mit Milch gefüllt ist.
Achten Sie darauf, dass das Baby die Brustwarze gut umschließt und richtig saugt. Probieren Sie verschiedene, aufrechte Stillpositionen aus, damit es möglichst wenig Luft schluckt.
Blähungen bei Babys entstehen durch zu viel Luft im Darm, meist kurz nach dem Füttern, und führen oft zu Schmerzen und Unruhe. Wenn die Luft nicht rechtzeitig entweichen kann, staut sie sich und verursacht krampfartige Beschwerden, die das Baby zum Schreien bringen. Blähungen sind von den sogenannten Dreimonatskoliken abzugrenzen, die heute als Regulationsstörung bezeichnet werden und durch übermäßiges Schreien entstehen, wobei das Baby viel Luft schluckt. Ursachen für Blähungen sind unter anderem ein unreifes Verdauungssystem, Luftschlucken beim Trinken oder Weinen, Nahrungsmittelunverträglichkeiten, Stress und die Umstellung auf feste Nahrung. Typische Symptome sind ein harter, aufgeblähter Bauch, Flatulenz, Appetitlosigkeit, Erbrechen und das Anziehen der Beine. Ein Arzt sollte aufgesucht werden, wenn die Beschwerden anhalten, das Baby nicht zunimmt, Fieber hat oder nach jeder Mahlzeit ausgiebig schreit. Hausmittel wie Wärmekissen, Bauchmassagen, der Fliegergriff und verdauungsfördernde Tees können schnell helfen, ebenso wie Präparate aus der Apotheke wie sogenannte Entschäumer oder Probiotika. Zur Vorbeugung ist es wichtig, beim Füttern auf eine ruhige Atmosphäre, die richtige Halteposition und passende Flaschensauger zu achten, um Luftschlucken zu vermeiden. Einschlafrituale, lockere Kleidung und sanfte Maßnahmen wie ein warmes Bad oder eine Bauchmassage können zusätzlich zur Entspannung und besseren Verdauung beitragen.

Diesen Artikel verfasste unsere Apothekerin Cristina Offermans.
Cristina Offermans hat Pharmazie studiert und arbeitet als erfahrene Apothekerin (Senior Pharmacist) bei DocMorris. Sie ist spezialisiert auf die Durchführung pharmazeutischer Dienstleistungen und setzt sich für eine moderne, patientenorientierte Arzneimittelversorgung ein. Mit ihrer Erfahrung stärkt sie die Beratungskompetenz im Apothekenteam und trägt zur Weiterentwicklung innovativer Services bei. Ihr besonderes Interesse gilt der Frauengesundheit und der Baby- und Kindermedizin. Außerdem hat sie zahlreiche Beiträge im Bereich der neurologischen Erkrankungen verfasst, insbesondere über Multiple Sklerose.