Blähungen bei Babys
Blähungen und Bauchschmerzen kommen bei Neugeborenen oft vor. Was tun, wenn das Baby zu viel Luft im Bauch hat, viel pupst oder sich nachts mit Blähungen quält? Hier finden verunsicherte Eltern hilfreiche Tipps.


Das Wichtigste in Kürze
- Blähungen entstehen durch zu viel Luft im Darm und sind eine häufige Beschwerde bei Babys, die oft zu Schmerzen und Unruhe führt.
- Hauptursachen sind ein noch unreifes Verdauungssystem, Luftschlucken beim Trinken oder Schreien sowie Nahrungsumstellungen.
- Typische Symptome sind ein harter, aufgeblähter Bauch, häufiges Schreien, Flatulenz und das Anziehen der Beine zum Körper.
- Schnelle Hilfe leisten kann: Wärme (Wärmekissen oder Bad), sanfte Bauchmassage (eventuell mit ätherischen Ölen), Hockstellung (Beinchen langsam zum Oberkörper schieben) , Bäuerchen, Fliegergriff (siehe unten), Ruhe und verdauungsfördernde Tees.
- Ein Arztbesuch ist ratsam bei anhaltenden Beschwerden, Fieber, Nahrungsverweigerung oder wenn das Baby nicht an Gewicht zunimmt.
Was sind Blähungen beim Baby?
Blähungen (Meteorismus, Blähbauch) entstehen durch zu viel Luft im Darm. Blähungen kommen bei Menschen jeden Alters vor. (Spezialartikel: Blähungen) Bei Babys in den ersten Lebensmonaten treten Blähungen häufig auf, meistens kurz nach dem Füttern.
Durch Ab- und Umbauprozesse der Nahrung im Magen-Darm-Trakt können sich Gase in zu großer Menge bilden, die die Blähungen verursachen.
Üblicherweise kann der Körper die Luftansammlung abbauen oder durch ein Bäuerchen oder als Darmwind entweichen lassen. Passiert dies nicht schnell genug, staut sich die Luft im Bauch. Die überschüssige Luft im Bauch führt in Folge zu krampfartigen Schmerzen. Das Baby fängt dadurch an zu schreien.
Durch die Blähungen kann sich das Zwerchfell des Babys nach oben schieben (Zwerchfellhochstand) was zu einer Beeinträchtigung der Atmung führen kann.
Wenn bei Blähungen übermäßig viele Gase abgehen, sprich man von Flatulenz.
Exkurs: Unterschied zu Dreimonatskoliken
Blähungen bei Babys und die Dreimonatskoliken sind voneinander zu unterscheiden. Heutzutage spricht man statt von den Dreimonatskoliken von einer sogenannten Regulationsstörung. Sie tritt vor allem in den ersten 6 bis 12 Lebenswochen vor. Babys mit einer Regulationsstörung schreien überdurchschnittlich häufig und lange. Die Schreianfälle sind nicht – so wie früher gedacht – durch Bauchschmerzen und Blähungen ausgelöst. Im Gegenteil: die Babys schlucken beim Weinen übermäßig Luft und bekommen dadurch einen Blähbauch. Man spricht dann von einer Regulationsstörung, wenn ein Baby mehr als 3 Stunden pro Tag, an mindestens 3 Tagen pro Woche und über einen Zeitraum von mehr als 3 Wochen hinweg schreit („Schreibaby“).
Was sind mögliche Ursachen von Blähungen bei Babys?
- Noch nicht vollständig entwickeltes Verdauungssystem
Babys haben noch keine vollständig ausgebildete Darmflora und die Verdauungsenzyme funktionieren noch nicht reibungslos. Die Darmschlingen müssen sich nach der Geburt erst neu ordnen, um ihre endgültige Lage im Bauchraum zu finden. Der Darm muss sich auf seine Funktion einstellen. - Luftschlucken (Aerophagie) beim Trinken oder beim übermäßigen Schreien
- Nahrungsmittelunverträglichkeiten und Krankheiten wie z. B.: Milchzuckerunverträglichkeit (Laktoseintoleranz), Glutenunverträglichkeit (Zöliakie), Funktionsstörung der Bauchspeicheldrüse (Pankreasinsuffizienz), Sodbrennen (gastroösophagealer Reflux), Regulationsstörung (Dreimonatskolik).
- Auch die Umstellung von Milch auf feste Nahrung kann Blähungen verursachen.
- Stress, Unruhe, Reizüberflutung
- Regulationsstörungen
Mythos: Die Ernährung der Mutter bei Stillkindern hat keinen maßgeblichen Einfluss, ob das Baby Blähungen bekommt oder nicht. Es gibt keine wissenschaftlichen Belege dafür, dass der Verzehr von blähenden Speisen wie z. B. Kohl durch die Mutter zu Blähungen beim Baby führt.













