Nierenkrebs - Nierenzellkarzinom




Bei Nierenkrebs handelt es sich meist um ein Nierenzellkarzinom und wird häufig zufällig entdeckt, weil zu Beginn typische Warnzeichen fehlen.
Zu den Risikofaktoren zählen Rauchen, Alkohol und Übergewicht. Die Diagnose stützt sich auf bildgebende Untersuchungen. Bei örtlich begrenztem Nierenkrebs ist die Operation (möglichst nierenerhaltend) die Standardtherapie. Bei metastasierter Erkrankung stehen zielgerichtete Therapien und Immuntherapien im Vordergrund. Ergänzend sind Nachsorge, Rehabilitation, Ernährung, Bewegung und psychologische Unterstützung wichtig.
Unsere Informationen können einen ersten Überblick über die Erkrankung verschaffen, aber keineswegs die Beratung durch einen Arzt oder eine Ärztin ersetzen. Vereinbaren Sie bei Unsicherheiten oder einem Verdacht bitte immer einen Termin in Ihrer Arztpraxis.
Nierenkrebs ist ein Sammelbegriff für bösartige Tumoren, die in der Niere entstehen. Sie treten an verschiedenen Stellen auf und werden ggf. auch unterschiedlich behandelt:
Das Nierenzellkarzinom (NZK) hat ebenfalls Untertypen, die sich voneinander unterscheiden und therapeutische Entscheidungen beeinflussen:
klarzellige Form
(konventionell)
≈ 80 %
papilläre Form
(chromophil)
≈ 5–10 %
chromophobe Form
≈ 5–8 %
Anmerkung: In diesem Artikel geht es um die häufigste Form von Nierenkrebs, das Nierenzellkarzinom. Die Begriffe werden hier synonym verwendet.
Die Niere ist ein bohnenförmiges Organ und arbeitet als „Klärwerk“ des Körpers. Sie filtert Stoffwechselprodukte, Giftstoffe und überflüssiges Wasser aus dem Blut. Der so gebildete Urin sammelt sich im Nierenbecken, von dort gelangt er zur Blase und kann anschließend über die Harnröhre ausgeschieden werden.
Jeder Mensch hat normalerweise zwei Nieren, die links und rechts neben der Wirbelsäule im unteren Rücken liegen. Ihre Farbe ist rötlich-braun, und sie haben eine glatte Oberfläche. Außerdem reguliert die Niere den Wasser- und Elektrolythaushalt und ist für die Einstellung des Blutdruckes verantwortlich. Einige Erkrankungen, z.B. Herzerkrankungen wie eine Herzinsuffizienz, können die Nierenfunktion beeinträchtigen. Umgekehrt können Nierenerkrankungen sich ungünstig auf das Herz auswirken und Bluthochdruck oder Gefäßablagerungen begünstigen.
Bei den meisten Patienten lässt sich die konkrete Ursache nicht eindeutig klären.
Mögliche Risikofaktoren, die die Wahrscheinlichkeit an Nierenkrebs zu erkranken erhöhen, sind:
Die meisten Patienten mit Nierentumoren haben ein Nierenzellkarzinom. Nierenzellkarzinom ist im Vergleich zu anderen Tumorarten eher selten. In Deutschland werden pro Jahr rund 15.000 Menschen neu diagnostiziert; im Durchschnitt sind die Patienten zum Zeitpunkt der Diagnose 70 Jahre alt.
Die gezielte Vorbeugung von Nierenkrebs basiert vor allem auf einem gesunden Lebensstil und dem Vermeiden bekannter Risikofaktoren. Rauchen gilt als einer der wichtigsten vermeidbaren Auslöser für Nierenzellkarzinome. Auch Übergewicht und Bluthochdruck erhöhen das Erkrankungsrisiko und lassen sich durch regelmäßige Bewegung, ausgewogene Ernährung und medizinische Kontrolle positiv beeinflussen.
Der Verzicht auf übermäßigen Alkoholkonsum und der sorgfältige Umgang mit bestimmten Schmerzmitteln – insbesondere solchen mit nephrotoxischer Wirkung (nierenschädigender Wirkung) – tragen ebenfalls zur Vorbeugung bei. Personen mit familiärer Vorbelastung sollten zudem regelmäßige ärztliche Kontrollen in Erwägung ziehen.
Da Nierenkrebs in frühen Stadien oft keine typischen Symptome verursacht, ist die Früherkennung eine besondere Herausforderung. Routinemäßige bildgebende Verfahren, wie Ultraschalluntersuchungen des Bauchraums, können jedoch zufällig entdeckte Tumoren sichtbar machen, insbesondere bei Risikopersonen.
Auch Blut- und Urinuntersuchungen können Hinweise liefern, etwa bei unklaren Blutbeimengungen im Urin (Hämaturie). Für Menschen mit genetischer Vorbelastung oder bestimmten Vorerkrankungen ist eine engmaschige medizinische Überwachung empfehlenswert. Eine frühzeitige Diagnose verbessert die Heilungschancen deutlich, da Nierenkrebs im Anfangsstadium meist noch gut operativ behandelbar ist.
Frühe, eindeutige Symptome sind selten und deswegen wird Nierenkrebs in vielen Fällen zufällig entdeckt – beispielsweise bei einer Ultraschalluntersuchung aus anderem Anlass.
Typische Symptome und Warnzeichen gibt es nicht. Oft treten eindeutige Beschwerden bei fortgeschrittenen, größeren Tumoren der Niere auf:
Blut im Urin (Hämaturie)
Schmerzen in der Nierengegend, die bis in den Rücken ausstrahlen können (Flankenschmerzen)
tastbarer Tumor
Unspezifische Allgemeinsymptome können sein:
Diese Beschwerden sollte man beim Arzt abklären lassen. Sie können auch andere (gut behandelbare) Ursachen haben.

Eine frühzeitige Diagnose ist besonders wichtig. Je früher ein Tumor erkannt wird, desto besser sind die heilungs- und Überlebenschancen. Bei Verdacht auf einen Tumor in der Niere werden verschiedene Untersuchungen durchgeführt. Damit soll zuerst festgestellt werden, ob tatsächlich Nierenkrebs vorliegt. Sie können auch das Ausmaß der Erkrankung erfassen und bewerten und damit helfen, die bestmögliche Entscheidung für die Therapie zu treffen.
Die Therapie hängt von der Größe, Lage, Ausdehnung und Aggressivität des Tumors ab. Je nach Befund kann eine Operation durchgeführt werden oder mit Medikamenten behandelt werden. In einigen Fällen können beide Möglichkeiten in Frage kommen. An der Therapie ist ein interdisziplinäres Team (Urologie, Onkologie, Radiologie u. a.) beteiligt.

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Als Nachsorge bezeichnet man die regelmäßigen Untersuchungen, die nach der Therapie stattfinden. Eine Rückkehr des Tumors oder Metastasen können somit frühzeitig erkannt werden. Zu dieser Nachsorge gehören z. B. körperliche Untersuchungen, Ultraschalluntersuchungen, CT und Blut- und Urinuntersuchungen. Auch seelische und soziale Beschwerden sind Themen, die bei der Nachsorge mit dem Arzt besprochen werden können.
Rehabilitationsmaßnahmen helfen, Kräfte aufzubauen, Nebenwirkungen zu lindern und den Wiedereinstieg in Arbeit und Alltag zu erleichtern.
Neben der rein medizinischen Nachsorge wird auch eine sogenannte „Nachbetreuung“ angeboten. Dies kann helfen, die Krankheit seelisch zu verarbeiten und auch die Probleme, die im Zusammenhang mit der Erkrankung auftreten, in den Griff zu bekommen.
Einigen Patienten hilft es, sich Unterstützung bei einer Psychosozialen Beratungsstelle zu holen, die es in vielen Städten und Gemeinden gibt. Manchmal hilft es auch, einfach mit anderen Betroffenen zu reden und sich über die Probleme auszutauschen. Dies funktioniert am besten im Rahmen einer Selbsthilfegruppe.
Es gibt sehr viele Unterstützungsangebote. Als Betroffener werden Sie Hilfe brauchen, scheuen Sie nicht, sie anzunehmen!
Ernährung und Bewegung
Eine pauschale „Krebsdiät“ gibt es nicht. Ziel ist eine ausgewogene Ernährung.
Ausgewogen & bedarfsgerecht: Orientieren Sie sich an einer vielseitigen und Ihrem persönlichen Bedarf entsprechenden Ernährung
Eine Ernährungsberatung hilft, individuelle Fragen zu klären.
Sport und körperliche Aktivität
Bewegung und eine auf den eigenen Gesundheitszustand abgestimmte sportliche Betätigung sind wichtig. Sie können chronische Müdigkeit (Fatigue) reduzieren, die Stimmung heben, Kondition und Muskulatur stärken und die Alltagsbewältigung erleichtern.
Prinzip „sanft steigern“: Starten Sie mit kurzen, regelmäßigen Einheiten (z. B. Spazierengehen, Radfahren auf niedriger Intensität) und steigern Sie langsam.
Kraft & Mobilität: Leichte Kräftigungsübungen und Beweglichkeitstraining stabilisieren Rumpf und Gelenke – wichtig nach Operation oder Phasen mit wenig Aktivität.
Sicherheit: Sprechen Sie vor Beginn mit Ihrem Behandlungsteam und ggf. mit einem Physiotherapeuten.
Yoga und Entspannungstechniken
Viele Pateinten empfinden Yoga, Atem‑ und Entspannungsübungen als hilfreich: Sie fördern Körperwahrnehmung, Beweglichkeit und Stressabbau und können Schlaf und Wohlbefinden verbessern. Wählen Sie sanfte Formen, passen Sie Übungen an Ihre Tagesform an und vermeiden Sie schmerzhaftes Üben.

Diesen Artikel verfasste unsere Apothekerin Cristina Offermans.
Cristina Offermans ist Apothekerin und arbeitet als Senior Pharmacist bei DocMorris. Sie ist spezialisiert auf die Durchführung pharmazeutischer Dienstleistungen und setzt sich für eine moderne, patientenorientierte Arzneimittelversorgung ein. Mit ihrer Erfahrung stärkt sie die Beratungskompetenz im Apothekenteam und trägt zur Weiterentwicklung innovativer Services bei.
Stand: 18.09.2025

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Nierenkrebs-Netzwerk Deutschland e.V.
https://www.nierenkrebs-netzwerk.de
Deutsches Krebsforschungszentrum
https://www.krebsinformationsdienst.de
Stiftung Deutsche Krebshilfe
https://www.krebshilfe.de
Berufsverband Deutscher Internistinnen und Internisten e.V.
https://www.internisten-im-netz.de