Magenkrebs: Diagnose, Symptome, Therapie




Magenkrebs, auch als Magenkarzinom bezeichnet, ist eine bösartige Tumorerkrankung, die überwiegend aus dem Drüsengewebe der Magenschleimhaut hervorgeht und meist als Adenokarzinom auftritt. Die Krankheit entwickelt sich zunächst lokal, kann aber in späteren Stadien in umliegendes Gewebe einwachsen und Metastasen bilden.
Die genauen Ursachen sind nicht vollständig geklärt, jedoch gelten chronische Magenentzündungen, eine Infektion mit Helicobacter pylori, ungesunde Ernährung, Rauchen, Übergewicht und genetische Veranlagung als Risikofaktoren. Die Diagnose erfolgt über bildgebende Verfahren und Magenspiegelung.
Die Behandlung richtet sich nach dem Stadium und reicht von endoskopischen Eingriffen über Operationen bis hin zu Chemotherapie, Strahlen- und Immuntherapie. Früh erkannt besteht die Chance auf vollständige Heilung, jedoch ist die Prognose bei fortgeschrittener Erkrankung häufig ungünstig.
Unsere Informationen können einen ersten Überblick über die Erkrankung verschaffen, aber keineswegs die Beratung durch einen Arzt oder eine Ärztin ersetzen. Vereinbaren Sie bei Unsicherheiten oder einem Verdacht bitte immer einen Termin in Ihrer Arztpraxis.
Magenkrebs, auch Magenkarzinom genannt, ist eine bösartige Tumorerkrankung der Magenschleimhaut. Sie entsteht, wenn Zellen der Magenwand unkontrolliert wachsen und dabei umliegendes Gewebe schädigen. In 95 Prozent der Fälle gehen sie vom Drüsengewebe der Magenschleimhaut aus und werden daher als Adenokarzinome bezeichnet. Seltener treten Tumoren des lymphatischen Gewebes im Magen (MALT-Lymphome) und der Muskulatur (Sarkome bzw. Gastrointestinale Stromatumoren) auf. Hier konzentrieren wir uns auf Adenokarzinome.
Magenkrebs ist ein sogenannter „solider“ Tumor. Das bedeutet, dass er sich zunächst an einer Stelle bildet und auch nur dort wächst. Allerdings kann ein bösartiger Magentumor zu einem späteren Zeitpunkt in umliegendes Gewebe eindringen und Metastasen bilden.
Adenokarzinome im oberen Bereich des Magens, der sogenannten Kardia, die in die Speiseröhre übergehen, werden als Speiseröhrenkrebs klassifiziert und entsprechend behandelt.
In Deutschland erkranken jährlich etwa 14.500 bis 17.000 Menschen an Magenkrebs. Männer sind häufiger betroffen als Frauen, und das Risiko steigt mit dem Alter. Durchschnittlich sind Männer bei der Diagnose 71 Jahre alt, Frauen 75 Jahre. Bei Männern treten die Tumoren bei etwa doppelt so häufig am Mageneingang (Kardia) auf als bei Frauen. Seit Jahrzehnten kann man erfreulicherweise einen stetigen Rückgang der Erkrankungs- und Sterberaten an Magenkrebs in Deutschland beobachten.
Die Erfolgsaussichten einer Behandlung ist stark abhängig vom Stadium des Krebses. Zwar haben sich die Überlebensaussichten verbessert, dennoch bleibt die Prognose im Vergleich zu anderen Krebserkrankungen eher ungünstig. Dennoch ist eine dauerhafte Heilung möglich, wenn der Tumor rechtzeitig erkannt und vollständig chirurgisch entfernt werden kann. Insbesondere bei sehr keinen früh entdeckten Tumoren ist die Heilungschance hoch. Bei etwa 40 Prozent der Patienten haben sich zum Zeitpunkt der Diagnose bereits Metastasen gebildet. Für Frauen gibt das Robert Koch-Institut aktuell relative 5-Jahres-Überlebensraten um 37 Prozent an, für Männer um 35 Prozent.

Der Magen ist ein Teil des Verdauungssystems und liegt im linken Oberbauch zwischen Milz und Leber, unterhalb des Zwerchfells. Oben mündet die Speiseröhre in den Magen, unten geht er in den Zwölffingerdarm über, der durch einen ringförmigen Schließmuskel, den Pförtner, getrennt ist. Der Magen ist ein muskulöses Hohlorgan, dessen Form, Größe und Lage je nach Körperbau, Alter und Füllungszustand variieren.
Die Hauptaufgabe des Magens ist es, Nahrung aufzunehmen, sie mit Magensaft zu einem Speisebrei zu verarbeiten, diesen für etwa 3 Stunden zu speichern und dann in den Dünndarm abzugeben, wo die Verdauung weitergeht. Der Magen eines Erwachsenen ist etwa 25 bis 30 cm lang und fasst zwischen 1,6 und 2,4 Litern.
Der Magen besteht aus verschiedenen Abschnitten: dem Mageneingang (Kardia oder Cardia), dem Magenfundus, der sich nach oben wölbt, dem Magenkörper (Corpus) und dem Antrum vor dem Pförtner (Pylorus).
Die Magenwand hat vier Schichten: die Magenschleimhaut, eine blutgefäßreiche Bindegewebsschicht, eine Muskelschicht und das Bauchfell. Die Magenschleimhaut produziert Magensäure und Verdauungssekrete sowie einen schützenden Schleim, der die Schleimhaut vor der Magensäure schützt. Wird diese Schutzschicht beschädigt, kann es zu Entzündungen, Geschwüren oder Magenkrebs kommen. Außerdem bildet der Magen den Intrinsikfaktor, der für die Aufnahme von Vitamin B12 wichtig ist.
Warum manche Menschen an Magenkrebs erkranken und andere nicht, ist noch nicht vollständig geklärt. Forscher vermuten, dass – wie bei vielen anderen Krebserkrankungen auch– verschiedene Faktoren zusammenwirken. Einige Risikofaktoren sind jedoch bekannt.
Entzündungen und andere Vorerkrankungen des Magens spielen oft eine Rolle. Chronische Gastritis oder Magengeschwüre, die häufig durch das Bakterium Helicobacter pylori verursacht werden, können das Risiko erhöhen. Auch bestimmte Ernährungsgewohnheiten scheinen einen Einfluss zu haben. Eine Ernährung, die reich an gesalzenen, gepökelten oder geräucherten Lebensmitteln ist, kann beispielsweise das Risiko erhöhen, während eine Ernährung mit viel frischem Obst und Gemüse schützend wirken kann.
Es ist wichtig zu verstehen, dass diese Risikofaktoren nicht bedeuten, dass jeder, der ihnen ausgesetzt ist, zwangsläufig an Magenkrebs erkrankt. Ebenso können Menschen ohne diese Risikofaktoren, die ganz gesund leben, scheinbar aus heiterem Himmel an Magenkrebs erkranken. Manchmal entstehen Veränderungen im Erbgut rein zufällig im Laufe des Lebens. Kommen mehrere Veränderungen vor, kann das bewirken, dass sich eine normale Zelle zur Tumorzelle entwickelt.
Folgende Punkte gelten als Risikofaktoren:
Am Anfang macht ein Magenkarzinom meist keine Beschwerden. Auch in fortgeschrittenem Stadium sind die Symptome zunächst nicht besorgniserregend und können meistens nicht von harmlosen Verdauungsbeschwerden unterschieden werden. Patienten haben dann manchmal das Gefühl, bestimmte Speisen nicht gut zu vertragen oder haben Bauchschmerzen.
Hier sind einige der häufigsten Symptome:
Diese Symptome können auch bei weniger schwerwiegenden Erkrankungen auftreten. Wenn sie jedoch über längere Zeit als zwei Wochen bestehen bleiben oder sich verschlimmern, ist es wichtig, einen Arzt aufzusuchen, um die Ursache abzuklären. Es ist wichtig, die Symptome ernst zu nehmen.
Manch einer fragt sich vielleicht, ob es nicht sinnvoll wäre, ein Screening für Gesunde durchzuführen, wenn es schon keine eindeutigen Symptome für Magenkrebs gibt und eine frühzeitige Behandlung so wichtig ist. In Deutschland gehört eine Untersuchung auf Magenkrebs aber nicht zu den gesetzlichen Früherkennungsuntersuchungen. Das kommt daher, dass Magenkarzinome vergleichsweise selten vorkommen und zu viele gesunde Menschen sich den belastenden Untersuchungen aussetzen müssten. Anders sieht es zum Beispiel in Japan oder Südkorea aus, wo Magenkrebs sehr häufig auftritt. Dort wird vor allem die Magenspiegelung (Gastroskopie) als Untersuchungsmethode eingesetzt. Auch Röntgenuntersuchungen mit einem Barium-haltigen Kontrastmittel, das Patienten als „Breischluck“ einnehmen, können eingesetzt werden.
Besteht ein Verdacht auf Magenkrebs, wird der Arzt eine Reihe von Untersuchungen durchführen, die zunächst darauf abzielen, die Krankheit zu bestätigen und im nächsten Schritt ihr Stadium zu bestimmen, das sogenannte „Staging“. Das Ergebnis dieser Untersuchungen ist ausschlaggebend für die Planung der bestmöglichen Behandlung.
Hier ist eine Übersicht über die wichtigsten diagnostischen Verfahren:
Wurde ein Verdacht auf Magenkrebs bestätigt, werden verschiedene Untersuchungen durchgeführt, um herauszufinden, in welchem Stadium sich der Krebs befindet, da sich der individuelle Behandlungsplan danach ausrichtet. Ebenso wichtig ist es, die Beschaffenheit des Krebsgewebes zu kennen und festzulegen, wie bösartig der Krebs ist. Man verwendet dazu die UICC-Einteilungen (Union Internationale Contre le Cancer).
Bei der Untersuchung von entnommenem Gewebe- sei es durch eine Biopsie oder während der Operation, kann man feststellen, wie sehr sich das Tumorgewebe von dem normalen Zellgewebe der Magenschleimhaut unterscheidet, also wie „bösartig“ der Krebs ist.
Eine weitere Möglichkeit, anhand der Gewebestruktur zu beurteilen, wie bösartig ein Tumor ist, bietet die sogenannte „Lauren-Klassifikation“. Hier lassen sich drei Typen unterscheiden:
Die Ergebnisse der Untersuchungen nach einem bestätigten Verdacht führen zu der „Stadieneinteilung“, dem sogenannten „Staging“. Hierfür benutzen Ärzte die TNM-Klassifikation, die angibt:
Die TMN-Klassifikation steht im Arztbrief im Befund als eine Folge von Zahlen und Buchstaben. So kann das Stadium der Erkrankung mit wenigen Zeichen beschrieben werden. Die drei Großbuchstaben bedeuten:
T für Tumor, beschreibt die Größe und die Ausdehnung des Tumors
N für Nodus (Lymphknoten), beschreibt die Anzahl und Lage der befallenen Lymphknoten
Die erste Einteilung erfolgt nach den Untersuchungen und vor einer möglichen Operation. Wenn eine Operation durchgeführt wird, wird die Stadieneinteilung nach der Untersuchung des entnommenen Gewebes erneut vorgenommen (pathologische Einteilung).
Basierend aus den TMN-Angaben lässt sich der Tumor in verschiedene Stadien einteilen:
Nachdem alle Untersuchungen abgeschlossen sind, können Ärztinnen und Ärzte relativ genau feststellen, wie weit der Tumor in die Magenwand und umliegende Organe eingewachsen ist, ob Metastasen in Lymphknoten oder anderen Organen vorhanden sind und wie aggressiv das Tumorgewebe vermutlich ist. Mit diesen Informationen wird die Behandlung geplant. Es gibt zwei Hauptziele:
Wenn der Tumor noch nicht gestreut hat, ist eine Heilung möglich.
Ist der Tumor noch sehr klein und oberflächlich, kann er eventuell sogar durch ein Endoskop entfernt werden, das durch Mund und Speiseröhre eingeführt werden kann (endoskopische Resektion).
Ist er bereits örtlich fortgeschritten, wird oft eine Operation empfohlen, manchmal nach einer Chemotherapie. In Deutschland werden etwa 60 % der Patienten mit Magenkrebs operiert. Der Umfang der Operation und begleitende Maßnahmen hängen von der Tumorausdehnung und -aggressivität ab. Manchmal zeigt sich während der Operation, dass die Bildbefunde nicht genau genug waren, und das Vorgehen muss angepasst werden.
Wenn der Tumor bereits Fernmetastasen gebildet hat, ist eine Heilung nicht mehr möglich. Bei etwa einem Drittel der Patienten werden bei der Erstdiagnose bereits Fernmetastasen festgestellt. In solchen Fällen wird versucht, das Tumorwachstum mit Medikamenten zu kontrollieren. Die Art der medikamentösen Behandlung hängt von den biologischen Eigenschaften des Tumors und der körperlichen Verfassung des Patienten ab.

Diesen Artikel verfasste unsere Apothekerin Birgit Hartel.
Birgit Hartel ist Apothekerin und als Pharmazeutin bei DocMorris tätig. Sie ist besonders interessiert an den Themenbereichen Diabetes und Onkologie. Ihr Herzensanliegen ist es, komplexe Therapien verständlich zu machen und Menschen in belastenden Situationen mit verlässlichen Informationen zur Seite zu stehen.
Stand: 30.07.2025

Eine Krebserkrankung bringt viele Herausforderungen mit sich – medizinisch, emotional und im Alltag. In unserem Ratgeber möchten wir Sie mit fundierten Informationen rund um Krebs und Onkologie unterstützen.
Was Sie bei uns finden:
✓ 100% Sofortrabatt bei der Einlösung¹³
✓ Für alle kassenärztlichen E-Rezepte
✓ Erstattung sofort im Warenkorb
✓ Bei digitaler Einlösung in der App oder im Web


S3-Leitlinie
Deutsches Krebsforschungszentrum (DKFZ)
Deutsche Krebsgesellschaft
Robert Koch-Institut
Deutsches Krebsforschungszentrum
Pharmazeutische Zeitung PZ
DocCheck
Gelbe Liste
Packungsbeilage
Gemeinsamer Bundesausschuss
Onkologie aktuell, Magenkarzinom: FLOT nicht mehr Standard in Erstlinie