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                    ³ Dieser Preis gilt für die Auswahl Kassenrezept inkl. Zuzahlung.

                    *UVP = Unverbindliche Preisempfehlung des Herstellers; * AVP = Der für den Fall der Abgabe zu Lasten der gesetzlichen Krankenkasse (KK) vom pharmazeutischen Unternehmer zum Zwecke der Abrechnung der Apotheken mit den Krankenkassen gegenüber der Informationsstelle für Arzneispezialitäten GmbH (IFA) angegebene einheitliche Produkt-Abgabepreis im Sinne des § 78 Abs. 3 S. 1, 2. HS AMG, der von der KK im Ausnahmefall der Erstattung abzüglich 5 % an die Apotheke ausgezahlt wird.

                    **Gilt für alle gültigen E-Rezepte, die im Zeitraum von Montag bis Donnerstag bis 20 Uhr und Freitag bis 13 Uhr digital bei uns eingehen. E-Rezepte die Freitag nach 13:00 eingehen, werden am Montag zugestellt. E-Rezepte die zwischen Samstag 00:00 Uhr und Sonntag 24:00 Uhr eingehen, werden am Dienstag zugestellt. Von der Lieferung am nächsten Tag ausgenommen sind spezielle Rezepturen, Medikamente oder von einem Rahmenvertrag der Krankenkasse des Patienten vorgesehene Austausch-Medikamente, die aufgrund von Lieferengpässen nicht verfügbar sind, zu kühlende Medikamente, sowie Rezepte, die eine pharmazeutische Klärung mit Ihnen oder Ihrem Arzt erfordern oder die aus pharmazeutischen Gründen nicht beliefert werden dürfen. Für die pharmazeutische Klärung ist die Angabe Ihrer Telefonnummer notwendig. Um Ihnen die schnellstmögliche Lieferung Ihrer rezeptpflichtigen Artikel anbieten zu können, kann es in Ausnahmefällen zu einem nachträglichen Austausch des Versanddienstleisters kommen. Die Lieferung am nächsten Tag gilt nicht für Bestellungen, bei denen eine Packstation als Lieferadresse angegeben wurde. Sofern der Tag oder der nächste Tag nach Ihrer Bestellung ein Feiertag in NRW und / oder ein Feiertag an Ihrem Wohnort ist, erfolgt die Lieferung am ersten Werktag, der kein Feiertag mehr ist. In Fällen höherer Gewalt erfolgt die Lieferung ebenfalls erst an dem Werktag, der keine Feiertag ist, der auf das Ende des Ereignisses höherer Gewalt folgt.

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                    Zusammenfassung

                    Hodenkrebs ist eine zwar insgesamt seltene, bei jungen Männern aber die häufigste bösartige, Tumorerkrankung. Erste Symptome ist meist eine schmerzlose Schwellung oder Verhärtung des Hodens.
                    Erfreulich ist, dass Hodenkrebs heute dank moderner Diagnose- und Therapiemethoden zu den Tumorerkrankungen mit den höchsten Heilungschancen gehört. In diesem Artikel erfahren Sie alles Wichtige über Hodenkrebs: von den ersten Anzeichen und Symptomen über die verschiedenen Diagnoseverfahren bis hin zu den aktuellen Behandlungsmöglichkeiten.

                    Unsere Informationen können einen ersten Überblick über die Erkrankung verschaffen, aber keineswegs die Beratung durch einen Arzt oder eine Ärztin ersetzen. Vereinbaren Sie bei Unsicherheiten oder einem Verdacht bitte immer einen Termin in Ihrer Arztpraxis.

                    Was ist Hodenkrebs?

                    Hodenkrebs ist eine bösartige Tumorerkrankung, die sich in den Keimzellen des Hodens entwickelt und vor allem junge Männer betrifft.

                    💡 Statistiken zeigen, dass das mittlere Erkrankungsalter bei etwa 37 Jahren liegt, was auf genetische oder entwicklungsbedingte Faktoren als potenzielle Ursachen hindeutet.

                    Hodenkrebs ist zudem die häufigste Krebserkrankung bei Männern im Alter zwischen 25 und 45 Jahren ist. Die Entstehung von Hodenkrebs ist oft mit einer genetischen Veranlagung oder einer fehlerhaften Zellentwicklung während der embryonalen Phase verbunden.

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                    Aufbau und Funktionsweise der Hoden

                    Die Hoden sind die männlichen Keimdrüsen und haben zwei Hauptaufgaben:die Produktion von Spermien und dem männlichen Geschlechtshormon Testosteron. Jeder Hoden ist etwa fünf Zentimeter lang und drei Zentimeter breit und liegt im Hodensack, der die Temperatur konstant bei 34 bis 35 Grad Celsius hält, was für die Samenbildung wichtig ist.

                    Die Hoden bestehen aus vielen kleinen Kanälchen, die Spermien produzieren. Diese Kanälchen münden in den Nebenhoden, wo die Spermien weiterreifen. Beim Samenerguss gelangen die Spermien über den Samenleiter in die Harnröhre nach außen.

                    Testosteron, das in den Hoden produziert wird, reguliert die Samenproduktion und beeinflusst die Entwicklung männlicher Merkmale wie Bartwuchs und Muskelverteilung. Es spielt auch eine wichtige Rolle bei der Libido, Blutbildung, Muskulatur und Knochendichte.

                    Verschiedene Arten von Hodenkrebs

                    Es gibt zwei Hauptarten von Hodenkrebs: Seminome und Nicht-Seminome. Diese beiden Typen unterscheiden sich in ihrer Entstehung, ihrem Verhalten und ihrer Behandlung.

                    Seminome

                    • Häufigste Form (ca. 40–45 % der Fälle)
                    • Entstehen aus Spermatogonien
                    • Langsames Wachstum
                    • Weniger aggressiv
                    • Gute Prognose

                    Nicht-Seminome

                    • Entstehen aus embryonalen Stammzellen
                    • Untertypen: Teratome, embryonale Karzinome, Chorionkarzinome, Dottersacktumoren
                    • Schnelles Wachstum
                    • Agressiver und breiten sich häufiger aus
                    • Prognose gut bei früher Diagnose

                    Wie häufig ist Hodenkrebs?

                    Hodenkrebs ist Krebserkrankung, die vor allem junge Männer betrifft. In Deutschland erkranken jährlich etwa 4.000 Männer daran. Diese Krebsart macht etwa 1,6% aller Krebsneuerkrankungen aus und gehört damit zu den eher seltenen Krebserkrankungen. Besonders häufig tritt Hodenkrebs bei Männern im Alter zwischen 25 und 45 Jahren auf, in dieser Altersgruppe ist er die häufigste Krebserkrankung. Die Prognose ist sehr gut, das Robert Koch-Institut gibt eine relative 5-Jahres-Überlebensrate von 96 Prozent an.

                    Ursachen und Risikofaktoren - Warum entsteht Hodenkrebs?

                    Aufgrund des frühen Erkrankungsalters vermuten Wissenschaftler inzwischen, dass die Basis für Hodenkrebs bereits vor der Geburt gelegt wird. Schon vor der Geburt in der embryonalen Entwicklungsphase können falsch programmierte Keimzellen im Hoden entstehen, die man als TIN (Testikuläre intraepitheliale Neoplasie) -Zellen bezeichnet. Sie können später zu Krebszellen werden, deswegen nennt man sie auch Carcinoma in situ oder CIS, was so viel heißt wie „Krebs am Ursprungsort“. Diese Zellen bleiben nach der Geburt zunächst inaktiv und entwickeln sich erst durch den Hormonschub der Pubertät zu Krebszellen. Äußere Auslöser, die noch unbekannt sind, führen im Laufe der Zeit zum Wachstum der Krebszellen. TIN-Zellen, die Vorläuferzellen des Hodenkrebses, können schon Jahre vor der Diagnose mikroskopisch nachgewiesen werden. Ursachen sind vermutlich erbliche Veranlagungen oder hormonelle Einflüsse.

                    Genetische Faktoren spielen sehr wahrscheinlich eine bedeutende Rolle bei der Entstehung von Hodenkrebs. Dies zeigt sich besonders in Familien, in denen Hodenkarzinome häufiger auftreten. Wenn ein Sohn in einer Familie an Hodenkrebs erkrankt, haben seine Brüder sogar ein etwa zwölfmal höheres Risiko, ebenfalls zu erkranken. Auch der Sohn ist stärker gefährdet, wenn der Vater Hodenkrebs hatte.

                    Interessant ist, dass Hodenkrebs bei hellhäutigen, europäisch-stämmigen Männern deutlich häufiger vorkommt als bei afrikanisch-stämmigen Männern.

                    Man geht davon aus, dass auch Hormone die Entstehung von Hodenkrebs beeinflussen können. Feinste Verschiebungen des Hormongleichgewichts während der Schwangerschaft, vor allem ein erhöhter Anteil weiblicher Hormone (Östrogene) scheinen beim Ungeborenen die normale Entwicklung der Keimzellen zu stören und so die Entstehung von Hodenkrebs zu begünstigen. Solche Verschiebungen können auftreten, wenn die Schwangere Medikamente mit weiblichen Hormonen einnimmt, was heute jedoch selten ist. Aber auch bei Frauen, die ihr erstes Kind erwarten, bei Zwillingsschwangerschaften oder bei Schwangeren über 30 Jahren kann ein leichter Östrogenüberschuss vorkommen.

                    Kinder, die bei der Geburt weniger als zweieinhalb Kilogramm oder mehr als viereinhalb Kilogramm wiegen, haben möglicherweise ein erhöhtes Risiko.

                    Bei der Entwicklung eines ungeborenen Jungen bilden sich die Hoden zunächst in der Bauchhöhle des Kindes aus und wandern erst im siebten Schwangerschaftsmonat, manchmal auch erst nach der Geburt, in den Hodensack. Passiert das nicht, dann spricht man von einem Hodenhochstand, oder wie Mediziner es nenne, an Kryptorchismus. Ein angeborener Hodenhochstand erhöht das Risiko für Hodenkrebs. Dabei ist es unerheblich, ob der Hodenhochstand behoben wurde oder nicht. Auch seltene, genetisch bedingte Störungen der Geschlechtsentwicklung wie beispielsweise das Klinefelter-Syndrom können das Erkrankungsrisiko erhöhen.

                    Anders als bei den meisten anderen Krebserkrankungen scheint der Lebensstil keinen Einfluss auf die Entstehung von Hodenkrebs zu haben, auch Rauchen und das Trinken von Alkohol erhöht nicht das Risiko. Ansätze zur Vorbeugung gegen Hodenkrebs gibt es daher kaum.

                    Symptome von Hodenkrebs

                    Wie zeigt sich Hodenkrebs?

                    Hodenkrebs kann sich durch verschiedene Symptome bemerkbar machen, die oft frühzeitig erkannt werden können.

                    Hier sind die häufigsten Anzeichen:

                    • Schmerzlose Schwellung oder Verhärtung: Eine der häufigsten Symptome ist eine schmerzlose Verhärtung oder ein Knoten im Hoden. Diese Veränderungen können durch Selbstuntersuchungen ertastet werden.
                    • Schweregefühl im Hoden: Der betroffene Hoden kann sich vergrößern oder anschwellen, was oft mit einem Schweregefühl verbunden ist.
                    • Ziehen oder Schmerzen: Ein einseitiges Ziehen oder Schmerzen im Hoden oder in der Leiste können ebenfalls auf Hodenkrebs hinweisen.
                    • Flüssigkeitsansammlung: Manchmal kann sich Flüssigkeit im Hodensack ansammeln, was zu einer Schwellung führt.
                    • Vergrößerung der Brustdrüse: In seltenen Fällen kann Hodenkrebs zum Anschwellen der Brustdrüse und Schmerzen in der Brust führen.
                    • Unfruchtbarkeit: Hodenkrebs kann auch die Fruchtbarkeit beeinträchtigen.

                    Diese Beschwerden können auch auf andere gutartige Erkrankungen hinweisen. Dennoch sollten Sie sie ernst nehmen und von einem Urologen abklären lassen.

                    Früherkennung - Ärzte raten zur regelmäßigen Selbstuntersuchung

                    ❗ Wichtig für Jugendliche und junge Männer zwischen 14 und 45 Jahren

                    Fachleute raten jungen Männern dazu, sich regelmäßig selbst zu untersuchen, den sogenannten Hoden-Check durchzuführen, am besten einmal im Monat unter der warmen Dusche, wo sich die Haut des Hodensacks entspannen kann und sie Hoden gut gefühlt werden können.

                    Wie funktioniert ein Hoden-Check?

                    Die Deutsche Gesellschaft für Urologie gibt eine Anleitung, wie die Hoden nach Auffälligkeiten abgetastet werden können:

                    Hoden-Check

                    Schritt 1 – Hodensack und Hoden wiegen: Halten Sie den Hodensack und die Hoden in der geöffneten Handfläche und bewegen Sie sie leicht auf und ab. So bekommt man ein Gefühl für das Gewicht und die Größe der Hoden.

                    Schritt 2 – Einzeln abtasten: Rollen Sie jeden Hoden einzeln zwischen Daumen und Zeige- sowie Mittelfinger hin und her. Auf diese Weise kann man Unebenheiten, Verhärtungen oder Knoten leicht ertasten. Vorsicht: Die Nebenhoden liegen wie eine Kappe auf und an der Außenseite der Hoden. Sie können leicht mit einer Unregelmäßigkeit verwechselt werden.

                    Schritt 3 – Spiegelkontrolle: Überprüfen Sie abschließend im Spiegel, ob eine Schwellung im Bereich des Hodensacks sichtbar ist.

                    Falls eine Unregelmäßigkeit festgestellt wird, sollte baldmöglichst ein Urologe zur Abklärung aufgesucht werden.


                    Diagnose - Wie wird Hodenkrebs festgestellt?

                    Die Diagnose „Hodenkrebs“ erfolgt über mehrere Stufen.

                    Bei einem Verdacht auf einen Hodentumor wird der Urologe zunächst eine gründliche körperliche Untersuchung durchführen und den Hoden genau abtasten. Verhärtungen, Unregelmäßigkeiten und Schwellungen kann er so feststellen.

                    Darauf folgt wahrscheinlich eine Sonographie, eine Ultraschalluntersuchung. Dadurch kann die Struktur des Hodens gut dargestellt werden und Veränderungen werden sichtbar gemacht. Es kann aber nicht zwischen einem gutartigen und einem bösartigen Hodentumor unterschieden werden.

                    Als nächstes werden dann wahrscheinlich Bluttests durchgeführt. Neben dem allgemeinen Blutbild können auch spezielle Stoffe, die von bestimmten Tumorzellen gebildet werden, bestimmt werden. Diese Stoffe bezeichnet man als „Tumormarker“ oder „Biomarker“. Sie sind allerdings bei bösartigen Tumoren nicht immer vorhanden und manchmal kommen sie auch im Blut von gesunden Menschen vor. In Kombination mit den anderen Untersuchungsergebnissen können sie aber hilfreich sein, um Aussagen über Vorhandensein eines Tumors, Tumorart und Ausbreitung des Tumors zu treffen. Besonders drei Marker spielen bei Hodenkrebs eine Rolle, nämlich Beta-HCG, AFP und LDH.

                    • Beta-hCG wird während der Schwangerschaft in der Plazenta produziert. Wird das Hormon im Blut eines Mannes gefunden, kann das auf Hodenkrebs hinweisen und zudem eine Schwellung der Brustdrüsen verursachen.
                    • AFP ist ein Protein, das normalerweise während der Schwangerschaft im Fötus produziert wird. Wenn die spermienproduzierenden Keimzellen im Hoden entarten, können die AFP-Werte wieder ansteigen.
                    • LDH ist kein spezifischer Tumormarker für Hodenkrebs, aber der Wert kann Aufschluss über die Größe des Tumors geben. Dadurch kann der Arzt indirekt abschätzen, wie weit die Erkrankung fortgeschritten ist. Bei etwa 80% der Patienten mit metastasiertem, fortgeschrittenem Hodenkrebs ist der LDH-Wert erhöht.

                    Wenn der Verdacht auf Hodenkrebs besteht, wird eine diagnostische Operation durchgeführt, bei der der betroffene Hoden über einen kleinen Schnitt in der Leiste freigelegt und eine Gewebeprobe entnommen wird. Bei Bestätigung eines bösartigen Befunds wird der ganze Hoden entfernt. Die endgültige Diagnose erfolgt durch den Pathologen, der das Gewebe untersucht. Die operative Entfernung hilft, die Ausbreitung und die Eigenschaften des Tumors zu beurteilen, was für die weitere Behandlung wichtig ist. Vor der Operation werden Patienten über verschiedene Vorgehensweisen und die Sicherung der Zeugungsfähigkeit informiert.

                    Nach der Bestätigung der Diagnose wird der Körper auf mögliche Metastasen untersucht. Das erfolgt oft durch eine kontrastmittelgestützte Computertomographie (CT) des Bauchraums, Beckens und Brustkorbs. Bei der CT durchleuchten Röntgenstrahlen den Körper aus verschiedenen Richtungen, und ein Computer erstellt ein räumliches Bild. Die Untersuchung ist schmerzlos, aber mit Strahleneinwirkung verbunden.

                    Bei Unverträglichkeiten gegen jodhaltige Kontrastmittel wird eine Magnetresonanztomographie (MRT) empfohlen. Die MRT nutzt starke Magnetfelder, um Bilder zu erzeugen, und ist ebenfalls schmerzlos, jedoch kann die enge Röhre und der Lärm unangenehm sein. Die MRT wird bei bestimmten Risikofaktoren oder unklaren Befunden eingesetzt.

                    Wenn alle Untersuchungsergebnisse vorliegen, kann der Tumor genau beschrieben werden. Man erfährt, ob der Tumor gut- oder bösartig ist, wie groß er ist, aus welcher Gewebeart er besteht, wie aggressiv er ist, ob er auf den Hoden begrenzt ist, ob er in umliegendes Gewebe eingewachsen ist und ob er bereits gestreut hat. Diese Informationen sind wichtig, um die Behandlung zu planen und unnötige Maßnahmen zu vermeiden.

                    Die Stadieneinteilung erfolgt nach der TNM-Klassifikation, die die Ausbreitung des Tumors und die Beteiligung von Lymphknoten und anderen Organen beschreibt. Tumormarker werden anders als bei anderen Krebsarten hier ebenfalls berücksichtigt, um das Stadium der Erkrankung festzulegen (S-Klassifikation).

                    Die TMN-Klassifikation steht im Arztbrief im Befund als eine Folge von Zahlen und Buchstaben. So kann das Stadium der Erkrankung mit wenigen Zeichen beschrieben werden. Die drei Großbuchstaben bedeuten:

                    T für Tumor, beschreibt die Größe und die Ausdehnung des Tumors

                    • Tx : Primärtumor kann nicht festgestellt werden
                    • T0: Kein Anhalt für Primärtumor
                    • Tis: Tumorvorstufe, „Germ-cell Neoplasia In Situ“ (GCNIS), in situ bedeutet „an Ort und Stelle“
                    • T1: Tumor ist begrenzt auf Hoden und Nebenhoden
                    • T4: Tumor durchdringt bereits die Wand des Hodensacks, mit oder ohne Ausdehnung in die Lymph- oder Blutgefäße

                    N für Nodus (Lymphknoten), beschreibt die Anzahl und Lage der befallenen Lymphknoten

                    • N0: kein Lymphknotenbefall nachweisbar
                    • N1- N3: Befall von Lymphknoten, Lymphknotenkonglomerate in steigender Größe

                    M für Fernmetastasen

                    • M0: keine Fernmetastasen nachweisbar
                    • M1: Nachweis von Metastase
                    • M1a: Lymphknotenmetastasen in entferntem Gewebe oder Metastasen im Bereich der Lunge
                    • M1b: Nachweis von anderen Fernmetastasen

                    „S“ steht für Tumormarker im Serum. Tumormarker werden regelmäßig untersucht, um die Diagnose, den Krankheitsverlauf und Rückfälle zu überwachen. Der niedrigste Tumormarkerwert nach der Hodenentfernung wird für die Stadienzuordnung verwendet. Mehrere Blutuntersuchungen im Wochenabstand können nötig sein, um diesen Wert zu ermitteln. Bei nachgewiesenen Metastasen kann in der Regel auf weitere Tumormarker-Untersuchungen verzichtet werden.

                    • Sx: Tumormarker wurden nicht bestimmt oder sind unbekannt

                    • S0: Tumormarker liegen im Normbereich

                    • S1 – S3: Wenigstens einer der drei Tumormarker (LDH, ß-HCG oder AFP) ist erhöht. S1 spricht für eine geringe, S3 für eine starke Erhöhung.

                    Daraus lässt sich der Tumor in verschiedene Stadien einteilen:

                    • Stadium 1: Der Tumor ist auf den Hoden beschränkt und es sind weder Lymphnoten betroffen noch Fernmetastasen vorhanden
                    • Stadium 2: Lymphknotenmetastasen haben sich bereits gebildet
                    • Stadium 3: Fortgeschrittenes Stadium
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                    Therapie - Wie wird Hodenkrebs behandelt?

                    Sind alle Untersuchungen abgeschlossen, ist die Erkrankung genau beschrieben und in Stadien eingeteilt, geht es darum, die passende Behandlung auszuwählen. In der Regel entscheidet in spezialisierten Krankenhäusern ein ganzes Behandlungsteam in einer Tumorkonferenz darüber. Hodenkrebs ist eine seltene Erkrankung und die Erfahrung in vielen Krankenhäusern ist gering. Als Patient haben Sie das Recht, sich vor Behandlungsbeginn eine ärztliche Zweitmeinung einzuholen. Es ist wichtig, dass Sie sich von den Ärzten genau über die Behandlungsmöglichkeiten aufklären lassen. Auch das Thema Fruchtbarkeit sollte vor der Behandlung angesprochen werden.

                    Hodenkrebs und Kinderwunsch

                    Hodenkrebs und seine Behandlung können die Fruchtbarkeit und Sexualität beeinflussen. Gerade, weil die meisten Männer in jungen Jahren erkranken, kann ein Kinderwunsch durchaus ein wichtiges Thema sein, vielleicht auch erst zu einem späteren Zeitpunkt. Da ist es wichtig zu wissen, dass Entfernung des Hodens, Lymphknotenoperationen, Chemotherapie und Strahlentherapie die Samenproduktion und -qualität, die oft schon vor der Behandlung durch die Krankheit eingeschränkt ist, sich weiter verschlechtern kann.

                    Wird nur ein Hoden entfernt, bleibt in der Regel die Zeugungsfähigkeit erhalten oder stellt sich nach abgeschlossener Therapie wieder ein. Kommen aber höher dosierte Chemotherapien oder die Bestrahlung des Hodens dazu, wird die Fruchtbarkeit herabgesetzt, manchmal geht sie auch ganz verloren.

                    Deswegen sollte vor der Behandlung über die Möglichkeit der Kryokonservierung (Einfrieren von Samenzellen) gesprochen werden. So können Männer auch nach der Krebsbehandlung durch künstliche Befruchtung Kinder zeugen. Die Kosten für Kryokonservierung können seit 2021 sogar von den Krankenkassen übernommen werden, am besten sprechen Sie mit dem Arzt darüber.

                    Sie finden außerdem weitere Informationen zum Thema Sexualität und Erektionsfähigkeit in unserem Ratgeber.

                    Therapie

                    Die Behandlung von Hodenkrebs umfasst mehrere Methoden, abhängig vom Stadium und der Art des Tumors:

                    Der erste Behandlungsschritt ist in der Regel die Operation. Der betroffene Hoden wird meist durch einen kleinen Schnitt in der Leiste zusammen mit dem Samenstrang operativ entfernt Diese sogenannte Orchiektomie oder Ablatio testis findet unter Vollnarkose statt. Wird nur ein Hoden entfernt, übernimmt der gesunde Gegenhoden normalerweise die Funktion des entfernten Hodens.

                    Müssen beide Hoden entfernt werden, kommt es zu einem unmittelbaren Abfall des Testosteronspiegels. Ein Testosteronmangel zu sexueller Antriebslosigkeit, vermindertem Bartwuchs und ähnlichen Problemen führen. Mache Männer fühlen sich ihrer Männlichkeit beraubt. In diesen Fällen kann das Hormon durch ein Gel zum Auftragen oder durch Spritzen ersetzt werden. Wer möchte, kann sich bei der Operation eine Hodenprothese einsetzen lassen, das ist ein Silikonkissen, das dem entfernten Hoden in Form und Größe etwa entspricht.

                    Bei fortgeschrittenen Tumoren kann zusätzlich eine Entfernung von Lymphknoten im hinteren Bauchraum, eine sogenannte Retroperitoneale Lymphadenektomie notwendig sein. Die Entfernung von Lymphknoten kann Nerven schädigen, was zu Problemen beim Samenerguss führt. Ein Orgasmus ist dennoch möglich, auch das Gefühlsleben und die Potenz bleiben erhalten.

                    Die Überwachungsstrategie oder Wait-and-see-Strategie ist eine Alternative zur sofortigen Behandlung nach der operativen Entfernung des Tumors. Sie kann durchgeführt werden, wenn der Krebs örtlich begrenzt ist und nicht gestreut hat. Auch bei Krebsvorstufen kann diese Strategie sinnvoll sein.

                    Die Entscheidung hängt von der Tumorgröße, -art und -ausbreitung sowie der Bereitschaft zu regelmäßigen Untersuchungen ab. Besonders bei offenem Kinderwunsch kann aktive Überwachung helfen, die Fruchtbarkeit länger zu erhalten.

                    Durch diese Strategie können einerseits eventuell unnötige Therapien und deren Nebenwirkungen zu vermieden werden, andererseits ist das Rückfallrisiko höher als bei einer sofortigen Chemo- oder Strahlentherapie, was für die Betroffenen psychisch belastend sein kann.

                    Die Chemotherapie zielt darauf ab, Krebszellen im ganzen Körper durch zellwachstumshemmende Medikamente abzutöten. Diese sogenannten Zytostatika wirken besonders gut gegen rasch wachsende Zellen, eine Eigenschaft, die in besonderem Maße auf Krebszellen zutrifft. Eine Chemotherapie wird bei Hodenkrebs in der Regel dann eingesetzt, wenn sich die Erkrankung im Körper ausgebreitet hat.

                    Bei fortgeschrittenen Seminomen und Nicht-Seminomen ist die Chemotherapie die Standardtherapie. Sie kann auch als ergänzende Maßnahme nach der Hodenentfernung oder der Entfernung befallener Lymphknoten erfolgen. Die Behandlung erfolgt in Zyklen, die aus Behandlungstagen und Erholungsphasen bestehen.

                    Bei Hodenkrebs ist der Wirkstoff Cisplatin besonders wirksam und wird oft in Kombination mit anderen Wirkstoffen eingesetzt. Carboplatin wird in der Monochemotherapie verwendet. Häufige Schemata sind:

                    • Cisplatin, Etoposid und Bleomycin (PEB)
                    • Cisplatin, Etoposid und Ifosfamid (PEI)
                    • Cisplatin und Etoposid (PE)

                    Nebenwirkungen der Chemotherapie betreffen oft normales Gewebe, das sich rasch erneuert, wie die Schleimhäute von Magen und Darm, das blutbildende System im Knochenmark und die Haarwurzeln. Mögliche Begleiterscheinungen sind demnach Übelkeit, Erbrechen, Durchfälle, Haarausfall, erhöhte Infektanfälligkeit und Blutarmut. Nach einer kurzen Chemotherapie erholt sich die Samenproduktion meist innerhalb von zwei Jahren wieder.

                    Hochdosis-Chemotherapie

                    Bei sehr weit fortgeschrittenem Hodenkrebs, zum Beispiel mit Metastasen in der Leber, im Gehirn oder in den Knochen, wird manchmal eine besonders intensive Chemotherapie durchgeführt. Dabei werden sehr hohe Dosen von Zytostatika eingesetzt. Diese Behandlung zerstört jedoch auch das Knochenmark, das für die Blutbildung wichtig ist. Deshalb werden dem Patienten vor der Therapie Blutstammzellen entnommen und nach der Behandlung wieder zurückgegeben. Diese Methode wird derzeit nur in speziellen Zentren und im Rahmen von Studien angewendet.

                    Bei der Strahlentherapie werden Krebszellen durch radioaktive Strahlung zerstört. Diese Methode wird zur Behandlung von Seminomen eingesetzt, wenn der Tumor noch in einem frühen Stadium ist und keine oder nur kleine Lymphknotenmetastasen vorhanden sind. Bestrahlt wird das Gebiet an der Bauchhinterwand, bei nachgewiesenen Lymphknotenmetastasen wird zusätzlich die Beckenregion bestrahlt. Die Behandlung erfolgt meist ambulant.

                    Nebenwirkungen der Strahlentherapie können vorübergehende Störungen im Magen-Darm-Trakt, Übelkeit, Erbrechen, Durchfall, körperliche Schwäche, erhöhte Infektanfälligkeit, Haarausfall sowie Entzündungen der Harnblase und der Haut sein. Diese Symptome sind medikamentös behandelbar und klingen nach der Therapie ab. Außerdem kann, je nachdem ob der Hoden direkt bestrahlt wurde, die Zeugungsfähigkeit beeinträchtigt werden oder sogar ganz verlorengehen.

                    Im Falle eines Krankheitsrückfalls (Rezidivs) wird versucht, den Tumor entweder durch eine operative Entfernung oder durch eine erneute Chemotherapie zu behandeln. Die Dauer und Intensität der Therapie richten sich nach dem Ausmaß und der Lokalisation des Rezidivs.

                    In weit fortgeschrittenen Stadien einer Krebserkrankung stehen für die Patienten häufig die tumorbedingten Schmerzen im Vordergrund, die ihre Lebensqualität stärker beeinflussen als der Tumor selbst. Eine wirksame Schmerzbekämpfung ist daher eine der wichtigsten Maßnahmen. Mit den heute verfügbaren Medikamenten und Methoden lassen sich Tumorschmerzen in den meisten Fällen gut lindern. Im Vordergrund steht die Behandlung mit Schmerztabletten, bei sehr starken Schmerzen mit Morphium. Auch Schmerzpflaster stehen zur Verfügung. Die Schmerztherapie wird möglichst individuell auf die Schmerzsituation des Patienten abgestimmt.

                    Seit Einführung der Cisplatin-basierten Chemotherapie ist Hodenkrebs eine der am besten behandelbaren Krebserkrankungen. In frühen Krankheitsstadien können 90 bis 98 Prozent der Patienten dauerhaft geheilt werden. Ungünstiger sind die Ergebnisse bei Patienten mit weit fortgeschrittenen Tumoren. Aber auch in diesen Fällen sind Heilungsraten bis zu 70 Prozent möglich, wobei die Behandlung intensiver und mit mehr Nebenwirkungen verbunden ist.

                    Neben bewährten Therapien können Hodenkrebspatienten an klinischen Studien teilnehmen. Diese Studien sind wichtig, um die Versorgung zu verbessern und neue Behandlungsmöglichkeiten zu testen. Klinische Studien prüfen die Wirksamkeit, Verträglichkeit und Sicherheit neuer Behandlungen und vergleichen verschiedene Therapien. Sie können auch bestehende Behandlungen optimieren, um Nebenwirkungen zu reduzieren. Ob eine Teilnahme sinnvoll ist, sollte mit dem Behandlungsteam besprochen werden. Vorteile sind der Zugang zu neuen Behandlungen und die Unterstützung der Forschung. Nachteile können unbekannte Nebenwirkungen und zusätzliche Untersuchungstermine sein. Die Teilnahme ist freiwillig und kann jederzeit abgebrochen werden. Eine gute klinische Studie erkennt man an umfassender Patientenaufklärung, ethischer Prüfung und Veröffentlichung der Ergebnisse.

                    Informationen zu klinischen Studien gibt es bei der Deutschen Krebshilfe und dem Krebsinformationsdienst.

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                    Mehr über die Autorin Birgit Hartel

                    Diesen Artikel verfasste unsere Apothekerin Birgit Hartel.

                    Birgit Hartel ist Apothekerin und als Pharmazeutin bei DocMorris tätig. Sie ist besonders interessiert an den Themenbereichen Diabetes und Onkologie. Ihr Herzensanliegen ist es, komplexe Therapien verständlich zu machen und Menschen in belastenden Situationen mit verlässlichen Informationen zur Seite zu stehen.

                    Stand: 25.07.2025

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                    Häufig gestellte Fragen zu Hodenkrebs

                    Kommt es bei Hodenkrebs zu einem Befall der Lymphknoten, können Krebszellen in die Blutbahn gelangen und sich in anderen Organen ansiedeln und vermehren. Es entstehen Tochtergeschwülste, sogenannte Metastasen. Bei Hodenkrebs bilden sich diese besonders häufig in der Lunge aus.

                    Anzeichen von Hodenkrebs stellen zum Beilspiel schmerzlose Schwellungen oder Verhärtungen des Hodens dar. Auch ein Schweregefühl, Ziehen oder Schmerzen im Hoden können Anzeichen sein. Ferner kann es zu einer Vergrößerung der Brustdrüse kommen. Stellen Sie Symptome fest, sollte ein Arzt aufgesucht werden, um die Ursache abzuklären.

                    Kryokonservierung, abgeleitet vom griechischen Wort „kryos“ für Kälte, bezeichnet das Tiefgefrieren von Körperzellen in flüssigem Stickstoff. Der Stickstoff kühlt die Zellen auf minus 196°C ab. Dabei werden die Zellen nicht zerstört, sondern ihre Stoffwechselvorgänge werden lediglich pausiert. Sobald die Zellen wieder aufgetaut werden, nehmen sie ihre Vitalfunktionen wieder auf. Bei einem Kinderwusch kann eine Kryokonservierung vor der Behandlung von Hodenkrebs in Betracht gezogen werden. Dabei wird vor der Behandlung eine Samenspende abgegeben und das Sperma in einer Samenbank tiefgefroren, um es später für eine künstliche Befruchtung zu nutzen. Falls im Ejakulat nicht genügend Spermien vorhanden sind, können diese durch einen kleinen operativen Eingriff am Hoden gewonnen und ebenfalls eingefroren werden.

                    Quellen und weiterführende Informationen:

                    DKFZ Deutsches Krebsforschungszentrum

                    • https://www.krebsinformationsdienst.de/hodenkrebs#:~:text=Hodenkrebs%20ist%20ein%20b%C3%B6sartiger%20Tumor,in%20der%20Regel%20gut%20behandeln.
                    • https://www.krebsinformationsdienst.de/aktuelles/detail/kryokonservierung-bei-hodenkrebs-wer-zahlt

                    Deutsche Krebs Gesellschaft

                    • https://www.krebsgesellschaft.de/onko-internetportal/basis-informationen-krebs/krebsarten/andere-krebsarten/hodenkrebs.html

                    Deutsche Krebshilfe

                    • https://www.krebshilfe.de/informieren/ueber-krebs/krebsarten/hodenkrebs

                    Uniklinik Ulm

                    • https://www.uniklinik-ulm.de/comprehensive-cancer-center-ulm-cccu/fuer-patienten-und-angehoerige/krebserkrankungen/keimzelltumor-des-mannes-hodenkarzinom.html

                    Leitlinienprogramm Onkologie, Patientenleitlinie

                    • https://www.leitlinienprogramm-onkologie.de/fileadmin/user_upload/PLL-185-0012-Hodenkrebs.pdf

                    S3-Leitlinie Diagnostik,Therapie und Nachsorge der Keimzelltumoren des Hodens

                    • https://www.leitlinienprogramm-onkologie.de/fileadmin/user_upload/Downloads/Leitlinien/Hodentumoren/LL-Hodentumoren_Kurzversion_1.1.pdf

                    Robert Koch-Institut

                    • https://www.krebsdaten.de/Krebs/DE/Content/Krebsarten/Hodenkrebs/hodenkrebs_node.html

                    Deutsche Gesellschaft für Urologie

                    • https://www.hodencheck.de/selbstuntersuchung.html

                    Deutsches Ärzteblatt

                    • https://www.aerzteblatt.de/themen/leitlinien/neue-patientenleitlinie-zu-hodenkrebs-erschienen-c6c28c56-6422-4e64-871f-441ed232d2ac

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