Hodenkrebs




Hodenkrebs ist eine zwar insgesamt seltene, bei jungen Männern aber die häufigste bösartige, Tumorerkrankung. Erste Symptome ist meist eine schmerzlose Schwellung oder Verhärtung des Hodens.
Erfreulich ist, dass Hodenkrebs heute dank moderner Diagnose- und Therapiemethoden zu den Tumorerkrankungen mit den höchsten Heilungschancen gehört. In diesem Artikel erfahren Sie alles Wichtige über Hodenkrebs: von den ersten Anzeichen und Symptomen über die verschiedenen Diagnoseverfahren bis hin zu den aktuellen Behandlungsmöglichkeiten.
Unsere Informationen können einen ersten Überblick über die Erkrankung verschaffen, aber keineswegs die Beratung durch einen Arzt oder eine Ärztin ersetzen. Vereinbaren Sie bei Unsicherheiten oder einem Verdacht bitte immer einen Termin in Ihrer Arztpraxis.
Hodenkrebs ist eine bösartige Tumorerkrankung, die sich in den Keimzellen des Hodens entwickelt und vor allem junge Männer betrifft.
💡 Statistiken zeigen, dass das mittlere Erkrankungsalter bei etwa 37 Jahren liegt, was auf genetische oder entwicklungsbedingte Faktoren als potenzielle Ursachen hindeutet.
Hodenkrebs ist zudem die häufigste Krebserkrankung bei Männern im Alter zwischen 25 und 45 Jahren ist. Die Entstehung von Hodenkrebs ist oft mit einer genetischen Veranlagung oder einer fehlerhaften Zellentwicklung während der embryonalen Phase verbunden.

Die Hoden sind die männlichen Keimdrüsen und haben zwei Hauptaufgaben:die Produktion von Spermien und dem männlichen Geschlechtshormon Testosteron. Jeder Hoden ist etwa fünf Zentimeter lang und drei Zentimeter breit und liegt im Hodensack, der die Temperatur konstant bei 34 bis 35 Grad Celsius hält, was für die Samenbildung wichtig ist.
Die Hoden bestehen aus vielen kleinen Kanälchen, die Spermien produzieren. Diese Kanälchen münden in den Nebenhoden, wo die Spermien weiterreifen. Beim Samenerguss gelangen die Spermien über den Samenleiter in die Harnröhre nach außen.
Testosteron, das in den Hoden produziert wird, reguliert die Samenproduktion und beeinflusst die Entwicklung männlicher Merkmale wie Bartwuchs und Muskelverteilung. Es spielt auch eine wichtige Rolle bei der Libido, Blutbildung, Muskulatur und Knochendichte.
Es gibt zwei Hauptarten von Hodenkrebs: Seminome und Nicht-Seminome. Diese beiden Typen unterscheiden sich in ihrer Entstehung, ihrem Verhalten und ihrer Behandlung.
Seminome
Nicht-Seminome
Hodenkrebs ist Krebserkrankung, die vor allem junge Männer betrifft. In Deutschland erkranken jährlich etwa 4.000 Männer daran. Diese Krebsart macht etwa 1,6% aller Krebsneuerkrankungen aus und gehört damit zu den eher seltenen Krebserkrankungen. Besonders häufig tritt Hodenkrebs bei Männern im Alter zwischen 25 und 45 Jahren auf, in dieser Altersgruppe ist er die häufigste Krebserkrankung. Die Prognose ist sehr gut, das Robert Koch-Institut gibt eine relative 5-Jahres-Überlebensrate von 96 Prozent an.
Aufgrund des frühen Erkrankungsalters vermuten Wissenschaftler inzwischen, dass die Basis für Hodenkrebs bereits vor der Geburt gelegt wird. Schon vor der Geburt in der embryonalen Entwicklungsphase können falsch programmierte Keimzellen im Hoden entstehen, die man als TIN (Testikuläre intraepitheliale Neoplasie) -Zellen bezeichnet. Sie können später zu Krebszellen werden, deswegen nennt man sie auch Carcinoma in situ oder CIS, was so viel heißt wie „Krebs am Ursprungsort“. Diese Zellen bleiben nach der Geburt zunächst inaktiv und entwickeln sich erst durch den Hormonschub der Pubertät zu Krebszellen. Äußere Auslöser, die noch unbekannt sind, führen im Laufe der Zeit zum Wachstum der Krebszellen. TIN-Zellen, die Vorläuferzellen des Hodenkrebses, können schon Jahre vor der Diagnose mikroskopisch nachgewiesen werden. Ursachen sind vermutlich erbliche Veranlagungen oder hormonelle Einflüsse.
Hodenkrebs kann sich durch verschiedene Symptome bemerkbar machen, die oft frühzeitig erkannt werden können.
Hier sind die häufigsten Anzeichen:
Diese Beschwerden können auch auf andere gutartige Erkrankungen hinweisen. Dennoch sollten Sie sie ernst nehmen und von einem Urologen abklären lassen.
❗ Wichtig für Jugendliche und junge Männer zwischen 14 und 45 Jahren
Fachleute raten jungen Männern dazu, sich regelmäßig selbst zu untersuchen, den sogenannten Hoden-Check durchzuführen, am besten einmal im Monat unter der warmen Dusche, wo sich die Haut des Hodensacks entspannen kann und sie Hoden gut gefühlt werden können.
Wie funktioniert ein Hoden-Check?
Die Deutsche Gesellschaft für Urologie gibt eine Anleitung, wie die Hoden nach Auffälligkeiten abgetastet werden können:
Hoden-Check
Schritt 1 – Hodensack und Hoden wiegen: Halten Sie den Hodensack und die Hoden in der geöffneten Handfläche und bewegen Sie sie leicht auf und ab. So bekommt man ein Gefühl für das Gewicht und die Größe der Hoden.
Schritt 2 – Einzeln abtasten: Rollen Sie jeden Hoden einzeln zwischen Daumen und Zeige- sowie Mittelfinger hin und her. Auf diese Weise kann man Unebenheiten, Verhärtungen oder Knoten leicht ertasten. Vorsicht: Die Nebenhoden liegen wie eine Kappe auf und an der Außenseite der Hoden. Sie können leicht mit einer Unregelmäßigkeit verwechselt werden.
Schritt 3 – Spiegelkontrolle: Überprüfen Sie abschließend im Spiegel, ob eine Schwellung im Bereich des Hodensacks sichtbar ist.
Falls eine Unregelmäßigkeit festgestellt wird, sollte baldmöglichst ein Urologe zur Abklärung aufgesucht werden.
Die Diagnose „Hodenkrebs“ erfolgt über mehrere Stufen.

Sind alle Untersuchungen abgeschlossen, ist die Erkrankung genau beschrieben und in Stadien eingeteilt, geht es darum, die passende Behandlung auszuwählen. In der Regel entscheidet in spezialisierten Krankenhäusern ein ganzes Behandlungsteam in einer Tumorkonferenz darüber. Hodenkrebs ist eine seltene Erkrankung und die Erfahrung in vielen Krankenhäusern ist gering. Als Patient haben Sie das Recht, sich vor Behandlungsbeginn eine ärztliche Zweitmeinung einzuholen. Es ist wichtig, dass Sie sich von den Ärzten genau über die Behandlungsmöglichkeiten aufklären lassen. Auch das Thema Fruchtbarkeit sollte vor der Behandlung angesprochen werden.
Hodenkrebs und seine Behandlung können die Fruchtbarkeit und Sexualität beeinflussen. Gerade, weil die meisten Männer in jungen Jahren erkranken, kann ein Kinderwunsch durchaus ein wichtiges Thema sein, vielleicht auch erst zu einem späteren Zeitpunkt. Da ist es wichtig zu wissen, dass Entfernung des Hodens, Lymphknotenoperationen, Chemotherapie und Strahlentherapie die Samenproduktion und -qualität, die oft schon vor der Behandlung durch die Krankheit eingeschränkt ist, sich weiter verschlechtern kann.
Wird nur ein Hoden entfernt, bleibt in der Regel die Zeugungsfähigkeit erhalten oder stellt sich nach abgeschlossener Therapie wieder ein. Kommen aber höher dosierte Chemotherapien oder die Bestrahlung des Hodens dazu, wird die Fruchtbarkeit herabgesetzt, manchmal geht sie auch ganz verloren.
Deswegen sollte vor der Behandlung über die Möglichkeit der Kryokonservierung (Einfrieren von Samenzellen) gesprochen werden. So können Männer auch nach der Krebsbehandlung durch künstliche Befruchtung Kinder zeugen. Die Kosten für Kryokonservierung können seit 2021 sogar von den Krankenkassen übernommen werden, am besten sprechen Sie mit dem Arzt darüber.
Sie finden außerdem weitere Informationen zum Thema Sexualität und Erektionsfähigkeit in unserem Ratgeber.
Die Behandlung von Hodenkrebs umfasst mehrere Methoden, abhängig vom Stadium und der Art des Tumors:
✓ 100% Sofortrabatt bei der Einlösung¹³
✓ Für alle kassenärztlichen E-Rezepte
✓ Erstattung sofort im Warenkorb
✓ Bei digitaler Einlösung in der App oder im Web



Diesen Artikel verfasste unsere Apothekerin Birgit Hartel.
Birgit Hartel ist Apothekerin und als Pharmazeutin bei DocMorris tätig. Sie ist besonders interessiert an den Themenbereichen Diabetes und Onkologie. Ihr Herzensanliegen ist es, komplexe Therapien verständlich zu machen und Menschen in belastenden Situationen mit verlässlichen Informationen zur Seite zu stehen.
Stand: 25.07.2025

Eine Krebserkrankung bringt viele Herausforderungen mit sich – medizinisch, emotional und im Alltag. In unserem Ratgeber möchten wir Sie mit fundierten Informationen rund um Krebs und Onkologie unterstützen.
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