Blutzuckermessgeräte - auch ohne stechen!




Diabetes mellitus ist eine Stoffwechselerkrankung, die zu einem erhöhten Blutzuckerspiegel führt. Die Ursache ist, dass die Patienten einen Mangel an dem Hormon Insulin haben und/oder dass die Wirkung des Insulins vermindert ist. Ein erhöhter Blutzucker kann in der Regel nicht wahrgenommen werden, erst bei sehr hohen Werten treten Symptome auf. Sind sie dauerhaft zu hoch, können ernsthafte Folgeerkrankungen daraus entstehen. Aber auch zu niedrige Blutzuckerspiegel können gefährlich werden, da Glukose für den Körper ein wichtiger Energielieferant ist. Einige Organe wie zum Beispiel das Gehirn sind auf Zucker zur Energiegewinnung angewiesen.
Vor allem Menschen, die sich mehrmals täglich Insulin spritzen müssen, sollten die Höhe ihres Blutzuckers daher unbedingt im Auge behalten. Für sie ist es wichtig, die eigene Stoffwechsellage jederzeit einschätzen zu können, die Auswirkungen der Insulingaben zu überwachen und Über- oder Unterzuckerungen rechtzeitig zu erkennen. In diesem Zusammenhang spielen Blutzuckermessgeräte eine zentrale Rolle.
In diesem Artikel werden wir uns genauer mit Blutzuckermessgeräten zur Selbstmessung befassen. Wir werden die verschiedenen Arten von Geräten und ihre Funktionen untersuchen, die Vor- und Nachteile der verschiedenen Modelle diskutieren und Empfehlungen für eine optimale Nutzung geben. Darüber hinaus werden wir auf die neuesten Entwicklungen in diesem Bereich eingehen.
Der Blutzuckerwert gibt die Konzentration von Glukose (Traubenzucker) im Blut an. Diese verändert sich abhängig von der Nahrungsaufnahme im Laufe des Tages. Nach dem Essen steigt sie an und am frühen Morgen ist sie am niedrigsten.
Glukose ist eine lebenswichtige Substanz, die als Hauptenergiequelle für unseren Körper dient.
Sobald wir Kohlenhydrate essen, werden sie im Verdauungstrakt in Glukosemoleküle aufgespalten, die dann in den Blutkreislauf gelangen.
Diese Glukose wird von den Zellen zur Produktion von ATP verwendet, dem wichtigsten Energieträger unseres Körpers.
Insulin, ein Hormon der Bauchspeicheldrüse, hilft, den Blutzuckerspiegel zu regulieren, indem es Glukose in die Zellen transportiert.
Zwei gebräuchliche Einheiten:
Welche Einheit verwendet wird, hängt vom Land oder der Region ab. In Westdeutschland ist „mg/dl“ gebräuchlicher, in Ostdeutschland „mmol/l“. Beim Kauf eines Blutzuckermessgeräts sollte man sich für eine Einheit entscheiden.
mg/dl misst die Masse der Zuckerteilchen in einem Deziliter Blut.
mmol/l gibt die Anzahl der Zuckermoleküle pro Liter Blut an.
Formeln zur Umrechnung:
mg/dl × 0,0555 = mmol/l
mmol/l × 18,02 = mg/dl
Beispiel: 100 mg/dl entsprechen 5,6 mmol/l.
Die Vielfalt der auf dem Markt erhältlichen Zuckermessgeräte ermöglicht es, ein Gerät auszuwählen, das den individuellen Bedürfnissen und Vorlieben entspricht. Die Instrumente variieren in Größe, Funktionalität und Bedienungsfreundlichkeit. Einige bieten zusätzliche Funktionen wie kontinuierliche Zuckermessung, drahtlose Datenübertragung an Smartphones oder computergestützte Auswertungen der Messergebnisse.
Auf dem Markt sind verschiedene Blutzuckermessgeräte erhältlich, die in der Regel einfach zu bedienen sind. Die Geräte variieren zwar in Größe und Funktionen, aber das grundlegende Prinzip ist immer dasselbe: Mit einer Stechhilfe wird in die Fingerkuppe gestochen und der austretende Bluttropfen wird auf einen Teststreifen aufgetragen. Das Gerät misst dann elektrochemisch oder reflektometrisch die Blutzuckerkonzentration und liefert einen digitalen Wert (in mg/dl oder mmol/l), der üblicherweise direkt auf den Zuckergehalt im Blutplasma umgerechnet wird. Dadurch sind die Werte besser vergleichbar mit den Laborergebnissen, die nach einem Arztbesuch ermittelt werden. Die üblichen Messgeräte erfassen den relevanten Blutzuckerbereich zwischen 10 und 600 mg/dl (0,6 – 33,3 mmol/l).
Umgangssprachlich bezeichnet man mit einem „Blutzuckermessgerät ohne Stechen“ in der Regel ein sogenanntes CGM-System (Continuous Glucose Monitoring). Dabei wird kein Blut aus der Fingerkuppe entnommen, sondern der Glukosewert kontinuierlich in der Gewebeflüssigkeit unter der Haut gemessen – meist über einen kleinen Sensor am Oberarm.
Der große Vorteil: Kein tägliches Stechen mehr, eine laufende Glukoseüberwachung und meist auch Alarmfunktionen bei Über- oder Unterzuckerung. Diese Systeme eignen sich besonders für:
Die Kosten für solche Systeme können bei medizinischer Notwendigkeit von der Krankenkasse übernommen werden. Bei Menschen mit Diabetes-Typ-2 ist dies aber eher selten der Fall.
DocMorris und dessen Partner bieten ein vielfältiges Sortiment für Ihre Bedürfnisse. Zusätzlich zu den freiverkäuflichen Medikamenten finden Sie auch Vitamine und Mineralstoffe in der Produktübersicht. Mangelerscheinungen können jeden treffen, z.B. wenn eine einseitige Ernährung vorliegt oder bestimmte Medikamente eingenommen werden. Ein großes Blutbild kann Gewissheit schaffen, falls Sie noch keine Behandlungsempfehlung von Ihrem Arzt erhalten haben.
1. Hände vorbereiten:
Waschen Sie die Hände am besten mit warmem Wasser, um die Durchblutung zu fördern. Danach die Hände gut abtrocknen, damit das Blut nicht verdünnt wird.
2. Stechhilfe vorbereiten:
Kappe der Stechhilfe abnehmen, eine neue Lanzette einsetzen und Schutzkappe der Nadel entfernen. Verschlusskappe wieder aufsetzen. Spannen Sie die Stechhilfe (je nach Modell) und stellen Sie die Einstichtiefe ein.
3. Messgerät aktivieren:
Einen Teststreifen (ohne Blut) in das Gerät einführen – dadurch wird es eingeschaltet. Bei einer neuen Teststreifenpackung kann eine Kalibrierung notwendig sein.
4. Blut entnehmen:
Stechhilfe an der Fingerkuppe ansetzen und auslösen. Seitlich einstechen – das ist am wenigsten schmerzhaft. Bei zu wenig Blut die Fingerkuppe sanft drücken, nicht quetschen!
5. Bluttropfen aufnehmen:
Teststreifen an den Bluttropfen halten, bis dieser ausreichend angesaugt wurde.
6. Ergebnis dokumentieren:
Wert ablesen und möglichst in einer App oder im Blutzuckertagebuch notieren.
Die Grundlage heutiger Blutzuckermessgeräte zur Selbstmessung sind Redoxreaktionen auf einem Teststäbchen. Dabei reagiert ein Enzym mit der Glukose, wodurch Elektronen von einem Molekül auf ein anderes übertragen werden.
Reflektometrische Messung
Bei der Reaktion mit dem Enzym entsteht Wasserstoffperoxid, das mit einem Farbstoff reagiert. Die entstehende Farbveränderung wird reflektometrisch gemessen und ergibt die Glukosekonzentration. Benötigt etwas mehr Blut als andere Methoden.
Elektrochemische Messung
Hier werden Redoxreaktionen in elektrische Signale umgewandelt. Die Messmethoden sind Amperometrie (Stromstärke) und Coulometrie (Ladungsmenge). Je stärker das Signal, desto höher der Glukosegehalt.
Es ist wichtig, diese Fehler zu vermeiden, um verlässliche Messergebnisse zu erhalten. Bei Fragen wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Diabetesberater. Schulungen in diabetologischen Praxen helfen, die Anwendung sicher zu beherrschen. Lesen Sie stets die Gebrauchsanweisung Ihres Geräts.
Hinweis: Die Messgenauigkeit der Geräte kann stark variieren. Lassen Sie Ihr Messgerät regelmäßig in einer Arztpraxis überprüfen.
Da die Messung mit herkömmlichen Messgeräten immer nur eine Momentaufnahme ist, kann so manche Blutzuckerschwankung, vor allem in der Nacht, unentdeckt bleiben. Um den Verlauf des Glukosespiegels besser im Auge zu haben und Schwankungen frühzeitig entgegenwirken zu können, wurden Messysteme entwickelt, die Echtzeitmessungen ermöglichen und gegebenenfalls Alarmsignale abgeben. Auch das häufige lästige „Stechen“, das bei „normalen“ Blutzuckermessungen dazugehört, fällt mit diesen Systemen weg.
Um sichere Messwerte zu gewährleisten, müssen die meisten dieser Systeme allerdings regelmäßig kalibriert werden, das heißt, Referenzmessungen mit herkömmlichen Blutzuckermessgeräten sind notwendig, um Fehlmessungen zu vermeiden.
Überlegen Sie, ob ein solches System für Sie geeignet sein könnte? Dann haben wir im Folgenden wichtige Infos zu diesen Systemen für Sie zusammengestellt. Sprechen Sie Ihren Diabetologen darauf an!
Ein Antrag auf Kostenübernahme ist erforderlich und muss von der Krankenkasse bewilligt werden.
Während herkömmliche Geräte den Blutzucker messen, erfassen CGM-Systeme den Gewebezucker. Zwischen beiden kann es zu zeitlichen Verzögerungen von bis zu 10 Minuten kommen – vor allem bei schnellen Veränderungen wie nach dem Essen oder beim Sport.
Während mit herkömmlichen Blutzuckermessgeräten der Glukosewert im Blut bestimmt wird, ermitteln ihn CGM-Systeme im Gewebe. Das kommt daher, dass der Sensor im Unterhautfettgewebe am Bauch oder Oberarm und nicht in einem Blutgefäß liegt.
Zu beachten ist, dass Blutzucker und Gewebezucker nicht immer übereinstimmen. Bis eine Veränderung der Zuckerkonzentration im Blut auch im Gewebe gemessen werden kann, kann es bis zu 10 Minuten dauern, da der Zucker zuerst aus dem Blut ins Gewebe gelangen muss. Bei starken Schwankungen der Blutglukose, zum Beispiel nach dem Essen oder beim Sport, macht sich das unter Umständen deutlich bemerkbar. Solange der Zuckerwert konstant ist, stimmen die Werte etwa überein.
Tipp: In kritischen Situationen zusätzlich klassisch am Finger messen, um Fehlentscheidungen zu vermeiden.
Man unterscheidet zwei verschiedene CGM-Systeme:
Real-time CGM (rtCGM)
Intermittierendes Scanning (iscCGM / FGM)
CGM können Blutzuckermessungen aus Kapillarblut größtenteils, aber nicht vollständig ersetzen. Ohne herkömmliches Messgerät kommt man nicht aus, allein schon deswegen, weil ein Gerät auch ausfallen kann. Da die Werte, die das CGM-System ausgibt, zeitlich verzögert sind und nicht immer genau mit den echten Blutzuckerwerten übereinstimmen, empfiehlt es sich vor allem in kritischen Situationen, wenn der aktuelle Wert wichtig ist, eine zusätzliche Messung durchzuführen. Einigen Personen wird geraten, grundsätzlich einmal täglich den Blutzucker ergänzend zu messen. Außerdem ist, zumindest bei den rtCGM-Systemen, eine regelmäßige Kalibrierung erforderlich.
Mehrere Hersteller und Forscher suchen schon lange Zeit nach Möglichkeiten, Blutzuckerwerte nicht-invasiv, also ohne lästiges Stechen oder Tragen eines Sensors zu messen. Das ist nicht einfach, allen bisher verwendeten Verfahren liegen chemische Reaktionen zugrunde, für die Blut und damit eine Hautverletzung notwendig ist.
So wird überall auf der Welt nach smarten Diabetiker-Watches, smarten Ringen oder anderen nicht invasiven Methoden geforscht, aber bis jetzt konnte noch keiner mit einem Produkt zuverlässige Werte liefern und hat es bis zur Marktreife gebracht. Es wurde schon sehr viele Ansätze verfolgt. Es gab beispielsweise Ideen, die Glukose über eine smarte Kontaktlinse mithilfe der Tränenflüssigkeit zu bestimmen, oder Sensoren, an einer Smart-Watch anzubringen, die quasi „riechen“ können, um vor Hypoglykämien zu warnen. All das führte bisher nicht zum gewünschten Erfolg.
Interessant ist eine Studie in der Schweiz, die untersucht, ob die Feststellung einer Unterzuckerung und damit eine Warnung allein aufgrund von der Auswertung gewöhnlicher Smart-Watch-Daten über eine KI möglich ist. Aber das ist nur ein erster Ansatz, bevor man von einem Erfolg sprechen kann, sind weitere Studien notwendig.
Interessant sind auch rein physikalische Methoden. Eine Berliner Firma hat beispielsweise ein vielversprechendes photometrisches Verfahren entwickelt, bei dem mittels Infrarotlicht Glukosemoleküle in der interstitiellen Flüssigkeit (Flüssigkeit zwischen den Zellen) der Haut selektiv erwärmt und darüber quantitativ bestimmt werden können.
Diese Technologie ist schon weit entwickelt und könnte am vielleicht irgendwann marktreif werden.
Die amerikanische Food and Drug Administration (FDA) warnt bereits vor dem Gebrauch von Smartwatches oder Smart-Ringen oder anderen nicht invasiven Methoden zur Blutzuckerbestimmung, noch bevor ein Hersteller ein Gerät auf den Markt gebracht hat. Der Grund ist, dass die Methoden nicht ausgereift und Messungen zu ungenau sind. Wenn man sich überlegt, dass unzuverlässige Blutzuckermessungen zu Fehlern im Diabetes-Management führen können und womöglich eine falsche Insulindosis gespritzt wird, was gravierende Folgen haben kann, scheint die Warnung verständlich.

Von Blutzuckermessgeräten über Insulinpens bis zu Teststreifen – finden Sie alles, was Sie für die tägliche Diabeteskontrolle benötigen.

Diesen Artikel verfasste unsere Apothekerin Birgit Hartel.
Birgit Hartel ist Apothekerin und als Pharmazeutin bei DocMorris tätig. Sie ist besonders interessiert an den Themenbereichen Diabetes und Onkologie. Ihr Herzensanliegen ist es, komplexe Therapien verständlich zu machen und Menschen in belastenden Situationen mit verlässlichen Informationen zur Seite zu stehen.
Stand: 10.10.2025
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Quellen und weiterführende Informationen:
https://register.awmf.org/assets/guidelines/057-013l_S3-Therapie-Typ-1-Diabetes_2018-08.pdf
https://www.gesundheitsinformation.de/kontinuierliche-glukosemessung-cgm.html
https://www.diabetes.ascensia.de/eversense-e3/why-eversense/what-is-eversense-cgm/
https://www.diabetes-news.de/wissen/selbstkontrolle-2/kontinuierliche-blutglukosemessung-cgm
https://flexikon.doccheck.com/de/Blutzuckermessung
https://www.deutsche-apotheker-zeitung.de/daz-az/2020/daz-47-2020/blutzucker-praezise-messen
https://www.diabinfo.de/leben/behandlung/blutzucker-messen.html
https://www.freestylelibre.de/hilfe/haeufige-fragen/weitere-fragen/freestyle-libre-fuer-kinder.html
https://futurezone.at/produkte/apple-watch-koennte-bald-blutzuckerwerte-riechen/400458283
https://www.insel.ch/de/aktuell/aktuelles/details/news/mit-der-smartwatch-den-blutzucker-messen
https://dmgd.de/2023/04/19/kolloquium-maentele/