Progesteron
Steckbrief
- Wirkstoffname: Progesteron
- Wirkstoff unter anderem enthalten in: Progestogel, Crinone, Utrogestan Luteal, Estima, Cyclogest
- Arzneimittelgruppe: ein natürliches weibliches Geschlechtshormon aus der Gruppe der Gestagene
- Anwendungsgebiete: Kinderwunschbehandlung, Wechseljahrbeschwerden, hormonbedingten Brustschmerzen oder bei Zyklusstörungen
- Verfügbare Stärken: z.B. 200mg, 400mg (Vaginalkapseln), 100mg, 200mg (Weichkapseln)
- Verschreibungspflichtig


Das Wichtigste in Kürze
Wirkung
Progesteron ist ein natürliches weibliches Geschlechtshormon aus der Gruppe der Gestagene. Es wird im Körper vor allem in der zweiten Hälfte des Menstruationszyklus gebildet und bereitet die Gebärmutterschleimhaut darauf vor, eine befruchtete Eizelle aufzunehmen. Fehlt Progesteron oder wird es nicht ausreichend produziert, kann dies zu Zyklusstörungen, PMS (Prämenstruelles Syndrom) Beschwerden oder Problemen in der Gelbkörperphase (zweite Zyklushälfte) führen. Als Medikament gleicht Progesteron einen solchen Mangel aus, stabilisiert die Gebärmutterschleimhaut und unterstützt die frühe Schwangerschaft, insbesondere im Rahmen von Kinderwunschbehandlungen. In der Hormonersatztherapie schützt Progesteron die Gebärmutterschleimhaut vor einer übermäßigen Verdickung, die durch Estrogene entstehen kann.
Anwendung
Progesteron wird je nach Behandlungsziel in unterschiedlichen Formen angewendet, zum Beispiel als Kapseln zum Einnehmen, als Vaginalkapseln oder -gel oder seltener als Injektion. Bei Kinderwunschbehandlungen wird Progesteron häufig vaginal angewendet, da es dort direkt an der Gebärmutterschleimhaut wirkt. Bei Zyklusstörungen oder in der Hormonersatztherapie kommen meist orale Kapseln zum Einsatz.
Die genaue Dosierung und Dauer der Anwendung richtet sich immer nach der ärztlichen Empfehlung und sollte nicht eigenständig verändert werden. Halten Sie sich hier an die Absprachen mit Ihrem Arzt. Zusätzlich sind die Hinweise in der Packungsbeilage wichtig, insbesondere zur korrekten Einnahme oder vaginalen Anwendung.
Zu beachten
Wie jedes Hormon kann auch Progesteron Nebenwirkungen verursachen. Häufig treten Kopfschmerzen, Müdigkeit, Brustspannen, Stimmungsschwankungen oder Veränderungen der Regelblutung wie Schmierblutungen auf. Bei vaginaler Anwendung können lokale Beschwerden wie Juckreiz oder Ausfluss auftreten. Bitte sprechen Sie darüber mit Ihrem Arzt. Seltener kann Progesteron die Leber belasten, weshalb Symptome wie Gelbsucht, starke Oberbauchschmerzen oder ungewöhnliche Müdigkeit ärztlich abgeklärt werden sollten.
Vorsicht ist geboten bei bestehenden Lebererkrankungen, ungeklärten vaginalen Blutungen, einem erhöhten Thromboserisiko oder hormonabhängigen Tumorerkrankungen.
Da Progesteron über bestimmte Enzyme in der Leber abgebaut wird, kann es zu Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten kommen, etwa mit einigen Antibiotika, Antiepileptika oder Johanniskraut. Auf der Haut oder in der Vagina anzuwendende Produkte sind hiervon möglicherweise weniger betroffen. Bei Unsicherheiten oder neuen Beschwerden ist es sinnvoll, ärztlichen Rat einzuholen.
Weitere Informationen zu Ihrem Medikament entnehmen Sie bitte der Packungsbeilage oder fragen Sie Ihre Ärztin, Ihren Arzt oder in Ihrer Apotheke.


















