Medikamenten- und Wirkstofflexikon

Paracetamol

Steckbrief

  • Wirkstoffname: Paracetamol
  • Wirkstoff unter anderem enthalten in: Ben-u-ron, Nurofen, Paracetamol-ratiopharm
  • Arzneimittelgruppe: Schmerzmittel (nicht opioides Analgetikum)
  • Verfügbare Stärken: 75mg, 250mg, 500mg. 1000mg und 10mg/ml
  • Je nach Darreichungsform und Packungsgröße verschreibungspflichtig oder freiverkäuflich
Paracetamol-Artikel

Was ist Paracetamol und wofür wird es angewendet?

Paracetamol ist ein Wirkstoff, den wahrscheinlich die meisten kennen und vielleicht sogar in Ihrer Hausapotheke haben, als Fiebersaft für die Kleinen oder als Schmerztablette für die Großen. Paracetamol, chemisch als N-Acetyl-p-Aminophenol bezeichnet, zählt neben Acetylsalicylsäure (Aspirin) und Ibuprofen zu den meistverkauften Schmerzmitteln in Deutschland. Es gehört zur Gruppe der sogenannten nicht-opioiden Analgetika. Im englischen Sprachgebrauch ist er unter der Bezeichnung Acetaminophen bekannt.

Eingesetzt wird Paracetamol vor allem zur Linderung von leichten bis mäßig starken Schmerzen und zur Senkung von Fieber. Der Wirkstoff ist bekannt für seine gute Verträglichkeit und wird hauptsächlich bei Kopfschmerzen, Regelschmerzen oder Zahnschmerzen verwendet. Im Vergleich zu anderen Schmerzmitteln hat Paracetamol den Vorteil, dass es den Magen weniger belastet, dafür birgt es ein gewisses Risiko für Leberschädigungen, vor allem bei Überdosierung oder wenn die die Leber schon vorgeschädigt ist. Kleinere Mengen kann man ohne Rezept bekommen, allerdings sind größere Packungsgrößen und Injektionslösungen verschreibungspflichtig.

Wirkungsweise von Paracetamol

Obwohl Paracetamol schon sehr lange bekannt und gut erforscht ist, wissen Wissenschaftler bis heute nicht ganz genau, wie es im Körper wirkt. Man geht davon aus, dass Paracetamol vor allem die Weiterleitung von Schmerzen im Rückenmark blockiert und kaum direkt am Ort der Entzündung oder des Schmerzes selbst wirkt. Es wird vermutet, dass Paracetamol die Aktivität bestimmter Enzyme, wie die Cyclooxygenase-2 (COX-2), verringert und so die Bildung von Schmerzstoffen, den Prostaglandinen, hemmt. Da es jedoch vor allem im Gehirn und Rückenmark wirkt, hat es – im Gegensatz zu Medikamenten wie Acetylsalicylsäure, Ibuprofen und Diclofenackaum eine entzündungshemmende Wirkung. Die fiebersenkende Wirkung von Paracetamol entsteht vermutlich dadurch, dass es die Wirkung bestimmter körpereigener Stoffe (sogenannter Pyrogene) auf das Temperaturzentrum im Gehirn blockiert und so das Fieber senkt.

Anwendung und Dosierung von Paracetamol

Die Dosierung von Paracetamol richtet sich nach dem Körpergewicht und dem Alter des Patienten. Bei Erwachsenen gelten in der Regel 60 mg pro kg Körpergewicht oder auch 4 g als Tageshöchstdosis. Die Dosis sollte über den Tag verteilt werden und zwischen den Einnahmen sollte man einen Zeitabstand von mindestens sechs Stunden einhalten. In einigen Fällen, zum Beispiel bei Nieren- oder Lebererkrankungen, einem Körpergewicht unter 50kg oder chronischen Alkoholmissbrauch muss die Dosis reduziert werden. Es wichtig, die genaue Dosis gemäß Anweisungen des Arztes oder der Packungsbeilage einzuhalten, da die therapeutische Breite von Paracetamol eher gering ist. Wird Paracetamol überdosiert, kann das die Leber schädigen oder sogar tödlich sein. Das ist auch der Grund, warum größere Packungen unter die Verschreibungspflicht gestellt wurden.

Ohne ärztliche Kontrolle sollte Paracetamol nicht länger als drei Tage angewendet werden. Wenn Sie unsicher sind, wie Sie Paracetamol genau dosieren, zögern Sie nicht, bei Ihrem Arzt oder unserer pharmazeutischen Hotline um Rat zu fragen. Wir helfen Ihnen gerne weiter.

Paracetamol wird in verschiedenen Darreichungen wie Tabletten, Filmtabletten aber auch in Zäpfchen und Sirup angeboten. Die Inhaltsmenge wie z.B. die Stückanzahl (St) ist unterschiedlich, was auch die Verschreibungspflicht bedingt.