Medikamenten- und Wirkstofflexikon

Glatirameracetat

Steckbrief

  • Wirkstoffname: Glatirameracetat
  • Wirkstoff z. B. enthalten in: Clift, Copaxone, Glatirameracetat Abz
  • Arzneimittelgruppe: Gruppe der sogenannten immunmodulierenden Arzneimittel
  • Anwendungsgebiete: Behandlung von schubförmiger Multipler Sklerose (MS)
  • Verfügbare Stärken: 20 mg/ml, 40 mg/ml
  • Verfügbare Darreichungsformen: Injektionslösung in Fertigspritzen bzw. Fertigpen
  • Verfügbare Packungsgrößen: 12, 28, 30, 36, 90 Stück Fertigspritzen bzw Fertigpens
  • Verschreibungspflichtig
Wirkstofflexikon Glatirameracetat

Zusammenfassung

Der Wirkstoff Glatirameracetat wird zur Behandlung von schubförmiger Multipler Sklerose (MS) eingesetzt. Glatirameracetat gehört zur Gruppe der sogenannten immunmodulierenden Arzneimittel und kann die Häufigkeit von Schüben bei MS vermindern.

Der Wirkstoff Glatirameracetat wird als Injektion unter die Haut (subkutan) verabreicht. In der Regel werden die Dosierungen mit 20mg einmal täglich und die mit 40mg dreimal wöchentlich (im Abstand von mindestens 48 Stunden) unter die Haut gespritzt.

Die Injektionen können in verschiedene Körperstellen wie Bauch, Außenseite der Oberarme, Hüften oder Oberschenkel gegeben werden. Es ist wichtig, die Injektionsstellen regelmäßig zu wechseln, um Reizungen oder Schmerzen an der Injektionsstelle zu vermeiden.

Mögliche Nebenwirkungen können u.a. Reaktionen an der Injektionsstelle, Infektionen, Übelkeit, Gelenk-, Kopf- und Rückenschmerzen sein. Außerdem können nach der Injektion kurze Kreislaufreaktionen mit Gesichtsröte, Herzklopfen, Engegefühl der Brust, Luftnot oder Angst auftreten, die sich üblicherweise innerhalb von 30 Minuten zurückbilden.

In seltenen Fällen können nach der Injektion schwerwiegende allergische Reaktionen auftreten, auch wenn das Produkt schon viele Jahre lang angewendet wird.

Brechen Sie bei Auftreten einer der folgenden Nebenwirkungen die Anwendung des Arzneimittels sofort ab und benachrichtigen Sie unverzüglich Ihren Arzt oder suchen Sie die Notaufnahme des nächstgelegenen Krankenhauses auf:

  • Hautausschlag (rote Punkte oder Nesselausschlag)
  • Schwellungen an den Augenlidern, den Lippen oder im Gesicht
  • plötzliche Atemnot
  • Krämpfe (Anfälle)
  • Ohnmacht

Was ist Glatirameracetat und wofür wird es angewendet?

Glatirameracetat verändert die Funktionsweise des eigenen Immunsystems und gehört somit zur Gruppe der sogenannten immunmodulierenden Arzneimittel.

Der Wirkstoff wird zur Behandlung von schubförmig verlaufenden (rezidivierenden) Formen der Multipler Sklerose (MS) angewendet. Er wird eingesetzt zur Behandlung von Menschen mit MS, die ohne Hilfe gehen können.

In einigen Fällen kann Glatirameracetat bei Patienten angewendet werden, die zum ersten Mal Beschwerden haben, die auf ein hohes Risiko hinweisen, eine MS zu entwickeln. Vor Behandlungsbeginn werden alle anderen Ursachen für diese Beschwerden ausgeschlossen.

Glatirameracetat wird nicht angewendet bei primär oder sekundär progredienter MS.