Empagliflozin
Steckbrief
- Wirkstoffname: Empagliflozin
- Wirkstoff unter anderem enthalten in: Jardiance, Glyxambi (Kombinationsarzneimittel)
- Arzneimittelgruppe: Antidiabetika (SGLT-2-Hemmer / SGLT-2-Inhibitoren)
- Verfügbare Stärken: 10 mg, 25 mg
- Verfügbare Darreichungen: Filmtabletten
- Verfügbare Packungsgrößen: 10, 30, 100 Stück
- Einführungsdatum: 2014
- Zugelassen in Deutschland
- Verschreibungspflichtig


Anwendungsgebiete
Empagliflozin wird je nach Wirkstoffstärke (10 mg oder 25 mg) bei folgenden Indikationen eingesetzt:
1. Blutzuckersenkung bei Diabetes mellitus Typ 2:
- Anwendungsbereich: Zur Behandlung des Blutzuckerspiegels bei Erwachsenen und Kindern ab 10 Jahren mit Typ-2-Diabetes, die durch Diät und Bewegung allein nicht ausreichend kontrolliert werden können.
- Hintergrund: Empagliflozin hilft, den Blutzuckerspiegel zu senken, indem es die Wiederaufnahme von Glukose in den Nieren blockiert, wodurch mehr Glukose über den Urin ausgeschieden wird.
2. Behandlung von chronischer Herzschwäche:
- Anwendungsbereich: Bei Erwachsenen mit chronischer Herzschwäche und entsprechenden Symptomen.
- Hintergrund: Empagliflozin entlastet das Herz, indem es überschüssige Flüssigkeit aus dem Körper entfernt, Schwellungen lindert und die Herzfunktion verbessert. Es reduziert das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen.
3. Behandlung von chronischer Nierenschwäche:
- Anwendungsbereich: Bei Erwachsenen mit chronischer Nierenschwäche.
- Hintergrund: Empagliflozin schützt die Nieren und trägt zur Verbesserung der Nierenfunktion bei, indem es die Glukoseausscheidung über den Urin erhöht.
Wirkungsweise
Empagliflozin ist ein Wirkstoff, der hilft, den Blutzuckerspiegel bei Typ-2-Diabetes zu senken. Es wirkt, indem es ein Protein namens SGLT-2 (Natrium-Glukose-Cotransporter 2) in den Nieren blockiert. Dieses Protein ist für die Wiederaufnahme von Zucker aus dem Urin ins Blut verantwortlich. Durch die Blockade von SGLT-2, wird somit die Wiederaufnahme von Zucker aus dem Urin verhindert und die Ausscheidung mittels Urins erhöht. Dies senkt den Blutzuckerspiegel und entlastet die Nieren und den Kreislauf.
Dosierung, Dauer und Einnahme
Empagliflozin wird einmal täglich eingenommen. Die Dauer der Einnahme hängt von den oben genannten Anwendungsbereichen ab. Die Tabletten sollten mit einem Glas Wasser eingenommen werden. Sie können unabhängig von einer Mahlzeit eingenommen werden und sollten im Ganzen geschluckt werden. Eine Teilung ist nicht vorgesehen.
Häufige Nebenwirkungen
Die häufigsten Nebenwirkungen von Empagliflozin sind unter anderem:
- Harnwegsinfektionen und Genitalinfektionen
- Verstopfungen
- Erhöhter Harndrang
- Flüssigkeitsmangel und Durstgefühl
- Hautausschlag
- Erhöhter Lipidspiegel
- Unterzuckerung (Hypoglykämie) bei gleichzeitiger Einnahme mit anderen Diabetesmedikamenten wie z.B. Insulin
Alle weiteren Nebenwirkungen finden Sie in der Packungsbeilage.
Gerne können Sie sich dazu auch von unserem pharmazeutischen Personal beraten lassen. Alle Services wie z.B. die erweiterten pharmazeutischen Dienstleistungen finden Sie hier auf einem Blick.
Wechselwirkungen
Die Wirkung von Empagliflozin kann durch andere Wirkstoffe beeinflusst werden. Wenn Sie weitere Arzneimittel einnehmen, informieren Sie Ihren Arzt, Ihre Ärztin oder unsere Apotheker und Apothekerinnen. Die wichtigsten Wechselwirkungen können Sie selbst hier prüfen.
Arzneimittel, die die Flüssigkeitsausscheidung verstärken und das Risiko für Flüssigkeitsmangel und niedrigen Blutdruck erhöhen sind:
- Entwässerungsmedikamente bzw. Diuretika (z.B. Hydrochlorothiazid / HCT, Furosemid, Torasemid)
Arzneimittel, die das Risiko für Unterzuckerung durch verstärkte blutzuckersenkende Wirkung erhöhen sind:
- Insuline und Insulinanaloga: (z.B. Insulin glargin, Insulin lispro, Insulin aspart)
- andere antidiabetische Arzneimittel, die den Blutzuckerspiegel beeinflussen (z.B. Glimepirid, Repaglinid, Linagliptin)
- Acetylsalicylsäure (ASS)
- Acetazolamid (Augeninnendruck-senkender Wirkstoff)
- Arzneimittel die bei bestimmten Virus-Erkrankungen eingesetzt werden (z.B. Elbasvir, Glecaprevir, Velpatasvir),
- Tranylcypromin (Antidepressivum)
- Wirkstoffe gegen bestimmte Autoimmunerkrankungen (Tofacitinib, Upadacitinib)
- Procarbazin (Wirkstoff gegen bestimmte Krebsarten)
Arzneimittel, die sowohl das Risiko für Unterzuckerung als auch Überzuckerung erhöhen können sind:
- Antibiotika (z.B. Ciprofloxacin, Levofloxacin, Moxifloxacin)
- Somatostatin-Analoga , welche das Hormon Somatostatin nachahmen (z.B. Octreotid, Lanreotid, Pasireotid)
Kontraindikationen
Empagliflozin darf nicht angewendet werden bei:
- Schwerer Nierenfunktionsstörung, da der Wirkstoff abhängig von der Nierenfunktion ist
- Dialyse
- Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff oder einen der sonstigen Bestandteile von Fertigarzneimitteln
- Diabetes Typ-1
- Ketoazidose
Schwangerschaft, Stillzeit und Fruchtbarkeit
Schwangerschaft: Die Anwendung ist nicht empfohlen, da nicht bekannt ist, inwiefern der Wirkstoff eine Wirkung auf das ungeborene Kind hat.
Stillzeit: Empagliflozin sollte während der Stillzeit nicht angewendet werden, da nicht bekannt ist, ob der Wirkstoff in die Muttermilch übergeht. Tierstudien zeigte, dass der Wirkstoff in die Muttermilch übergeht und ein Risiko nicht ausgeschlossen werden kann.
Fruchtbarkeit: Es wurden keine Studien mit Empagliflozin zu den Auswirkungen auf die Fruchtbarkeit beim Menschen durchgeführt. Tierstudien ergaben keine Hinweise auf eine gesundheitsschädliche Wirkung auf die Fruchtbarkeit.
Gebärfähigkeit: Wenn Sie planen, schwanger zu werden, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Ihre Ärztin.
Unterschiede nach
Geschlecht: Studien haben gezeigt, dass das Geschlecht keinen Einfluss darauf hat, wie Empagliflozin im Körper wirkt.
Ethnie: Nach Gabe identischer Dosen wurde der Wirkstoff bei asiatischen Menschen mit einem BMI von 25 etwas besser aufgenommen. Den Grund dafür kennt man nicht genau. Der Unterschied ist nicht groß (13,5%).
Ausscheidung
Der Wirkstoff wird über die folgenden Wege ausgeschieden:
- Urin: 54% wird über den Urin ausgeschieden.
- Stuhl: 41% des Wirkstoffes wird überwiegend unverändert über den Stuhl ausgeschieden.
Warnhinweise & Vorsichtsmaßnahmen
Überwachung: Regelmäßige Kontrolle des Blutzuckerspiegels und der Nierenfunktion.
Symptome: Wenn Symptome wie Schmerzen, Berührungsempfindlichkeit, Erythem (Hautrötungen / Gefäßerweiterung) oder Schwellungen im Bereich der Genitalien oder des Perineums (Bereich zwischen dem Anus und den äußeren Geschlechtsteilen) gleichzeitig mit Fieber oder Unwohlsein auftreten, wenden Sie sich bitte an Ihren Arzt oder Ärztin.
Diabetes-Patienten: Regelmäßige vorbeugende Fußpflege in Anspruch nehmen.
Verkehrstüchtigkeit: Empagliflozin hat einen geringen Einfluss auf die Verkehrstüchtigkeit und
die Fähigkeit zum Bedienen von Maschinen.
Falls Jardiance in Kombination mit bestimmten Wirkstoffen wie Sulfonylharnstoffen oder mit Insulin angewendet wird, kann dies zu niedrigen Blutzuckerwerten (Hypoglykämie) führen und Symptome wie Zittern, Schwitzen und Sehstörungen hervorrufen. In diesem Fall dürfen keine Fahrzeuge und / oder Maschinen bedient werden.













