Medikamenten- und Wirkstofflexikon

Eisen

Steckbrief

  • Wirkstoffname: Eisen(II)-glycin-sulfat
  • Wirkstoff unter anderem enthalten in: Ferro Sanol Duodenal, Ferro Sanol Überzogene Tabletten, Ferro Sanol Tropfen
  • Anwendungsgebiete: Therapie von Eisenmangel und Eisenmangelanämie
  • Verfügbare Stärken: 30mg, 40mg, 50mg (je nach Darreichungsform)
Bild mit Kapseln und Tabletten

Das Wichtigste in Kürze

Wirkung

Der Wirkstoff Eisen gehört zu den lebenswichtigen Spurenelementen im Körper. Er ist ein unverzichtbarer Baustein für den roten Blutfarbstoff (Hämoglobin) und somit hauptverantwortlich für den Sauerstofftransport im Blut sowie für die Energiegewinnung der Zellen. Ein Eisenmangel kann zu Blutarmut (Eisenmangelanämie) führen, die sich typischerweise durch anhaltende Müdigkeit, Erschöpfung, Blässe, Schwindel, Konzentrationsschwäche sowie brüchige Haare oder Nägel bemerkbar macht. Die Wirkung setzt schrittweise ein.

Eine Besserung der Beschwerden ist oft schon nach einigen Wochen spürbar, das vollständige Auffüllen der Eisenspeicher im Körper kann jedoch mehrere Monate dauern.

Anwendung

Eisen steht meist in Form von Kapseln, überzogene Tabletten (Dragées) oder Tropfen zur Verfügung. Um eine optimale Aufnahme in den Körper zu gewährleisten, sollte die Einnahme in der Regel nüchtern erfolgen – idealerweise circa eine Stunde vor einer Mahlzeit (z. B. morgens vor dem Frühstück) mit ausreichend Flüssigkeit. Bei Säuglingen und Kleinkindern können die Tropfen mit, kurz vor oder kurz nach einer Mahlzeit gegeben werden.

Ein Glas Orangensaft oder Vitamin-C-reiches Wasser fördert die Eisenaufnahme im Darm zusätzlich. Kaffee, schwarzer oder grüner Tee, Cola sowie Milch und Milchprodukte hemmen hingegen die Aufnahme erheblich und sollten nur mit einem zeitlichen Abstand von etwa zwei Stunden konsumiert werden.

Die Dosierung und Dauer der Anwendung richten sich nach der Schwere des Eisenmangels. Wird eine Einnahme vergessen, nehmen Sie nicht die doppelte Dosis ein, sondern setzen Sie die Behandlung wie gewohnt fort.

Bitte beachten Sie bezüglich Dosierung und Anwendungsdauer die Absprachen mit Ihrem Arzt, wenn Ihnen das Präparat verordnet wurde.

Zu beachten

Eine typische und völlig harmlose Begleiterscheinung der Eiseneinnahme ist eine Dunkel- bis Schwarzfärbung des Stuhls. Dies ist kein Grund zur Sorge. Eisenpräparate können Magen-Darm-Beschwerden wie Verstopfung, Durchfall, Übelkeit oder Magendruck verursachen.

Falls Sie das Präparat auf nüchternen Magen sehr schlecht vertragen, kann in Absprache mit dem Arzt auf eine Einnahme zu oder kurz nach den Mahlzeiten ausgewichen werden, auch wenn dies die Eisenaufnahme etwas verringert.

Bestimmte Medikamente wie Magensäureblocker, Schilddrüsenhormone oder einige Antibiotika vertragen sich nicht mit der gleichzeitigen Eiseneinnahme. Hier muss oft ein Abstand von mehreren Stunden eingehalten werden. Bewahren Sie Eisenpräparate zudem immer strikt unzugänglich für kleine Kinder auf.

Weitere Informationen zu Ihrem Medikament entnehmen Sie bitte der Packungsbeilage oder fragen Sie Ihre Ärztin, Ihren Arzt oder in Ihrer Apotheke.