Medikamenten- und Wirkstofflexikon

Dulaglutid

Steckbrief

  • Wirkstoffname: Dulaglutid
  • Wirkstoff ist unter anderem enthalten in: Trulicity
  • Arzneimittelgruppe: Antidiabetika (GLP-1-Rezeptor-Agonisten)
  • Verfügbare Stärken: 0,75 mg, 1,5 mg, 3 mg, 4,5 mg
  • Verfügbare Darreichungen: Fertigpen zur subkutanen Injektion
  • Verfügbare Packungsgrößen: 4, 12 Stück
  • Einführungsdatum: 2014
  • Zugelassen in Deutschland
  • Verschreibungspflichtig
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Anwendungsgebiete

Dulaglutid wird bei folgender Indikation eingesetzt:

Blutzuckersenkung bei Diabetes mellitus Typ 2:

  • Anwendungsbereich: Zur Behandlung des Blutzuckerspiegels bei Patienten ab 10 Jahren von nicht ausreichend behandeltem Typ-2-Diabetes, als Ergänzung zu Diät und körperlicher Aktivität (als alleinige Therapie, wenn Metformin nicht geeignet ist oder als Kombinationstherapie mit anderen antidiabetischen Arzneimitteln)
  • Hintergrund: Bei Diabetes mellitus Typ-2 (Zuckerkrankheit) wird der Zucker nicht richtig aufgenommen und verarbeitet. Dies führt zu einem Anstieg des Blutzuckerspiegels. Dulaglutid unterstützt den Körper dabei den Zuckerstoffwechsel zu regulieren und verbessert so die Blutzuckerkontrolle, um weitere Komplikationen zu vermeiden.

Wirkungsweise

Dulaglutid hilft, den Blutzuckerspiegel bei Typ-2-Diabetes zu senken und gehört zur Gruppe der GLP-1-Agonisten. Es wirkt ähnlich wie das körpereigene Hormon GLP-1 (Glucagon-like Peptide-1), das nach dem Essen im Darm freigesetzt wird und wie wirkt wie folgt:

  • Förderung der Insulinproduktion: Dulaglutid regt die Bauchspeicheldrüse an, mehr Insulin zu produzieren, wenn der Blutzuckerspiegel steigt. Insulin hilft, Zucker aus dem Blut in die Zellen zu transportieren, wo dieser als Energie genutzt wird.
  • Hemmung der Glukoseabgabe der Leber: Der Wirkstoff reduziert die Freisetzung von Glukose aus der Leber, indem es die Wirkung des Hormons Glukagon hemmt. Glukagon signalisiert normalerweise der Leber, gespeicherte Glukose freizusetzen, was den Blutzuckerspiegel erhöht.
  • Verlangsamung der Magenentleerung: Dulaglutid kann die Entleerung des Magens nach einer Mahlzeit verzögern und so die Zuckeraufnahme verlangsamt.
  • Sättigungsgefühl: Durch Rezeptoren im Gehirn, ist es möglich, dass Dulaglutid das Sättigungsgefühl erhöht und somit einen verminderten Appetit zur Folge hat.

Durch diese Mechanismen hilft Dulaglutid, den Blutzuckerspiegel besser zu kontrollieren und trägt zur Verbesserung der allgemeinen Blutzuckerkontrolle bei Typ-2-Diabetes bei.

Dosierung, Dauer und Einnahme

Dulaglutid wird einmal wöchentlich unter die Haut (subkutan) als Injektion verabreicht. Die Injektionen können in den Bauch, Oberschenkel oder Oberarm erfolgen. Die Dosis beträgt üblicherweise 0,75 mg oder 1,5 mg. Abhängig von der ärztlichen Verordnung können auch höhere Dosierung einmal wöchentlich verabreicht werden.

Häufige Nebenwirkungen

Die häufigsten Nebenwirkungen von Dulaglutid sind:

  • Unterzuckerung (Hypoglykämie), wenn der Blutzuckerspiegel zu stark gesunken ist
  • Verminderter Hunger
  • Bauchschmerzen
  • Blähungen
  • Aufstoßen
  • starke Müdigkeit, hohes Bedürfnis nach Ruhe und unverhältnismäßige Änderung der Aktivitäten (Fatigue)
  • Sinustachykardie (schnellerer Herzschlag)
  • Atrioventrikulärer Block 1. Grades (leichte Verzögerung der Signalweiterleitung im Herzen
  • plötzliche Entzündung der Bauchspeicheldrüse (akute Pankreatitis)

Alle weiteren Nebenwirkungen finden Sie in der Packungsbeilage.
Gerne können Sie sich dazu auch von unserem pharmazeutischen Personal beraten lassen. Alle Services wie z.B. die erweiterten pharmazeutischen Dienstleistungen finden Sie hier auf einem Blick.

Wechselwirkungen mit Arzneimitteln

Die Wirkung von Dulaglutid kann durch andere Wirkstoffe beeinflusst werden. Wenn Sie weitere Arzneimittel einnehmen, informieren Sie Ihren Arzt, Ihre Ärztin oder unsere Apotheker und Apothekerinnen. Die wichtigsten Wechselwirkungen können Sie selbst hier prüfen.

Die Wirkung von Dulaglutid kann vermindert oder verstärkt werden, wenn Sie:

  • Arzneimittel einnehmen, die zu der Gruppe der Somatostatin-Analogon gehören, welche das Hormon Somatostatin nachahmen (z.B. Lanreotid, Octreotid, Pasireotid)
  • Antidepressiva zur Behandlung von Depressionen (z.B. Citalopram Duloxetin, Fluoxetin)

Eine verminderte blutzuckersenkende Wirkung, welche zu einem erhöhten Blutzuckerspiegel (Hyperglykämie) führen kann, tritt auf, wenn Sie Arzneimittel einnehmen wie:

  • Entwässerungsmittel bzw. Diuretika (z.B. Hydrochlorothiazid kurz HCT, Chlortalidon, Indapamid)
  • Augeninnendruck-senkende Arzneimittel (z.B. Acetazolamid)

Eine verstärkte blutzuckersenkende Wirkung, welche zu einer Unterzuckerung (Hypoglykämien) führen kann, tritt auf, wenn Sie Arzneimittel einnehmen wie:

  • Arzneimittel gegen Hepaptis C (z.B. Elbasvir, Glecaprevir, Sofosbuvir)

Kontraindikationen

Dulaglutid darf nicht angewendet werden bei:

  • Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff oder den restlichen Bestandteilen
  • Schwerer Magen-Darm-Erkrankung
  • Pankreatitis (Entzündung der Bauchspeicheldrüse)

Schwangerschaft, Stillzeit & Fruchtbarkeit

Schwangerschaft: Anwendung wird nicht empfohlen, da keine oder nur sehr begrenzte Erfahrung vorliegen. In Tierstudien wurde keine negative Wirkung auf die Fortpflanzung festgestellt.
Stillzeit: Die Anwendung wird nicht empfohlen, da nicht bekannt ist, ob der Wirkstoff in die Muttermilch übergeht.
Fruchtbarkeit: Es sind keine negativen Auswirkungen von Dulaglutid auf die Fruchtbarkeit bekannt. In Tierstudien hatte der Wirkung keine direkte Wirkung auf die Paarung oder Fruchtbarkeit.

Unterschiede nach

Geschlecht
Es wurden keine Unterschiede festgestellt.
Ethnie
Es wurden keine Unterschiede festgestellt.

Ausscheidung

Der Wirkstoff wird über die folgenden Wege ausgeschieden:

  • Abbau im Körper Man nimmt an, dass Dulaglutid auf den herkömmlichen Proteinabbauwegen in seine einzelnen Aminosäuren zerlegt wird. Über den exakten Ausscheidungsweg liegen keine Informationen vor.

Warnhinweise & Vorsichtsmaßnahmen

Anstehende Operationen: Wenn bei Ihnen eine Operation geplant ist, bedenken Sie, dass Dulaglutid die Entleerung des Magens verlangsamen kann. Dies kann während einer Vollnarkose oder tiefer Sedierung dazu führen, dass Speisereste in die Atemwege geraten und eine Infektion der Lunge verursachen. Teilen Sie Ihren Ärzten mit, dass Sie Dulaglutid einnehmen, damit sie dies bei der Planung der Anästhesie berücksichtigen können.

Vor allem zu Beginn der Therapie, sollte auf Symptome wie Übelkeit, Erbrechen Durchfall oder eine Dehydrierung geachtet werden. Wenn Sie diese Symptome feststellen, wenden Sie sich bitte an Ihren Arzt oder Ihre Ärztin.

Verkehrstüchtigkeit: Der Wirkstoff hat keinen nennenswerten Effekt auf die Verkehrsfähigkeit oder Bedienen von Maschinen. Wenn allerdings andere Wirkstoffe wie Sulfonylharnstoff oder Insulin angewendet werden, kann es zu einer Unterzuckerung (Hypoglykämie) kommen, welche die Konzentrationsfähigkeit reduziert. Wenn sie Anzeichen einer Unterzuckerung feststellen (z.B. Zittern, Schwitzen, Schwindel) vermeiden Sie das Führen von Fahrzeugen oder Bedienen von Maschinen.