Die Schilddrüsen-unterfunktion - Hypothyreose
Es handelt sich um eine Schilddrüsenunterfunktion, wenn die Schilddrüse weniger Hormone produziert, als eigentlich notwendig wären. Infolgedessen laufen zahlreiche Stoffwechselfunktionen langsamer ab. Medizinisch wird eine Schilddrüsenunterfunktion auch Hypothyreose genannt.


Ursachen einer Schilddrüsenunterfunktion
Die Schilddrüsenunterfunktion ist eine der häufigsten Stoffwechselerkrankungen, etwa 5 von 100 Personen sind betroffen. Bei einer beginnenden oder nicht stark ausgeprägten Schilddrüsenunterfunktion spricht man von einer latenten Schilddrüsenunterfunktion (medizinisch latente Hypothyreose). Bei Frauen wird eine Schilddrüsenunterfunktion fünfmal häufiger als bei Männern diagnostiziert. Eine Schilddrüsenunterfunktion kann verschiedene Ursachen haben.
Angeborene Schilddrüsenunterfunktion
Eine Schilddrüsenunterfunktion kann vererbt sein oder sich bereits im Mutterleib ausbilden. Die Schilddrüse kann zu klein sein, um den Körper mit einer ausreichenden Menge Schilddrüsenhormone zu versorgen oder auch in seltenen Fällen ganz fehlen. Das wird dann Schilddrüsenaplasie genannt.
Andere mögliche Ursachen können im hormonellen Regelkreis des Körpers oder bei der Hormonproduktion liegen. Medizinisch spricht man dann von einer angeborenen Hypothyreose.
Erworbene Schilddrüsenunterfunktion
Die häufigste Ursache einer Schilddrüsenunterfunktion ist die chronische Schilddrüsenentzündung Hashimoto-Thyreoiditis. Sie kann auch nach einer Radiojodtherapie oder einer Schilddrüsenoperation auftreten oder auf einen Jodmangel zurückzuführen sein. Seltener ist eine Störung des hormonellen Regelkreises der Schilddrüse ursächlich für eine Unterfunktion.
Es ist ebenfalls möglich, dass Medikamente zur Behandlung einer Schilddrüsenüberfunktion zu hoch dosiert wurden oder sich die Ursache der ursprünglichen Schilddrüsenüberfunktion von selbst gebessert hat und so eine Schilddrüsenunterfunktion entsteht. Eine weitere Ursache für eine Schilddrüsenunterfunktion kann ein Jodmangel sein.
Schilddrüsenwerte bei einer Unterfunktion
Die Schilddrüse produziert bei einer Schilddrüsenunterfunktion weniger Hormone (T3 und T4) als der Körper eigentlich benötigt. In der Folge wird zum Ausgleich vermehrt TSH ausgeschüttet, um so die Produktion in der Schilddrüse anzuregen. Der TSH-Spiegel kann im Blut gemessen werden und gibt einen ersten wichtigen Hinweis auf eine mögliche Schilddrüsenfehlfunktion, bei einer Schilddrüsenunterfunktion wäre in der Regel ein erhöhter TSH-Wert die Folge. Die Konzentration des TSH-Hormons im Körper ist nicht konstant, sondern ändert sich im Laufe des Lebens. In den ersten Lebensjahren, wenn Kinder noch wachsen und sich entwickeln, ist der Bedarf an Schilddrüsenhormonen besonders hoch, was sich in erhöhten TSH-Werten widerspiegelt. Mit fortschreitendem Alter tendiert der TSH-Wert dazu, wieder anzusteigen. Dies könnte darauf zurückzuführen sein, dass die Schilddrüse bei älteren Menschen mehr TSH benötigt wird, um genügend Schilddrüsenhormone zu produzieren und den Körper ausreichend zu versorgen.















