Schmerzhafte Nierensteine: Ursachen, Prävention & Behandlung
Erfahren Sie alles Wichtige über Nierensteine: Von Ursachen über Symptomen, der Diagnostik und Behandlung bis hin zur Prävention.


Nierensteine, auch als Harnsteine bezeichnet, gehören weltweit zu den häufigsten Erkrankungen und ihre Häufigkeit nimmt durch veränderte Lebens- und Ernährungsgewohnheiten weiter zu.
Die Prävention von Nierensteinen ist durch eine ausgewogene Ernährung, ausreichende Flüssigkeitszufuhr und Einschränkung salzreicher und tierischer Lebensmittel möglich. Bei Personen mit genetischer Veranlagung kann eine medikamentöse Prophylaxe sinnvoll sein. Moderne Diagnoseverfahren wie Ultraschall und CT ermöglichen eine exakte Bestimmung der Steinart und -größe, was die Wahl der besten Behandlungsmethode erleichtert.
Harnsteinerkrankungen können als Volkskrankheit bezeichnet werden, sie sind weltweit eine der häufigsten Erkrankungen. Veränderte Lebensumstände und Ernährungsgewohnheiten führen in vielen Ländern zu einem Anstieg der Erkrankungen.
Häufig findet man in Informationen die Bezeichnungen Nierenstein oder Harnstein. Harnsteine können im gesamten Harnsystem (Niere, Harnleiter, Blase) vorkommen und sind oft eine Folge oder Variante von Nierensteinen. Nierensteine befinden sich hingegen in der Niere und können zu Harnsteinen werden, wenn sie in den Harntrakt gelangen.
Nierensteine sind feste Ablagerungen aus Mineralien und Salzen, die sich bei konzentriertem Urin im Nierenbecken bilden und in den Harntrakt gelangen können. Kleinere Nierensteine werden mit dem Urin ausgeschieden. Erst wenn ein Stein das Nierenbecken blockiert oder durch den Harnleiter wandert, macht er sich bemerkbar, wo sie als Harnsteine schwere Beschwerden verursachen. Die Symptome reichen von intensiven Schmerzen über Blut im Urin bis hin zu häufigem Harndrang, besonders wenn sich Steine im Harnleiter bewegen.
Risikofaktoren sind unter anderem eine salzreiche Ernährung, geringe Flüssigkeitsaufnahme und genetische Veranlagungen. Zur Behandlung kleiner Steine werden oft konservative Maßnahmen wie reichliches Trinken und Schmerzmittel empfohlen, während größere Steine durch Stoßwellen oder minimal-invasive Eingriffe entfernt werden müssen.
Man unterscheidet verschiedene Arten von Nierensteinen nach der chemischen Zusammensetzung. Darunter zum Beispiel Calciumoxalat-Steine, sie machen ungefähr 80% aller Steinarten aus. Daneben gibt es noch Harnsäure-Steine, Struvit-Steine und Zystin-Steine.
Die Größe von Nierensteinen kann stark variieren; sie reicht von der Größe eines Sandkorns bis hin zu größeren Steinen, die sich schnell in den Harnwegen festsetzen und zu schweren Beschwerden führen können.
Nierensteine entstehen, wenn der Urin stark konzentriert ist, was die Bildung von kristallinen Ablagerungen aus im Urin gelösten Stoffen begünstigt. Diese kristallinen Ablagerungen setzen sich dann in den Nieren ab und wachsen dort zu festen Steinen heran.
Die Entstehung beginnt häufig mit der Bildung kleiner Kristalle, die sich allmählich zusammenschließen. Wird nicht ausreichend Flüssigkeit zugeführt, steigt die Konzentration des Urins und der Harnbestandteile an, und das Risiko der Kristallisation nimmt zu. Die verschiedenen Arten von Nierensteinen, wie zum Beispiel Calciumoxalat- oder Harnsäuresteine, entstehen abhängig von den spezifischen Substanzen, die im Urin auskristallisieren und sich anreichern.
Nierensteine sind ein häufiges Gesundheitsproblem in vielen Teilen der Welt. Wie häufig Nieren- oder Harnsteine auftreten, variiert jedoch in den unterschiedlichen Teilen der Welt. In Deutschland leiden ca. 10-15% der Menschen einmal in ihrem Leben an einem Nierenstein oder bilden einen Nierenstein aus.
Die Erkrankung tritt häufiger bei Männern auf, wobei das Risiko mit zunehmendem Alter steigt. Aber auch Kinder können bereits an Nierensteinen erkranken.
In den letzten Jahrzehnten hat die Häufigkeit von Nierensteinen zugenommen und auch immer mehr junge Menschen erkranken, was teilweise auf Veränderungen in Ernährungs- und Lebensgewohnheiten zurückzuführen ist. In heißen Klimazonen sind Nierensteine aus verschiedenen Gründen häufiger.


Die Symptome von Nierensteinen können stark variieren und sind oft mit erheblichen Schmerzen verbunden. Eines der häufigsten Symptome ist die sogenannte Kolik, ein plötzlich einsetzender, intensiver Schmerz, der als schneidend beschrieben wird und typischerweise im Rücken oder seitlich, in der Flanke, auftritt. Diese Schmerzen können in Wellen auftreten, sich rückläufig verhalten und bis in den Unterbauch oder die Leistengegend ausstrahlen und entstehen, wenn sich ein Stein durch den Harnleiter bewegt und ihn teilweise blockiert, was zu Druck- und Dehnungsschmerzen führt. Viele Betroffene haben beim ersten Auftreten der Schmerzen Schwierigkeiten sie von Rückenschmerzen zu unterscheiden.
Häufig auftretende Beschwerden:
Bei einer Infektion kann zusätzlich Fieber auftreten, was ein ernstes Anzeichen für eine Komplikation ist und umgehend behandelt werden sollte.
Um rechtzeitig handeln zu können, sollten Warnsignale und Risikofaktoren erkannt und im Auge behalten werden.
Eines der häufigsten Warnsignale ist ein wiederkehrender, starker Schmerz im unteren Rücken oder in der Flanke. Darüber hinaus können Blut im Urin oder eine Veränderung der Urinfarbe als Alarmsignale gedeutet werden, die auf Verletzungen im Harntrakt durch wandernde Steine zurückzuführen sind. Ein weiteres kritisches Warnsignal ist das Auftreten von Fieber, das gemeinsam mit Schmerzen und anderen Symptomen auf eine mögliche Infektion im Rahmen der Nierensteinerkrankung hindeuten kann und eine sofortige medizinische Intervention erfordert.
Zu den Risikofaktoren gehören insbesondere ein zu hoher Konsum von salzhaltigen Lebensmitteln, unzureichende Flüssigkeitsaufnahme sowie bestimmte genetische Prädispositionen, die die Bildung von Nierensteinen begünstigen können.
Die Ursachen und Risikofaktoren für die Entstehung von Nierensteinen sind vielfältig und können sowohl von äußeren als auch von genetischen Faktoren beeinflusst werden. Eine große Rolle spielt die Ernährung und der Lebensstil, da eine hohe Aufnahme von salzhaltigen Lebensmitteln und tierischen Proteinen das Risiko für die Steinbildung erheblich steigern kann. Hinzu kommt, dass eine unzureichende Flüssigkeitszufuhr zu einer erhöhten Urinkonzentration führt, was die Kristallisation fördert.
Genetische Veranlagungen spielen ebenfalls eine Rolle, da bestimmte erbliche Faktoren die Wahrscheinlichkeit erhöhen können, dass sich Nierensteine bilden. Weiterhin können bestimmte Erkrankungen wie Adipositas und Diabetes das Risiko für die Bildung von Steinen im Harntrakt ebenfalls erhöhen. Auch Umweltfaktoren wie das Leben in heißen Klimazonen, wo eine erhöhte Schweißproduktion ohne ausreichenden Flüssigkeitsausgleich den Urin weiter konzentrieren kann, tragen zur Risikoerhöhung bei.
Ein gesunder Lebensstil und eine ausgewogene Ernährung spielen eine entscheidende Rolle in der Prävention von Nierensteinen. Wichtig ist es, ausreichend ungesüßte Getränke zu trinken, um den Urin zu verdünnen und die Bildung von kristallinen Ablagerungen zu verhindern. Wasser ist die beste Option, wobei mindestens zwei bis drei Liter pro Tag empfohlen werden, abhängig von Klimabedingungen und der körperlichen Aktivität.
Der übermäßige Konsum von stark salzhaltigen Lebensmitteln sollte vermindert werden, da Natrium die Ausscheidung von Calcium im Urin erhöhen kann, was das Risiko der Bildung von Calciumoxalatsteinen steigert. Ebenso ist es ratsam, den Konsum von tierischen Proteinen zu reduzieren, da diese den Harnsäurespiegel im Körper beeinflussen können. Fisch, Fleisch und Eier in moderaten Mengen sind in Ordnung, sollten jedoch nie die Basis der Ernährung bilden. Alternativen sind pflanzliche Proteine, beispielsweise Hülsenfrüchte, Sojaprodukte oder Nüsse.
Genetische Prädispositionen (angeborene Neigungen) können das Risiko Nierensteine zu bilden erheblich erhöhen. Wenn eine familiäre Vorbelastung für Nierensteine besteht, ist die Wahrscheinlichkeit größer, selbst im Laufe des Lebens einmal zu erkranken. Diese genetischen Faktoren beeinflussen oft die Stoffwechselprozesse im Körper, wie etwa die Art und Weise, wie bestimmte Substanzen im Urin ausgeschieden werden. Einige genetische Bedingungen können sogar die Produktion bestimmter Proteine verändern, die die Kristallisation von Mineralien im Urin fördern oder hemmen.

Die Diagnose von Nierensteinen erfolgt in der Regel durch eine Kombination aus Anamnese, körperlicher Untersuchung und bildgebenden Verfahren.
Zunächst führt der Arzt ein ausführliches Gespräch mit dem Patienten, um Informationen über die Erkrankungsgeschichte, eventuelle Symptome und mögliche Risikofaktoren wie Ernährungsgewohnheiten und familiäre Vorbelastungen zu sammeln.
Anschließend erfolgt eine körperliche Untersuchung, bei der der Arzt auf Schmerzen im Bauch- und Rückenbereich achtet, die auf das Vorhandensein von Nierensteinen hinweisen können.
Laboruntersuchungen wie Blut- und Urinanalysen sind ebenfalls wichtig, um den Stoffwechselstatus des Patienten zu überprüfen und Rückschlüsse auf die chemische Zusammensetzung der Steine zu ziehen, was die nachfolgende Behandlung oder Vorbeugung beeinflussen kann.
Zu den wichtigsten Untersuchungsmethoden zur Diagnose von Nierensteinen gehören:
Wenn Symptome auftreten, die auf Nierensteine hindeuten können, sollte ein Arztbesuch in Erwägung gezogen werden. Insbesondere bei anhaltenden, starken Schmerzen im unteren Rücken oder in der Flanke, die nicht durch herkömmliche Schmerzmittel gelindert werden können, ist es ratsam, medizinischen Rat einzuholen. Auch bei Fieber in Kombination mit Schmerzen oder bei sichtbarem Blut im Urin ist ein sofortiger Arztbesuch wichtig, da diese Anzeichen auf ernsthafte Komplikationen wie Niereninfektionen hindeuten können. Wenn Übelkeit, Erbrechen oder eine drastische Veränderung der Urinfarbe und -häufigkeit auftreten, könnte dies auf eine ernsthafte Verstopfung des Harntrakts hinweisen.
Zur Behandlung von Nierensteinen gibt es verschiedene Möglichkeiten, die je nach Schweregrad der Erkrankung und der Art des Steins variieren können.
Bei kleineren Steinen können konservative Maßnahmen, wie eine erhöhte Flüssigkeitszufuhr und Schmerzmedikation, ausreichen, um den natürlichen Abgang des Steins zu fördern. Bei größeren Steinen, die sich nicht spontan lösen oder erhebliche Beschwerden verursachen, werden chirurgische Eingriffe in Betracht gezogen. Zu diesen Verfahren gehören die extrakorporale Stoßwellenlithotripsie (ESWL), die den Stein in kleinere Fragmente zertrümmert, die dann problemlos über den Urin ausgeschieden werden können. Auch können durch, sowie minimal-invasive Eingriffe wie die endoskopische Untersuchung der Harnröhre und des Beckens (Ureteros-Renoskopie) oder die endoskopische Untersuchung des Nierenbeckens und der Niere (perkutane Nephrolithotomie) die , bei der der Steine direkt aus dem Harnleiter oder der Niere entfernt werdenird. In Fällen, in denen eine Infektion vorliegt oder das Risiko von Komplikationen besteht, kann eine sofortige operative Entfernung des Steins erforderlich sein.
Eine der ersten konservativen Maßnahmen zur Behandlung von Nierensteinen besteht darin, die Flüssigkeitsaufnahme zu erhöhen. Durch großzügiges Trinken wird der Urin verdünnt und die Häufigkeit des Wasserlassens erhöht. Dies kann dazu führen, dass der Stein von selbst abgehen kann, also mit dem Urin ausgeschieden wird. Schmerzmittel werden häufig eingesetzt, um die unangenehmen Symptome zu lindern, während der Körper daran arbeitet, den Stein auszutreiben.
Der Einsatz von Diuretika kann ebenfalls von Vorteil sein, da diese Medikamente die Urinproduktion anregen, was den Abgang von Steinen erleichtern kann. Da Harnsäuresteine sind die einzigen Steine sind, die manchmal mithilfe von Medikamenten aufgelöst werden können, kann man mit Alkalicitrate oder Natriumcarbonat den pH-Wert des Urins anheben oder mit Hilfe von Allopurinol den Harnsäurespiegel senken. Viel zu trinken, unterstützt die Wirkung der Medikamente: Wenn mehr Urin gebildet wird, kann sich die Harnsäure besser lösen
Die Zeit, die ein Nierenstein benötigt, um den Körper zu verlassen, hängt von verschiedenen Faktoren ab, vor allem von der Größe des Steins und seiner Position im Harntrakt. Kleinere Steine gehen in der Regel nach ein paar Tagen bis ein paar Wochen ab, abhängig von der Lage des Steins und der täglichen Flüssigkeitszufuhr. Bei mittleren bis großen Steine kann der Abgang länger dauern, oft mehrere Wochen. Wenn sie nicht von selbst abgehen oder zu starke Schmerzen verursachen, kann eine Stoßwellenbehandlung oder ein chirurgischer Eingriff notwendig werden.
Wenn konservative Maßnahmen bei der Behandlung von Nierensteinen nicht ausreichen oder wenn der Patient unter starken Beschwerden leidet, können weitere Behandlungen oder chirurgische Eingriffe notwendig werden.
Zu den häufig angewandten Verfahren gehört die extrakorporale Stoßwellenlithotripsie (ESWL), bei der Stoßwellen von außen den Stein in kleinere Teile zertrümmern, die dann durch den Urin ausgeschieden werden können.
Eine weitere Methode ist die Ureteroskopie, bei der ein dünner Schlauch durch die Harnwege eingeführt wird, um den Stein direkt zu entfernen. Hierbei kann auch ein Laser zum Einsatz kommen, um den Stein zu zerkleinern, was den Abgang erleichtert.
Bei sehr großen Steinen, die in den Nieren sitzen, kann eine perkutane Nephrolithotomie erforderlich sein, ein minimal-invasiver Eingriff, bei dem der Stein durch einen kleinen Schnitt in der Haut entfernt wird. Diese Verfahren sind heute durch technologische Fortschritte sicherer und schonender geworden, sodass die Genesungszeiten kürzer und die Komplikationen reduziert sind. Entscheidend ist jedoch eine individuelle medizinische Beratung, um die beste Behandlungsmethode je nach Größe, Lage und Zusammensetzung des Steins sowie der allgemeinen Gesundheit des Patienten auszuwählen.
In einigen Fällen kann die medikamentöse Prophylaxe eine wirksame Methode sein, um das Risiko der Nierensteinbildung zu reduzieren, insbesondere bei Personen mit einer genetischen Veranlagung oder immer wiederkehrenden Nierensteinen. Solche Medikamente zielen darauf ab, die Bildung von Steinen zu verhindern, indem sie den Stoffwechsel von Mineralien im Körper beeinflussen. Beispielsweise können Citrate die Bildung von Kalziumkristallen verhindern und L-Methionin die Bildung von Harnsteinen durch Harnwegsinfekte verhindern. Thiazid-Diuretika können den Kalziumspiegel im Urin reduzieren, wohingegen Allopurinol helfen kann, den Harnsäurespiegel zu senken, was besonders bei Harnsäuresteinen von Bedeutung ist.
Die Wirksamkeit dieser Medikamente hängt oft von der genauen Ursache der Steinbildung ab, weshalb es wichtig ist, die Prophylaxe auf die individuellen Stoffwechselanforderungen anzupassen. Eine regelmäßige Überwachung durch einen Arzt ist unerlässlich, da dies ermöglicht, die Behandlung individuell anzupassen und eventuelle Nebenwirkungen zu beobachten, um eine optimale Prävention zu gewährleisten.

Die Nieren beeinflussen viele Körperfunktionen, reinigen beispielsweise das Blut und sind lebenswichtig. Eine eingeschränkte Nierenfunktion fällt jedoch häufig über eine lange Zeit nicht auf. Insbesondere Personen mit einem hohen Blutdruck und einer Diabeteserkrankung sind häufig von einer chronischen Nierenerkrankung betroffen. Finden Sie im Ratgeber einen Risiko-Check für Ihre Nierengesundheit, hilfreiche Informationen und die Möglichkeit der einfachen Arztkonsultation.
Quellen und weiterführende Informationen
Stiftung für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen
https://www.gesundheitsinformation.de/behandlung-von-nieren-und-harnleitersteinen.html
https://www.gesundheitsinformation.de/nierensteine-und-harnleitersteine.html
AOK