Niereninsuffizienz (Nierenschwäche)




Niereninsuffizienz bedeutet, dass die Nieren nicht mehr richtig arbeiten und das Blut nicht ausreichend reinigen können.
Es gibt zwei Formen: die akute und die chronische Nierenschwäche.
Ursachen sind zum Beispiel Diabetes, Bluthochdruck, Infektionen oder bestimmte Medikamente. Erste Anzeichen können Müdigkeit, Konzentrationsprobleme, Appetitlosigkeit, Juckreiz, geschwollene Beine oder Veränderungen beim Wasserlassen sein.
Bei einer akuten Niereninsuffizienz kann sich die Nierenfunktion oft wieder erholen, wenn rechtzeitig behandelt wird. Die chronische Form ist nicht heilbar, aber mit einer entsprechenden Therapie kann das Fortschreiten verlangsamt werden. In schweren Fällen sind Dialyse oder eine Nierentransplantation nötig.
Die menschliche Niere erinnert in ihrer Form an eine große Bohne – etwa so groß wie eine Faust. Jeder Mensch hat normalerweise zwei Nieren, die links und rechts neben der Wirbelsäule im unteren Rücken liegen. Ihre Farbe ist rötlich-braun, und sie haben eine glatte Oberfläche.. Die Hauptaufgabe der Niere ist die Bildung von Urin. Damit werden Flüssigkeit, Giftstoffe und Abfallprodukte aus dem Blut gefiltert und ausgeschieden. Eiweiße (z.B. Albumin) und die roten Blutkörperchen (Erythrozyten) werden dagegen zurückgehalten und nicht mit ausgeschieden.
Außerdem reguliert die Niere den Wasser- und Elektrolythaushalt und ist für die Einstellung des Blutdruckes verantwortlich. Einige Erkrankungen, z.B. Herzerkrankungen wie eine Herzinsuffizienz, können die Nierenfunktion beeinträchtigen. Umgekehrt können Nierenerkrankungen sich ungünstig auf das Herz auswirken und Bluthochdruck oder Gefäßablagerungen begünstigen.
Die Niere reguliert auch das Säure-Basen-Gleichgewicht des Körpers. Wenn der Körper zu viele Säuren bildet, werden diese unter anderem durch die Niere mit dem Urin oder durch die Lunge ausgeschieden. Somit wird gewährleistet, dass der Säure-Basen-Haushalt im Gleichgewicht bleibt und dass es nicht zu Störungen kommt.
Die Niere ist ein sogenanntes endokrines Organ, welches Renin (ein hormonähnliches Enzym) und Erythropoetin (ein Hormon) herstellt und in die Blutbahn abgibt und dadurch an der Regulation des Blutdrucks und der Bildung von roten Blutzellen (Erythropoese) beteiligt ist. Außerdem wird Vitamin D -welches für den Knochenstoffwechsel sehr wichtig ist - von der Niere in seine aktive Form umgewandelt.
Ein wichtiges Zwischenfazit ist also: die Nieren sind sehr wichtig für den Körper! Sie sind an vielen unterschiedlichen Vorgängen im Körper beteiligt. Ohne eine Niere kann ein Mensch nicht dauerhaft ohne Behandlung überleben. Wenn beide Nieren komplett ausfallen, muss der Körper künstlich entgiftet werden. Darauf gehen wir später noch ein.

Die Nephrone sind die kleinste Funktionseinheit der Niere. Ein Nephron besteht aus dem Nierenkörperchen und dem daran angeschlossenen Röhrensystem (Tubulussystem). Das Nierenkörperchen wiederum besteht aus einem Gefäß- und Nervenknäuel (Glomerulus) und der sogenannten Bowman-Kapsel.
Damit die Nieren ihren lebenswichtigen Aufgaben nachkommen können, müssen sie das Blut zuverlässig filtern und Abfallstoffe ausscheiden. Um festzustellen, wie gut eine Niere funktioniert, messen Ärztinnen und Ärzte bestimmte Laborwerte im Blut und Urin. Diese Werte geben Aufschluss darüber, wie effizient die Niere arbeitet – also wie viel Blut sie pro Minute filtert und wie gut sie Abbauprodukte aus dem Körper entfernt.
Die sogenannte glomeruläre Filtrationsrate (GFR) ist ein Maß für die Blutmenge, die die Niere pro Minute filtert. Die normale GFR bei Erwachsenen liegt zwischen 90 und 120 ml/min.
Die Nierenfunktion wird i.d.R. gemessen über den sogenannten Kreatininwert. Kreatinin ist ein Stoffwechselprodukt aus der Muskulatur und wird über die Nieren aus dem Körper ausgeschieden. Je höher der Kreatininwert ist, desto schlechter ist die Nierenfunktion.
Das Verhältnis der Kreatininkonzentration im Sammelurin (Urinmenge, die man in 24 Stunden gesammelt hat) und im Blut liefert die Kreatininclearance. Sie wird ebenfalls genutzt, um die Nierenfunktion zu beurteilen.


Eine akute Niereninsuffizienz ist eine plötzliche, üblicherweise reversible (umkehrbare) Verschlechterung der Nierenfunktion mit Abfall der glomerulären Filtrationsrate und oft auch einer Unterschreitung der altersüblichen normalen Urinmenge (Anurie).
Eine chronische Niereninsuffizienz bedeutet, dass die Nieren über einen längeren Zeitraum nachlassen und ihre Aufgaben nicht mehr vollständig erfüllen können. Man spricht dann medizinisch davon, dass eine irreversible (also nicht umkehrbare) Abnahme der exkretorischen (glomerulären und tubulären) und inkretorischen (endokrinen) Nierenfunktion vorliegt, als Folge eines irreversiblen Ausfalls funktionstüchtiger Nephrone.
Akute Niereninsuffizienz
Chronische Niereninsuffizienz
Lassen Sie uns zunächst auf die akute Niereninsuffienz schauen. Diese tritt plötzlich auf – innerhalb von Stunden bis wenigen Tagen – und bedeutet, dass die Nieren ihre Funktion vorübergehend stark einschränken oder ganz einstellen. Sie kann zum Beispiel durch starken Flüssigkeitsverlust (z. B. bei schwerem Durchfall oder Blutverlust), Infektionen, bestimmte Medikamente oder eine plötzliche Durchblutungsstörung der Nieren ausgelöst werden. Oft ist sie ein Notfall, aber: Wird sie rechtzeitig erkannt und behandelt, kann sich die Nierenfunktion vollständig erholen.
Die akute Niereninsuffizienz ist durch einen Anstieg der sogenannten Nierenretentionsparameter (Kreatinin, Harnstoff, Elektrolyte) und einen Abfall der Urinausscheidung gekennzeichnet. Je nach Ausprägung wird in 3 Schweregrade (Grad 1 = geringste Ausprägung bis Grad 3 = schwerste Ausprägung) unterschieden.
Risikofaktoren sind:
Je nach Ursache unterscheidet man in:
Prärenales Nierenversagen wegen einer Minderdurchblutung der Niere (renale Minderperfusion), die z. B. bei einer unzureichenden Flüssigkeitszufuhr, erhöhten Flüssigkeitsverlusten (z. B. bei Blutungen, Erbrechen, Durchfall, akuter Entzündung der Bauchspeicheldrüse, Einnahme von Diuretika) oder einem verminderten zirkulierenden Blutvolumen bzw. Abfall des arteriellen Blutdrucks (z. B. bei Herzinsuffizienz, Schock, Blutvergiftung, nephrotischem Syndrom, Leberzirrhose) entstehen kann.
Intrarenales Nierenversagen aufgrund einer direkten Schädigung der Niere (akute Tubulusnekrose), die wegen einer verminderten oder unterbrochenen Durchblutung oder durch bestimmte Medikamente verursacht werden kann. Andere Auslöser können sein: Pigment-Nephropathie, Nierenarterienstenosen, Niereninfarkte, Aortendissektionen.
Postrenales Nierenversagen durch Abflussminderungen des Harns, z.B. durch Nierensteine, Tumore, gutartige (benigne) Prostatahyperplasie.
Das Anfangsstadium einer akuten Niereninsuffizienz zeigt in der Regel keine Symptome.
Frühe und spätere Anzeichen einer akuten Niereninsuffizienz:
Mögliche Komplikationen des akuten Nierenversagens können sein z. B.: Lungen- oder Herzerkrankungen, erhöhte gastrointestinale Blutungsneigung, Gehirnschwellung mit Krampfanfällen und Einschränkung der Daueraufmerksamkeit, Blutvergiftung mit harnpflichtigen Substanzen (urämische Intoxikation), Übersäuerung des Blutes (metabolische Azidose).
Im einem ausführlichen Anamnesegespräch stellt der Arzt Fragen zu verschiedenen möglichen Faktoren:
Flüssigkeitsverlust
Andere Erkrankungen (z. B. Bluthochdruck, Durchfall, Blutvergiftung, Blutungen, Leichtketten-Speicherkrankheit, Muskelzerfall, Harnsteine, chronische Niereninsuffizienz, Gefäßentzündungen, Nierenentzündungen, Bindegewebserkrankung)
Medikamenteneinnahme
Während einer körperlichen Untersuchung werden die Vitalparameter gemessen. Außerdem wird nach Zeichen einer Überwässerung gesucht, die als Folge der veränderten Ausscheidungsfunktion auftreten können, z. B.: Wasseransammlungen (Ödeme), Halsvenenstauung, arterielle Hypertonie.
Im Labor wird das Blut untersucht. Bestimmt werden die Standardparameter Serumkreatinin, Harnstoff und ggf. auch Cystatin C. Außerdem sollten die Kalium- und Natrium-Werte bestimmt werden. Weitere Laborparameter, die bestimmt werden können sind: Autoantikörper, Kreatininkinase, Laktatdehydrogenase (LDH) und Lipase/Amylase. Des Weiteren kann auch eine Blutkultur erfolgen.
Der Harn wird auf eine vorliegende Hämaturie oder Proteinurie untersucht. Die Hämaturie bezeichnet das Vorhandensein von Blut im Urin, während die Proteinurie das Auffinden von Proteinen im Urin bezeichnet. Auch ein Urinsediment (feste, ungelöste Bestandteile des Harns) kann auf eine Nierenerkrankung hinweisen.
Zu den bildgebenden Verfahren, die eingesetzt werden können, gehören der Ultraschall (Sonographie), CT und MRT. Mit Hilfe des Ultraschalls kann zwischen einer prärenalen, intra- und postrenalen Niereninsuffizienz unterschieden werden.
In einigen Fällen kann auch eine Biopsie erfolgen. Dabei wird nach einer örtlichen Betäubung mit einer dünnen Nadel eine kleine Probe aus der Niere entnommen. Die Probeentnahme dauert nur einige Minuten und ist schmerzlos. Die Probe wird unter dem Mikroskop analysiert, um fest zu stellen, welche Nierenerkrankung vorliegt.
Die Therapie der akuten Niereninsuffizienz hängt vom Schweregrad und der Ursache ab.
Ist der Abfluss des Harns beeinträchtigt, dann kann ein Katheter zur Ableitung des Urins aus der Niere eingesetzt werden.
Bei einer stark eingeschränkten Nierenfunktion kann ein Nierenersatzverfahren (Dialyse) notwendig sein.
Verschiedene Werte, wie z.B. das Serumkreatinin und die Urinausscheidung, sollten während der Therapie stetig überwacht werden.
Ab Stadium II einer akuten Niereninsuffizienz sollte die Dosis der verwendeten Medikamente überprüft werden, die Aufnahme auf eine Intensivstation erwogen und ein Nierenersatz in Betracht gezogen werden.
Unabhängig vom Schweregrad, sollten die Menschen mit einer akuten Niereninsuffizienz eine Energiezufuhr von 20-30 kcal/ kg Körpergewicht/ Tag erhalten. Eine Proteinbeschränkung ist nicht sinnvoll. Wenn eine Überwässerung vorliegt, dann werden Diuretika (umgangssprachlich “Wssertabletten”) eingesetzt.
Die akute Niereninsuffizienz hat eine hohe Sterblichkeit (Mortalität). Die Prognose hängt davon ab, wie stark die ursächliche Erkrankung ausgeprägt ist, ob eine vorbestehende Nierenfunktionsstörung vorliegt und von der Dauer bis zum Einleiten der entsprechenden Therapie.
Ungefähr die Hälfte der Menschen, die eine akute Niereninsuffizienz hatten, behält eine chronische Schädigung der Niere zurück. Circa 10% der Patienten benötigen eine Blutwäsche (Dialyse) oder eine Nierentransplantation. 20-30% der Patienten entwickeln eine chronische Niereninsuffizienz.
! Aber: wird eine akute Niereninsuffizienz frühzeitig festgestellt und die Auslöser (z. B. Flüssigkeitsmangel, Infektion, Medikamente) rasch beseitigt, kann sich die Nierenfunktion innerhalb von Tagen bis Wochen vollständig normalisieren. In vielen Fällen ist die Schädigung dann reversibel.
Zur Vorbeugung (Prophylaxe) und zur Vermeidung eines Fortschritts (Progression) einer bereits bestehenden akuten Niereninsuffizienz sollten nephrotoxische Arzneimittel vermieden werden, wie z. B. Aminoglykosidantibiotika. Eine gute Flüssigkeitszufuhr (meist 1,5–2 Liter pro Tag) hilft, die Nieren gut durchzuspülen und einer akuten Nierenschwäche vorzubeugen. Bei Hitze, Fieber, Durchfall oder körperlicher Belastung sollte entsprechend mehr getrunken werden – es sei denn, es bestehen medizinische Gründe für eine Flüssigkeitsbegrenzung.
Außerdem sollten bei Risikopatienten (vorbestehende chronische Nierenkrankheit, Diabetes mellitus, Bluthochdruck) Kontrastmittel vermieden werden. Bestimmte Schmerzmittel (z. B. NSAR wie Ibuprofen oder Diclofenac) und einige Antibiotika können die Nieren schädigen. Diese sollten nur nach ärztlicher Rücksprache und nicht über längere Zeit eingenommen werden.
Schauen wir jetzt auf die chronische Niereninsuffizienz. Oft bleibt sie lange unbemerkt, da Beschwerden erst in fortgeschrittenen Stadien auftreten. Unbehandelt kann sie schwerwiegende Folgen haben – bis hin zum vollständigen Nierenversagen.
Bei einer chronischen Niereninsuffizienz lassen die Funktionen der Nieren nach und verschlechtern sich schrittweise. Die Niere versucht zunächst, diesen Funktionsverlust auszugleichen – indem die noch gesunden Glomeruli (kleine Filtereinheiten) stärker arbeiten und sich anpassen. Dabei wird ihre Durchlässigkeit größer, sodass vermehrt Eiweiße mit dem Urin ausgeschieden werden – man spricht von einer Proteinurie (die im Urin auch nachgewiesen werden kann).
Gleichzeitig können sogenannte harnpflichtige Substanzen, also giftige Abfallstoffe, nicht mehr ausreichend ausgeschieden werden und sammeln sich im Körper an. Auch die hormonbildende Funktion der Niere ist eingeschränkt: Es wird zu wenig Erythropoetin produziert – ein Hormon, das für die Bildung roter Blutkörperchen verantwortlich ist. In der Folge kann eine renale Anämie entstehen, also eine Blutarmut aufgrund der Nierenerkrankung. Außerdem ist die Produktion von Vitamin D eingeschränkt.
Je weiter die chronische Niereninsuffizienz fortschreitet, desto mehr Wasser und Elektrolyte werden im Körper zurückgehalten. In Folge kommt es zu einer Überwässerung, woraus ein Bluthochdruck (Hypertonie) und Wassereinlagerungen (Ödeme) entstehen können. Der Körper zeigt erhöhte Kaliumwerte (Hyperkaliämie) und eine Übersäuerung (Azidose).
Die fünf Stadien der chronischen Niereninsuffizienz lassen sich anhand der glomerulären Filtrationsrate (GFR) einteilen:
① Stadium 1
Leichte Nierenfunktionsstörung (GFR über 90 ml/min und weitere Anzeichen einer Nierenerkrankung wie bspw. Schmerzen, auffällige Urinwerte etc.)
② Stadium 2
Leichte - moderate Nierenfunktionsstörung (GFR 60-89 ml/min)
③ Stadium 3
Mäßige - schwere Nierenfunktionsstörung (GFR 30-59 ml/min.)
④ Stadium 4
Schwere Nierenfunktionsstörung (GFR 15-29 ml/min)
⑤ Stadium 5
Nierenversagen (GFR weniger als 15 ml/min). Das bedeutet, dass die Nieren versagen und die Notwendigkeit eines Nierenersatzverfahrens besteht, beispielsweise eine Dialyse oder eine Nierentransplantation.
Die häufigsten Krankheiten, die zu einer chronischen Niereninsuffizienz führen können, sind Diabetes mellitus und Bluthochdruck. Weitere Erkrankungen, die das Risiko erhöhen sind: einige Erbkrankheiten, entzündliche Nierenerkrankungen (Glomerulonephritis) und das metabolische Syndrom (zu viel Bauchfett, zu hoher Blutdruck, zu viel Zucker im Blut und zu viel Fett im Blut). Ebenfalls kann eine akute oder chronische Herzinsuffizienz mit einer Nierenbeteiligung zusammenhängen. Man spricht dann von einem sogenannten kardiorenalen Syndrom.
Mögliche Folgen einer Nierenerkrankung:
Im Anfangsstadium der chronischen Niereninsuffizienz treten meist keine Symptome auf, da die Niere ja zunächst versucht, den Leistungsabfall auszugleichen. Erst in einem fortgeschrittenen Stadium kommt es zu einem Funktionsabfall und den typischen Symptomen, wie z. B.: Juckreiz (Pruritus), Wassereinlagerungen (Ödeme), Übelkeit und Erbrechen. Zudem können Einschränkungen der Aufmerksamkeit auftreten, die von Benommenheit bis hin zu Krampfanfällen und urämischem Koma reichen können.
Andere Anzeichen einer chronischen Niereninsuffizienz sind z. B.: Hautflecken (Café au lait-Flecken), Blässe, graue schmutzig wirkende Hautfarbe.
Symptome im Endstadium (terminale Niereninsuffizienz) sind z. B.: Oligurie (stark verminderte Urinmenge) oder Anurie (fast vollständige Einstellung der Urinausscheidung), Luftnot, Erbrechen, urämische Enzephalopathie, verstärkte Blutungsneigung.
Im ersten Schritt findet ein sogenanntes Anamnesegespräch statt. Der Arzt stellt Fragen z. B. zu bestehenden Erkrankungen (bspw. Diabetes mellitus, Bluthochdruck, Autoimmunerkrankungen) oder Nierenerkrankungen in der Familie.
Es folgt eine körperliche Untersuchung. Wichtige Punkte sind z. B. das Vorliegen einer Fettleibigkeit (Adipositas), eines Bluthochdruckes oder von Wassereinlagerungen.
Auch der Urin und das Blut werden untersucht. Folgende Werte können z. B. gemessen werden: Albumin, Albumin/Kreatinin-Verhältnis. Werte, die im Blut gemessen werden, sind z. B. das Kreatinin und die estimated glomeruläre Filtrationsrate. Zusätzlich wird die Kreatininclearance gemessen.
Mit Hilfe des Ultraschalls kann der Arzt beurteilen, ob die Nieren verkleinert sind. Dies ist oft der Fall bei einer chronischen Niereninsuffizienz.
Mögliche weiterführende Untersuchungen sind z. B.: das Harnsediment, die Harnelektrophorese, Laboruntersuchungen für Natrium, Kalium, Phosphat (PO4), Harnstoff, Parathormon (PTH).
Die wichtigsten Ziele der Therapie der chronischen Niereninsuffizienz sind die Aufrechterhaltung der Nierenfunktion und das Fortschreiten der Erkrankung zu verlangsamen.
Zu der Therapie gehören:
Menschen mit einer chronischen Niereninsuffizienz (GFR<25ml/min) sollten eine kontrollierte eiweißarme Diät erhalten. D. h. 0,6g/ kg Körpergewicht/Tag bzw. bei dialysepflichtigen Patienten 1,2g/kg Körpergewicht/Tag. Dies wird empfohlen wegen der verminderten Ansammlung von Harnstoff und anderen Proteinabbauprodukten und sogenannten urämischen Toxinen. Ebenfalls kann eine proteinarme Diät das Fortschreiten der Erkrankung verzögern. Je nach Alter sollte die Energieaufnahme 30-35 kcal/kg Körpergewicht/Tag betragen. Ebenfalls empfohlen wird eine verminderte Kochsalzaufnahme und die Senkung des Cholesterins.

Diesen Artikel verfasste unsere Apothekerin Cristina Offermans.
Cristina Offermans ist Apothekerin und arbeitet als Senior Pharmacist bei DocMorris. Sie ist spezialisiert auf die Durchführung pharmazeutischer Dienstleistungen und setzt sich für eine moderne, patientenorientierte Arzneimittelversorgung ein. Mit ihrer Erfahrung stärkt sie die Beratungskompetenz im Apothekenteam und trägt zur Weiterentwicklung innovativer Services bei.
Stand: 27.06.2025
Quellen und weiterführende Informationen
Gelbe Liste Online
https://www.gelbe-liste.de/
Deutsche Herzstiftung e.V.
https://herzstiftung.de/