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                    Niereninsuffizienz (Nierenschwäche)

                    Inhaltsverzeichnis:

                    Was sind die Aufgaben der Niere?

                    Was passiert, wenn die Nieren nicht richtig arbeiten?

                    Akute Niereninsuffizienz

                    Chronische Niereninsuffizienz

                    Ärztin erklärt Niereninsuffizienz
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                    Wir liefern versandkostenfrei, wenn Sie rezeptfreie Produkte ab Bestellwert kaufen oder wenn Sie ein Rezept einsenden. Ansonsten berechnen wir zusätzlich Versandkosten. Alle Preise Inkl. gesetzl. MwSt.

                    ¹ Bei Bestellung verschreibungspflichtiger Medikamente erhalten Sie pro Medikamentenpackung einen Vorteil von mindestens 2,50 € und bis zu 5 €. Bei einem Rezept mit 6 Medikamentenpackungen mit Maximalbonus sind das bis zu 30 € Sparvorteil.

                    ² Allgemeine Gutscheinbedingungen: Soweit sich aus besonderen Bedingungen der jeweiligen Werbeaktion nichts Abweichendes ergibt, gilt für die Einlösung von Gutscheinen, Preisvorteilscodes und anderen insoweit gewährten Vorteilen (zusammen „Gutscheine“) Folgendes: Gutscheine sind ausschließlich im Rahmen von Bestellungen in unserem Online-Shop DocMorris.de und unserer DocMorris App, einmalig und nur im ausgelobten Aktionszeitraum einlösbar. Pro Kundenkonto ist pro Werbeaktion nur ein Gutscheincode einlösbar. Der Wert des im Bestellprozess eingegebenen Gutschein(code)s wird automatisch vom Rechnungsbetrag abgezogen. Einlösbar für unser Gesamtsortiment rezeptfreier Produkte inklusive reduzierter Ware. Nicht kombinierbar mit weiteren Aktionen oder Preisvorteilen, z.B. Sonderpreisen, die exklusiv über Dritte ausgelobt werden. Bei Eingabe eines Gutschein(code)s kann ein höherer Preis als der Sonderpreis zu Grunde gelegt werden. Ein den Rechnungsbetrag übersteigender Gutscheinwert verfällt. Die Auszahlung des Gutscheinwerts ist ausgeschlossen. Nicht einlösbar bei Sammelbestellungen. Für die Prüfung der Gültigkeit des Gutscheins müssen Sie sich in Ihr Kundenkonto einloggen.

                    ³ Dieser Preis gilt für die Auswahl Kassenrezept inkl. Zuzahlung.

                    *UVP = Unverbindliche Preisempfehlung des Herstellers; * AVP = Der für den Fall der Abgabe zu Lasten der gesetzlichen Krankenkasse (KK) vom pharmazeutischen Unternehmer zum Zwecke der Abrechnung der Apotheken mit den Krankenkassen gegenüber der Informationsstelle für Arzneispezialitäten GmbH (IFA) angegebene einheitliche Produkt-Abgabepreis im Sinne des § 78 Abs. 3 S. 1, 2. HS AMG, der von der KK im Ausnahmefall der Erstattung abzüglich 5 % an die Apotheke ausgezahlt wird.

                    **Gilt für alle gültigen E-Rezepte, die im Zeitraum von Montag bis Donnerstag bis 20 Uhr und Freitag bis 13 Uhr digital bei uns eingehen. E-Rezepte die Freitag nach 13:00 eingehen, werden am Montag zugestellt. E-Rezepte die zwischen Samstag 00:00 Uhr und Sonntag 24:00 Uhr eingehen, werden am Dienstag zugestellt. Von der Lieferung am nächsten Tag ausgenommen sind spezielle Rezepturen, Medikamente oder von einem Rahmenvertrag der Krankenkasse des Patienten vorgesehene Austausch-Medikamente, die aufgrund von Lieferengpässen nicht verfügbar sind, zu kühlende Medikamente, sowie Rezepte, die eine pharmazeutische Klärung mit Ihnen oder Ihrem Arzt erfordern oder die aus pharmazeutischen Gründen nicht beliefert werden dürfen. Für die pharmazeutische Klärung ist die Angabe Ihrer Telefonnummer notwendig. Um Ihnen die schnellstmögliche Lieferung Ihrer rezeptpflichtigen Artikel anbieten zu können, kann es in Ausnahmefällen zu einem nachträglichen Austausch des Versanddienstleisters kommen. Die Lieferung am nächsten Tag gilt nicht für Bestellungen, bei denen eine Packstation als Lieferadresse angegeben wurde. Sofern der Tag oder der nächste Tag nach Ihrer Bestellung ein Feiertag in NRW und / oder ein Feiertag an Ihrem Wohnort ist, erfolgt die Lieferung am ersten Werktag, der kein Feiertag mehr ist. In Fällen höherer Gewalt erfolgt die Lieferung ebenfalls erst an dem Werktag, der keine Feiertag ist, der auf das Ende des Ereignisses höherer Gewalt folgt.

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                    Zusammenfassung

                    Niereninsuffizienz bedeutet, dass die Nieren nicht mehr richtig arbeiten und das Blut nicht ausreichend reinigen können.
                    Es gibt zwei Formen: die akute und die chronische Nierenschwäche.
                    Ursachen sind zum Beispiel Diabetes, Bluthochdruck, Infektionen oder bestimmte Medikamente. Erste Anzeichen können Müdigkeit, Konzentrationsprobleme, Appetitlosigkeit, Juckreiz, geschwollene Beine oder Veränderungen beim Wasserlassen sein.

                    Bei einer akuten Niereninsuffizienz kann sich die Nierenfunktion oft wieder erholen, wenn rechtzeitig behandelt wird. Die chronische Form ist nicht heilbar, aber mit einer entsprechenden Therapie kann das Fortschreiten verlangsamt werden. In schweren Fällen sind Dialyse oder eine Nierentransplantation nötig.

                    Welche Aufgaben hat die Niere?

                    Die menschliche Niere erinnert in ihrer Form an eine große Bohne – etwa so groß wie eine Faust. Jeder Mensch hat normalerweise zwei Nieren, die links und rechts neben der Wirbelsäule im unteren Rücken liegen. Ihre Farbe ist rötlich-braun, und sie haben eine glatte Oberfläche.. Die Hauptaufgabe der Niere ist die Bildung von Urin. Damit werden Flüssigkeit, Giftstoffe und Abfallprodukte aus dem Blut gefiltert und ausgeschieden. Eiweiße (z.B. Albumin) und die roten Blutkörperchen (Erythrozyten) werden dagegen zurückgehalten und nicht mit ausgeschieden.

                    Außerdem reguliert die Niere den Wasser- und Elektrolythaushalt und ist für die Einstellung des Blutdruckes verantwortlich. Einige Erkrankungen, z.B. Herzerkrankungen wie eine Herzinsuffizienz, können die Nierenfunktion beeinträchtigen. Umgekehrt können Nierenerkrankungen sich ungünstig auf das Herz auswirken und Bluthochdruck oder Gefäßablagerungen begünstigen.

                    Die Niere reguliert auch das Säure-Basen-Gleichgewicht des Körpers. Wenn der Körper zu viele Säuren bildet, werden diese unter anderem durch die Niere mit dem Urin oder durch die Lunge ausgeschieden. Somit wird gewährleistet, dass der Säure-Basen-Haushalt im Gleichgewicht bleibt und dass es nicht zu Störungen kommt.

                    Die Niere ist ein sogenanntes endokrines Organ, welches Renin (ein hormonähnliches Enzym) und Erythropoetin (ein Hormon) herstellt und in die Blutbahn abgibt und dadurch an der Regulation des Blutdrucks und der Bildung von roten Blutzellen (Erythropoese) beteiligt ist. Außerdem wird Vitamin D -welches für den Knochenstoffwechsel sehr wichtig ist - von der Niere in seine aktive Form umgewandelt.

                    Ein wichtiges Zwischenfazit ist also: die Nieren sind sehr wichtig für den Körper! Sie sind an vielen unterschiedlichen Vorgängen im Körper beteiligt. Ohne eine Niere kann ein Mensch nicht dauerhaft ohne Behandlung überleben. Wenn beide Nieren komplett ausfallen, muss der Körper künstlich entgiftet werden. Darauf gehen wir später noch ein.

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                    Zusatzinfo

                    Was sind Nephrone an der Niere?

                    Die Nephrone sind die kleinste Funktionseinheit der Niere. Ein Nephron besteht aus dem Nierenkörperchen und dem daran angeschlossenen Röhrensystem (Tubulussystem). Das Nierenkörperchen wiederum besteht aus einem Gefäß- und Nervenknäuel (Glomerulus) und der sogenannten Bowman-Kapsel.

                    Wie bewertet man, ob eine Niere richtig arbeitet?

                    Damit die Nieren ihren lebenswichtigen Aufgaben nachkommen können, müssen sie das Blut zuverlässig filtern und Abfallstoffe ausscheiden. Um festzustellen, wie gut eine Niere funktioniert, messen Ärztinnen und Ärzte bestimmte Laborwerte im Blut und Urin. Diese Werte geben Aufschluss darüber, wie effizient die Niere arbeitet – also wie viel Blut sie pro Minute filtert und wie gut sie Abbauprodukte aus dem Körper entfernt.

                    Die sogenannte glomeruläre Filtrationsrate (GFR) ist ein Maß für die Blutmenge, die die Niere pro Minute filtert. Die normale GFR bei Erwachsenen liegt zwischen 90 und 120 ml/min.

                    Die Nierenfunktion wird i.d.R. gemessen über den sogenannten Kreatininwert. Kreatinin ist ein Stoffwechselprodukt aus der Muskulatur und wird über die Nieren aus dem Körper ausgeschieden. Je höher der Kreatininwert ist, desto schlechter ist die Nierenfunktion.

                    Das Verhältnis der Kreatininkonzentration im Sammelurin (Urinmenge, die man in 24 Stunden gesammelt hat) und im Blut liefert die Kreatininclearance. Sie wird ebenfalls genutzt, um die Nierenfunktion zu beurteilen.

                    Symptome einer Niereninsuffizienz
                    Symptome einer Niereninsuffizienz

                    Welche Arten von Niereninsuffizienz gibt es?

                    Eine akute Niereninsuffizienz ist eine plötzliche, üblicherweise reversible (umkehrbare) Verschlechterung der Nierenfunktion mit Abfall der glomerulären Filtrationsrate und oft auch einer Unterschreitung der altersüblichen normalen Urinmenge (Anurie).

                    Eine chronische Niereninsuffizienz bedeutet, dass die Nieren über einen längeren Zeitraum nachlassen und ihre Aufgaben nicht mehr vollständig erfüllen können. Man spricht dann medizinisch davon, dass eine irreversible (also nicht umkehrbare) Abnahme der exkretorischen (glomerulären und tubulären) und inkretorischen (endokrinen) Nierenfunktion vorliegt, als Folge eines irreversiblen Ausfalls funktionstüchtiger Nephrone.

                    Akute Niereninsuffizienz

                    • Anstieg des Serumkreatinins, min. 0,3 mg/dl (26,5 μmol/l) in 48 Stunden
                    • Anstieg des Serumkreatinins auf mindestens das 1,5-Fache eines bekannten/angenommenen Ausgangswertes in 7 Tagen
                    • Abfall der Urinausscheidung auf weniger als 0,5 ml/kg Körpergewicht/Stunde für mindestens 6 Stunden

                    Chronische Niereninsuffizienz

                    • Blut oder Protein im Urinsediment
                    • Veränderungen in der Nierenstruktur durch bildgebende Verfahren erkannt
                    • Gewebeschäden unter dem Mikroskop identifiziert
                    • Glomeruläre Filtrationsrate von <60ml/min/1,73m² über mehr als 3 Monate

                    Akute Niereninsuffizienz (Akute Nierenschwäche)

                    Lassen Sie uns zunächst auf die akute Niereninsuffienz schauen. Diese tritt plötzlich auf – innerhalb von Stunden bis wenigen Tagen – und bedeutet, dass die Nieren ihre Funktion vorübergehend stark einschränken oder ganz einstellen. Sie kann zum Beispiel durch starken Flüssigkeitsverlust (z. B. bei schwerem Durchfall oder Blutverlust), Infektionen, bestimmte Medikamente oder eine plötzliche Durchblutungsstörung der Nieren ausgelöst werden. Oft ist sie ein Notfall, aber: Wird sie rechtzeitig erkannt und behandelt, kann sich die Nierenfunktion vollständig erholen.

                    Definition und Schweregrade

                    Die akute Niereninsuffizienz ist durch einen Anstieg der sogenannten Nierenretentionsparameter (Kreatinin, Harnstoff, Elektrolyte) und einen Abfall der Urinausscheidung gekennzeichnet. Je nach Ausprägung wird in 3 Schweregrade (Grad 1 = geringste Ausprägung bis Grad 3 = schwerste Ausprägung) unterschieden.

                    Risikofaktoren sind:

                    • ein hohes Alter
                    • eine vorbestehende Niereninsuffizienz
                    • Proteinurie
                    • Diabetes

                    Je nach Ursache unterscheidet man in:

                    Prärenales Nierenversagen wegen einer Minderdurchblutung der Niere (renale Minderperfusion), die z. B. bei einer unzureichenden Flüssigkeitszufuhr, erhöhten Flüssigkeitsverlusten (z. B. bei Blutungen, Erbrechen, Durchfall, akuter Entzündung der Bauchspeicheldrüse, Einnahme von Diuretika) oder einem verminderten zirkulierenden Blutvolumen bzw. Abfall des arteriellen Blutdrucks (z. B. bei Herzinsuffizienz, Schock, Blutvergiftung, nephrotischem Syndrom, Leberzirrhose) entstehen kann.

                    Intrarenales Nierenversagen aufgrund einer direkten Schädigung der Niere (akute Tubulusnekrose), die wegen einer verminderten oder unterbrochenen Durchblutung oder durch bestimmte Medikamente verursacht werden kann. Andere Auslöser können sein: Pigment-Nephropathie, Nierenarterienstenosen, Niereninfarkte, Aortendissektionen.

                    Postrenales Nierenversagen durch Abflussminderungen des Harns, z.B. durch Nierensteine, Tumore, gutartige (benigne) Prostatahyperplasie.

                    Symptome einer akuten Nierenschwäche

                    Das Anfangsstadium einer akuten Niereninsuffizienz zeigt in der Regel keine Symptome.

                    Frühe und spätere Anzeichen einer akuten Niereninsuffizienz:

                    • 💧 Wassereinlagerungen (Ödeme)
                    • 💊 Erhöhter Blutdruck
                    • 💤 Ermüdung
                    • 🧠 Verminderte Konzentrationsfähigkeit
                    • 🍔 Appetitverlust
                    • 🤢 Übelkeit
                    • 🤔 Juckreiz (Pruritus)
                    • 🚽️ Verminderte Harnmenge (Oligurie) bzw. Harnproduktion (Anurie)
                    • 👣 Normale oder gesteigerte Harnmenge bei einigen Personen
                    • 😩 Flankenschmerzen
                    • 💉 Erhöhtes Infektionsrisiko

                    Mögliche Komplikationen des akuten Nierenversagens können sein z. B.: Lungen- oder Herzerkrankungen, erhöhte gastrointestinale Blutungsneigung, Gehirnschwellung mit Krampfanfällen und Einschränkung der Daueraufmerksamkeit, Blutvergiftung mit harnpflichtigen Substanzen (urämische Intoxikation), Übersäuerung des Blutes (metabolische Azidose).

                    Diagnose von akuter Niereninsuffizienz

                    Im einem ausführlichen Anamnesegespräch stellt der Arzt Fragen zu verschiedenen möglichen Faktoren:

                    Flüssigkeitsverlust

                    Andere Erkrankungen (z. B. Bluthochdruck, Durchfall, Blutvergiftung, Blutungen, Leichtketten-Speicherkrankheit, Muskelzerfall, Harnsteine, chronische Niereninsuffizienz, Gefäßentzündungen, Nierenentzündungen, Bindegewebserkrankung)

                    Medikamenteneinnahme

                    Während einer körperlichen Untersuchung werden die Vitalparameter gemessen. Außerdem wird nach Zeichen einer Überwässerung gesucht, die als Folge der veränderten Ausscheidungsfunktion auftreten können, z. B.: Wasseransammlungen (Ödeme), Halsvenenstauung, arterielle Hypertonie.

                    Im Labor wird das Blut untersucht. Bestimmt werden die Standardparameter Serumkreatinin, Harnstoff und ggf. auch Cystatin C. Außerdem sollten die Kalium- und Natrium-Werte bestimmt werden. Weitere Laborparameter, die bestimmt werden können sind: Autoantikörper, Kreatininkinase, Laktatdehydrogenase (LDH) und Lipase/Amylase. Des Weiteren kann auch eine Blutkultur erfolgen.

                    Der Harn wird auf eine vorliegende Hämaturie oder Proteinurie untersucht. Die Hämaturie bezeichnet das Vorhandensein von Blut im Urin, während die Proteinurie das Auffinden von Proteinen im Urin bezeichnet. Auch ein Urinsediment (feste, ungelöste Bestandteile des Harns) kann auf eine Nierenerkrankung hinweisen.

                    Zu den bildgebenden Verfahren, die eingesetzt werden können, gehören der Ultraschall (Sonographie), CT und MRT. Mit Hilfe des Ultraschalls kann zwischen einer prärenalen, intra- und postrenalen Niereninsuffizienz unterschieden werden.

                    In einigen Fällen kann auch eine Biopsie erfolgen. Dabei wird nach einer örtlichen Betäubung mit einer dünnen Nadel eine kleine Probe aus der Niere entnommen. Die Probeentnahme dauert nur einige Minuten und ist schmerzlos. Die Probe wird unter dem Mikroskop analysiert, um fest zu stellen, welche Nierenerkrankung vorliegt.

                    Behandlung einer akuten Niereninsuffizienz

                    Die Therapie der akuten Niereninsuffizienz hängt vom Schweregrad und der Ursache ab.

                    Ist der Abfluss des Harns beeinträchtigt, dann kann ein Katheter zur Ableitung des Urins aus der Niere eingesetzt werden.

                    Bei einer stark eingeschränkten Nierenfunktion kann ein Nierenersatzverfahren (Dialyse) notwendig sein.

                    Verschiedene Werte, wie z.B. das Serumkreatinin und die Urinausscheidung, sollten während der Therapie stetig überwacht werden.

                    Ab Stadium II einer akuten Niereninsuffizienz sollte die Dosis der verwendeten Medikamente überprüft werden, die Aufnahme auf eine Intensivstation erwogen und ein Nierenersatz in Betracht gezogen werden.

                    Unabhängig vom Schweregrad, sollten die Menschen mit einer akuten Niereninsuffizienz eine Energiezufuhr von 20-30 kcal/ kg Körpergewicht/ Tag erhalten. Eine Proteinbeschränkung ist nicht sinnvoll. Wenn eine Überwässerung vorliegt, dann werden Diuretika (umgangssprachlich “Wssertabletten”) eingesetzt.

                    Prognose und Vorbeugung

                    Die akute Niereninsuffizienz hat eine hohe Sterblichkeit (Mortalität). Die Prognose hängt davon ab, wie stark die ursächliche Erkrankung ausgeprägt ist, ob eine vorbestehende Nierenfunktionsstörung vorliegt und von der Dauer bis zum Einleiten der entsprechenden Therapie.

                    Ungefähr die Hälfte der Menschen, die eine akute Niereninsuffizienz hatten, behält eine chronische Schädigung der Niere zurück. Circa 10% der Patienten benötigen eine Blutwäsche (Dialyse) oder eine Nierentransplantation. 20-30% der Patienten entwickeln eine chronische Niereninsuffizienz.

                    ! Aber: wird eine akute Niereninsuffizienz frühzeitig festgestellt und die Auslöser (z. B. Flüssigkeitsmangel, Infektion, Medikamente) rasch beseitigt, kann sich die Nierenfunktion innerhalb von Tagen bis Wochen vollständig normalisieren. In vielen Fällen ist die Schädigung dann reversibel.

                    Zur Vorbeugung (Prophylaxe) und zur Vermeidung eines Fortschritts (Progression) einer bereits bestehenden akuten Niereninsuffizienz sollten nephrotoxische Arzneimittel vermieden werden, wie z. B. Aminoglykosidantibiotika. Eine gute Flüssigkeitszufuhr (meist 1,5–2 Liter pro Tag) hilft, die Nieren gut durchzuspülen und einer akuten Nierenschwäche vorzubeugen. Bei Hitze, Fieber, Durchfall oder körperlicher Belastung sollte entsprechend mehr getrunken werden – es sei denn, es bestehen medizinische Gründe für eine Flüssigkeitsbegrenzung.

                    Außerdem sollten bei Risikopatienten (vorbestehende chronische Nierenkrankheit, Diabetes mellitus, Bluthochdruck) Kontrastmittel vermieden werden. Bestimmte Schmerzmittel (z. B. NSAR wie Ibuprofen oder Diclofenac) und einige Antibiotika können die Nieren schädigen. Diese sollten nur nach ärztlicher Rücksprache und nicht über längere Zeit eingenommen werden.

                    Chronische Niereninsuffizienz (Chronische Nierenschwäche)

                    Schauen wir jetzt auf die chronische Niereninsuffizienz. Oft bleibt sie lange unbemerkt, da Beschwerden erst in fortgeschrittenen Stadien auftreten. Unbehandelt kann sie schwerwiegende Folgen haben – bis hin zum vollständigen Nierenversagen.

                    Definition und Schweregrade

                    Bei einer chronischen Niereninsuffizienz lassen die Funktionen der Nieren nach und verschlechtern sich schrittweise. Die Niere versucht zunächst, diesen Funktionsverlust auszugleichen – indem die noch gesunden Glomeruli (kleine Filtereinheiten) stärker arbeiten und sich anpassen. Dabei wird ihre Durchlässigkeit größer, sodass vermehrt Eiweiße mit dem Urin ausgeschieden werden – man spricht von einer Proteinurie (die im Urin auch nachgewiesen werden kann).

                    Gleichzeitig können sogenannte harnpflichtige Substanzen, also giftige Abfallstoffe, nicht mehr ausreichend ausgeschieden werden und sammeln sich im Körper an. Auch die hormonbildende Funktion der Niere ist eingeschränkt: Es wird zu wenig Erythropoetin produziert – ein Hormon, das für die Bildung roter Blutkörperchen verantwortlich ist. In der Folge kann eine renale Anämie entstehen, also eine Blutarmut aufgrund der Nierenerkrankung. Außerdem ist die Produktion von Vitamin D eingeschränkt.

                    Je weiter die chronische Niereninsuffizienz fortschreitet, desto mehr Wasser und Elektrolyte werden im Körper zurückgehalten. In Folge kommt es zu einer Überwässerung, woraus ein Bluthochdruck (Hypertonie) und Wassereinlagerungen (Ödeme) entstehen können. Der Körper zeigt erhöhte Kaliumwerte (Hyperkaliämie) und eine Übersäuerung (Azidose).

                    Die fünf Stadien der chronischen Niereninsuffizienz lassen sich anhand der glomerulären Filtrationsrate (GFR) einteilen:

                    • ① Stadium 1

                      Leichte Nierenfunktionsstörung (GFR über 90 ml/min und weitere Anzeichen einer Nierenerkrankung wie bspw. Schmerzen, auffällige Urinwerte etc.)

                    • ② Stadium 2

                      Leichte - moderate Nierenfunktionsstörung (GFR 60-89 ml/min)

                    • ③ Stadium 3

                      Mäßige - schwere Nierenfunktionsstörung (GFR 30-59 ml/min.)

                    • ④ Stadium 4

                      Schwere Nierenfunktionsstörung (GFR 15-29 ml/min)

                    • ⑤ Stadium 5

                      Nierenversagen (GFR weniger als 15 ml/min). Das bedeutet, dass die Nieren versagen und die Notwendigkeit eines Nierenersatzverfahrens besteht, beispielsweise eine Dialyse oder eine Nierentransplantation.

                    Ursachen einer chronischen Nierenschwäche

                    Die häufigsten Krankheiten, die zu einer chronischen Niereninsuffizienz führen können, sind Diabetes mellitus und Bluthochdruck. Weitere Erkrankungen, die das Risiko erhöhen sind: einige Erbkrankheiten, entzündliche Nierenerkrankungen (Glomerulonephritis) und das metabolische Syndrom (zu viel Bauchfett, zu hoher Blutdruck, zu viel Zucker im Blut und zu viel Fett im Blut). Ebenfalls kann eine akute oder chronische Herzinsuffizienz mit einer Nierenbeteiligung zusammenhängen. Man spricht dann von einem sogenannten kardiorenalen Syndrom.

                    Mögliche Folgen einer Nierenerkrankung:

                    • Bluthochdruck bzw. Verschlechterung eines bestehenden Bluthochdruckes
                    • Störungen des Nervensystems oder des Knochenstoffwechsels
                    • Blutarmut
                    • Koronare Herzkrankheit, Herzklappenfehler, Herzschwäche (Herzinsuffizienz), Herzinfarkt oder Schlaganfall
                    • Herzrhythmusstörungen, Herzstillstand

                    Beschwerden und Symptome

                    Im Anfangsstadium der chronischen Niereninsuffizienz treten meist keine Symptome auf, da die Niere ja zunächst versucht, den Leistungsabfall auszugleichen. Erst in einem fortgeschrittenen Stadium kommt es zu einem Funktionsabfall und den typischen Symptomen, wie z. B.: Juckreiz (Pruritus), Wassereinlagerungen (Ödeme), Übelkeit und Erbrechen. Zudem können Einschränkungen der Aufmerksamkeit auftreten, die von Benommenheit bis hin zu Krampfanfällen und urämischem Koma reichen können.

                    Andere Anzeichen einer chronischen Niereninsuffizienz sind z. B.: Hautflecken (Café au lait-Flecken), Blässe, graue schmutzig wirkende Hautfarbe.

                    Symptome im Endstadium (terminale Niereninsuffizienz) sind z. B.: Oligurie (stark verminderte Urinmenge) oder Anurie (fast vollständige Einstellung der Urinausscheidung), Luftnot, Erbrechen, urämische Enzephalopathie, verstärkte Blutungsneigung.

                    Diagnose einer chronischen Niereninsuffizienz

                    Im ersten Schritt findet ein sogenanntes Anamnesegespräch statt. Der Arzt stellt Fragen z. B. zu bestehenden Erkrankungen (bspw. Diabetes mellitus, Bluthochdruck, Autoimmunerkrankungen) oder Nierenerkrankungen in der Familie.

                    Es folgt eine körperliche Untersuchung. Wichtige Punkte sind z. B. das Vorliegen einer Fettleibigkeit (Adipositas), eines Bluthochdruckes oder von Wassereinlagerungen.

                    Auch der Urin und das Blut werden untersucht. Folgende Werte können z. B. gemessen werden: Albumin, Albumin/Kreatinin-Verhältnis. Werte, die im Blut gemessen werden, sind z. B. das Kreatinin und die estimated glomeruläre Filtrationsrate. Zusätzlich wird die Kreatininclearance gemessen.

                    Mit Hilfe des Ultraschalls kann der Arzt beurteilen, ob die Nieren verkleinert sind. Dies ist oft der Fall bei einer chronischen Niereninsuffizienz.
                    Mögliche weiterführende Untersuchungen sind z. B.: das Harnsediment, die Harnelektrophorese, Laboruntersuchungen für Natrium, Kalium, Phosphat (PO4), Harnstoff, Parathormon (PTH).

                    Behandlung einer chronischen Niereninsuffizienz

                    Die wichtigsten Ziele der Therapie der chronischen Niereninsuffizienz sind die Aufrechterhaltung der Nierenfunktion und das Fortschreiten der Erkrankung zu verlangsamen.

                    Zu der Therapie gehören:

                    • Die Behandlung von Grunderkrankungen und die Reduktion der Risikofaktoren
                    • Konsequente Blutdruckeinstellung
                    • Vermeidung sogenannter nephrotoxischen Substanzen und Medikamenten (bspw. NSAR, Nikotin, Aminoglykoside)
                    • Kontrolle und Ausgleich des Wasser- und Elektrolythaushaltes

                    Menschen mit einer chronischen Niereninsuffizienz (GFR<25ml/min) sollten eine kontrollierte eiweißarme Diät erhalten. D. h. 0,6g/ kg Körpergewicht/Tag bzw. bei dialysepflichtigen Patienten 1,2g/kg Körpergewicht/Tag. Dies wird empfohlen wegen der verminderten Ansammlung von Harnstoff und anderen Proteinabbauprodukten und sogenannten urämischen Toxinen. Ebenfalls kann eine proteinarme Diät das Fortschreiten der Erkrankung verzögern. Je nach Alter sollte die Energieaufnahme 30-35 kcal/kg Körpergewicht/Tag betragen. Ebenfalls empfohlen wird eine verminderte Kochsalzaufnahme und die Senkung des Cholesterins.

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                    Mehr über die Autorin

                    Diesen Artikel verfasste unsere Apothekerin Cristina Offermans.

                    Cristina Offermans ist Apothekerin und arbeitet als Senior Pharmacist bei DocMorris. Sie ist spezialisiert auf die Durchführung pharmazeutischer Dienstleistungen und setzt sich für eine moderne, patientenorientierte Arzneimittelversorgung ein. Mit ihrer Erfahrung stärkt sie die Beratungskompetenz im Apothekenteam und trägt zur Weiterentwicklung innovativer Services bei.

                    Stand: 27.06.2025

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                    • DocMorris Ratgeber Diabetes-Typ-2

                      Hilfreiches Wissen

                      Diabetes-Typ-2 besser verstehen

                      Lesen Sie alles Wissenswerte über Symptome, Ursachen und Behandlung bei Typ-2-Diabetes.

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                    • Diabetes-Typ-1 Ratgeber

                      Hilfreiches Wissen

                      Diabetes-Typ-1: Ursachen, Symptome, Behandlung

                      Diabetes-Typ-1 kann schon im Kindesalter auftreten und erfordert eine lebenslange Insulintherapie.

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                    • SGLT2-Hemmer bei Diabetes

                      Wirkstoffe in der Diabetes-Therapie

                      SGLT2-Hemmer bei Diabetes

                      In der Behandlung von Diabetes ist eine neue Klasse von Medikamenten eine vielversprechende Option.

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                    • Mounjaro

                      Medikamenten- und Wirkstofflexikon

                      Mounjaro

                      Mounjaro wird bei Typ-2 Diabetes und Adipositas eingesetzt. Wir informieren über die Wirkung und Anwendung.

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                    • Insulintherapie bei Diabetes

                      Therapie

                      Insulintherapie bei Diabetes

                      Die Entdeckung des Insulins zählt zu den größten Meilensteinen der Medizingeschichte. Erfahren Sie mehr.

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                    Häufig gestellte Fragen zu Nierenschwäche (Niereninsuffizienz)

                    Die akute Niereninsuffizienz ist gut heilbar, wenn sie schnell behandelt wird. Eine chronische Niereninsuffizienz ist nicht heilbar, aber gut behandelbar.

                    Man sollte auf eine ausreichende Trinkmenge achten (täglich 1,5-2 Liter Wasser), Salz reduzieren, Zucker meiden. Außerdem wichtig sind regelmäßige Bewegung, nicht rauchen und Vorsorgeuntersuchungen.

                    Eine Niereninsuffizienz ist eine Verschlechterung der Nierenfunktion. Die Niere kann nicht mehr richtig arbeiten und das Blut wird nicht mehr ausreichend gereinigt. Abfallstoffe und überschüssiges Wasser verbleiben dadurch im Körper.

                    Am Anfang hat man wenn überhaupt nur unspezifische Symptome. Beispiele sind Müdigkeit, Schwächegefühl, Konzentrationsprobleme, Appetitlosigkeit, Übelkeit, Erbrechen, Juckreiz und trockene Haut, blasse oder gelbliche Hautfarbe. Es kommt auch zu Veränderungen beim Wasserlassen, z. B. weniger oder schaumiger Urin, häufiges Wasserlassen. Andere Symptome können Wassereinlagerungen, Atemnot und Bluthochdruck sein.

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                    Quellen und weiterführende Informationen

                    Gelbe Liste Online
                    https://www.gelbe-liste.de/

                    Deutsche Herzstiftung e.V.
                    https://herzstiftung.de/