Ursachen, Symptome und Soforthilfe

Verstopfung lösen

Bauchschmerzen, Blähbauch und Schwierigkeiten bei der Darmentleerung – die Verdauung ist ein sensibles Thema, über das nur wenige sprechen. Dabei kann unregelmäßiger Stuhlgang auch bei gesunden Menschen hin und wieder auftreten. Meist verschwindet die Darmträgheit nach wenigen Tagen von allein. Auch bestimmte Lebensmittel und rezeptfreie Abführmittel können die Kotkonsistenz verbessern und den Toilettengang erleichtern. Ein Besuch beim Arzt ist ratsam, wenn die Darmträgheit trotz vorbeugender Maßnahmen mehr als vier Tage oder trotz Abführmittel länger als zwei Tage anhält.

Person hält sich die Hände an den Bauch da sie unter Verstopfungen leidet

Das Wichtigste in Kürze

  • Unregelmäßiger, erschwerter oder schmerzender Stuhlgang kann ein Indiz für eine Verstopfung sein. Der normale Stuhlgang liegt zwischen dreimal täglich bis dreimal pro Woche.
  • Eine kurzzeitige Darmträgheit (akute Verstopfung) kann bis zu vier Tage andauern und verschwindet meist wieder von allein. Bei länger andauernden Problemen der Darmentleerung (chronische Verstopfung) ist ein Arztbesuch ratsam.
  • Bei akut auftretender Verstopfung mit starken Bauchschmerzen, geblähtem Bauch, Fieber, Übelkeit und Erbrechen sollte man sofort den Notarzt verständigen. Möglicherweise steckt ein lebensgefährlicher Darmverschluss dahinter.
  • Bei unregelmäßigem Stuhl kann die Einnahme verschreibungspflichtiger Medikamente erforderlich sein. Alternativ können Hausmittel sowie rezeptfreie Abführmittel schnell eine Verstopfung lösen.

Wie entsteht Verstopfung?

Bei Verstopfung, medizinisch Obstipation, erfolgt die Entleerung des Endarms selten, erschwert oder unvollständig. Der Grund: Unverdauter Nahrungsbrei im Dickdarm wird durch Flüssigkeitsentzug härter und verstopft den Enddarm. Es entsteht ein Kot-Stau. Völlegefühl, Bauchschmerzen und Blähungen machen sich bemerkbar. Erhebungen zufolge sind etwa 15 Prozent der Erwachsenen von chronischer Obstipation betroffen.

Wie funktioniert eine gesunde Verdauung?

Der Darm ist ein zentrales Organ der Verdauung und spielt mit seinen rund sechs Metern Länge eine entscheidende Rolle für unser Wohlbefinden. Die Verdauung beginnt bereits im Mund, wo die Nahrung zerkleinert und durch Enzyme im Speichel vorverdaut wird. Der Magen zersetzt den Speisebrei weiter, um vor allem Eiweiße durch Magensäure und Enzyme aufzuspalten.

Der nächste Abschnitt ist der Dünndarm, hier findet ein großer Teil der Verdauung statt. Mithilfe von Enzymen aus Bauchspeicheldrüse und Galle wird der Speisebrei in seine kleinsten Bestandteile zerlegt, in Zucker, Aminosäuren und Fettsäuren. Diese Nährstoffe gelangen anschließend durch die Darmwand ins Blut.

Was danach übrig bleibt, erreicht den Dickdarm. Dort wird dem Rest des Nahrungsbreis Wasser entzogen und Darmbakterien tragen zur weiteren Verarbeitung bei. Am Ende wird der unverdauliche Teil als fester Stuhl ausgeschieden.

Verschiedene Arten von Verstopfung

Je nach Dauer der unregelmäßigen Darmentleerung ist von einer akuten oder chronischen Verstopfung die Rede. Akute Verstopfungen treten plötzlich auf und dauern maximal vier Tage an. Bei chronischer Verstopfung besteht über mehrere Wochen ein erschwerter Stuhlgang.

Was sind die Ursachen von Verstopfung?

Die Gründe für eine Verstopfung sind vielfältig. Eine falsche Ernährung, geringe Flüssigkeitsaufnahme oder Stress können den Darm träge machen. Auch bestimmte Erkrankungen können Probleme beim Stuhlgang bereiten.

Häufige Ursachen einer Verstopfung sind unter anderem:

  • ballaststoffarme Ernährung
  • zuckerhaltige und fettige Lebensmittel
  • geringe Trinkmenge
  • mangelnde Bewegung
  • Stress
  • unterdrücken des Stuhls
  • hormonelle Veränderungen (z. B. während der Regelblutung, in der Schwangerschaft oder den Wechseljahren)
  • Erkrankungen (z. B. Diabetes, Schilddrüsenstörungen, Krebs, Multiple Sklerose und andere neurologische Erkrankungen)
  • Medikamente (vor allem Opiate aber auch, Eisenpräparate, Bluthochdrucktabletten, Antidepressiva, harntreibende Arzneimittel)

Auch Darmkrankheiten, wie etwa ein Reizdarmsyndrom (Spezialartikel: Reizdarm), Morbus Crohn, Divertikel oder Colitis ulcerosa und Darmfunktionsstörungen können eine Verstopfung auslösen.

Wer gehört zu den Risikogruppen für Verstopfung?

Zu den Risikogruppen für Verstopfung gehören Frauen im gebärfähigen Alter zwischen 15 und 49 Jahren, Frauen ab etwa 45 Jahren sowie Menschen über 65. Bei jüngeren Frauen spielen hormonelle Schwankungen eine Rolle, zum Beispiel während der Periode oder in der Schwangerschaft (Spezialartikel: Verstopfung in der Schwangerschaft). Ab 45 Jahren kann ein sinkender Östrogenspiegel die Darmtätigkeit verlangsamen. Ältere Menschen trinken oft zu wenig, bewegen sich weniger oder nehmen Medikamente ein, die Verstopfung begünstigen.

Darmträgheit kann auch Babys und Kleinkinder betreffen. Insbesondere dann, wenn Beikost eingeführt wird, kann dies den Darm eines Babys, das bis dato gestillt wurde, erst einmal überfordern. Eine Verstopfung bei Babys und Kleinkindern liegt vor, wenn die Darmentleerung etwa einmal pro Woche als trockener und harter Stuhl stattfindet. Insbesondere in der Stillzeit gilt ein Stuhlgang zwischen fünfmal am Tag bis einmal innerhalb von fünf Tagen als normal.

Welche Symptome treten bei Verstopfung auf?

Hinter einem unregelmäßigen Stuhlgang steckt nicht immer eine Verstopfung. Es gibt jedoch Anzeichen, die auf Verstopfung hinweisen können.

Bei einer Verstopfung treten unter anderem folgende Symptome auf:

  • erschwerter und harter Stuhlgang, der durch starkes Pressen schmerzhaft ist
  • aufgeblähter und harter Bauch mit Völlegefühl
  • Bauchschmerzen und Übelkeit
  • Blähungen
  • unvollständige und unregelmäßige Darmentleerung mit kleiner Kotmenge

Stuhlgang – wie oft ist normal?

Die Häufigkeit des Stuhlgangs variiert je nach Person und Lebensstil. Generell gilt: Dreimal täglich bis dreimal pro Woche Stuhlgang sind normal. Menschen mit ballaststoffreicher Ernährung und viel Bewegung fördern ihre Verdauung. Ballaststoffarme Ernährung mit Weißbrot, weißer Reis, rotes Fleisch, Fast Food, Süßigkeiten und Milchprodukte wie Käse können Verstopfung verursachen. Auch Zucker beziehungsweise „schlechte Fette“ (auch als gesättigte Fettsäuren bekannt) und keine regelmäßige körperliche Aktivität wirken stopfend. Gesättigte Fettsäuren sind nicht per se schlecht, nur in rauen Mengen können sie ungesund werden. Sie sind etwa in verschiedenen Fertigprodukten, Käse, Wurst oder Schokolade und anderen Süßwaren enthalten.