Blutgruppen: Was ist der Unterschied?

Dass es bei uns Menschen unterschiedliche Blutgruppen gibt, ist wohl jedem bekannt. Auch, dass bei einer Blutspende nicht jede Blutgruppe mit der anderen verträglich ist. Aber woran liegt das? Und was sind Blutgruppen eigentlich genau. Wir erklären es umfassend und verständlich in diesem Artikel.

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Inhalt

Bestimmung der Blutgruppe: Das AB0-System

Das in Deutschland bekannteste Blutgruppensystem ist das AB0-System. Dieses System unterscheidet die Blutgruppen A, B, 0 und AB. Der Unterschied liegt in der Oberflächenzusammensetzung der roten Blutkörperchen (Erythrozyten): Sie enthalten die Antigene A (= Blutgruppe A) oder B (=Blutgruppe B) oder beide Antigene A und B (= Blutgruppe AB) oder keines der Antigene (= Blutgruppe 0).
Außerdem schwimmen im Blut Blutgruppen-Antikörper, die gegen jenes Antigen gerichtet sind, die dieser Mensch nicht besitzt. Das bedeutet:

Blutgruppe A: Jemand, der die Blutgruppe A hat, hat auf seinen roten Blutkörperchen sogenannte A-Antigene. Gleichzeitig befinden sich im Blut die Blutgruppen-Antikörper gegen die Blutgruppe B.

Blutgruppe B: Jemand, der die Blutgruppe B hat, hat auf seinen roten Blutkörperchen sogenannte B-Antigene. Gleichzeitig befinden sich im Blut die Blutgruppen-Antikörper gegen die Blutgruppe A.

Blutgruppe AB: Jemand, der die Blutgruppe AB hat, hat auf seinen roten Blutkörperchen A-Antigene und B-Antigene. Im Blut befinden sich keine Blutgruppen-Antikörper.

Blutgruppe 0: Jemand, der die Blutgruppe 0 hat, hat auf seinen roten Blutkörperchen keine Antigene, was gleichzeitig bedeutet, dass er Antikörper gegen die Blutgruppe A und B hat.

Bestimmung der Blutgruppe: Das Rhesus-System

Zur Bestimmung der Blutgruppen gibt es aber nicht nur das AB0-System, sondern zusätzlich auch das Rhesussystem. Die Blutgruppen werden dabei in Rhesus-positiv und Rhesus-negativ unterteilt. Der sogenannte Rhesusfaktor wird ebenfalls vererbt. Es gibt von diesem Gen zwei Varianten. Eines der Gene führt zur Bildung des Rhesusfaktors, das andere nicht. Das Rhesusfaktor-Gen wird mit der Genprägung „D“ bezeichnet. Bei dem anderen Gen (welches nicht zur Rhesusfaktorbildung führt), spricht man von der Genprägung „d“. Jeder trägt grundsätzlich zwei dieser Gene in sich, von denen ein Merkmal weiter vererbt wird. Jeder trägt demnach eine Gen-Variante vom Vater und eine von der Mutter in sich. Es sind also folgende Kombinationen möglich: DD, Dd, dD und dd. Da das Rhesusfaktor-Gen stärker (dominant) ist, sind mischerbige Menschen – also mit den Kombinationen Dd und dD – und natürlich reinerbige Menschen mit der Kombination DD, Rhesus-positiv. Nur die Kombination dd ist Rhesus-negativ.

Zusammenfassend bedeutet das: Das Blut eines jeden Menschen weißt eine der Blutgruppen des AB0-Systems auf und ist zusätzlich Rhesus-positiv oder Rhesus-negativ.

Wie wird die Blutgruppe vererbt?

Welche dieser Blutgruppen ein Mensch hat, wird von den Eltern an die Kinder vererbt und setzt sich aus einem Merkmal des Vaters und einem Merkmal der Mutter zusammen. Genau genommen werden die Blutgruppen also noch weiter unterteilt. Kommt beispielsweise das Merkmal A vom Vater und auch von der Mutter, dann hat das Kind die Blutgruppe A, mit dem sogenannten Genotyp AA. Möglich sind demnach auch die Genotypen A0, BB, B0, AB und 00. Da die Antigene A und B dominant sind, ist der Genotyp A0 die Blutgruppe A und der Genotyp B0 die Blutgruppe B.

Verteilung der Blutgruppen

Die Verteilung der Blutgruppen weltweit ist äußerst unterschiedlich. Das heißt: Die Blutgruppen kommen je nach Kontinent und teilweise sogar je nach Land nicht gleich häufig vor. Dennoch ist die Blutgruppe AB mit dem Rhesusfaktor negativ die seltenste Blutgruppe der Welt. Diese Blutgruppen besitzt nur 1% der Bevölkerung weltweit. Am häufigsten hingegen kommt die Blutgruppe 0 mit dem Rhesusfaktor positiv vor. In Deutschland bspw. besitzen rund 35% der Bevölkerung diese Blutgruppe. Weitere Informationen zur Verteilung der Blutgruppen werden stets aktuell vom DRK-Blutspendedienst bereit gestellt:

www.drk-blutspende.de

Kompatibilität der Blutgruppen bei einer Blutspende: Wer darf wem Blut spenden?

Die Antigene und Antikörper, die sich im Blut befinden, bestimmen, welche Blutgruppen miteinander verträglich sind. Das spielt insbesondere dann eine Rolle, wenn man auf die Gabe von fremden Blut angewiesen ist, z. B. bei einer Operation oder nach einem Unfall mit hohem Blutverlust. Binden bei einer Blutspende die Antikörper der einen Person an die passenden Antigene der anderen Person, kommt es zu einer Immunreaktion. Das heißt die Antikörper greifen die fremden Blutzellen an, was eine Verklumpung des Bluts zur Folge hat. Es muss also darauf geachtet werden, dass das Spenderblut nur Empfängern verabreicht wird, die keine Antikörper gegen das Spenderblut besitzen.

Damit jemand fremdes Blut im Zuge einer Blutspende bekommen kann, muss der Spender aber nicht zwingend genau die gleiche Blutgruppe haben, wie der Empfänger. Aus der folgenden Tabelle ist ersichtlich, welche Kombinationen innerhalb der Blutgruppen möglich sind: