Läufigkeit der Hündin: die besten Tipps

Die Läufigkeit ist ein natürlicher und wiederkehrender Zyklus im Leben jeder Hündin. Bei vielen Hundehaltern werfen die körperlichen Veränderungen und Stimmungsschwankungen jedoch Fragen auf. Was genau passiert im Körper, wenn eine Hündin läufig ist? Welches Verhalten ist normal – und wann ist die Rücksprache mit einem Tierarzt sinnvoll? Dieser Artikel erklärt, welche Anzeichen auf eine Läufigkeit bei Hündinnen hindeuten und was Sie in dieser Zeit beachten sollten.

Eine laeufige Huendin guckt aufmerksam

Das Wichtigste in Kürze

  • Die Läufigkeit ist ein normaler, gesunder Vorgang, der die Geschlechtsreife und Fortpflanzungsfähigkeit der Hündin anzeigt.
  • Zu den körperlichen Anzeichen gehören eine geschwollene Vulva und blutiger Ausfluss, außerdem machen sich oftmals Verhaltensänderungen bemerkbar.
  • Ruhe, Hygiene und "Hausmittel" wie Kauspielzeug können das Wohlbefinden der Hündin fördern.
  • Wenn die Hündin läufig ist und auffällige Begleitsymptome wie Fieber zeigt, sollte ein Tierarzt kontaktiert werden.

Warum wird eine Hündin läufig?

Die Läufigkeit einer Hündin ist ein natürlicher Prozess, der im Zusammenhang mit ihrem Fortpflanzungszyklus steht. Sie signalisiert, dass der Körper hormonell auf die Möglichkeit einer Trächtigkeit vorbereitet ist. Die Auslöser sind dabei vor allem hormonelle Veränderungen, die von den Eierstöcken gesteuert werden, im Mittelpunkt steht das Zusammenspiel der Hormone Östrogen und Progesteron:

  • In der ersten Phase steigt Östrogen stark an, was die äußeren Anzeichen wie eine geschwollene Vulva und blutigen Ausfluss hervorruft.
  • Nach dem Eisprung übernimmt Progesteron die Steuerung, um die Gebärmutter für eine mögliche Einnistung vorzubereiten.

Der Zyklus einer Hündin gliedert sich in vier Phasen:

  • Proöstrus (Vorbrunst) mit Anschwellen der Vulva und Blutungen
  • Östrus (Brunst) mit helleren, wässrigeren Absonderungen und Paarungsbereitschaft
  • Metöstrus (Nachbrunst), in dem der Ausfluss abnimmt
  • und den Anöstrus (Ruhephase) bis zur nächsten Läufigkeit

Die Ursache für das Einsetzen der Läufigkeit ist also der Beginn der Geschlechtsreife einer Hündin – meistens erstmalig zwischen dem 6. und 12. Lebensmonat. Bei kleineren Hunden oftmals früher, große oder sehr große Rassen erreichen manchmal erst nach anderthalb bis zwei Jahren die Geschlechtsreife. Danach kommt es in der Regel etwa zweimal im Jahr zur Läufigkeit, also ungefähr alle 6 bis 9 Monate.

Wie lässt sich erkennen, dass eine Hündin läufig ist?

Läufigkeit macht sich durch eine Reihe von körperlichen und verhaltensbezogenen Veränderungen bemerkbar. Allerdings kommen nicht alle Anzeichen bei jeder Hündin gleich stark vor.

Die folgenden körperlichen Merkmale sind typisch, wenn eine Hündin läufig ist:

  • Geschwollene Vulva: Ein deutlich sichtbares Symptom, das meist schon vor dem Blutfluss sichtbar wird.
  • Blutiger Ausfluss: In der Anfangsphase ist er rötlich, später wird er heller oder wässriger.
  • Häufigeres Urinieren: Durch hormonelle Veränderungen setzen viele Hündinnen mehr Urin ab.

Darüber hinaus zeigen viele Hündinnen während der Läufigkeit ein verstärktes Interesse an Rüden. Sie suchen aktiv die Nähe und nehmen vermehrt Kontakt auf – sei es durch neugieriges Beschnuppern oder spielerisches Verhalten. Ein besonders eindeutiges Signal für die Paarungsbereitschaft ist außerdem die Standbereitschaft. Das bedeutet: Wenn die Hündin läufig ist, bleibt sie beim Kontakt mit einem Rüden häufig stehen, hebt ihre Rute leicht seitlich und signalisiert damit, dass sie zur Paarung bereit ist.

Auch das Verhalten im Alltag kann sich verändern und für Hundehalter zunächst ungewohnt sein. Manche Hündinnen sind unruhig oder schnell reizbar, andere wiederum verschmust und anhänglicher. Manche zeigen erhöhten Bewegungsdrang, andere wirken eher träge und schlafen mehr. In einigen Fällen kommt es zu Appetitlosigkeit oder sogar leichtem Durchfall. Die Unterschiede hängen stark vom individuellen Charakter ab und auch die Intensität der Symptome kann individuell variieren.

Im Zweifel hilft ein Tierarzt, die Situation richtig einzuordnen. Auch bei unsicherem Zyklus oder um die fruchtbaren Tage besser einschätzen zu können, kann ein Tierarzt mittels Scheidenabstrich den genauen Zeitpunkt der Brunst bestimmen.

Wie lange ist eine Hündin läufig?

Eine Hündin ist in der Regel zwei bis drei Wochen lang läufig. Diese Phase beginnt mit der Vorbrunst, in der erste körperliche Anzeichen auftreten. Anschließend folgt die eigentliche Brunst, in der die Hündin fruchtbar ist und Rüden aktiv zulässt. Dieser Zeitraum dauert meist etwa fünf bis sieben Tage. Danach klingt die Läufigkeit langsam ab, auch wenn noch leichte Nachwirkungen wie Restblutungen sichtbar sein können.

Während der gesamten Läufigkeit ist die Hündin für Rüden attraktiv, auch wenn sie zu Beginn noch nicht deckbereit ist. Mit dem Nachlassen der Blutung gegen Mitte der Läufigkeit steigt die Empfänglichkeit – in dieser Phase ist besondere Vorsicht geboten, um eine ungewollte Trächtigkeit zu vermeiden (z. B. Leinenpflicht, kein unbeaufsichtigter Freilauf im Garten).