So lassen sich beim Hund die Ohren richtig reinigen

Die Ohren eines Hundes sind wichtige Sinnesorgane und Schmutzfänger zugleich. Ob beim Waldspaziergang oder nach einem Sprung ins Wasser – Staub und Feuchtigkeit gelangen schnell in die Gehörgänge. Werden die Ohren nicht regelmäßig kontrolliert und gepflegt, können sich Ablagerungen, Infektionen oder Entzündungen entwickeln. Dieser Artikel erklärt, worauf Hundehalter achten sollten und wie Sie Hundeohren richtig reinigen.

Ein Mann reinigt die Ohren seines Hundes

Das Wichtigste in Kürze

  • Hundeohren verschmutzen durch natürliche Ohrenschmalzbildung oder äußere Einflüsse wie Schmutz, Wasser oder Gräser.
  • Häufiges Kopfschütteln, Kratzen oder schlechter Geruch können bei Hunden auf Infektionen oder Entzündungen hinweisen.
  • Bei Hunden eignen sich zum Ohrenreinigen ausschließlich speziell entwickelte Ohrreiniger.
  • Wiederkehrende Beschwerden oder akute Symptome sollten immer von einem Tierarzt abgeklärt werden.

Warum sollten Hundehalter bei Ihrem Hund die Ohren reinigen?

Ob beim ausgelassenen Toben im Garten, beim Schwimmen im See oder beim Streifzug durch den Wald – Staub, Erde, Gräser oder Wasser gelangen schnell in die Gehörgänge des Hundes. Doch nicht nur äußere Einflüsse machen eine regelmäßige Ohrenpflege beim Hund sinnvoll, auch die körpereigene Produktion von Ohrschmalz spielt eine Rolle.

Das sind typische Gründe, warum die Ohrenpflege beim Hund nötig sein kann:

  • Ohrenschmalz (Cerumen): Der Hund produziert ihn zum Schutz und zur Reinigung des Gehörgangs. Bei manchen Tieren sammelt sich jedoch übermäßig viel Ohrenschmalz an, was den Gehörgang verstopfen und einen Nährboden für Bakterien oder Hefepilze darstellen kann.
  • Anatomische Besonderheiten: Bei Rassen mit hängenden oder sehr engen Ohren staut sich besonders viel Wärme und Feuchtigkeit im Ohr. Das begünstigt mitunter Infektionen und macht eine regelmäßige Reinigung notwendig.
  • Umwelteinflüsse: Hunde, die viel schwimmen oder sich gern im Schlamm wälzen, bekommen häufiger Fremdstoffe ins Ohr. Chlor oder Salzwasser können zusätzlich die empfindliche Haut reizen.
  • Allergien und Hautprobleme: Bei vielen Hunden äußern sich Allergien durch wiederkehrende Ohrentzündungen. Auch hier ist eine vorsichtige Reinigung oft Teil der Behandlung.

Das Reinigen der Ohren beim Hund dient somit nicht allein in der Hygiene, sondern beugt Entzündungen vor und unterstützt die Ohrgesundheit. Eine passende Ohrenpflege schützt den Hund vor Juckreiz und möglichen Schmerzen.

Hundeohren richtig pflegen: Wann natürliche Selbstreinigung genügt und wann Reinigen nötig ist

Hundeohren verfügen über eigene Schutz- und Selbstreinigungsmechanismen: Das Ohrenschmalz (Cerumen) transportiert Schmutz und abgestorbene Zellen nach außen, feine Härchen und eine gute Belüftung des Gehörgangs schützen vor Infektionen. Diese natürlichen Prozesse sollten bei gesunden Hunden nicht gestört werden.

Tierärzte raten daher, bei unauffälligen Ohren keine routinemäßige Reinigung vorzunehmen. Übermäßige oder unnötige Reinigung kann den schützenden Cerumenfilm entfernen und das Ohr empfindlicher für Reizungen und Infektionen machen.

Andererseits gibt es Hunde mit erhöhtem Risiko für Ohrprobleme, bei denen eine regelmäßige Kontrolle und – wenn nötig – Reinigung sinnvoll ist. Dazu gehören insbesondere:

  • Hunde mit hängenden Ohren oder stark behaartem Gehörgang (z. B. Spaniel, Pudel)
  • Hunde mit Allergien oder Neigung zu wiederkehrenden Ohrentzündungen
  • Hunde, die häufig schwimmen oder in feuchter oder staubiger Umgebung unterwegs sind

Bei diesen Tieren kann sich Cerumen zusammen mit Schmutz und Feuchtigkeit ansammeln und zu Entzündungen führen. Hier ist es sinnvoll, die Ohren regelmäßig zu kontrollieren (z. B. wöchentlich) und sanft zu reinigen, am besten mit tierärztlich empfohlenen, pH-angepassten Ohrreinigern aus der Tierarztpraxis oder dem Fachhandel.

Wichtige Grundregeln:

  • Nur reinigen, wenn Ablagerungen sichtbar sind oder der Tierarzt es empfiehlt.
  • Keine Wattestäbchen verwenden
  • Bei Rötungen, Schwellungen, auffälligem Geruch, Schmerzen oder häufigem Kopfschütteln und Kratzen sollte immer ein Tierarzt aufgesucht werden, anstatt selbst zu reinigen.

Welche Hausmittel unterstützen beim Ohren reinigen?

Viele Hundehalter greifen auf Hausmittel zurück, wenn sie bei ihrem Hund die Ohren reinigen. Das Hunde-Ohr ist jedoch ein sehr empfindliches Organ, das leicht gereizt oder verletzt werden kann. Flüssigkeiten wie Wasser können beispielsweise in den tiefen Windungen des Gehörgangs verbleiben und möglicherweise nicht vollständig abtrocknen. Das schafft einen idealen Nährboden für Bakterien und Hefepilze. Selbst zusammengestellte Lösungen mit Kamille können wiederum im Gehörgang reizend wirken und bereits bestehende Irritationen verstärken.

Sicherer und vor allem wirksamer sind speziell entwickelte Ohrreiniger aus Apotheken, dem Fachhandel oder der Tierarztpraxis. Die Präparate sind auf den pH-Wert des Hundeohres abgestimmt und enthalten häufig pflegende oder entzündungshemmende Zusätze. Bei Unsicherheit oder wiederkehrenden Problemen ist es sinnvoll, rechtzeitig den Rat eines Tierarztes einzuholen. Dort kann die genaue Ursache abgeklärt und eine gezielte Behandlung eingeleitet werden.

Darf ich beim Hund zum Ohren reinigen ein Wattestäbchen verwenden?

Nein, beim Hund sollten zum Ohren reinigen Wattestäbchen vermieden werden, da sie das Trommelfell verletzen oder Schmutz tiefer in den Gehörgang drücken können. Besser geeignet sind spezielle Ohrenreiniger für Hunde, um die äußeren Ohrbereiche zu säubern. Bei starkem Geruch, Rötungen oder Ausfluss sollte immer ein Tierarzt aufgesucht werden.

Welche Ohrreiniger sind für Hund geeignet?

Wenn Hundehalter bei ihrem Hund die Ohren reinigen möchten, bietet sich dazu die Verwendung von speziellen Ohrreinigern aus Apotheken, Zoofachgeschäften oder vom Tierarzt an. Diese Produkte sind auf die empfindliche Haut im Gehörgang abgestimmt und enthalten häufig Substanzen wie Salicylsäure, die überschüssiges Ohrenschmalz sanft aufweichen. Viele Ohrreiniger für Hunde sind zudem mit pflegenden Inhaltsstoffen wie Aloe Vera angereichert, um die Haut zu beruhigen und Reizungen vorzubeugen. Manche Lösungen wirken zusätzlich leicht antibakteriell und können so helfen, das Risiko für Infektionen zu verringern.

Besonders wichtig ist die regelmäßige Ohrpflege bei Hunderassen, die von Natur aus anfälliger für Ohrenprobleme sind. Dazu gehören beispielsweise Rassen mit langen, hängenden Ohren wie der Cocker Spaniel, Basset Hound oder Beagle. Die schlechte Belüftung im Gehörgang begünstigt die Entstehung von Entzündungen. Auch bei Hunden mit dichtem Fell im Ohrbereich, wie dem Pudel oder Schnauzer, können sich Schmutz und Feuchtigkeit leichter festsetzen. Für diese Hunderassen empfiehlt sich eine regelmäßige Kontrolle und Reinigung der Ohren, um Infektionen vorzubeugen.