Durchfall beim Hund
Durchfall beim Hund kann unangenehm und stressig sein – für Vierbeiner und Hundehalter gleichermaßen. Schnell entstehen dabei viele Fragen und Sorgen: Woher kommt der Durchfall? Welche Hausmittel gibt es? Und welche Medikamente könnten jetzt helfen? Mit den passenden Informationen und effektiven Maßnahmen lassen sich häufig Beschwerden lindern und Folgeschäden vermeiden.


Das Wichtigste in Kürze
- Durchfall beim Hund äußert sich durch häufigen, weichen bis wässrigen Kot.
- Als Ursachen kommen oft Futterumstellungen oder Stress vor, der veränderte Kot kann jedoch auch auf eine Erkrankung hinweisen.
- Bei leichtem, kurzfristigem Durchfall helfen in der Regel Hausmittel wie Schonkost.
- Bei starkem oder anhaltendem Durchfall könnten Medikamente nötig sein. Ein Tierarztbesuch ist zu empfehlen, wenn der Durchfall länger als 48 Stunden anhält, besonders heftig ist oder weitere Symptome wie Erbrechen, Fieber (über 39,5 °C) oder Lethargie auftreten.
Wie entsteht Durchfall beim Hund?
Mit Durchfall (Diarrhoe) beim Hund wird ein vermehrter und ungeformter Kotabsatz bezeichnet. Der Kot wird häufiger als üblich abgesetzt, ist dünn, breiig, wässrig oder kommt in größerer Menge vor. Zudem kann er unangenehm riechen oder Schleim- und Blutbeimengungen enthalten.
Als Ursachen kommen die folgenden Möglichkeiten in Frage:
- Plötzliche Futterumstellung, wenn die Darmflora das neue Futter nicht sofort verträgt.
- Ungeeignete oder verdorbene Nahrung, wie Abfälle, Fremdkörper beim Spazierengehen oder für Hunde unverträgliche Lebensmittel wie Milch, rohe Eier, gewürzte Speisen oder Avocado.
- Giftige oder schädliche Substanzen, wie Schneckenkorn, Frostschutzmittel, Pflanzengifte oder Aas.
- Unruhe oder psychische Belastung, die den Darm aus dem Gleichgewicht bringen können.
- Futtermittelallergien, die eine spezielle Diät notwendig machen.
- Nebenwirkungen von Medikamenten, vor allem Antibiotika.
- Erkrankungen wie chronische oder entzündliche Darmerkrankungen (z. B. IBD), Autoimmunerkrankungen wie Morbus Addison, Nieren- oder Leberschwäche.
- Autoimmunreaktionen, bei denen das Immunsystem körpereigene Strukturen angreift.
- Infektionen des Magen-Darm-Trakts durch Viren, Bakterien oder Parasiten wie Giardien.
Zusätzlich kann der Durchfall beim Hund durch weitere Beschwerden begleitet werden, wie zum Beispiel Appetitlosigkeit, Bauchschmerzen oder Abgeschlagenheit. Dabei muss kurzzeitiger Durchfall nicht unbedingt auf eine körperliche Erkrankung hinweisen. Dauert er jedoch länger als 48 Stunden an oder ist von Fieber, Erbrechen oder Blutbeimengungen begleitet, sollte ein Tierarzt aufgesucht werden.
Welche Hausmittel helfen gegen Durchfall beim Hund?
Leichter, kurzfristiger Durchfall beim Hund kann oft mit einfachen Hausmitteln gelindert werden. Das Ziel ist dabei, den Darm zu entlasten, Flüssigkeitsverluste auszugleichen und die Verdauung behutsam zu stabilisieren.
Mögliche Maßnahmen gegen Durchfall beim Hund sind:
Bewährte Hausmittel im Überblick
1. Kleine, magenschonende Portionen
Früher wurde empfohlen, Hunde kurzzeitig fasten zu lassen. Heute gilt das nicht mehr als notwendig: statt Fasten ist es in der Regel besser, erwachsene, gesunde Hunde mit mehreren kleinen Portionen leicht verdaulicher Schonkost zu füttern. Welpen, alte oder geschwächte Hunde sollten keinesfalls fasten, da sie rascher dehydrieren.
2. Schonkost
Für drei bis sieben Tage kann gegen Durchfall beim Hund eine leicht verdauliche Ernährung helfen. Diese deckt den Nährstoffbedarf nicht dauerhaft, eignet sich aber zur Schonung des Darms. Bewährt haben sich zum Beispiel Haferschleim, Karottensuppe, mageres Fleisch, gekochter Reis oder Kartoffelbrei ohne Milch.
3. Ausreichend Flüssigkeit
Frisches Wasser sollte immer bereitstehen, bei starkem Flüssigkeitsverlust sind Elektrolytlösungen häufig hilfreich.
4. Natürliche Hilfsmittel
Flohsamenschalen oder Heilerde können überschüssige Flüssigkeit im Darm binden und so den Kot fester machen.
Hält der Durchfall beim Hund länger als 48 Stunden an oder verschlimmern sich die Symptome, ist ein Tierarztbesuch notwendig.
Was ist am besten als Schonkost gegen Durchfall beim Hund?
Besonders beliebt gegen Durchfall beim Hund ist die Karottensuppe. Dabei werden 500 Gramm geschälte Karotten in einem Liter Wasser mindestens 90 Minuten lang gekocht.
So entstehen bestimmte Zuckermoleküle, die sich an die Darmwand anlagern und dort verhindern, dass Bakterien anhaften können. Dadurch kann sich der Darm beruhigen und der Durchfall häufig schneller abklingen. Bei Unsicherheiten oder Rückfragen ist ein Tierarztbesuch zu empfehlen.
Welche Medikamente helfen gegen Durchfall beim Hund?
Bei starkem, anhaltendem Durchfall beim Hund reichen Hausmittel oft nicht aus. In solchen Fällen können Medikamente sinnvoll sein, um den Durchfall zu stoppen, die Darmflora zu stabilisieren und Flüssigkeitsverluste auszugleichen.
Die folgenden Wirkstoffgruppen werden häufig gegen Durchfall beim Hund eingesetzt:
Wirkstoffgruppen im Detail
Probiotika wie Enterococcus faecium und Lactobacillus spp.
Unterstützen die Darmflora und helfen, das Gleichgewicht der Darmbakterien wiederherzustellen. Sie sind als Kautabletten, Pasten oder Pulver erhältlich.
Elektrolytlösungen
Können Flüssigkeit und Mineralstoffe bei starkem Durchfall ausgleichen. Meist sind diese als Lösungen zum Trinken, als Pasten oder Pulver zum Anrühren verfügbar.
Regulierende Wirkstoffe wie Kaolin, Pektin oder Dioctaedrisches Montmorillonit
Binden überschüssige Flüssigkeit im Darm und stabilisieren den Kot. Oft sind diese Medikamente gegen Durchfall beim Hund in Pulverform, Tabletten oder Pasten üblich.
Mittel gegen Übelkeit und Erbrechen wie Metoclopramid
Lindern typische Symptome wie Übelkeit und Erbrechen, die mit Durchfall beim Hund einhergehen, meistens in Tablettenform oder als Zäpfchen. Dadurch wird der Verdauungstrakt entlastet und der Heilungsprozess unterstützt.
Entwurmungsmittel (Anthelminthika)
Werden bei parasitärem Befall verabreicht, wenn Würmer als Ursache des Durchfalls festgestellt werden. Sie sind meist als Tabletten oder Pasten erhältlich, vorher sollte jedoch eine tierärztliche Diagnose erfolgen.
Entzündungshemmende oder antibakterielle Wirkstoffe
Werden nur nach tierärztlicher Untersuchung eingesetzt, zum Beispiel als Antibiotika-Tabletten bei bakteriellen Infektionen oder entzündlichen Darmerkrankungen.
Wichtig ist, dass die medikamentöse Behandlung immer in Verbindung mit einer tierärztlichen Diagnose erfolgen sollte. Nur so gelingt es die Ursache des Durchfalls beim Hund gezielt zu behandeln und Folgeschäden zu vermeiden.
Wann zum Tierarzt?
Nicht jeder Durchfall beim Hund erfordert sofort einen Tierarztbesuch. Dennoch gibt es klare Anzeichen, bei denen eine tierärztliche Untersuchung dringend empfohlen wird:
- Der Durchfall beim Hund hält länger als 48 Stunden an und bessert sich nicht.
- Es tritt blutiger oder schwarzer Durchfall auf.
- Fieber über 39,5 °C, starke Bauchschmerzen (z. B. „Gebetshaltung“), Erbrechen oder Lethargie kommen hinzu.
- Starke Abgeschlagenheit, Fieber oder Erbrechen kommen hinzu.
- Anzeichen von Dehydration werden bemerket, wie trockene Schleimhäute, eingefallene Augen oder stark verminderte Hautelastizität.
- Welpen, alte oder geschwächte Hunde bekommen Durchfall, denn ihr Körper kann den Flüssigkeitsverlust oftmals nicht selbstständig ausgleichen.
Treten eines oder mehrere dieser Anzeichen auf, sollte umgehend ein Tierarzt aufgesucht werden.
Wann zum Arzt?
Bei anhaltendem Durchfall (länger als 48 Stunden), Blut im Stuhl, Fieber, Erbrechen oder starker Abgeschlagenheit sollten Sie umgehend einen Tierarzt aufsuchen. Dies gilt insbesondere für Welpen sowie alte oder vorerkrankte Hunde, da sie schneller dehydrieren.
Was macht der Tierarzt gegen Durchfall beim Hund?
Beim Tierarzt wird zunächst eine körperliche Untersuchung durchgeführt, um den Allgemeinzustand des Hundes zu überprüfen. Häufig werden zusätzlich Kotproben genommen, um Parasiten, Bakterien oder Viren im Durchfall nachzuweisen. In manchen Fällen sind auch Blutuntersuchungen notwendig, um Organerkrankungen, Entzündungen oder Störungen im Elektrolythaushalt auszuschließen. Wenn der Hund bereits Anzeichen von Dehydration zeigt, lässt sich das mit einer Infusion behandeln, um den Flüssigkeits- und Elektrolytverlust auszugleichen.
Auch spezielle Medikamente zur Stärkung der Darmflora oder zur Bekämpfung von Infektionen können eingesetzt werden. Hinzu kommen häufig Ernährungsempfehlungen für den gesamten Genesungsprozess. Die tierärztliche Behandlung soll somit nicht nur die Symptome lindern, sondern vor allem die Ursache finden und gezielt behandeln. So kann verhindert werden, dass der Durchfall chronisch wird oder sich der Zustand des Hundes weiter verschlechtert.
Wie äußert sich chronischer Durchfall beim Hund?
Durchfall beim Hund wird als chronisch eingestuft, wenn er über einen Zeitraum von mehr als drei Wochen anhält oder immer wiederkehrt. In solchen Fällen liegen oft Futterunverträglichkeiten oder chronische Entzündungen im Darm vor. Auch organische Probleme der Leber, Bauchspeicheldrüse oder Niere kommen als Ursachen vor.
Je nach Ort des Problems kann sich der Durchfall unterscheiden: Dünndarmdurchfall ist oft wässrig und in großen Mengen, Dickdarmdurchfall eher breiig, mit Schleim und teilweise Blutauflagerungen.











