Was hilft gegen Durchfall?

Durchfall kann plötzlich einsetzen und den Alltag stark beeinträchtigen. Häufig treten dabei unangenehme Begleiterscheinungen wie Bauchschmerzen auf, gleichzeitig verliert der Körper viel Flüssigkeit und wichtige Mineralstoffe. Doch was hilft schnell gegen Durchfall? Welche Hausmittel und Medikamente sind besonders wirksam? Der Artikel erklärt effektive Hausmittel und welche Medikamente bei Bedarf unterstützend wirken.

Frau mit Durchfall hält ich die Hand an den Bauch wegen verdaungsproblemen

Das Wichtigste in Kürze

  • Durchfall ist durch mehr als drei flüssige Stuhlgänge pro Tag definiert und wird oft von Bauchkrämpfen und Schwäche begleitet.
  • Die wichtigste Maßnahme ist der Ausgleich des Flüssigkeits- und Mineralstoffhaushalts durch viel Trinken (Wasser, Tee, Elektrolytlösungen).
  • Eine schonende Ernährung mit Hausmitteln wie Zwieback, geriebenem Apfel oder Haferschleim hilft, den Darm zu beruhigen.
  • Bei starken Symptomen, hohem Fieber oder wenn der Durchfall länger als drei Tage anhält, ist ein Arztbesuch notwendig.

Was ist Durchfall?

Kurz gesagt: Durchfall, medizinisch Diarrhö bzw. Diarrhoe, ist eine Störung der Verdauung, die mehr als dreimal am Tag sehr weichen bis flüssigen Stuhl verursacht.

In manchen Fällen kann der Stuhl sogar wässrig oder mit Blut und Schleim durchsetzt sein. Dabei gibt es drei verschiedene Verlaufsformen:

  1. die akute Diarrhö, die meist nicht länger als zwei Wochen anhält
  2. anhaltender Durchfall, der bis zu sechs Wochen dauern kann
  3. die chronische Diarrhö, die über einen Zeitraum von mehr als sechs Wochen besteht

Neben dem vermehrten, flüssigen Stuhlgang kommen oft noch zusätzliche Beschwerden hinzu, zum Beispiel allgemeine Schwäche, Erschöpfung oder Bauchschmerzen. Auch Übelkeit, Erbrechen und gelegentlich Fieber können auftreten. Diese Begleiterscheinungen entstehen durch den Flüssigkeits- und Mineralstoffverlust, den der Körper bei häufigem Durchfall erleidet. Halten die Beschwerden länger als drei Tage an und lassen sich nicht durch Hausmittel oder Medikamente lindern, sollte unbedingt ärztlicher Rat eingeholt werden.

Ist Durchfall ansteckend?

Durchfall kann ansteckend sein, wenn er durch Viren, Bakterien oder Parasiten verursacht wird, die über verunreinigte Lebensmittel, Wasser oder direkten Kontakt mit Erkrankten übertragen werden. Schon geringe Mengen an Erregern reichen aus, um eine Infektion auszulösen. Um das Risiko zu verringern, sind gründliches Händewaschen, ein hygienischer Umgang mit Lebensmitteln und das Reinigen von Oberflächen besonders wichtig.

Welche Ursachen hat Durchfall?

Kurz gesagt: Durchfall kann viele verschiedene Auslöser haben. Oft handelt es sich um eine kurzfristige Reaktion des Körpers, manchmal steckt aber auch eine körperliche Erkrankung dahinter.

Zu den häufigsten Ursachen zählen:

  • Stress und mentale Belastungen, die die Verdauung aus dem Gleichgewicht bringen können.
  • Lebensmittelunverträglichkeiten wie Laktose- oder Fruktoseintoleranz können dazu führen, dass der Darm Milch- oder Fruchtzucker nicht korrekt verwertet und dadurch Durchfall entsteht.
  • Hormonelle Veränderungen, zum Beispiel während der Menstruation oder in der Schwangerschaft (Schwangerschaft), können die Darmtätigkeit beeinflussen.
  • Medikamente, vor allem Antibiotika, die die Darmflora beeinflussen.
  • Infektionen mit Viren wie Noro- oder Rotaviren, Bakterien oder Parasiten reizen die Darmschleimhaut und verursachen akuten Durchfall.
  • Nahrungsmittelvergiftungen durch verdorbene oder verunreinigte Speisen führen über Giftstoffe oder Keime zu Durchfall und häufig auch Erbrechen.
  • Chronische Darmerkrankungen wie Morbus Crohn, Colitis ulcerosa oder das Reizdarmsyndrom gehen mit einer dauerhaften Störung der Verdauung einher.

Welche Auslöser im Einzelfall vorliegen, lässt sich nicht immer sofort erkennen. Allerdings ist die Ursache entscheidend, um die Frage beantworten zu können, was gegen Durchfall hilft. Besonders wenn die Beschwerden länger anhalten oder sehr stark ausgeprägt sind, sollte daher immer eine ärztliche Abklärung erfolgen.

Was tun bei Durchfall?

Kurz gesagt: Die wichtigste Maßnahme bei Durchfall ist, viel zu trinken, um den Verlust an Flüssigkeit und Mineralstoffe auszugleichen.

Um die Beschwerden zu lindern, können sowohl bewährte Hausmittel als auch bestimmte Medikamente eingesetzt werden. Entscheidend ist immer, den Flüssigkeitshaushalt auszugleichen und den Darm nicht zusätzlich zu belasten.

Was essen bei Durchfall?

Oft empfinden Betroffene während einer Durchfallerkrankung wenig Appetit, ein Zeichen dafür, dass der Körper Ruhe und Schonung benötigt. Dennoch gibt es einige leicht verdauliche Lebensmittel, die den Darm beruhigen und zur Erholung beitragen können:

  • Zwieback oder Weißbrot, da sie leicht stopfend wirken und kaum Fett (Spezialartikel: Fett) enthalten.
  • Geriebener Apfel mit Schale, dessen natürlicher Ballaststoff Pektin überschüssige Flüssigkeit im Darm bindet.
  • Zerdrückte Banane, die ebenfalls Pektin liefert und gleichzeitig Kalium (Spezialartikel: Kalium) zuführt.
  • Gekochte Möhren, eine weitere Quelle für Pektin.
  • Klare Gemüsebrühe, die Flüssigkeit und Mineralstoffe ersetzt.
  • Haferschleim, der den Magen sowie Darm beruhigt und die Darmflora unterstützt.
  • Tee oder Mineralwasser, um den Flüssigkeitshaushalt auszugleichen.

Alkohol, Milchprodukte, Kaffee (Spezialartikel: Kaffee), Zuckerersatzstoffe wie Xylit, Sorbit und Maltit oder fettreiche Speisen sind hingegen bei Durchfall ungeeignet, da sie den Darm zusätzlich belasten. Eine schonende Ernährung hilft insgesamt dabei, den Körper bei der Regeneration zu unterstützen.

Natürliche Hilfe bei Durchfall: Flohsamenschalen

Flohsamenschalen (Psyllium/Plantago ovata) gehören zu den am besten untersuchten natürlichen Mitteln bei Durchfall. Die Evidenz ist breit und reicht von akutem über chronischen Durchfall bis hin zu Reizdarmsyndrom. Die Wirkung von Flohsamenschalen gegen Durchfall beruht darauf, dass sie im Darm aufquellen und dadurch die Stuhlkonsistenz von flüssig zu gelartig verbessern. Bei akutem Durchfall können je 3-5 g Flohsamen in mindestens 150-200 g Wasser eingerührt getrunken werden, und zwar bis zu 6 mal am Tag. Dabei soll jeweils ein Glas Wasser nachgetrunken werden. Mehr zu Flohsamenschalen erfahren Sie in unserem Spezialartikel Flohsamenschalen richtig einnehmen)

Wichtiger Hinweis:

  • Flohsamenschalen sollen nicht zusammen mit Loperamid oder anderen Medikamenten, die die Darmbewegung reduzieren, eingenommen werde, da es sonst zu einem Darmverschluss kommen kann!
  • Flohsamenschalen immer mit mindestens 30 Minuten, besser 2 Stunden zeitlichem Abstand zu anderen Arzneimitteln einnehmen.

Welche Medikamente helfen schnell gegen Durchfall?

Als schnelle Hilfe gegen Durchfall eignet sich für Erwachsene und Kinder ab 2 Jahren besonders der Wirkstoff Loperamid. Er verlangsamt die Darmbewegung und reduziert so die Häufigkeit des Stuhlgangs. Die Wirkung kann innerhalb weniger Stunde eintreten.

Wann kein Loperamid bei Durchfall?

Durchfall kann ein natürlicher Schutzmechanismus des Körpers sein, um Krankheitserreger und Giftstoffe auszuscheiden. Daher sollte er nur in Ausnahmefällen mit Medikamenten unterdrückt werden, wenn es zum Beispiel nicht möglich ist, sich während der Durchfallepisode in der Nähe einer Toilette aufzuhalten. Denn wird der Durchfall durch Medikamente gehemmt, kann dies den Gesundheitszustand verschlechtern oder die Heilung verzögern. Daher darf Loperamid unter anderem nicht eingenommen werden, wenn der Durchfall mit Fieber einhergeht oder bekannt ist, dass eine bakterielle Infektion (z.B. mit Salmonellen) Ursache für den Durchfall ist.

Welche Medikamente helfen sonst noch gegen Durchfall?

Wenn Hausmittel nicht ausreichen oder die Beschwerden stärker ausgeprägt sind, können Medikamente kurzfristig helfen. Dabei gibt es sowohl Mittel für den Flüssigkeits- und Darmhaushalt als auch spezielle Präparate, die nur bei bestimmten Ursachen sinnvoll sind. Grundsätzlich ist die Rücksprache mit einem Arzt zu empfehlen.

Folgende Mittel und Medikamente werden häufig gegen Durchfall eingesetzt:

  • Elektrolytlösungen, um die Flüssigkeit und Mineralstoffe gezielt zu ersetzen.
  • Probiotische Arzneimittel, zum Beispiel mit speziellen Hefekulturen, die krankmachende Erreger binden und die Darmflora unterstützen.
  • Motilitätshemmer wie Loperamid: Sie verlangsamen die Darmbewegungen und sorgen so dafür, dass der Stuhl eingedickt wird.
  • Enkephalinasehemmer wie Racecadotril: Sie blockieren das Enzym Enkephalinase und helfen, den starken Flüssigkeitsverlust im Darm zu verringern.

Welche Medikamente im Einzelfall geeignet sind, hängt stark von der Ursache und dem Schweregrad des Durchfalls ab. Bei langanhaltenden Beschwerden ist eine ärztliche Abklärung unbedingt zu empfehlen.