Grippe Symptome – und was wirklich hilft
Fieber, Halsschmerzen, Abgeschlagenheit: Wir erklären, wie sich die Grippe von einer Erkältung unterscheiden lässt, was die genauen Symptome sind, wie man ihr vorbeugen kann und was wirklich dagegen hilft.


Unter der Grippe – auch Influenza genannt – versteht man eine hoch ansteckende Infektionskrankheit, die durch Viren ausgelöst wird. Obwohl die Begriffe "Grippe" und "Erkältung" oft synonym verwendet werden, handelt es sich nicht um dasselbe Krankheitsbild: Eine Grippe verläuft wesentlich schwerer als eine einfache Erkältung und kann unter anderem hohes Fieber und Schüttelfrost auslösen, während auch spätere Komplikationen möglich sind.
Am Morgen fühlt man sich noch fit – wenige Stunden später liegt man mit Fieber und Schüttelfrost im Bett und ist richtig krank: Ein solcher plötzlicher Beginn ist typisch für eine Grippe. Eine Erkältung – auch grippaler Infekt genannt – entwickelt sich dagegen langsamer und verläuft meist harmlos.
Eine Grippe beginnt plötzlich und mit hohem Fieber von mindestens 38,5 Grad, welches meist länger als drei Tage anhält. Dies ist oft mit einem starken Krankheitsgefühl, Übelkeit, Erbrechten und Schüttelfrost verbunden. Die meisten Patienten sind erst nach über zwei Wochen wieder fit.
Anhand folgender Symptome lässt sich in vielen Fällen bestimmen, ob eine Grippe vorliegt:
Bei Kindern können als Grippe Symptome zusätzlich Ohrenschmerzen oder eine Mittelohrentzündung auftreten und vor allem Kleinkinder sind häufig von Krupphusten betroffen.
Bei einer Erkältung oder einem grippalen Infekt beginnen die Beschwerden schleichend und sorgen oft nur für eine kurzfristige erhöhte Körpertemperatur, Man fühlt sich meist müde und schlapp, aber selten schwer krank. Es treten weder Schüttelfrost noch Magen-Darm-Beschwerden wie Übelkeit auf. Und nach wenigen Tagen fühlt man sich in der Regel bereits deutlich besser.
Bei Kindern können Grippesymptome statt der „klassischen“ hohen Fieberattacken mit starkem Krankheitsgefühl auch vor allem Magen-Darm-Beschwerden zeigen, während ältere Menschen die Erkrankung häufig ohne Fieber, dafür mit plötzlicher Verwirrtheit und ausgeprägter Schwäche durchmachen. Beide Altersgruppen haben dadurch ein erhöhtes Risiko für übersehene oder verspätet erkannte Influenza mit schwereren Verläufen.
Durch den geringen Durchmesser der Atemwege kann die Infektion bei Kindern stärker auf die Lunge schlagen, sodass Mittelohrentzündungen und eine Beteiligung der Lunge (z.B. Pneumonie) bei einem erheblichen Teil der pädiatrischen Patienten zur Diagnose dazugehören. Kinder unter fünf Jahren gelten deshalb als Hochrisikogruppe für influenzaassoziierte Komplikationen, obwohl die Symptome zunächst „nur“ wie Magen-Darm- oder banale Atemwegsinfekte wirken können.
Hintergrund ist die altersbedingte Abschwächung des Immunsystems (Immunseneszenz) und nachlassende Kompensationsmechanismen, wodurch klassische Entzündungszeichen wie Fieber geringer ausfallen, die Krankheitslast und Hospitalisierungsrate aber höher sind. Zusätzlich steigen während einer Influenza bei älteren Menschen das Risiko für Herzinfarkt und Schlaganfall, weil die entzündliche Stressreaktion Plaquerupturen in vorgeschädigten Gefäßen begünstigen kann.
Ursache einer Grippe sind Viren. Bei Viren handelt es sich um mikroskopisch kleine Erreger. Wenn sie einmal in den Körper gelangt sind, vermehren sie sich sehr schnell. Um eine Virusinfektion zu bekämpfen, bildet das menschliche Abwehrsystem Antikörper, für was es aber Zeit braucht. Es gibt Hunderte von Grippeviren, die in Gruppen zusammengefasst werden. Die Virusgruppen Influenza A und Influenza B sind dabei am gefährlichsten.
Bewährte Hausmittel können helfen, die Beschwerden einer Grippe erträglicher zu machen. Fieber und Schwitzen entziehen dem Körper Flüssigkeit, daher ist es wichtig, viel zu trinken. Warme Tees mit Lindenblüten, Holunder oder Ingwer werden traditionell angewendet und gelten als schweißtreibend und fiebersenkend. Eine warme Hühnersuppe kann den Körper gleich mehrfach unterstützen – sie liefert Flüssigkeit, Mineralstoffe (Elektrolyte) und kann leicht entzündungshemmend wirken. Zudem wärmt sie und tut einfach gut.
Inhalationen mit heißem Wasserdampf und etwas Kamille oder Salzlösung befeuchten die Atemwege und erleichtern das Abhusten. Auch warme Wickel oder ein warmes Bad können das Wohlbefinden steigern – wichtig ist jedoch, den Kreislauf nicht zusätzlich zu belasten.
In Apotheken sind zugelassene Arzneitees gegen Grippe-Symptome bzw. Erkältungssymptome erhältlich. Sie sind keine Hausmittel, sondern richtige Arzneimittel, bestehen aber aus pflanzlichen Inhaltsstoffen und werden wie herkömmliche Kräutertees getrunken. Außerdem kann man sie immer zu Hause haben, denn sie sind recht lange haltbar. Im Unterschied zu gewöhnlichen Kräutertees haben Arzneitees eine definierte Qualität, eine geprüfte Zusammensetzung und ein festgelegtes Anwendungsgebiet, für das sie als pflanzliches Arzneimittel zugelassen sind. So gibt es zum Beispiel den H&S Erkältungstees mit Holunderblüten, Lindenblüten und Thymian, der bei fieberhaften Erkältungskrankheiten angewendet werden kann, bei denen eine Schwitzkur erwünscht ist oder den Sidorga Thymian Tee bei Symptomen der Bronchitis und Katarrhen der oberen Luftwege.
Wer solche Symptome bemerkt, sollte nicht zögern und einen Arzt aufsuchen. So lassen sich weitere Untersuchungen sowie gezielte Behandlungen einleiten.
Zum Schutz ist auch eine Grippeimpfung möglich. Da sich die Grippeviren jedoch ständig verändern (mutieren), ist eine jährliche Auffrischung erforderlich, um einen ausreichenden Impfschutz zu gewährleisten. Nach der Impfung dauert es ungefähr 14 Tage, bis der Körper genügend Antikörper gebildet hat. Der ideale Zeitpunkt für die Impfung liegt im Herbst, bevor die Grippesaison beginnt. Doch auch eine spätere Impfung kann noch sinnvoll sein, da Grippewellen häufig erst im Januar oder Februar ihren Höhepunkt erreichen.
Empfohlen wird die Grippeimpfung vor allem für:
Auch für gesunde Erwachsene kann die Impfung sinnvoll sein, um sich selbst zu schützen und das Risiko zu senken, das Virus an andere weiterzugeben.
Nicht jede Grippe verläuft gleich. Neben den klassischen Beschwerden wie Fieber, Husten und Gliederschmerzen gibt es unterschiedliche Formen und Varianten, die teils andere Symptome aufweisen können:
Oft wird die sogenannte Magen-Darm-Grippe mit einer Influenza verwechselt. Streng genommen handelt es sich hierbei jedoch meist um eine Infektion mit anderen Viren (z. B. Noroviren oder Rotaviren). Typische Beschwerden sind Übelkeit, Erbrechen, Durchfall und Bauchschmerzen. Zwar ähneln die Symptome einer Grippe, die Erkrankung betrifft jedoch vor allem den Verdauungstrakt.
Nicht jeder, der an Influenza erkrankt, hat automatisch Fieber. Gerade ältere Menschen oder Personen mit einem geschwächten Immunsystem können eine Grippe ohne Fieber durchmachen. In solchen Fällen machen sich die Beschwerden häufig durch starke Müdigkeit, Kopf- und Gliederschmerzen oder trockenen Husten bemerkbar. Deshalb sollte man auch ohne Fieber aufmerksam auf das eigene Körpergefühl achten.
Immer wieder ist von einer sogenannten „1-Tages-Grippe“ die Rede. Tatsächlich handelt es sich dabei aber meist nicht um eine Influenza, sondern um eine andere, kurz verlaufende Infektion – zum Beispiel eine Magen-Darm-Infektion oder eine leichte Erkältung. Eine echte Grippe dauert in der Regel mindestens einige Tage bis zwei Wochen, wobei das Fieber oft mehrere Tage anhält.
Auch in den warmen Monaten können grippeähnliche Beschwerden auftreten, die meist als Sommergrippe bezeichnet werden. In den meisten Fällen handelt es sich dabei jedoch nicht um eine echte Influenza, sondern um Infektionen mit Enteroviren, die vor allem in der warmen Jahreszeit vorkommen. Die Symptome ähneln denen einer Erkältung: Schnupfen, Halsschmerzen, leichtes Fieber und Abgeschlagenheit. Eine klassische Influenza tritt dagegen fast ausschließlich in den Wintermonaten auf.
Eine Grippe ist zwar unangenehm, heilt in vielen Fällen aber nach ein bis zwei Wochen von selbst aus. Dennoch gibt es Situationen, in denen ärztliche Hilfe wichtig ist:
Die Grippe ist eine ernstzunehmende, hochansteckende Virusinfektion, die sich deutlich von einer Erkältung unterscheidet. Wer frühzeitig auf die Symptome achtet, kann gezielt handeln: Hausmittel, Medikamente, ausreichend Flüssigkeit, Ruhe und eine ausgewogene Ernährung unterstützen den Körper bei der Genesung, während bei schweren Verläufen oder Risikopatienten ärztliche Hilfe und gegebenenfalls antivirale Medikamente sinnvoll sind. Das Wichtigste: Grippe Symptome ernst nehmen, rechtzeitig handeln und den Körper unterstützen – so können sich ganz einfach Beschwerden lindern und Komplikationen vermeiden lassen.

Dieser Artikel dient der allgemeinen Information und ist kein Ersatz für eine ärztliche Diagnose und Therapieempfehlung. Konkrete Gesundheitsfragen erfordern immer eine individuelle Beratung durch Fachpersonal. Bei Fragen zu Medikamenten wenden Sie sich gern an unser Apothekerteam.

Dieser Artikel wurde verfasst von Miriam Bektasi.
Miriam Bektasi ist diplomierte Betriebsökonomin und bringt langjährige Erfahrung in den Bereichen Beauty und Health Care mit – sowohl auf Unternehmensseite als auch im redaktionellen Umfeld. Ihr inhaltlicher Fokus bei DocMorris liegt auf Kosmetik- und Gesundheitsthemen.