Petersilie in der Schwangerschaft
Petersilie ist eines der beliebtes Küchenkräuter überhaupt und gilt als gesund. Aber wussten Sie, dass Petersilie zur "Giftpflanze des Jahres 2023" gewählt wurde? Und was bedeutet das für den Verzehr in der Schwangerschaft?


Petersilie gehört zu den beliebtesten Küchenkräutern in Deutschland. Sie ist reich an Vitaminen und Mineralstoffen, vor allem Vitamin C, sowie Kalium, Kalzium, Betacarotin und – für Schwangere besonders wichtig – Eisen und Folsäure. Doch wie sieht es während der Schwangerschaft aus? Können größere Mengen Petersilie gefährlich sein?
Ist Petersilie in der Schwangerschaft erlaubt?
Ja, Schwangere dürfen Petersilie als Würzkraut essen. Egal ob glatte oder krause Petersilie - in den üblichen Mengen als Gewürz in der Küche eingesetzt, ist Petersilie unbedenklich. Mehr noch: Sie ist sogar gesund. Denn Petersilie liefert wertvolle Vitamine, vor allem Vitamin C, außerdem die Mineralstoffe Kalium, Kalzium sowie Betacarotin. Für Schwangere ist Petersilie wegen des hohen Gehaltes an Eisen und Folsäure sogar besonders gesund und wertvoll. Außerdem gilt Petersilie als harntreibend und entwässernd und wird wegen dieser Wirkung als Heilkraut geschätzt.
Kann Petersilie Wehen auslösen?
Ja. Petersilie enthält ein ätherisches Öl, das in hohen Dosen potenziell gesundheitsgefährdend ist. So kann es Leber und Niere schädigen und gilt als krebsserregend. Um auf das Gefahrenpotential von Petersilie aufmerksam zu machen, wurde die Pflanze 2023 zur Giftpflanze des Jahres gewählt. Für Schwangere besteht ein besonderes Risiko. So ist historisch belegt, dass hochkonzentrierte Petersiliezubereitungen früher zum Schwangerschaftsabbruch eingesetzt wurde. Die wehenfördernde und toxische Wirkung von Petersilienöl wir heute auf das darin enthaltene Apiol zurückgeführt. In Tierversuchen konnte die uterusstimulierende Wirkung und Giftigkeit für den Fötus nachgewiesen werden. Daher wird ausdrücklich von der Anwendung hochkonzentrierter Petersilienpräparate wie Petersilienkapseln und Petersilienöl während der Schwangerschaft abgeraten. Zurückhaltung geboten ist auch bei Speisen, die Petersilie in sehr hohen Mengen enthalten.
Wie viel Petersilie darf man pro Tag in der Schwangerschaft essen?
Der moderate Verzehr frischer Petersilie als Würzkraut in Speisen (z. B. 1–2 EL pro Tag) wird allgemein als sicher angesehen. Eine offizielle Empfehlung für die zulässige Höchstmenge an Petersilie in der Schwangerschaft gibt es allerdings nicht. Dringend abzuraten ist vom Konsum hochkonzentrierter Extrakte wie Petersilienöl oder Petersilienkapseln. Bei Speisen, die sehr großer Mengen roher Petersilie enthalten, zum Beispiel der libanesische Petersiliensalat Tabouleh, Petersilienpesto oder grüne Smoothies mit hohem Petersilieanteil, sollten Schwangere sicherheitshalber nur zurückhaltend zugreifen. Das gilt übrigens auch für die Petersilienwurzel, die in der Form an eine Möhre erinnert, von der Farbe her aber einer Sellerieknolle ähnelt, also außen beige, innen fast weiß ist. Die Wurzelpetersilie kann als sehr aromatisches Gemüse zubereitet werden, auf das Schwangere jedoch sicherheitshalber besser verzichten sollten.
Petersilie selber anbauen? Darauf sollten Sie achten!
Petersilie lässt sich relativ leicht selbst anbauen, sei es im Topf auf dem Balkon oder im Garten. Hierbei ist darauf zu achten, dass die Petersilie nur so lange geerntet wird, bis sie zu blühen beginnt. Denn mit der Blüte steigt der Apiolgehalt in den Blättern und Stilen der Pflanze stark an. Sie sollten daher nicht mehr in der Küche verwendet werden. Auf gar keinen Fall dürfen die Blüten oder gar Samen der Petersilie verzehrt werden, das gilt nicht nur für Schwangere. Wenn Sie Ihre Petersilie selbst aus Samen gezogen haben, brauchen Sie sich im ersten Standjahr der Pflanze keine Gedanken zu machen. Denn die Petersilie ist eine zweijährige Pflanze und blüht grundsätzlich erst im zweiten Jahr. Wenn Sie die Petersilie im Herbst abernten und im nächsten Frühjahr neu aussäen, sind Sie auf der sicheren Seite.
Fazit
Petersilie ist als würzende Zutat während der Schwangerschaft unbedenklich. Sie ist nährstoffreich und kann Bestandteil einer ausgewogenen Ernährung sein. Auf große Mengen roher Petersilie sollte hingegen sicherheitshalber verzichtet werden, da das in Petersilie enthaltene Apiol in Tierversuchen eine wehenauslösende Wirkung gezeigt hat. Hochkonzentrierte Petersilienkapseln oder Petersilienöl sind in der Schwangerschaft tabu.






