Leberwurst in der Schwangerschaft?

Während der Schwangerschaft ist bei der Ernährung besondere Achtsamkeit gefragt. Zu den Produkten, auf die Schwangere verzichten sollen, gehört laut Bundesinstitut für Risikobewertung auch Leber. Bei einer Untersuchung von Rind-, Schweine-, Lamm- und Schafleber wurden 2016 hohe Werte für Vitamin A (Renitol) gemessen. Außerdem wurde erhebliche Mengen von Umweltkontaminationen festgestellt. Was bedeutet das für Leberwurst?

Leberwurstbrot

Während der Schwangerschaft ist bei der Ernährung besondere Achtsamkeit gefragt. Zu den Produkten, auf die Schwangere verzichten sollen, gehört laut Bundesinstitut für Risikobewertung auch Leber. Bei einer Untersuchung von Rind-, Schweine, Lamm- und Schafleber wurden 2016 hohe Werte für Vitamin A (Renitol) gemessen. Außerdem wurde erhebliche Mengen von Umweltkontaminationen festgestellt.

Warum Leber nicht in der Schwangerschaft?

Der hohe Gehalt an Vitamin A macht Leber einerseits zu einem durchaus wertvollen Lebensmittel. Denn Vitamin A ist wichtig für die Gesundheit, unter anderem stärkt es die Netzhaut des Auges und ist wichtig für die Schleimhäute der Lunge und des Darms. Eine ausreichende Versorgung mit Vitamin A ist auch in der Schwangerschaft wichtig, nicht nur für die Mutter, sondern auch für das Wachstum des ungeborenen Kindes, das Vitamin A insbesondere für das Ausreifen der Lunge benötigt. Andererseits kann eine übermäßige Aufnahme vom Vitamin A zu Fehlbildungen beim ungeborenen Kind führen. Frauen, die schwanger sind oder schwanger werden können, sollten daher Vitamin A nicht in Mengen über dem sicheren oberen Grenzwert von 3.000 Mikrogramm einnehmen. Über eine normale Ernährung ist dieser Grenzwert nahezu nicht zu erreichen. Einzig Leber enthält unter Umständen so viel Vitamin A, dass daraus ein Risiko für das ungeborene Kind erwachsen könnte. Daher sollten Frauen insbesondere im ersten Trimester, also etwa bis zum 4. Monat der Schwangerschaft, auf Leber verzichten.

Darf eine Schwangere Leberwurst essen?

Da Leberwurst nicht so viel Vitamin A enthält wie reine Leber, braucht sie nicht komplett gemieden zu werden. Allerdings sollten Schwangere nur gelegentlich Leberwurst essen. Dieser gelegentliche Konsum kann aber sogar förderlich sein, insofern er zu einer ausreichenden Vitamin A-Versorgung der schwangeren Frau beiträgt. Dazu kann auch der Verzehr von Betacarotin-reichen Gemüsesorten wie Karotten und Süßkartoffeln beitragen, da unser Körper Betacarotin in Vitamin A umwandeln kann.

Ist Leberwurst durchgegart?

Streichfähige Leberwurst wird aus gekochtem Fleisch und roher Leber hergestellt. Die rohe Leber dient dabei als Emulgator und sorgt für die typische Konsistenz. Anders als zum Beispiel Teewurst wird Leberwurst aber, nachdem die Masse in einen Kunstdarm oder Naturdarm gefüllt wurde, heiß gebrüht. Leberwurst ist also eine Brühwurst und bei korrekter Herstellung vollständig durchgegart. Leberwurst in Gläsern wird in der Regel im Glas erhitzt (pasteurisiert) und ist daher ebenfalls durchgegart. Aus mikrobieller Sicht ist Leberwurst daher für Schwangere unbedenklich, so lange sie frisch ist und angemessen gelagert wurde.

Wie sollte Leberwurst gelagert werden?

Leberwurst ist ein leicht verderbliches Produkt und sollte stets bei 0 bis 4 °C im Kühlschrank aufbewahrt werden – idealerweise im unteren Bereich. Nach dem Öffnen ist sie innerhalb von 2–3 Tagen zu verbrauchen. Gute Kühlschrankhygiene ist ebenfalls wichtig, um Infektionsrisiken für Schwangere zu reduzieren. Das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) empfiehlt, den Kühlschrank 1x im Monat zu reinigen, entweder mit Spülmittellauge oder mit Essigwasser. Außerdem sollten rohe Produkte immer getrennt von anderen Lebensmitteln verpackt und gelagert werden, damit keine Keime übertragen werden können.

Welche Wurstwaren sind während der Schwangerschaft unbedenklich? Welche nicht?

In der Schwangerschaft sollte der Fokus auf Lebensmittelsicherheit liegen. Einige Wurstsorten können Listerien oder Toxoplasma gondii enthalten, die dem ungeborenen Kind schaden könnten. Die folgende Übersicht gibt Orientierung:

Unbedenklich (wenn frisch und richtig gelagert):

  • Mortadella
  • Kochschinken
  • Geflügelwurst (gekocht)
  • Leberwurst (aus Konserven oder pasteurisiert)
  • Fleischwurst
  • Bierschinken Diese Wurstsorten sind gekocht oder pasteurisiert und dadurch mikrobiologisch weitgehend sicher. Achten Sie dennoch auf das Mindesthaltbarkeitsdatum und lagern Sie die Produkte kühl.

Zu meiden:

  • Rohwurst wie Salami, Mettwurst, Teewurst
  • Rohschinken (Parmaschinken, Serrano, Schwarzwälder Schinken)
  • Carpaccio, Tatar und Mett Diese Produkte sind nicht gegart und bergen ein erhöhtes Risiko für Infektionen. Auch vakuumverpackte Rohwürste oder Räucherwaren sollten vermieden werden, da sich darin Listerien vermehren können, selbst wenn sie im Kühlschrank gelagert werden.

Zusammenfassung:

Leberwurst in Maßen ist in der Schwangerschaft erlaubt. Auf reine Leber, egal von welchem Tier, sollten Schwangere besser verzichten, ganz besonders im ersten Drittel der Schwangerschaft.