Blauschimmelkäse wie Gorgonzola in der Schwangerschaft
Blauschimmelkäse wie Gorgonzola, Roquefort oder Cambozola gelten als Delikatesse – doch wie steht es um deren Sicherheit in der Schwangerschaft? Insbesondere stellt sich häufig die Frage: Sind Blauschimmelkäse erlaubt, wenn sie aus pasteurisierter Milch hergestellt sind? Im Folgenden finden Sie fundierte Informationen rund um dieses Thema.


Warum kein Blauschimmelkäse in der Schwangerschaft?
Blauschimmelkäse wird während der Reifung mit Edelschimmelkulturen (meist Penicillium roqueforti) versetzt, die für die typische Marmorierung und den würzigen Geschmack sorgen. Diese Edelschimmel sind für den Menschen nicht gefährlich, an sich auch nicht für Schwangere. Trotzdem lautet die Empfehlung des Bundesinstituts für Ernährung, dass Schwangere auf Käse mit Schimmelkulturen oder Rotschmiere verzichten sollen.
Ist Blauschimmelkäse aus pasteurisierter Milch erlaubt?
Nein, auch wenn Blauschimmelkäse wie Gorgonzola oder Roquefort aus pasteurisierter Milch hergestellt werden, sollten Schwangere sie nicht essen. Denn auch bei Käse aus pasteurisierter Milch kann es bei der Lagerung und Reifung zur Vermehrung von Listerien kommen. Bei Käse mit hohen Feuchtegehalt, die zusätzlich Schimmelkulturen beinhalten oder mit Rotschmiere veredelt wurden, ist eine nachträgliche Ansiedlung und Vermehrung von Listerien besonders wahrscheinlich. Eine Listerieninfektion (Listeriose) kann zu Fehlgeburten, Frühgeburten oder schweren Erkrankungen beim Neugeborenen führen. Laut dem Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) sollten Schwangere daher generell auf weichgereiften Käse mit Oberflächen- oder Innenschimmel verzichten, selbst wenn dieser aus pasteurisierter Milch hergestellt wurde.
Gibt es eine Möglichkeit, Blauschimmelkäse für Schwangere sicher zu machen?
Listerien sterben ab, wenn man sie für einige Minuten auf mindestens 70 Grad Celsius erhitzt. Wenn Sie also zum Beispiel für ein Pastagericht eine Gorgonzolasauce zubereiten möchten, können Sie dies tun: Einfach den Käse in Milch oder anderer Flüssigkeit auflösen und mit einem Fleischthermometer kontrollieren, dass die Temperatur für über 2 Minuten mindestens 70 Grad Celsius beträgt. Wählen Sie zur Sicherheit lieber eine etwas höhere Temperatur, zum Beispiel 80° Celsius, und messen Sie an verschiedenen Stellen im Topf, ohne mit dem Thermometer den Topfrand oder den Topfboden zu berühren. Verzehren Sie die Sauce direkt.
Fazit: Blauschimmelkäse ist in der Schwangerschaft tabu – wenn nicht selbst erhitzt
Schwangere sollten auf Blauschimmelkäse wie Gorgonzola verzichten – selbst wenn er aus pasteurisierter Milch besteht. Das Risiko einer Listerieninfektion (Listeriose) ist zu hoch. Wenn ausreichend erhitzt, ist eine Verwendung zum Beispiel in einer Gorgonzolasauce möglich.







