Anzeichen einer Schwangerschaft
"Bin ich schwanger?" Ob hoffend oder bangend, vielen Frauen ist diese Frage vertraut. Spätestens wenn die Periode ausbleibt, stellen sich viele Frauen die Frage, woran sie erkennen können, ob sie schwanger sind. Wir haben die wichtigsten körperlichen Anzeichen für Sie zusammengefasst.


Frühe Anzeichen einer Schwangerschaft – So erkennen Sie eine mögliche Schwangerschaft
Die ersten Hinweise auf eine Schwangerschaft treten oftmals schon auf, bevor die Frau bemerkt, dass Ihre Regel nicht wie erwartet eintritt. Wir haben die 10 wichtigsten Anzeichen für Sie zusammengestellt und dabei auch angegeben, in welcher Schwangerschaftswoche diese für gewöhnlich auftreten. Bitte beachten Sie dabei: Eine Schwangerschaft wird ab dem ersten Tag der letzten Regelblutung gerechnet. Da der Eisprung und die Befruchtung aber erst rund 2 Wochen später stattgefunden hat, ist der Embryo immer 2 Wochen jünger als es die Anzahl der Schwangerschaftswochen (SSW).
1. Frühestes Anzeichen einer Schwangerschaft: Der Einnistungsschmerz
Das frühestmögliche Anzeichen für eine Schwangerschaft ist der sogenannte Einnistungsschmerz, der zwischen fünf und zehn Tagen nach der Befruchtung auftreten kann. Er entsteht, wenn sich die befruchtete Eizelle in der Gebärmutterschleimhaut einnistet (Nidation), was meist am 5. und 6. Entwicklungstag beginnt und am 11. bis. 12. Entwicklungstag des Embryos abgeschlossen ist. Der Einnistungsschmerz wird als Ziehen oder Piksen im Unterleib beschrieben. Allerdings nehmen nicht alle Frauen diesen Schmerz wahr und er kann leicht mit den Schmerzen einer nahenden Regelblutung verwechselt werden.
2. Die Einnistungsblutung als Symptom einer Schwangerschaft
Wenn die befruchtete Eizelle sich in der Gebärmutter einnistet, kann es zu einer vaginalen Blutung kommen. Diese Einnistungsblutung (Nidationsblutung) tritt etwa 10-12 Tage nach der Befruchtung auf. Sie wird oft mit einer Regelblutung verwechselt, ist aber meist schwächer und das austretende Blut ist heller als bei einer Menstruationsblutung.
3. Veränderungen des vaginalen Ausflusses als Anzeichen für eine Schwangerschaft
Ein weiteres mögliches Zeichen ist eine Zunahme des vaginalen Ausflusses. Durch die hormonelle Umstellung wird die Scheide in der Schwangerschaft stärker durchblutet. Deswegen bildet sich mehr Feuchtigkeit, was sich in einem stärkeren Ausfluss zeigen kann. Dieser Scheidenausfluss ist normalerweise farblos oder weiß, geruchlos und nicht mit Beschwerden verbunden.
4. Veränderungen der Brüste in der Frühphase einer Schwangerschaft
Frühe Veränderungen können sich auch an den Brüsten bemerkbar machen. Ein Spannen in der Brust oder empfindlichere Brustwarzen können bereits wenige Tage nach der Empfängnis auftreten. Ein frühes äußeres Zeichen ist auch die Pigmentierung der Brustwarzen. Die Brustwarzenhöfe werden dunkler, was auf hormonelle Veränderungen zurückzuführen ist. Ähnliche Pigmentveränderungen können auch an anderen Körperstellen wie den Oberschenkeln, Achselhöhlen oder dem Gesicht auftreten.
5. Müdigkeit und Erschöpfung kurz nach der Befruchtung der Eizelle
Schon vor dem Ausbleiben der Periode sind Frauen häufig müde und fühlen sich matt oder erschöpft. Ausgelöst wird die Müdigkeit durch den Anstieg des Hormons Progesteron, das einen dämpfenden und beruhigenden Effekt auf die Schwangere hat. Das mütterliche Progesteron wird bis zur 10./11. Schwangerschaftswoche gebildet und hat die Funktion, den Körper der Frau beim Halten der Schwangerschaft zu unterstützen. Unabhängig davon sinkt zu Beginn der Schwangerschaft der Blutdruck und oftmals liegt ein Eisenmangel vor, was ebenfalls zur Müdigkeit beiträgt.
6. Übelkeit, Erbrechen, veränderter Geruchssinn in den ersten Wochen der Schwangerschaft
Gerade in den ersten Schwangerschaftswochen, meist in der 6. bis 12. Woche, kommt es oft zu Übelkeit bis hin zu Erbrechen, und zwar bevorzugt morgens. Auslöser dafür sind Stoffwechsel- und Hormonveränderungen, die die Höhe des Schwangerschaftshormons HCG beeinflussen. Oft wird die Übelkeit von bestimmten Lebensmitteln oder starke Gerüche auch nur vom Gedanken an diese verstärkt: Besonders Kaffee, Zigarettenrauch und fettes Fleisch werden als ekelhaft empfunden. Von einem überempfindlichen Geruchssinn wird bereits in der dritten Schwangerschaftswoche berichtet.
7. Heißhunger auf bestimmte Lebensmittel als typisches Schwangerschaftszeichen
Jeder kennt die Geschichte von der Begeisterung Schwangerer für saure Gurken, am liebsten in Kombination mit Eiscreme oder Schokolade. Richtig an dieser Legende ist, das Schwangere oft ein plötzliches, fast schon suchthafte Verlangen nach bestimmten Lebensmitteln oder Kombinationen von Lebensmitteln empfinden, die sie vor der Schwangerschaft vielleicht gar nicht mochten. Die Ursache für diese Heißhungerattacken ist nicht geklärt, aber es liegt nah zu vermuten, dass der grundsätzlich erhöhte Kalorien- und Nährstoffbedarf Schwangerer die Ursache ist. Auch der Anstieg des Hormons Insulin dürfte dabei eine Rolle spielen.
8. Das Ausbleiben der Periode als Indiz für eine Schwangerschaft
Das wohl bekannteste Indiz ist das Ausbleiben der Menstruation. Doch auch hier gibt es andere mögliche Ursachen wie Stress, hormonelle Schwankungen oder Erkrankungen, die zu Zyklusunregelmäßigkeiten führen können. Frauen, die regelmäßig ihre Basaltemperatur messen, können diese als zusätzlichen Hinweis nutzen. Bleibt die Temperatur über mindestens 18 Tage hinweg erhöht, kann dies auf eine Schwangerschaft hinweisen.
9. Anstieg des Schwangerschaftshormons hCG zur Messung einer Schwangerschaft
Das Hormon humanes Choriongonadotropin (hCG) wird produziert, sobald sich eine befruchtete Eizelle in der Gebärmutter einnistet. Der Nachweis dieses Hormons ist eine zuverlässigere Methode, um eine Schwangerschaft festzustellen:
- Im Blut kann hCG bereits sechs bis neun Tage nach der Befruchtung durch eine ärztliche Untersuchung nachgewiesen werden.
- Im Urin ist es etwa 14 Tage nach der Befruchtung mittels Schwangerschaftstest nachweisbar.
Schwangerschaftstests aus der Drogerie oder Apotheke reagieren auf hCG, doch deren Ergebnis hängt von der Sensitivität des Tests und dem Zeitpunkt der Anwendung ab. Ein negatives Testergebnis schließt eine Schwangerschaft nicht immer aus – bei anhaltendem Verdacht sollte ein erneuter Test oder eine ärztliche Untersuchung erfolgen.
Wichtiger Hinweis: Einige Frauen nehmen die frühen Anzeichen für eine Schwangerschaft sehr bewusst wahr, während sie bei anderen unbemerkt bleiben. Außerdem können Faktoren wie Stress, Schlafmangel, Ernährungsumstellungen oder gesundheitliche Beeinträchtigungen ähnliche Symptome hervorrufen, sodass eine eindeutige Zuordnung schwierig ist. Eine sichere Antwort auf die Frage, ob Sie schwanger sind, liefert daher immer nur ein Schwangerschaftstest.
Autorin: Eva Kränzlein
Stand: 01.09.2025



