Symptome & Behandlung

Restless Legs Syndrom (RLS)

Wenn Ihre Beine einfach nicht zur Ruhe kommen, kann das auf das sogenannte Restless Legs Syndrom (RLS) hinweisen – eine multifaktorielle, neurologische und schlafbezogene Bewegungsstörung, deren genaue Ursachen noch nicht vollständig geklärt sind. RLS nimmt Betroffenen genau das, worauf sich viele nach einem langen Tag am meisten freuen: die erholsame Ruhe auf dem Sofa oder im Bett, manchmal begleitet von Schmerzen oder sogar Krämpfen. Erfahren Sie hier, welche Ursachen hinter dieser rätselhaften Erkrankung stecken und welche neuen Therapien Hoffnung machen.

So sehen die typischen Symptome von Restless Legs aus

Das Wichtigste in Kürze

  • Was ist RLS? Das Restless Legs Syndrom ist eine multifaktorielle, neurologische und schlafbezogene Bewegungsstörung in den Beinen, deren Ursache noch nicht abschließend geklärt ist.
  • Symptome: Typisch sind unterschiedliche Empfindungen in den Beinen, die als unangenehm oder sogar schmerzhaft erlebt werden. RLS führt von Durchschlafproblemen fast immer zu Schlafstörungen.
  • Ursachen: Die genauen Ursachen sind bis heute nicht vollständig geklärt. Die Erkrankung ist multifaktoriell – das heißt, mehrere Einflüsse tragen zur Entstehung bei.
  • Diagnose: Suchen Sie bei Verdacht auf RLS unbedingt Ihren Hausarzt auf. Nach einer ausführlichen Anamnese folgt meist eine Überweisung an einen Facharzt.
  • Behandlung: Die Behandlung des Restless Legs Syndroms richtet sich in erster Linie danach, wie stark die Beschwerden sind. Wenn Medikamente erforderlich sind, stehen verschiedene gut untersuchte Wirkstoffe zur Verfügung. Auch einige Hausmittel können helfen.
  • Extra-Tipp: Es gibt viele Unterstützungsangebote für RLS-Betroffene. Nutzen Sie diese. Der Austausch kann Ihnen sehr helfen, besser mit der Krankheit umzugehen.

Was ist das Restless-Legs-Syndrom?

Das Restless-Legs-Syndrom (RLS) ist eine komplexe, neurologische und schlafbezogene Bewegungsstörung der Beine, deren Entstehung auf verschiedene Einflussfaktoren zurückgeht und bislang nicht vollständig verstanden ist.

Auch wenn die Ursachen nicht vollständig geklärt sind, zeigt sich das Restless-Legs-Syndrom im Alltag meist sehr deutlich. Auf dem Sofa entspannen oder abends im Bett zur Ruhe kommen? Für viele Betroffene ist genau das kaum möglich. Stattdessen macht sich eine extrem unangenehme Unruhe in den Beinen breit, manchmal begleitet von verschiedensten schmerzartigen Empfindungen. Viele stehen dann auf, laufen umher oder versuchen mit kaltem Wasser, Massagen oder Bürsten die Beschwerden zu lindern.

Wenn die Betroffenen wieder einschlafen, bewegen sie im Schlaf unwillkürlich ihre Beine. An Nachtruhe ist dann nicht mehr zu denken. Das Restless-Legs-Syndrom führt von Durchschlafproblemen fast immer zu Schlafstörungen. Dieser langanhaltende Schlafmangel wiederum beeinträchtigt das Wohlbefinden sowie die Leistungsfähigkeit der Betroffenen im Alltag enorm – viele leiden unter Müdigkeit, Erschöpfung, Konzentrationsproblemen, Stimmungsschwankungen, depressiven Symptomen und sozialer Isolation, weil sie Aktivitäten mit viel Sitzen meiden.

Nehmen Sie die körperlichen und seelischen Folgen des Restless-Legs-Syndroms unbedingt ernst – sie können sich stark auf Ihren Alltag auswirken und beeinflussen oft nicht nur die Leistungsfähigkeit bei der Arbeit, sondern auch das soziale Leben.

In Deutschland leiden rund 3 bis 10% aller Menschen unter dem Restless-Legs-Syndrom, die Häufigkeit nimmt mit dem Lebensalter zu. Frauen sind häufiger betroffen als Männer. Die ersten Beschwerden treten im mittleren Alter auf, etwa um das 30. Lebensjahr herum. 1 bis 4% der Betroffenen benötigen eine medizinische Behandlung. Nach Migräne ist das Restless-Legs-Syndrom in Deutschland die zweithäufigste neurologische Erkrankung. Die Krankheit scheint zudem vererbbar zu sein: Bei 40 bis 92% der Betroffenen tritt RLS in der Familie auf.

Können auch Kinder RLS bekommen?

Auch Kinder und Jugendliche können – wenn auch selten – vom Restless-Legs-Syndrom betroffen sein. Studien schätzen, dass knapp 2 % dieser Altersgruppe Symptome zeigen, die von leichtem Kribbeln bis hin zu starken Beschwerden reichen können. Ob sie insgesamt schwächer sind als bei Erwachsenen, ist bislang nicht geklärt.

Häufig wird RLS in jungen Jahren nicht sofort erkannt, weil die Symptome etwa als „Wachstumsschmerzen“ oder ADHS fehlgedeutet werden. Wenn Ihr Kind Anzeichen wie Unruhe, Zappeligkeit oder ungewöhnliche Empfindungen in den Beinen zeigt, kann es sinnvoll sein, an ein mögliches Restless-Legs-Syndrom zu denken und dies beim Kinderarzt anzusprechen.

Restless-Legs-Syndrom: Was sind die Symptome?

Typisch sind sehr unterschiedliche Empfindungen in den Beinen, die als unangenehm oder sogar schmerzhaft erlebt werden. Dazu gehören unter anderem:

  • Ziehen oder Reißen in den Beinen, besonders in Ruhephasen
  • Kribbeln in den Beinen, das oft ein starkes Bewegungsbedürfnis auslöst
  • Stechende oder brennende Schmerzen, die sich nachts verstärken können
  • Jucken oder ein Gefühl von „Ameisenlaufen“, das keine Ruhe zulässt
  • Hitze- oder Kältegefühle in den Beinen, die sich schwer beschreiben lassen
  • Druck- oder Spannungsgefühl, das sich nur durch Bewegung bessert
  • Krampfgefühl oder unwillkürliches Zucken der Beine, insbesondere im Schlaf

Das Restless-Legs-Syndrom kann auch nur in einem Bein oder abwechselnd links oder rechts auftreten. In seltenen Fällen tritt RLS auch in den Armen oder in Körperregionen wie dem Rücken oder Genitalbereich auf.

Zudem machen sich RLS-Beschwerden nicht nur beim Einschlafen oder im Schlaf bemerkbar, sondern bei vielen Betroffenen auch in anderen Ruhesituationen – beispielsweise im Kino, im Restaurant oder während längerer Reisen.

Ursachen von RLS: Was löst das Restless-Legs-Syndrom aus?

Die genauen Ursachen des Restless-Legs-Syndroms sind bis heute nicht vollständig geklärt. Die Erkrankung ist multifaktoriell – das heißt, mehrere Einflüsse tragen zur Entstehung bei. Dazu gehören insbesondere genetische Faktoren sowie Veränderungen im Dopamin- und Eisenstoffwechsel (Eisenmangel).

Darüber hinaus gibt es Trigger, die ein RLS verstärken oder eine Episode auslösen, die Beschwerden verschlimmern oder sichtbar machen können. Dazu zählt zum Beispiel eine Schwangerschaft. Das Restless-Legs-Syndrom kommt auch häufig zusammen mit anderen Krankheiten vor. Dazu gehören beispielsweise Parkinson, Multiple Sklerose (MS), Migräne, Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Reizdarmsyndrom, Erkrankungen des Kleinhirns und Nierenerkrankungen. Leidet eine Person an einer dieser Krankheiten, steigt das Risiko, RLS zu bekommen.

Heute geht man davon aus, dass RLS entsteht, wenn eine erbliche Veranlagung mit anderen Krankheiten zusammenwirkt – deshalb ist es wichtig, alle Krankheiten, die das Restless-Legs-Syndrom verschlimmern können, früh zu erkennen und zu behandeln.

Restless-Legs-Syndrom: Wann zum Arzt?

Treten die Beschwerden regelmäßig oder mit zunehmender Intensität auf, sollten Sie unbedingt einen Arzt aufsuchen – insbesondere, wenn:

  • der Bewegungsdrang und die unangenehmen Empfindungen zunehmend den Schlaf stören und Erschöpfung im Alltag entstehen,
  • die Symptome auch tagsüber nicht mehr Ruhephasen erlauben,
  • gleichzeitig andere Erkrankungen vorliegen,
  • sich die Beschwerden durch einfache Maßnahmen oder Hausmittel nicht ausreichend lindern lassen.

Suchen Sie lieber frühzeitig eine Ärztin oder einen Arzt auf. So können Sie mögliche Auslöser abklären lassen und die richtigen Behandlungsschritte einleiten.

Wie stellen Ärzte die Diagnose Restless-Legs-Syndrom?

Bei Verdacht auf das Restless-Legs-Syndrom kann Ihnen der Selbsttest der RLS e. V. Deutsche Restless Legs Vereinigung helfen. Der Test dient als Orientierungshilfe und ist eine gute Vorbereitung auf den Arztbesuch. Die hausärztliche Praxis wird anschließend eine ausführliche Anamnese vornehmen und stellt oftmals eine fachärztliche Überweisung aus. Denn die Diagnose dieser Krankheit kann kompliziert sein.

Die fünf Diagnosekriterien für RLS

Für die Diagnose von RLS wurden von internationalen Fachleuten 5 zentrale Kriterien zusammengestellt:

Die 5 zentralen Diagnosekriterien

1. Unwillkürlicher Bewegungsdrang

Es besteht ein starker Drang, die Beine zu bewegen – meist verbunden mit oder ausgelöst durch unangenehme Empfindungen oder Unruhegefühle.

2. Beschwerden in Ruhe

Die Symptome treten insbesondere in Ruhephasen oder bei Inaktivität auf, zum Beispiel beim Sitzen oder Liegen, oder sie verschlimmern sich in diesen Situationen.

3. Linderung durch Bewegung

Bewegung wie Gehen, Laufen oder Dehnen führt zu einer teilweisen oder vollständigen, zumindest vorübergehenden Besserung der Beschwerden.

4. Zeitliche Häufung

Die Symptome treten ausschließlich abends oder nachts auf oder verschlechtern sich deutlich zu diesen Tageszeiten.

5. Ausschluss anderer Ursachen

Die Beschwerden lassen sich nicht durch eine andere medizinische Erkrankung oder einen bestimmten Verhaltenszustand erklären.

Nutzen Sie Unterstützungsangebote für RLS-Betroffene

Der Austausch mit anderen Betroffenen kann sehr helfen, besser mit der Krankheit umzugehen. Die RLS e. V. Deutsche Restless Legs Vereinigung bietet zahlreiche Unterstützungsangebote:

  • Selbsthilfegruppen: In ganz Deutschland gibt es regionale Gruppen, in denen Erfahrungen geteilt und Tipps ausgetauscht werden können.
  • Online-Seminare: Die Vereinigung bietet regelmäßig Online-Veranstaltungen zu verschiedenen Themen rund um RLS an.
  • Beratung: Mitglieder erhalten Zugang zu einer Hotline mit RLS-erfahrenen Ärzten sowie zu exklusiven Informationsmaterialien.