Anämie - Blutarmut
Blasse Haut, Müdigkeit, Konzentrationsschwäche, all dies kann Folge einer Blutarmut, oder wie Mediziner es nennen, einer „Anämie“ sein. In den meisten Fällen steckt ein Eisenmangel dahinter. Besonders häufig sind ältere Menschen und Schwangere betroffen. In der Regel lässt sich eine Blutarmut gut behandeln.


Die Informationen dieses Artikels können und sollen einen Arztbesuch nicht ersetzen und dürfen nicht zur Selbstdiagnose oder -behandlung verwendet werden.
Das Wichtigste in Kürze
- Definition: Anämie bezeichnet einen Mangel an roten Blutkörperchen oder Hämoglobin, was zu einer Sauerstoffunterversorgung führt.
- Symptome: Typische Anzeichen sind Blässe, anhaltende Müdigkeit, Kopfschmerzen und Leistungsschwäche.
- Ursachen: Häufigster Grund ist Eisenmangel, aber auch Vitamin-B12-Mangel, chronische Entzündungen oder Blutverluste kommen infrage.
- Diagnose & Therapie: Ein Blutbild gibt Aufschluss; die Behandlung reicht von Eisenpräparaten bis zur Therapie der Grunderkrankung.
Was ist Anämie?
Kurz gesagt: Anämie, allgemein bekannt als Blutarmut, ist eine Erkrankung, die durch einen Mangel an roten Blutkörperchen oder rotem Blutfarbstoff (Hämoglobin) im Blut gekennzeichnet ist. Diese roten Blutkörperchen sind entscheidend für den Transport von Sauerstoff aus der Lunge zu den verschiedenen Körperzellen.
Wenn ihr Gehalt im Blut abnimmt, kann dies zu einer verringerten Sauerstoffversorgung des gesamten Körpers führen, was sich in Form von Müdigkeit, Blässe und allgemeiner Schwäche äußert.
Besonders anfällig für Anämie sind schwangere Frauen, die einen erhöhten Eisenbedarf haben und ältere Menschen, da ihr Körper die roten Blutkörperchen nicht mehr so effizient bilden kann. Anämie ist eine häufige Erkrankung, die weltweit Millionen von Menschen betrifft und oft durch einfache Ernährungsumstellung oder mit Eisenpräparaten behandelt werden kann.
Laut der Weltgesundheitsorganisation (WHO) spricht man von einer Anämie, wenn der Hämoglobinwert unter folgenden Grenzwerten liegt:
- Männer: unter 130 g/l
- Frauen: unter 120 g/l
- Schwangere: unter 110 g/l
Bei Kindern gelten altersabhängige Referenzwerte.
Häufigkeit
Blutarmut kommt häufig vor. In Deutschland sind etwa zehn Prozent aller Menschen davon betroffen, Frauen deutlich häufiger als Männer. Im Alter nehmen die Zahlen zu, es wird geschätzt, dass etwa ein Viertel aller Personen über 85 Jahren an einer Anämie leiden.
Symptome - Was passiert, wenn man eine Anämie hat?
Erste Anzeichen einer Anämie sind häufig:
- blasse Haut
- weiße, fahle Bindehaut im unteren Augenlid
- Müdigkeit
- Kopfschmerzen
- Konzentrationsschwäche
- verminderte körperliche Leistungsfähigkeit
Im weiteren Verlauf einer Anämie kommen oft die folgenden Symptome hinzu:
- Kurzatmigkeit bei Belastung
- Herzrasen
- Herzstolpern (Spezialartikel: Herzstolpern)
- Brustschmerzen
- Blutdruckabfall (Spezialartikel: Blutdruckabfall)
- Ohnmachtsanfälle
- Eingerissene Mundwinkel (Spezialartikel: Eingerissene Mundwinkel)
Eine Anämie (Blutarmut) entwickelt sich oft schleichend. Da die Symptome anfangs unspezifisch sind, bleibt eine Anämie oft lange unentdeckt. Der Körper gewöhnt sich an die verminderte Sauerstoffversorgung. Bleibt die Anämie unbehandelt, kann es zu Langzeitfolgen wie Thrombosen (Spezialartikel: Thrombosen), Herzschwäche (Spezialartikel: Herzschwäche) oder einem erhöhten Risiko für Herzinfarkte (Spezialartikel: Herzinfarkte) kommen.
Ursachen - Welcher Mangel und welche Krankheiten lösen Anämie aus?
In den allermeisten Fällen ist Eisenmangel die Ursache für Blutarmut. Aber auch ein Mangel an Folsäure oder Vitamin B12, Entzündungen, Leukämie und andere Krebserkrankungen wie Lungenkrebs (Spezialartikel: Lungenkrebs), Brustkrebs (Spezialartikel: Brustkrebs) oder Gebärmutterhalskrebs (Spezialartikel: Gebärmutterhalskrebs), Erkrankungen des Knochenmarks oder andere chronische Erkrankungen wie zum Beispiel Leber- oder Nierenerkrankungen können dahinterstecken.
Welche Bedeutung hat Eisen?
Eisen wird mit der Nahrung aufgenommen. Besonders gute Eisenlieferanten sind Leber oder rotes Muskelfleisch. Aber nicht nur tierische Lebensmittel, auch Hülsenfrüchte, Nüsse und Samen enthalten viel Eisen. Über die Schleimhaut im Verdauungstrakt, vor allem im Dünndarm gelangt es in das Blut. Hauptsächlich im Knochenmark befinden sich Zellen, die das Eisen in den roten Blutfarbstoff Hämoglobin einbauen. Das Hämoglobin besteht zu einem hohen Teil aus Eisen, der ihm auch die typische rote Farbe verleiht. Das Hämoglobin ist der Hauptbestandteil der Erythrozyten, die auch rote Blutkörperchen genannt werden. Diese Blutzellen haben eine markante Form, sie sehen unter dem Mikroskop aus wie kleine eingedellte rote runde Plättchen, fast wie Frisbee-Scheiben. Die Erythrozyten sind mit großem Abstand die zahlreichsten, sie machen etwa 99 Prozent aller Blutzellen aus. Das Blut besteht etwa zur Hälfte aus roten Blutkörperchen.
Ihre wichtigste Aufgabe ist nicht, dem Menschen eine gesunde Farbe zu verleihen, sondern der Sauerstoff- und Kohlendioxid-Transport. In der Lunge nimmt das Hämoglobin Sauerstoff aus der Einatemluft auf und verteilt ihn im gesamten Körper. Es ist unvorstellbar, aber das im Blut vorhandene Hämoglobin kann mehr als ein Liter Sauerstoff pro Minute transportieren. Das im Gewebe entstandene Kohlendioxid wird ebenfalls von den Erythrozyten wieder zurück zur Lunge transportiert, wo er ausgeatmet werden kann. Fehlt Eisen, dann ist zu wenig Blutfarbstoff vorhanden und es kommt zu einer Unterversorgung an Sauerstoff.
Eisen ist aber auch für andere Prozesse im Körper wichtig, er ist an zahlreichen Stoffwechselprozessen beteiligt und spielt auch für die Muskeln eine wichtige Rolle. Wird dem Körper zu viel Eisen zugeführt, kann er es in der Leber speichern und bei Bedarf wieder freigesetzt werden.
Wie kann es zu einem Eisenmangel kommen?
Kurz gesagt: Eisenmangel entsteht, wenn der Körper mehr Eisen braucht, als er mit der Nahrung aufnimmt.
Das kann beispielsweise in folgenden Fällen vorkommen:
- Dem Körper zu wenig Eisen über die Nahrung zugeführt. Bei einer ausgewogenen Ernährung wird der Eisenbedarf gedeckt. Veganer sollten darauf achten, dass genügend Lebensmittel mit einem hohen Eisengehalt gegessen werden. Dazu gehören zum Beispiel Hülsenfrüchte, Sprossen, Nüsse oder grünes Blattgemüse. Beachten Sie unsere Ernährungstipps im Spezialartikel: Eisenmangel
- Der Körper verliert zu viel Blut. Dies kann insbesondere Erkrankungen wie einer Magenschleimhautentzündung vorkommen oder durch Verletzungen im Magen-Darm-Trakt. Blutungen im Magen-Darm-Bereich können durch bestimmt Medikamente, insbesondere entzündungshemmende Schmerzmittel verstärkt werden. Aber auch starke Regelblutungen können großen Blutverlusten und dadurch zu einem Eisenmangel führen.
- Der Körper nimmt das Eisen nicht richtig auf. Dies kann bei Erkrankungen wie einer Zöliakie (Glutenunverträglichkeit) vorkommen, wobei aus dem Darm wird nicht genügend Eisen in den Blutkreislauf aufgenommen wird.
- Der Eisenmangel ist angeboren, was nur selten der Fall ist.
Welche weiteren Ursachen für Blutarmut gibt es?
Kurz gesagt: Nicht immer steckt ein Eisenmangel hinter einer Anämie. Manchmal werden Erythrozyten einfach zu schnell abgebaut und können nicht rasch genug nachgebildet werden.
Dies bezeichnet man als hämolytische Anämie. Bei älteren Menschen kann es zu einer altersbedingten Blutarmut kommen, denn es werden im Alter weniger rote Blutkörperchen gebildet und zudem schneller wieder abgebaut. Es gibt auch Fälle, in denen die Ursache für die Anämie nicht festgestellt werden kann,
Wer hat ein besonderes Risiko, eine Anämie zu entwickeln?
Kurz gesagt: Für bestimmte Personengruppen ist das Risiko für eine Anämie erhöht. Dazu gehören: Schwangere, Frauen mit starker Monatsblutung und ältere Menschen.
- Schwangere: Gegen Ende der Schwangerschaft fließt etwa 50 Prozent mehr Blut durch den mütterlichen Kreislauf, da das ungeborene Kind mitversorgt werden muss. Die Anzahl der roten Blutkörperchen erhöht sich aber nur etwa um ein Viertel.
- Frauen mit starker Monatsblutung: Durch die ungewöhnlich hohen Blutverluste kann es zu einer Blutarmut kommen.
- Ältere Menschen: Aufgrund des Mangels an dem Hormon Testosteron, das im Alter weniger gebildet wird, werden auch weniger Erythrozyten gebildet, wodurch es zu einer Anämie kommen kann.
Diagnose - Wie erkennt der Arzt eine Anämie?
Kurz gesagt: Nach einem ausführlichen Anamnesegespräch, bei dem sich der Arzt nach Ihren Ernährungsgewohnheiten, dem Alkoholkonsum, eingenommenen Medikamenten und bestehenden Erkrankungen erkundigt, wird eine Blutprobe entnommen. Im Labor werden unter anderem der Gehalt an Hämoglobin – einem eisenhaltigen Protein, das für den Sauerstofftransport zuständig ist – sowie die Anzahl der roten Blutkörperchen (Erythrozyten) bestimmt.
Auch die Konzentrationen von Eisen, Folsäure und Vitamin B12 sowie Entzündungswerte können Hinweise auf die Ursache einer Anämie geben. Die Auswertung des großen Blutbilds spielt eine zentrale Rolle. Dabei werden unter anderem die Erythrozytenindizes (MCV, MCH, MCHC) und die Erythrozytenverteilungsbreite (RDW) analysiert. Ein einzelner abweichender Wert ist jedoch nicht automatisch krankhaft – erst die Gesamtschau aller Laborwerte und klinischen Befunde ermöglicht eine fundierte Diagnose.
Ihr Arzt wird Ihnen erklären, wie die Werte zu bewerten sind.
Folgende Blutwerte können unter anderem bei einem Verdacht auf Anämie bestimmt werden:
| Blutwert | Bedeutung |
|---|---|
| Hb-Wert | Der Hb-Wert gibt die Konzentration von Hämoglobin, einem eisenhaltigen Protein, das für den Sauerstofftransport zuständig ist, im Blut an. Dieser Wert wird sowohl im kleinen als auch im großen Blutbild bestimmt. Er kann anzeigen, ob eine Anämie vorliegt oder ob das Blut vielleicht auch zu viel roten Blutfarbstoff enthält, was zum Beispiel bei chronischem Sauerstoffmangel vorkommen kann. |
| Erythrozyten | Auch die Anzahl der Erythrozyten wird standardmäßig im großen du kleinen Blutbild bestimmt. Zu niedrige Werte weisen auf eine Anämie hin. Erhöhte Werte bezeichnet man als Polyglobulie, was unter anderem bei chronischem Sauerstoffmangel auftreten kann. |
| Hämatokrit | Der Hämatokrit-Wert gibt den Anteil der Blutzellen im gesamten Blutvolumen in Prozent an. Ein zu niedriger Wert deutet auf eine Anämie hin. |
| Erythrozyten-Indizes (MCV, MCH, MCHC) |
MCV: Gibt das Volumen der Erythrozyten an. Niedrig = mikrozytär (z.B. Eisenmangel), hoch = makrozytär (z.B. Vitamin B12-Mangel). MCH: Hämoglobingehalt der roten Blutkörperchen. MCHC: Mittlere Hämoglobin-Konzentration in den Erythrozyten. |
| RDW | RDW (red cell distribution width) gibt die Größenvertreilung der roten Blutkörperchen in Prozent an. Es informiert darüber, ob die verschiedenen Blutkörperchen eher gleich groß sind oder sich stark unterscheiden. |
| Ferritin | Der Ferritin-Wert gibt Aufschluss darüber, wie viel Eisen im Körper gespeichert ist. |
| Transferrin | Transferrin ist ein Eiweiß, das Eisen im Blut zu den Organen transportiert. Dieser Wert wird zusammen mit Ferritin benötigt, um die Eisenversorgung und -verwertung zu beurteilen. |
Wenn die Anämie nicht über eine zu geringe Aufnahme an Eisen zu erklären ist, wird der Arzt vermutlich weitere Untersuchungen durchführen, um die Ursache zu finden. Es könnte auch eine chronische Darmentzündung wie Colitis ulcerosa die Ursache sein oder kleine Verletzungen im Darm könnten chronische Blutungen verursachen.
Einteilung der Anämien
Anämien können auf verschiedene Arten eingeteilt werden:
Einteilung nach der Größe der roten Blutkörperchen
Um herauszufinden, was die Ursache der Anämie ist, kann im Blutbild auch die Größe der roten Blutkörperchen bestimmt werden. Dies geschieht über die sogenannten Erythrozyten-Indizes MCV und MCH. Der MCHC (mittlere Hämoglobinkonzentration) wird seltener zur Einteilung verwendet, kann aber bei bestimmten Anämieformen hilfreich sein.
- Erythrozyten sind zu klein: Sind die roten Blutkörperchen zu klein, sind die Laborwerte MCV und MCH vermindert. Man spricht von einer mikrozytären Anämie. Sind sie nur schwach gefärbt, von einer mikrozytären hypochromen Anämie. Dies ist typisch für eine Eisenmangelanämie, kann aber auch bei einer Thalassämie, das ist eine angeborene Erkrankung, bei der die Bildung des roten Blutfarbstoffs (Hämoglobin) gestört ist, oder bei chronischen Erkrankungen auftreten.
- Erythrozyten zu groß: Zu große Blutkörperchen, eine sogenannte makrozytäre Anämie liegt vor, wenn MCV und häufig auch MCH erhöht sind. Grund dafür kann zum Beispiel ein Vitamin B12-Mangel oder Folsäuremangel sein.
- Erythrozyten normal groß: Bei einer normozytären Anämie sind die Werte MCV und MCH normal, die roten Blutkörperchen haben eine normale Größe. Dies tritt vor allem bei Blutverlusten auf, aber auch ein verstärkter Abbau der Blutkörperchen, eine sogenannte Hämolyse, kann dahinterstecken. Auch chronische Erkrankungen (z. B. Niereninsuffizienz (Spezialartikel: Niereninsuffizienz)) können normozytäre Anämien verursachen
Einteilung nach der Ursache der Blutarmut
Ein rotes Blutkörperchen wird im Knochenmark gebildet, gelangt in den Blutkreislauf und wird nach etwa 120 Tagen abgebaut. Eine Anämie kann entstehen, wenn dieser Kreislauf gestört ist – sei es durch eine verminderte Bildung, einen gesteigerten Abbau oder durch Blutverlust.
- Verminderte Bildung von Erythrozyten: Die Produktion roter Blutkörperchen kann gestört sein, wenn wichtige Bausteine wie Eisen, Vitamin B12 oder Folsäure fehlen. Auch Erkrankungen des Knochenmarks wie die aplastische Anämie oder eine verminderte Erythropoetin-Produktion bei einer chronischen Nierenerkrankung können die Blutbildung beeinträchtigen.
- Gesteigerter Abbau der roten Blutkörperchen (Hämolyse, hämolytische Anämie): Zu einem gesteigerten Abbau der Erythrozyten kommt es, wenn zum Beispiel die Blutkörperchen Defekte aufweisen. Dann spricht man von korpuskulären hämolytischen Anämien. Dies kommt in der Regel nur bei angeborenen Anämien vor, wie zum Beispiel bei der Sichelzellkrankheit. Wird der Abbau nicht durch die roten Blutkörperchen selbst, sondern durch äußere Faktoren hervorgerufen, bezeichnet man das als extrakorpuskuläre hämolytische Anämie. Hier kommen als Ursache Autoimmunerkrankungen, Infektionen oder bestimmte Arzneimittel infrage.
- Blutverlust: Chronische Blutverluste, wie sie bei Magengeschwüren oder starken Regelblutungen vorkommen können, oder akute schwere Blutungen nach Verletzungen oder bei Operationen führen dazu, dass der Verlust an roten Blutkörperchen größer ist als die Neubildung.
Wie hoch ist der Eisenbedarf und wie kann ich einem Eisenmangel vorbeugen?
Kurz gesagt: Zur Deckung des täglichen Eisenbedarfs sollten Erwachsene 10 bis 15 mg Eisen aufnehmen. Frauen vor den Wechseljahren eher 15mg, älteren Frauen und Männer eher 10mg.
Schwangere haben einen erhöhten Bedarf von 30 bis 40 mg, auch das ungeborene Kind muss mitversorgt werden. Auch noch in den ersten Wochen nach der Geburt ist der Bedarf erhöht und liegt bei etwa 20mg pro Tag, dadurch können die teilweise entleerten Eisenspeicher wieder aufgefüllt werden. Auch bei starker Monatsblutung ist der Bedarf erhöht. Kinder und Jugendliche benötigen je nach Alter zwischen 7 und 14 mg Eisen pro Tag.
Eisen aus tierischen Lebensmitteln (zweiwertiges Eisen) kann weitaus besser aufgenommen werden als Eisen, das aus pflanzlichen Quellen stammt (dreiwertiges Eisen). Von daher sollten vor allem Veganer auf eine eisenreiche Kost achten.
Die Aufnahme von pflanzlichem Eisen kann durch die Bindung an bestimmt Pflanzeninhaltsstoffe gehemmt oder gefördert werden:
- Hemmstoffe: Phytate (z. B. in Vollkornprodukten, Hülsenfrüchten), Polyphenole (z. B. in schwarzem Tee, Kaffee), Calcium (z. B. in Milchprodukten)
- Förderstoffe: Vitamin C (z. B. in Zitrusfrüchten, Paprika)
Tipp: Wer pflanzliche Eisenquellen nutzt, sollte sie mit Vitamin-C-reichen Lebensmitteln kombinieren und Kaffee oder Tee nicht direkt zu den Mahlzeiten trinken.
Wie wird Blutarmut (Anämie) behandelt?
Kurz gesagt: Die Therapie einer Anämie richtet sich immer nach der Ursache. Häufige Auslöser sind Eisenmangel, Vitamin-B12- oder Folsäuremangel, chronische Erkrankungen oder Blutverluste.
Eisenmangelanämie: Die häufigste Form
Bei einem nachgewiesenen Eisenmangel wird in der Regel ein Eisenpräparat zum Einnehmen verordnet. Die Behandlung erfolgt über mehrere Wochen bis Monate – so lange, bis die Eisenspeicher (Ferritin) wieder aufgefüllt sind.
Wichtig:
- Eisen sollte nicht „vorsorglich“ eingenommen werden – eine ärztliche Diagnose ist notwendig.
- Nebenwirkungen wie Übelkeit, Verstopfung oder dunkler Stuhl sind häufig, aber meist harmlos. Durch mehrere Einzelgaben oder der Verwendung von magensaftresistenten Kapseln können diese Nebenwirkungen oft reduziert werden.
- Bei Unverträglichkeit oder Aufnahmestörungen kann Eisen auch intravenös verabreicht werden
Vitamin-B12- und Folsäuremangel
Ein Mangel an Vitamin B12 oder Folsäure kann zu einer sogenannten megaloblastären Anämie mit vergrößerten roten Blutkörperchen führen.
- Folsäure wird meist oral angewendet.
- Vitamin B12 kann oral oder – bei Aufnahmestörungen (z. B. bei perniziöser Anämie) – intramuskulär verabreicht werden.
- Die Aufnahme von Vitamin B12 im Darm erfordert den Intrinsic Factor, der im Magen gebildet wird. Fehlt dieser (z. B. bei chronischer Gastritis), bezeichnet man das als perniziöse Anämie. Hier ist eine Substitution von Vitamin B12 notwendig.
Anämie bei chronischen Erkrankungen
Bei Anämien infolge von chronischen Entzündungen, Nierenerkrankungen oder Krebserkrankungen kann der Arzt:
- Erythropoetin (EPO) verabreichen, um die Bildung roter Blutkörperchen anzuregen.
- Die Grunderkrankung gezielt behandeln, um die Blutbildung zu normalisieren.
Bluttransfusionen
Bei akutem oder starkem Blutverlust oder bei lebensbedrohlich niedrigen Hämoglobinwerten kann eine Bluttransfusion notwendig sein. Dies ist jedoch eine kurzfristige Maßnahme und ersetzt keine ursächliche Therapie.
Wichtiger Hinweis zur Selbstmedikation
Eisenpräparate sollten nicht ohne ärztliche Kontrolle eingenommen werden. Besonders bei Kindern kann eine Überdosierung von Eisen zu schweren Vergiftungen führen.









