Zinksalbe: Wirkung, Anwendung & Tipps bei Hautproblemen
Zinksalbe ist ein vielseitiges Arzneimittel, das seit vielen Generationen zur Behandlung von Hauterkrankungen eingesetzt wird. Ihr Hauptwirkstoff, das Zinkoxid, besitzt entzündungshemmende, austrocknende und schützende Eigenschaften, die besonders bei gereizter, entzündeter oder nässender Haut hilfreich sind. Die Salbe kann unter anderem bei Windeldermatitis, kleinen Wunden, Akne oder Ekzemen angewendet werden. In diesem Artikel erfahren Sie, wie Zinksalbe wirkt, wann sie sinnvoll eingesetzt wird und worauf bei der Anwendung zu achten ist.


Das Wichtigste in Kürze
- Vielseitiger Helfer: Zinksalbe wird zur Behandlung verschiedenster Hauterkrankungen wie Windeldermatitis, Akne, Ekzeme oder kleiner Wunden eingesetzt.
- Effektive Wirkung: Der Wirkstoff Zinkoxid wirkt entzündungshemmend, leicht antibakteriell, austrocknend und fördert die Wundheilung.
- Schützende Barriere: Die Salbe bildet eine Schutzschicht auf der Haut, die vor äußeren Reizen wie Feuchtigkeit, Reibung und Keimen schützt.
- Breites Anwendungsspektrum: Sie eignet sich für nässende Hautstellen, unreine Haut, kleine Verletzungen, Hautentzündungen in Falten und zur unterstützenden Behandlung von Herpes oder Hautpilz.
Wie wirkt Zinksalbe?
Kurz gesagt: Sobald die Salbe aufgetragen wird, bildet sie eine schützende Schicht, die die Haut vor äußeren Reizen wie Feuchtigkeit, Reibung oder Keimen bewahrt.
Diese Barrierefunktion ist besonders hilfreich bei gereizter oder entzündeter Haut.
Der Inhaltsstoff Zinkoxid wirkt entzündungshemmend und leicht antibakteriell. Es kann Rötungen und Schwellungen lindern und das Wachstum von Bakterien hemmen.
Bei nässenden Hautstellen kann die Salbe überschüssige Feuchtigkeit aufnehmen und die Haut abtrocknen, was die Heilung unterstützt und Infektionen vorbeugt.
Zudem fördert Zink die natürliche Wundheilung, indem es die Bildung neuer Hautzellen anregt und die Reparatur von geschädigtem Gewebe unterstützt. Im Zusammenhang mit der Wundheilung ist Zink eins der bedeutendsten Spurenelemente.
Wofür wird Zinksalbe verwendet?
Kurz gesagt: Zinksalbe wird bevorzugt für oberflächliche, nässende Hautstellen verwendet, weil sie trocknend wirkt, und so die Heilung unterstützt und Infektionen bekämpft.
Deshalb verwendet man sie z.B. gegen Pickel, bei Hautproblemen im Intimbereich oder bei Wundrose.
Anwendungsgebiete im Überblick
Unreine Haut (Akne, Pickel)
Zinksalbe hilft, Entzündungen zu lindern, Unreinheiten auszutrocknen und die Talgproduktion zu regulieren. Daher kann Zinksalbe geben Pickel hilfreich sein. Allerdings ist sie nicht für jeden Hauttyp und jede Art von Hautunreinheiten geeignet. Bei starker Akne wird Zinksalbe auch mit anderen Wirkstoffen kombiniert.
Kleine Hautverletzungen
Bei Schürfungen oder rissiger Haut schützt sie vor Infektionen und unterstützt die Heilung. Nicht auf tiefen oder offenen Wunden anwenden!
Windeldermatitis und Intertrigo
Zinksalbe kann bei Windeldermatitis und Intertrigo (entzündete Hautfalten), zum Beispiel unter der Brust oder in der Bauchfalte, helfen, indem sie die Haut vor Feuchtigkeit, Reibung und Reizstoffen schützt und gleichzeitig entzündungshemmend wirkt. Idealerweise wird sie nach der Reinigung auf die trockenen Hautstellen dünn aufgetragen. Bei Babys am besten nach jedem Windelwechsel.
Zinksalbe im Intimbereich
Im Intimbereich kommt es öfter zu Entzündungen der Haut, wenn in sich berührenden Hautfalten feuchte Wärme herrscht. Hier kann nach der Reinigung Zicksalbe aufgetragen werden. Nicht angewendet werden sollte Zinksalbe auf Schleimhäuten, da es dort zu Reizungen kommen kann. Außerdem sollte man bedenken, dass Inhaltsstoffe wie Vaseline oder Paraffin können die Stabilität von Kondomen aus Latex beeinträchtigen und dadurch deren Schutzwirkung verringern können.
Ekzeme und Hautausschläge
Zinksalbe kann zur unterstützenden Behandlung von leichten, nässenden Ekzemen und Hautausschlägen helfen, indem sie entzündungshemmend wirkt und die Haut vor äußeren Reizstoffen schützt. Bei offenen und stark geschädigten Hautstellen sollte sie nicht angewendet werden.
Herpes und Lippenbläschen
Zinksalbe trocknet die Bläschen aus, fördert die Abheilung und kann das Risiko bakterieller Zusatzinfektionen senken. Sie wirkt jedoch nicht antiviral.
Mundwinkelrhagaden
Zinkoxid wirkt bei eingerissenen Mundwinkeln entzündungshemmend und unterstützt die Heilung der Haut. Es bildet eine schützende Barriere, die die betroffene Stelle vor Feuchtigkeit, Reibung und Keimen schützt, was das Risiko einer Infektion verringert. Die Salbe sollte dünn und gezielt auf die betroffenen Stellen aufgetragen werden, idealerweise abends.
Warzenbehandlungen (begleitend)
Bei einer Behandlung von Warzen mit reizenden Mitteln kann die umliegende Haut mit Zinksalbe abgedeckt und so geschützt werden.
Hautpilz
Bei einer Hautpilzbehandlung kann Zinksalbe aufgrund ihrer entzündungshemmenden und austrocknenden Wirkung unterstützend verwendet werden. Häufig wird sie dann mit pilzabtötenden Wirkstoffen wie beispielsweise Nystatin kombiniert.
Zinksalbe als Sonnenschutz?
Zinkoxid wirkt als physikalischer UV-Filter. Das bedeutet, dass es Sonnenstrahlen reflektiert und streut – ähnlich wie ein Spiegel. Im Gegensatz zu chemischen UV-Filtern, die die Strahlen in der Haut absorbieren und in Wärme umwandeln, beginnt der Schutz durch Zinkoxid unmittelbar nach dem Auftragen.
Zinkoxid als Sonnenschutz eignet sich für empfindliche Haut, für Babys sowie für Personen mit Allergien gegen chemische UV-Filter.
Gut zu wissen
Bei gleichzeitiger Anwendung mit chemischen UV-Filtern kann Zinkoxid deren Wirksamkeit, insbesondere den UV-A-Schutz, deutlich verringern. Studien zeigen, dass Zinkoxid den Abbau bestimmter chemischer Filter wie z.B. Avobenzon unter Sonneneinstrahlung beschleunigt. Dabei können potenziell schädliche Abbauprodukte entstehen, die die Haut zusätzlich belasten.
Empfehlung: Wenn Sie Zinkoxid als Sonnenschutz verwenden möchten, achten Sie bitte darauf, ausschließlich reine mineralische Sonnenschutzmittel zu verwenden und keine Produkte mit chemischen UV-Filtern gleichzeitig aufzutragen.
Zusammensetzung und Eigenschaften
Es gibt unzählige verschiedene Rezepturen für Zinksalben.
Die „klassische“ Zinksalbe (Unguentum Zinci) gemäß dem Deutschem Arzneibuch (DAB) besteht aus:
- Zinkoxid: 10 %
- Wollwachsalkoholsalbe: 90 %
Die Wollwachsalkoholsalbe setzt sich aus weißer Vaseline, Cetylstearylalkohol und Wollwachsalkoholen zusammen. Sie bildet eine wasseraufnehmende Salbengrundlage vom Typ Wasser-in-Öl (W/O). Das bedeutet, dass die Grundlage in der Lage ist, zusätzliches Wasser aufzunehmen, ohne ihre Struktur zu verlieren.
Die Zinksalbe besitzt eine halbfeste, cremige Konsistenz und lässt sich gut auf der Haut verteilen. Nach dem Auftragen bildet sie eine nicht okklusive Schutzschicht, die die Haut nicht luftdicht verschließt, sondern „atmen“ lässt. Gleichzeitig schützt sie vor äußeren Reizen wie Feuchtigkeit, Reibung und Keimen.
Die enthaltenen Emulgatoren sorgen für eine stabile Konsistenz und gute Haftung auf der Haut. Da die Salbe nicht wasserlöslich ist, lässt sie sich nicht einfach mit Wasser abwaschen – zur Entfernung sind meist Öl oder milde Reinigungsmittel erforderlich.
Zinksalbe ist bei Raumtemperatur stabil, sollte jedoch kühl gelagert werden, um ihre Konsistenz und Wirksamkeit zu erhalten.












