Haarausfall Frauen – was dahinter steckt und was hilft
Schon wieder ein riesiges Büschel Haare aus der Bürste gezogen? Studien zeigen, dass mindestens jede dritte Frau irgendwann in ihrem Leben einmal an Haarausfall oder reduziertem Haarvolumen leidet. Was man dagegen tun kann und was die Ursachen sein können – das alles erklären wir hier.


Das Wichtigste in Kürze
- Ein Haarverlust von über 100 Haaren pro Tag über einen längeren Zeitraum gilt als Haarausfall.
- Die häufigsten Ursachen sind hormonelle Schwankungen (Wechseljahre, Schwangerschaft), Stress, Nährstoffmangel und genetische Veranlagung.
- Eine gezielte Behandlung reicht von der Optimierung der Ernährung über medizinische Wirkstoffe wie Minoxidil bis hin zu sanfter Haarpflege.
- Bei starkem oder anhaltendem Haarausfall ist eine ärztliche Abklärung zur genauen Ursachenfindung entscheidend.
Wann spricht man von Haarausfall bei Frauen?
Ob beim Kämmen, Haare waschen oder zwischendurch – wir alle verlieren permanent Haare. Dieser Prozess ist Teil der natürlichen Erneuerung: Haare wachsen, gehen nach einer gewissen genetisch festgelegten Zeit in eine Ruhephase über und fallen schließlich aus, um Platz für neue zu machen. Etwa 100 Haare verliert ein gesunder Mensch pro Tag. Erst wenn Sie über einen längeren Zeitraum deutlich mehr Haare lassen, sprechen Expert*innen von Haarausfall. Wenn sie also über einen längeren Zeitraum immer mehr Haare auf der Bürste, lichte Stellen am Oberkopf, Scheitel oder sogar Geheimratsecken vorfinden, könnte ein Ungleichgewicht im Körper vorliegen. Dadurch kann das Haarwachstum gestört werden und das Haar fällt vermehrt aus.
Was sind die Ursachen von Haarausfall bei Frauen?
Die Ursachen für Haarausfall können sehr unterschiedlich sein – und reichen von körperlichen über hormonelle bis hin zu psychischen Auslösern. Wichtig zu wissen ist: Haarausfall ist keine Krankheit, sondern oft eine Reaktion des Körpers auf innere oder äußere Veränderungen, denen entgegengewirkt werden kann, wenn man die Ursachen kennt. Hier die häufigsten im Überblick:
Die häufigsten Auslöser im Detail
1. Hormonelle Veränderungen
Haarausfall bei Frauen tritt besonders häufig im Zusammenhang mit hormonellen Schwankungen auf: Hormone beeinflussen den Haarzyklus – und gerät dieser aus dem Gleichgewicht, kann es zu vermehrtem Haarverlust kommen: Etwa nach der Schwangerschaft (postpartaler Haarausfall), in den Wechseljahren oder bei hormonellen Erkrankungen wie zum Beispiel dem PCO-Syndrom (Polyzystisches Ovar-Syndrom).
2. Stress und psychische Belastung
Aber auch anhaltender Stress, seelische Belastungen oder traumatische Erlebnisse können sich direkt auf das Haarwachstum auswirken. In diesem Fall handelt es sich oft um diffusen Haarausfall, bei dem das Haar über den ganzen Kopf hinweg dünner wird.
3. Mangelernährung und Nährstoffdefizite
Ein Mangel an Eisen, Zink, Biotin, Vitamin D oder Proteinen kann das Haarwachstum ebenfalls erheblich beeinträchtigen. Besonders bei einseitiger Ernährung, Diäten oder Essstörungen kann dies eine Rolle spielen.
4. Schilddrüsenerkrankungen
Auch eine Über- oder Unterfunktion der Schilddrüse kann den Haarzyklus stören und zu Haarausfall führen. Oft treten zusätzlich Symptome wie Müdigkeit, Gewichtsschwankungen oder trockene Haut auf.
5. Medikamente und medizinische Behandlungen
Bestimmte Medikamente – etwa gegen Bluthochdruck, Depressionen, Akne oder Krebs (Chemotherapie) – können als Nebenwirkung Haarausfall verursachen. Auch hormonelle Verhütungsmittel oder das Absetzen können hier eine Rolle spielen.
6. Genetische Veranlagung
Der sogenannte erblich bedingte Haarausfall (androgenetische Alopezie) ist bei Frauen seltener als bei Männern, kommt aber dennoch häufig vor. Er zeigt sich meist durch eine Ausdünnung am Scheitel – und beginnt oft in den Wechseljahren.
7. Autoimmunerkrankungen
Alopecia areata, auch bekannt als kreisrunder Haarausfall, ist eine Autoimmunerkrankung, bei der das Immunsystem fälschlicherweise die Haarfollikel angreift, was zu Haarausfall führt. Die Erkrankung äußert sich typischerweise durch runde, kahle Stellen auf der Kopfhaut. Die Ursache ist nicht vollständig geklärt, aber sowohl genetische als auch Umweltfaktoren spielen hier eine Rolle.
8. Mechanische Belastung
Straffe Frisuren, häufiges Färben, Glätten, starke Hitze oder aggressive Pflegeprodukte können das Haar auf Dauer schädigen und ebenfalls zum Ausfall der Haare führen.
Was hilft gegen Haarausfall bei Frauen?
Die gute Nachricht vorweg: Haarausfall bei Frauen lässt sich oft gut behandeln. Schon wenige simple Maßnahmen, die sich ganz leicht zuhause umsetzen lassen, können das Haarwachstum fördern:
1. Ursachen erkennen und gezielt behandeln
Wichtig: Bevor man zu Pflegeprodukten oder Nahrungsergänzung greift, sollte man zuerst medizinisch abklären lassen, warum die Haare ausfallen. Dafür kann ein Besuch bei der Dermatologin oder dem Hausarzt aufschlussreich sein. Häufige Auslöser wie Nährstoffmangel, hormonelle Veränderungen oder Stress lassen sich mit einer Blutuntersuchung gut feststellen – und entsprechend behandeln.
2. Auf die Ernährung achten
Für gesundes Haar braucht der Körper bestimmte Vitamine und Mineralstoffe. Wichtig sind vor allem: Eisen, Zink, Vitamin D, Biotin (Vitamin B7), Proteine. Fehlt einer dieser Nährstoffe, kann das zu diffusem Haarausfall führen. Wer sich ausgewogen ernährt oder mit den richtigen Nahrungsergänzungsmittel Defizite ausgleicht, kann das Haar von innen stärken: wie zum Beispiel mit Doppelherz Eisen + Folsäure + Vitamin C oder etwa Orthomol Hair Intense mit Biotin, Zink und weiteren Mikronährstoffen – speziell auf die Haare abgestimmte Nahrungsergänzungen.
3. Nahrungsergänzung gezielt einsetzen
Darüber hinaus gibt es spezielle Präparate gegen Haarausfall, die speziell auf die Bedürfnisse von Frauen abgestimmt sind. Diese enthalten oft L-Cystin, B-Vitamine, Silicium oder Phytohormone aus Pflanzen. Sie können das Haarwachstum von innen unterstützen – vor allem bei diffusem oder hormonell bedingtem Haarausfall. Beliebte Produkte sind etwa Priorin Haaraktiv Kapseln mit L-Cystin und Biotin oder Abtei Haar Vital Kapseln mit Biotin und Zink.
4. Medizinische Mittel gegen Haarausfall bei Frauen
Zudem gibt es mittlerweile wirksame Mittel gegen Haarausfall, die speziell für Frauen entwickelt wurden. Besonders bewährt hat sich der Wirkstoff Minoxidil – wie etwa Regaine Frauen Schaum 5% Minoxidil – der als Lösung oder Schaum direkt auf die Kopfhaut aufgetragen wird. Er kann die Haarfollikel reaktivieren und das Wachstum anregen. Auch Produkte mit pflanzlichen Inhaltsstoffen – etwa Koffein, Brennnessel oder Kürbiskernextrakt – können bei leichtem Haarausfall helfen und das Haar kräftigen.
5. Sanfte Pflege für Kopfhaut und Haare
Auch die richtige Pflege ist wichtig, um die Kopfhaut zu schonen und das Haar zu stärken. Hier empfiehlt es sich, auf milde, silikonfreie Shampoos – wie etwa das Eucerin DermoCapillaire Mildes Shampoo oder das VICHY Dercos Ultra-Sensitiv Shampoo – zu setzen. Aber auch spezielle Shampoos gegen Haarausfall bei Frauen etwa von Priorin oder von Plantur 39 mit Koffein können hilfreich sein, um die Haare zu stärken und die Haarwurzeln zu aktivieren. Pflegende Öle wie Rosmarinöl oder Arganöl können das Haar ebenfalls beruhigen und stärken. Die Kopfhaut regelmäßig zu massieren, um die Durchblutung zu fördern sowie der Verzicht von heißer Föhnluft oder zu straffen Frisuren können ebenfalls dabei helfen, Haarausfall zu reduzieren oder zu verhindern.













