Selen – wichtig für das Immunsystem
Selen ist ein lebensnotwendiges Spurenelement, das unser Körper nicht selbst herstellen kann und daher über die Nahrung aufgenommen werden muss. Selen lagert in den inneren Organen (Niere, Leber, Herz, Milz, Schilddrüse, Bauchspeicheldrüse, Prostata), im Blut, und in der Muskulatur. Es liegt insgesamt aber nur in geringen Mengen in unserem Organismus vor und muss daher täglich mit der Nahrung aufgenommen werden.


Inhalt
- Funktionen von Selen
- Unser Bedarf an Selen
- Welche Lebensmittel liefern Selen?
- Folgen von Selen-Mangel
- Folgen einer Selen-Überdosierung
- Zusatzinformationen
Funktionen von Selen in unserem Körper
Selen wird im menschlichen Körper benötigt, um die Aminosäure Selenocystein zu bilden. Diese wiederum ist für die Proteinsynthese (Neubildung von Eiweißen in den Zellen) lebensnotwendig und ist damit ein wichtiger Bestandteil von Enzymen.
Selen stärkt unser Immunsystem, schützt unsere Zellen, wirkt gegen Entzündungen und ist unentbehrlich für die Funktion der Schilddrüsenhormone.
Unser Bedarf an Selen (laut DGE)
0 – 4 Monate - 10µg/Tag
bis 4 Jahre - 15µg/Tag
4 – 7 Jahre - 20µg/Tag
7 – 10 Jahre - 30µg/Tag
10 – 13 Jahre - 45µg/Tag
13 – 15 Jahre - 60µg/Tag
>15 Jahre weibl. - 60µg/Tag
>15 Jahre männl. - 70µg/Tag
Schwangere - 60µg/Tag
Stillende - 75µg/Tag
(µg = Mikrogramm)
Welche Lebensmittel liefern Selen?
Eiweißreiche Lebensmittel, besonders tierische Produkte, sind gute Selenquellen. Hier ein paar Beispiele von Nahrungsmitteln, die besonders selenreich sind:
tierische Lebensmittel: Fleisch, Innereien, Fisch, Eier, Käse.
pflanzliche Lebensmittel: Nüsse (insbesondere Paranüsse), Walnüsse und Kokosnüsse, Pilze, Hülsenfrüchte (vor allem Sojabohnen, weiße Bohnen, Linsen und Kichererbsen), Zwiebeln, Kohlgemüse (insbesondere Rosenkohl), Knoblauch, Naturreis und Vollkornprodukte.
Folgen von Selenmangel
- Müdigkeit
- dünne, blasse Haut
- Haarausfall
- Streifen oder weiße Flecken auf den Fingernägeln
- eingeschränkte Immunabwehr
- gestörte Spermienbildung
- Störungen der Herz- und Muskelfunktionen
- Unfruchtbarkeit, Fehlgeburt bzw. verringertes Geburtsgewicht
- Keshan-Krankheit (Herzmuskelerkrankung)
- Kaschin-Beck-Krankheit (Gelenkknorpelveränderungen)
Zu einem Selenmangel kommt es in der Regel nur, wenn eine Absorptionsstörung (gestörte Aufnahme in den Körper) oder eine erhöhte Selenausscheidung vorliegt, z. B. bei Nierenerkrankungen, chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen oder Mukoviszidose.
Die Gefahr einer unzureichenden Selenzufuhr über die Nahrung ist bei Veganern oder bei Personen, die sich stark energie- und proteinreduziert ernähren, vorhanden.
Folgen einer Selen-Überdosierung
Selen ist für unseren Körper lebensnotwendig, in höherer Dosierung aber giftig. Bevor Selen mit Hilfe von Präparaten zugeführt wird, sollte daher vom Arzt der Selenstatus überprüft werden. Der Höchstwert, den ein Erwachsener täglich zu sich nehmen sollte, liegt bei 300µg. Eine anhaltende Überdosierung kann zu ähnliche Beschwerden führen, wie eine Unterversorgung.
Symptome bei langfristiger Selen-Überdosierungen:
- Müdigkeit
- Haarausfall
- Störungen der Nagelbildung bis hin zum Nagelverlust
- Hautschäden
- Herzmuskelschwäche
- neurologische Störungen
- Gelenkschmerzen
- Magen-Darm-Störungen
- Knoblauchgeruch des Atems
- Gedächtnisstörungen
- Sehstörungen
- Leberschädigungen
Akute Selenvergiftungen bei einer schnellen hohen Selenaufnahme können zu Kammerflimmern und Herzversagen führen.
Zusatzinformationen
Der Selenstatus in unserem Blut wird wie folgt bewertet:









