Kombucha: Wie gesund ist das Super-Food wirklich?
Kombucha erobert seit einigen Jahren die Supermarktregale und Herzen vieler Beauty-und Gesundheits-Fans. Wir erklären, ob und wie das Trend-Getränk Ihre Gesundheit unterstützen kann, wie man es selbst herstellt und worauf es dabei zu achten gilt.


Das Wichtigste in Kürze
- Kombucha ist ein fermentiertes Teegetränk aus Schwarz- oder Grüntee und Zucker
- SCOBY (Teepilz) wandelt Zucker in Säuren, Kohlensäure und probiotische Kulturen um
- Enthält probiotische Mikroorganismen, organische Säuren, Vitamine, Mineralstoffe und geringe Mengen Alkohol
- Beliebt wegen Geschmack, Natürlichkeit, DIY-Faktor und als gesunde Softdrink-Alternative
- Zu Hause selbst herstellen möglich: Tee kochen, abkühlen, SCOBY hinzufügen, 7–10 Tage fermentieren lassen
- Empfohlene Tagesmenge: 100–300 ml für gesunde Erwachsene
- Nicht geeignet für Menschen mit geschwächtem Immunsystem, Schwangere, Stillende, Kinder oder bei bestimmten gesundheitlichen Einschränkungen
Was ist Kombucha?
Kombucha ist ein fermentiertes Teegetränk, das aus gesüßtem Tee hergestellt wird. Mit Hilfe eines sogenannten SCOBY – einer Kultur aus Hefen und Bakterien – verwandelt sich der Tee während der Fermentation in ein spritzig-säuerliches Getränk. Dieser sogenannte Teepilz ist kein echter Pilz, sondern eine Lebensgemeinschaft, die für die Fermentation von gesüßtem Tee zu Kombucha verantwortlich ist.
Woher kommt Kombucha ursprünglich?
Kombucha hat eine sehr lange Geschichte und wird oft als „Teepilz“ bezeichnet. Ursprünglich stammt das Getränk vermutlich aus China, wo es bereits vor über 2.000 Jahren getrunken wurde. Dort nannte man ihn „Tee des Lebens“ oder „Unsterblichkeitstrank“, weil man ihm stärkende Eigenschaften zuschrieb. Von China aus verbreitete sich Kombucha nach Japan und Russland und später nach Europa. Besonders in Russland und Osteuropa war er über Jahrhunderte ein beliebtes Hausmittel. Heute ist Kombucha weltweit bekannt und wird sowohl traditionell zu Hause gebraut als auch industriell hergestellt.
Welche Inhaltsstoffe sind im Kombucha enthalten?
Kombucha enthält eine ganze Reihe an Inhaltsstoffen, die durch die Fermentation von Tee, Zucker und dem SCOBY entstehen.
| Inhaltsstoff | Details |
|---|---|
| Wasser und Tee-Bestandteile | Je nach verwendeter Teesorte sind das Polyphenole, Antioxidantien und geringe Mengen an Koffein. |
| Zucker | Der meiste Zucker wird während der Fermentation abgebaut, ein kleiner Rest bleibt im Getränk. |
| Organische Säuren | Wie beispielsweise Essigsäure, Milchsäure und Gluconsäure, die für den säuerlich-frischen Geschmack sorgen. |
| Vitamine | Vor allem einige B-Vitamine (z. B. B1, B2, B6, B12 in geringen Mengen). |
| Mineralstoffe | Spuren von Eisen, Kupfer, Magnesium und anderen Mineralien aus dem Tee. |
| Probiotische Mikroorganismen | Lebende Milchsäurebakterien und Hefen, die positiv auf die Darmflora (Spezialartikel: Darmflora aufbauen) wirken können. Achtung: Industriell hergestellter Kombucha wird aus Gründen der Haltbarkeit pasteurisiert. Dies tötet die Mikroorganismen im Gärgetränk ab und sie werden unwirksam. Wer auf zusätzliche Wirkungen hofft, sollte nur Produkte mit lebenden Kulturen kaufen. |
| Alkohol und Kohlensäure | Durch die Gärung entsteht etwas Kohlensäure und natürlicherweise ein geringer Alkoholgehalt (meist 0,3–0,5 %, bei Selbstbrau mehr). |
Wie setzt sich Kombucha zusammen?
Das Herzstück der Kombucha-Herstellung ist der SCOBY – eine Abkürzung für „Symbiotic Colony of Bacteria and Yeast“. Dabei handelt es sich um eine gallertartige, pfannkuchenähnliche Masse, die aus einer lebendigen Gemeinschaft von Bakterien und Hefen besteht. SCOBY besteht aus einer symbiotischen Gemeinschaft verschiedener Mikroorganismen und Bakterienstämme:
- Gluconacetobacter (dominiert mit 85%)
- Lactobacillus (30% der Kulturen)
- Acetobacter (seltener vertreten)
- Hefestämme: Zygosaccharomyces (in 95% aller SCOBYs)
- Weitere wilde Hefen je nach Region
Diese Mikroorganismen arbeiten perfekt zusammen. Die Hefen wandeln Zucker in Alkohol und Kohlensäure um. Die Bakterien verwandeln den Alkohol anschließend in gesunde organische Säuren. Das Ergebnis ist ein leicht sprudelndes Getränk mit komplexem Geschmack.
Warum ist Kombucha so beliebt?
Kombucha ist so beliebt, weil er mehrere Trends miteinander verbindet: Er ist natürlich, spritzig und vielseitig.
Viele Menschen schätzen ihn als gesunde Alternative zu Softdrinks, da er weniger Zucker enthält, aber durch die Fermentation trotzdem erfrischend prickelt. Auch geschmacklich überzeugt er: von mild-süßlich bis herb-säuerlich, je nach Fermentationsdauer und Teesorte. Hinzu kommt, dass er sich leicht zu Hause selbst herstellen lässt, was gut zum DIY- und Nachhaltigkeitstrend passt. Und nicht zuletzt sorgt die lange Geschichte des Kombuchas, der schon seit Jahrhunderten in Asien getrunken wird, für einen gewissen mythischen Reiz.
Wie gesund ist Kombucha?
Eine randomisierte kontrollierte Studie mit Erwachsenen zeigte, dass 4‑wöchiger Kombucha-Konsum die Zusammensetzung des Darmmikrobioms leicht veränderte, darunter eine Zunahme einzelner Bakterien, die kurzkettige Fettsäuren bilden, was grundsätzlich als positiv für die Darmgesundheit gilt.
Die Datenlage reicht allerdings als Beweis für eine gesundheitsfördernde Wirkung von Kombucha nicht aus.
Wann darf man Kombucha nicht trinken?
Wann Vorsicht geboten ist
Kombucha Tee ist nicht für jeden geeignet. Menschen mit geschwächtem Immunsystem sollten verzichten, da mögliche Keime im Getränk zu Infektionen führen könnten. Auch Schwangere, Stillende und Kinder sollten vorsichtig sein, da Kombucha immer einen geringen Alkoholgehalt aufweist und zusätzlich Koffein enthält. Personen mit Leber- oder Nierenproblemen oder einer Histaminintoleranz sollten den Konsum ebenfalls vermeiden. Wer Medikamente einnimmt, sollte zuvor Rücksprache mit einem Arzt halten, da Kombucha durch die enthaltenen Säuren die Wirkung mancher Präparate beeinflussen könnte.
Wie viel Kombucha darf man am Tag trinken?
Für gesunde Erwachsene gilt eine Menge von 100 bis 300 Millilitern täglich als unbedenklich. Diese Menge reicht aus, um den Körper an die enthaltenen Säuren und Bakterien zu gewöhnen, ohne die Verdauung zu überlasten. Wer mehr trinkt, riskiert Nebenwirkungen wie Magenschmerzen, Durchfall oder Blähungen. Am besten beginnt man mit kleinen Portionen und steigert die Menge langsam. Besonders bei selbstgemachtem Kombucha sollte man vorsichtig sein, da der Alkoholgehalt und die Säure stärker schwanken können als bei industriell hergestellten Produkten.
So einfach kann man Kombucha selber machen
Ein Kombucha Getränk lässt sich spielend leicht zu Hause herstellen. Tatsächlich braucht man dafür nur fünf einfache Zutaten:
- SCOBY (Teepilz)
- Ansatzflüssigkeit (fertiger Kombucha)
- Tee (schwarz, grün oder Oolong)
- Zucker
- Wasser
Der SCOBY ist das Herzstück der Kombucha-Herstellung – die gelatineartige Kultur verwandelt den süßen Tee in ein sprudelndes Getränk.
Kombucha Rezept für die Grundherstellung
Kombucha ansetzen kann man auch ganz einfach zu Hause. So funktioniert’s:
1. Tee kochen
Einen Liter Schwarz- oder Grüntee aufbrühen und mit etwa 80–100 g Zucker süßen.
2. Abkühlen lassen
Den gesüßten Tee auf Zimmertemperatur abkühlen lassen.
3. SCOBY einsetzen
Den SCOBY zusammen mit ca. 100 ml fertigem Kombucha (als Starter) in ein sauberes Glasgefäß geben.
4. Fermentation starten
Das Glas mit einem sauberen Baumwoll- oder Mulltuch abdecken und mit einem Gummiband fixieren.
5. Warten
7–10 Tage bei Zimmertemperatur (21–27 °C) an einem dunklen, ruhigen Ort stehen lassen. Je länger der Kombucha gärt, desto saurer schmeckt er.
6. Abfüllen und genießen
Den SCOBY vorsichtig herausnehmen, den Kombucha in Flaschen abfüllen und kühl lagern. Wer möchte, kann ihn in einer zweiten Fermentation mit Früchten, Ingwer oder Kräutern verfeinern.
Diese Teesorten eignen sich besonders gut für Kombucha
Für die Zubereitung von Kombucha eignen sich verschiedene Teesorten, die den Geschmack und die Nährstoffe des Getränks beeinflussen. Hier ein Überblick:
| Teesorte | Eigenschaften |
|---|---|
| Schwarztee | Die häufigste Basis – kräftig im Geschmack, reich an Nährstoffen für den SCOBY. Sorgt für einen vollmundigen, leicht herben Kombucha. |
| Grüntee | Etwas milder und frischer, bringt mehr Bitterstoffe und Antioxidantien mit. Ideal, wenn man einen leichteren Kombucha bevorzugt. |
| Oolong-Tee | Liegt geschmacklich zwischen Schwarz- und Grüntee, ergibt einen besonders aromatischen Kombucha. |
| Weißer Tee | Sehr mild und blumig. Er gibt dem Kombucha eine sanfte, feine Note. |
| Kräuter- und Früchtetees | Eher für die zweite Fermentation geeignet, da sie oft ätherische Öle enthalten, die den SCOBY schwächen können. In Kombination mit klassischem Tee können sie aber spannende Geschmacksrichtungen schaffen. |
Tipp: Am besten mit Schwarz- oder Grüntee starten – diese sind am zuverlässigsten für einen gesunden, aktiven SCOBY. Später kann man experimentieren und eigene Mischungen ausprobieren.
Fazit: Kombucha – erfrischend, vielseitig und mit Potenzial für die Gesundheit
Das fermentierte Teegetränk überzeugt durch seinen erfrischenden Geschmack und wohltuendes Potenzial. Wer möchte, kann Kombucha sogar selbst herstellen und mit Früchten, Kräutern oder Gewürzen individuell verfeinern. Richtig zubereitet ist Kombucha ein vielseitiges Getränk, das sowohl für den Alltag als auch für bewusste Genussmomente eine gute Wahl sein kann – erfrischend, belebend und mit einem kleinen Plus für das Wohlbefinden.













